Wartungsanleitung für Umkehrosmoseanlagen: Membranreinigung, Kartuschenfilterwechsel und Permeatqualitätsüberwachung

Technical analysis: Reverse osmosis system maintenance: membrane cleaning, cartridge filter replacement, and permeate qu

1. Anwendungsbereich & Zweck

Diese technische Wartungsanleitung ist für Umkehrosmoseanlagen (UO-Anlagen) konzipiert, die in industriellen Anwendungen zur Erzeugung von demineralisiertem Wasser eingesetzt werden. Sie deckt die kritischen Wartungsaufgaben der Membranreinigung (CIP – Cleaning in Place), des regelmäßigen Austauschs von Kartuschenfiltern und der kontinuierlichen Überwachung der Permeatqualität ab. Ziel ist es, die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren, die Lebensdauer der Membranen und Komponenten zu verlängern sowie eine konstante Permeatqualität gemäß den Anforderungen der DIN EN 13066 und VDI 2035 sicherzustellen. Diese Wartungsarbeiten sind durchzuführen, wenn ein signifikanter Leistungsabfall der UO-Anlage (z.B. Druckanstieg, Flussreduktion, erhöhte Leitfähigkeit des Permeats) oder nach Erreichen der empfohlenen Betriebszeiten für Filter und Membranen festgestellt wird.

2. Sicherheitshinweise

ALLGEMEINE SICHERHEITSHINWEISE

  • Vor Beginn jeglicher Arbeiten ist die UO-Anlage vollständig vom Stromnetz zu trennen und gegen Wiedereinschalten zu sichern (LOTO – Lockout/Tagout Verfahren gemäß VDE 0105-100 anwenden).
  • Den Systemdruck vor dem Öffnen von Rohrleitungen, Filtergehäusen oder Membrangefäßen vollständig abbauen. Das System muss drucklos sein (Restdruckprüfung mittels Manometer zwingend erforderlich).
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist während der gesamten Wartungsarbeiten zwingend zu tragen: Chemikalienschutzhandschuhe (gemäß EN 374, Material Viton oder Nitril), Schutzbrille mit Seitenschutz (gemäß EN 166), Gesichtsschutz, Schutzkleidung (Chemikalienschutzanzug gemäß EN 14605 Typ 3 oder 4), Sicherheitsschuhe (S3 gemäß EN ISO 20345).
  • Arbeiten an elektrischen Komponenten dürfen nur von qualifiziertem Elektrofachpersonal durchgeführt werden.
  • Sicherheitsdatenblätter (SDB) aller verwendeten Chemikalien (Reinigungsmittel, Biozide) sind zu konsultieren und die darin enthaltenen Anweisungen strikt zu befolgen.
  • Für ausreichende Belüftung im Arbeitsbereich sorgen. Bei Arbeiten in beengten Räumen oder mit gefährlichen Dämpfen ist eine zusätzliche Zwangsentlüftung und gegebenenfalls ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät erforderlich.
  • Bereitschaft von Notfallausrüstung (Augenspülstation, Notdusche, Verbandskasten) sicherstellen.
  • Verschüttete Chemikalien sofort gemäß SDB-Anweisungen beseitigen.

3. Benötigte Werkzeuge & Materialien

Werkzeug / Material Spezifikation Menge
Drehmomentschlüssel Bereich 5 – 200 Nm, kalibriert nach DIN EN ISO 6789 1 Satz
Filterschlüssel Passend für Kartuschenfiltergehäuse (Hersteller- und Modellspezifisch) 1 Stück
Kreuzschlitz- / Schlitzschraubendreher Diverse Größen (PH1, PH2, SL5.5, SL6.5) 1 Satz
Steckschlüsselsatz SW 8 – 32 mm, tief und flach 1 Satz
Ring-/Maulschlüsselsatz SW 8 – 32 mm 1 Satz
Digitales Leitfähigkeitsmessgerät Messbereich 0.01 µS/cm bis 200 mS/cm, Genauigkeit +/- 1% 1 Stück
pH-Messgerät Messbereich 0 – 14 pH, Genauigkeit +/- 0.02 pH 1 Stück
Temperaturmessgerät Messbereich -10°C bis +100°C, Genauigkeit +/- 0.5°C 1 Stück
Druckmessgeräte Kalibriert, Bereich 0-10 bar und 0-30 bar (Klasse 1.0) 2 Stück
Stopfen/Verschlusskappen Für Rohrleitungen, diverse Größen (DN15, DN25, DN40) 1 Satz
Reinigungspumpe (CIP-Pumpe) Chemikalienbeständig, Fördermenge 5 – 20 m³/h, Förderhöhe 15 – 30 m 1 Stück
Chemikalienbehälter (CIP-Tank) Chemikalienbeständig (HDPE oder PP), Volumen 500 – 1000 Liter 1 Stück
Flexible Schläuche Chemikalienbeständig (EPDM oder PTFE), diverse Längen und Durchmesser (DN25, DN40) 1 Satz
Säure- und Alkalische Reinigungsmittel Herstellerempfehlung für UO-Membranen (z.B. pH-Bereich 2-3 und 11-12) Ausreichende Menge
Biozide Herstellerempfehlung für UO-Membranen Ausreichende Menge
Entkeimungsmittel Für Filtergehäuse (z.B. 3% Wasserstoffperoxid-Lösung) Ausreichende Menge
Ersatz-Kartuschenfilter Passend zum Gehäuse, Nennporengröße 5 µm, Länge 20”/30”/40” Gemäß Bedarf
Ersatz-O-Ringe Für Filtergehäuse und Membrangefäße (EPDM oder Viton) Gemäß Bedarf
Schmierfett NSF-zugelassen (lebensmittelecht) oder Silikonfett für O-Ringe 1 Tube
Messzylinder, Bechergläser Glas oder PP, Volumen 100ml, 500ml, 1000ml 1 Satz
Reinigungstücher, saugfähig Industriequalität 1 Packung
Auffangwannen/-behälter Chemikalienbeständig, Volumen 10 – 50 Liter 2 Stück

4. Inspektionscheckliste vor der Wartung

Posten Prüfung Akzeptanzkriterien Bemerkungen
Anlage gesamt Sichtprüfung auf Undichtigkeiten, Korrosion, Beschädigungen Keine sichtbaren Lecks, Rostflecken oder mechanischen Beschädigungen Dichtungen, Rohrleitungen, Ventile prüfen
Vordruck / Speisewasserpumpendruck Messung des Anlagendrucks Konstant im Sollbereich (z.B. 2-4 bar Vordruck, 10-18 bar Speisewasserpumpendruck) Abweichungen protokollieren
Differenzdruck Vorfilter Messung Differenzdruck über Kartuschenfilter Max. Differenzdruck 0.8 bar (Herstellerangabe beachten) Bei Überschreitung Filterwechsel einplanen
Durchflüsse (Speisewasser, Permeat, Konzentrat) Abgleich mit Anlagenspezifikationen Innerhalb von +/- 5% der Auslegungsdaten Flussmessgeräte prüfen
Permeatqualität (Leitfähigkeit) Messung der Leitfähigkeit des Permeats < 10 µS/cm bei 25°C (anlagen- und anwendungsspezifisch) Kontinuierliche Online-Messung und Stichprobenabgleich
Temperatur Speisewasser Messung der Speisewassertemperatur Konstant im Sollbereich (z.B. 15-25°C) Temperaturänderungen beeinflussen Membranleistung
pH-Wert Speisewasser Messung des pH-Werts des Speisewassers Konstant im Sollbereich (z.B. 6.5 – 7.5) Starke Abweichungen können Membranen schädigen
Chemikalienlagerung Prüfung der Bestände an Reinigungschemikalien, Bioziden Ausreichende Mengen vorhanden, ordnungsgemäß gelagert Sicherheitsdatenblätter verfügbar
Filtergehäuse Sichtprüfung auf mechanische Unversehrtheit Keine Risse, Verformungen oder Korrosionsspuren
Membrangefäße Sichtprüfung auf äußere Beschädigungen, Lecks Keine Risse, Dellen oder Leckagen an den Anschlüssen

5. Schritt-für-Schritt-Anleitung

5.1. Vorbereitung

  1. Anlage außer Betrieb nehmen und sichern:

    • Anlage über die Steuerung in den manuellen Modus schalten.
    • Alle Pumpen (Speisewasser, Hochdruck, CIP) abschalten.
    • Hauptstromversorgung der gesamten UO-Anlage trennen und mittels LOTO-Verfahren sichern. Vergessen Sie niemals, alle Energiequellen (elektrisch, pneumatisch, hydraulisch) zu isolieren.
    • Alle Ventile (Speisewasser, Permeat, Konzentrat) absperren, um die Anlage zu isolieren.
    • Systemdruck langsam über ein Bypass-Ventil oder Entlüftungshahn auf 0 bar reduzieren. Eine zu schnelle Druckentlastung kann zu Membranschäden führen.
  2. PSA anlegen: Chemikalienschutzhandschuhe, Schutzbrille, Gesichtsschutz, Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe anlegen.
  3. Arbeitsbereich vorbereiten: Ausreichend Platz schaffen, Auffangwannen für Restwasser und Chemikalien positionieren. Schläuche und CIP-Behälter bereitstellen.

5.2. Kartuschenfilterwechsel

  1. Filtergehäuse drucklos machen: Sicherstellen, dass das Vorfiltergehäuse vollständig druckentlastet ist (Manometeranzeige 0 bar). Gegebenenfalls Entlüftungsventil öffnen. Ein verbleibender Restdruck kann zu unkontrolliertem Austritt von Wasser oder Filtermaterial führen.
  2. Gehäuse öffnen: Mit dem Filterschlüssel den Gehäusekopf oder den Verschlussring des Kartuschenfiltergehäuses vorsichtig öffnen. Restwasser in eine Auffangwanne ablassen.
  3. Alten Filter entnehmen: Den verbrauchten Kartuschenfilter vorsichtig aus dem Gehäuse ziehen. Berühren Sie die Membranen oder nachfolgende Systemkomponenten nicht mit dem schmutzigen Filter.
  4. Gehäuse reinigen und prüfen: Das Filtergehäuse innen gründlich reinigen. Eventuelle Ablagerungen entfernen. O-Ringe auf Beschädigungen prüfen und gegebenenfalls ersetzen. Neue O-Ringe dünn mit NSF-zugelassenem Silikonfett schmieren.
  5. Neuen Filter einsetzen: Den neuen Kartuschenfilter (z.B. 5 µm Nennporengröße) mit der richtigen Ausrichtung in das Gehäuse einführen. Sicherstellen, dass er korrekt sitzt und dicht abschließt.
  6. Gehäuse schließen: Gehäusekopf oder Verschlussring handfest anziehen. Anschließend mit dem Filterschlüssel gemäß Herstellerangabe auf das empfohlene Drehmoment anziehen (typisch: 20 – 30 Nm). Ein zu geringes Drehmoment führt zu Undichtigkeiten, ein zu hohes Drehmoment kann das Gehäuse beschädigen.
  7. Druckaufbau und Dichtheitsprüfung: Langsam das Speisewasserventil öffnen, um das Filtergehäuse zu füllen und den Druck aufzubauen (typisch: 2-4 bar Vordruck). Das Entlüftungsventil schließen, sobald Wasser austritt. Auf Undichtigkeiten am Gehäuse prüfen. Achten Sie auf Blasenbildung oder Wassertropfen.
  8. Spülung: Das Filtergehäuse für ca. 5 Minuten mit Speisewasser spülen, um eventuelle Produktionsrückstände des neuen Filters zu entfernen. Das Spülwasser ablassen.

5.3. Membranreinigung (CIP – Cleaning in Place)

Dieser Vorgang erfordert die Konfiguration eines CIP-Kreislaufs und die Verwendung spezieller Chemikalien.

  1. Vorbereitung CIP-Kreislauf:

    • Anlage vollständig isolieren und drucklos machen (wie unter 5.1 beschrieben).
    • CIP-Pumpe und CIP-Tank bereitstellen und über chemikalienbeständige Schläuche mit den Reinigungsanschlüssen der UO-Anlage verbinden. Der CIP-Tank sollte sowohl einen Saug- als auch einen Rücklaufanschluss zur UO-Anlage haben.
    • Membrangefäße müssen für den Reinigungsprozess intern verbunden werden (manchmal durch spezielle CIP-Anschlüsse oder internes Ventilsystem). Der Permeatanschluss wird in der Regel während der Reinigung geschlossen oder zur Drainage geführt, um die Membranen nur auf der Konzentratseite zu reinigen.
  2. Spülung mit Produktwasser:

    • Mit der CIP-Pumpe Produktwasser (Permeat oder demineralisiertes Wasser) bei niedrigem Druck (2-4 bar) für ca. 15-30 Minuten durch die Membranen zirkulieren. Der Fluss sollte etwa 50% höher sein als der normale Permeatfluss der Anlage. Ziel ist es, grobe Ablagerungen und suspendierte Feststoffe zu entfernen.
    • Eine unzureichende Vorspülung kann die Effizienz der chemischen Reinigung stark beeinträchtigen.
  3. Vorbereitung der Reinigungslösung:

    • Gemäß Herstellerangaben die erforderliche Menge an chemischem Reinigungsmittel (z.B. saures Reinigungsmittel für anorganische Fouling, alkalisches für organische Fouling und Biofouling) im CIP-Tank mit Permeat oder demineralisiertem Wasser mischen.
    • Die Temperatur der Reinigungslösung auf den empfohlenen Wert bringen (typisch: 25-35°C, maximal 40°C gemäß Membranspezifikation). Eine zu hohe Temperatur kann irreversible Membranschäden verursachen.
    • Den pH-Wert der Lösung mit dem pH-Messgerät überprüfen (sauer: pH 2-3; alkalisch: pH 11-12).
  4. Chemische Reinigung – Zirkulation:

    • Die vorbereitete Reinigungslösung mit der CIP-Pumpe durch die Membranen zirkulieren lassen. Der Druck sollte langsam aufgebaut werden und 3-5 bar nicht überschreiten, um eine Membranverdichtung zu vermeiden.
    • Die Zirkulationszeit beträgt typisch 60-90 Minuten. Währenddessen den pH-Wert und die Temperatur der Lösung kontinuierlich überwachen und gegebenenfalls nachjustieren. Ein Absinken des pH-Werts bei alkalischer Reinigung oder ein Ansteigen bei saurer Reinigung deutet auf eine Reaktion mit Ablagerungen hin.
    • Der Rücklauf der Reinigungslösung muss über den CIP-Tank erfolgen, um einen geschlossenen Kreislauf zu gewährleisten.
  5. Chemische Reinigung – Einwirkzeit (Soak):

    • Nach der Zirkulation die CIP-Pumpe abstellen und die Reinigungslösung für 30-60 Minuten in den Membrangefäßen einwirken lassen.
    • Bei starkem Fouling kann dieser Schritt mit intermittierender Zirkulation (z.B. 15 Minuten Zirkulation, 15 Minuten Einwirkzeit) mehrfach wiederholt werden.
  6. Nachspülung mit Produktwasser:

    • Nach der Einwirkzeit die Reinigungslösung aus dem System ablassen und fachgerecht entsorgen. Umweltvorschriften beachten!
    • Die Membranen mit Produktwasser (Permeat oder demineralisiertem Wasser) gründlich spülen. Der Spülvorgang sollte fortgesetzt werden, bis der pH-Wert des Spülwassers dem des Produktwassers entspricht (typisch: pH 6.5 – 7.5) und die Leitfähigkeit des Spülwassers unter 20 µS/cm liegt. Dies kann 60-120 Minuten dauern. Verbleibende Chemikalien können die Membranen langfristig schädigen und die Permeatqualität beeinträchtigen.
  7. Optional: Biozidbehandlung: Bei Biofouling kann nach der Reinigung eine Biozidbehandlung (z.B. mit Glutaraldehyd gemäß Herstellerangaben) durchgeführt werden, gefolgt von einer weiteren gründlichen Spülung.

5.4. Permeatqualitätsüberwachung

  1. Probenahme: Nach Abschluss der Wartungsarbeiten und dem Wiederanfahren der Anlage, sobald stabile Betriebsbedingungen erreicht sind (nach ca. 30 Minuten Betrieb), eine Permeatprobe am Probenahmeventil entnehmen. Die Probe sollte in einem sauberen, trockenen Becherglas (Volumen 100 ml) entnommen werden.
  2. Leitfähigkeitsmessung:

    • Das digitale Leitfähigkeitsmessgerät gemäß Bedienungsanleitung kalibrieren (typisch mit 147 µS/cm Standardlösung).
    • Die Elektrode des Messgeräts in die Permeatprobe tauchen.
    • Den angezeigten Wert ablesen und mit dem erwarteten Ergebnis (z.B. < 10 µS/cm bei 25°C) vergleichen.
    • Verunreinigungen an der Elektrode oder eine falsche Kalibrierung können die Messgenauigkeit erheblich beeinflussen.
  3. Temperaturkorrektur (falls erforderlich): Falls das Messgerät keine automatische Temperaturkompensation besitzt, muss der gemessene Wert auf eine Referenztemperatur (typisch 25°C) umgerechnet werden. Hierzu sind spezifische Temperaturkorrekturfaktoren zu verwenden (z.B. 2% pro °C Abweichung von 25°C für NaCl-Lösungen).
  4. pH-Messung (optional): Bei Bedarf den pH-Wert des Permeats mit einem kalibrierten pH-Messgerät bestimmen. Der pH-Wert sollte im neutralen Bereich liegen (typisch pH 6.0 – 7.0). Abweichungen können auf verbleibende Reinigungsmittel oder Membranschäden hindeuten.
  5. Dokumentation: Alle Messergebnisse (Leitfähigkeit, Temperatur, pH-Wert) sorgfältig im Wartungsprotokoll festhalten.

6. Verifizierungscheckliste nach der Wartung

Test Erwartetes Ergebnis Tatsächlich Bestanden / Nicht bestanden
Anlage startet ordnungsgemäß Alle Pumpen laufen stabil, keine Fehlermeldungen
Dichtheit der Verbindungen Keine sichtbaren Leckagen an Filtern, Membrangefäßen oder Rohrleitungen bei Betriebsdruck
Differenzdruck Vorfilter < 0.5 bar (nach Filterwechsel)
Systemdrücke (Speisewasser, Permeatseite, Konzentratseite) Innerhalb der Spezifikationsbereiche (z.B. Speisewasser 10-18 bar, Permeat 0.5-1.5 bar)
Durchflussrate Permeat Erreicht oder übertrifft den Wert vor dem Leistungsabfall (typisch +5% bis +15% nach Membranreinigung)
Leitfähigkeit Permeat < 10 µS/cm bei 25°C (anlagen- und anwendungsspezifisch)
pH-Wert Permeat pH 6.0 – 7.0
Anlagentemperatur Betriebstemperatur erreicht (z.B. 20-25°C)
Chemikalienrückstände Keine detektierbaren Rückstände von Reinigungschemikalien im Permeat

7. Fehlerbehebung

Symptom Wahrscheinliche Ursache Korrekturmaßnahme
Reduzierter Permeatfluss nach Wartung
  • Verbleibende Luft im System
  • Unvollständige chemische Spülung
  • Membranschaden (Druckschlag, unsachgemäße Reinigung)
  • Falscher Filtertyp
  • System entlüften
  • Erneute, gründliche Spülung durchführen
  • Membranen prüfen, evtl. ersetzen
  • Korrekten Filtertyp installieren
Erhöhte Permeatleitfähigkeit nach Wartung
  • Membranschaden (Riss, Delamination)
  • Defekte O-Ringe in Membrangefäßen
  • Chemikalienrückstände auf der Membran
  • Falsch sitzende Membranen
  • Membranen auf Integrität prüfen, Lecksuche durchführen
  • O-Ringe prüfen und ersetzen
  • Zusätzliche Spülung mit Permeat
  • Membranen korrekt positionieren
Hoher Differenzdruck über Membranen nach Reinigung
  • Unzureichende Reinigung (hartnäckiges Fouling)
  • Biologisches Wachstum (Biofouling)
  • Falsche Flussrate während CIP
  • Aggressivere chemische Reinigung wiederholen oder andere Chemikalie wählen
  • Biozidbehandlung durchführen
  • CIP-Flussrate anpassen
Leckagen an Filter-/Membrangehäusen
  • Beschädigte O-Ringe
  • Ungenügendes Anzugsdrehmoment
  • Mechanische Beschädigung des Gehäuses
  • O-Ringe prüfen und ersetzen
  • Drehmoment nachziehen (Herstellerangabe)
  • Gehäuse ersetzen
Anlage startet nicht oder gibt Fehlermeldungen aus
  • Elektrische Fehler, Not-Aus betätigt
  • Sensorfehler
  • Steuerungsproblem
  • Elektrische Verbindungen prüfen, Not-Aus entriegeln
  • Sensoren prüfen/kalibrieren
  • Steuerungshandbuch konsultieren, Elektrofachkraft hinzuziehen

8. Empfohlener Wartungsplan

Aufgabe Frequenz Geschätzte Dauer Qualifikationsniveau
Sichtprüfung Anlage auf Leckagen, Drücke, Durchflüsse Täglich / Schichtweise 5-10 Minuten Anlagenbediener
Kartuschenfilterwechsel Alle 1-3 Monate oder bei ∆P > 0.8 bar 30-60 Minuten Wartungstechniker
Überprüfung und Kalibrierung von Messinstrumenten (pH, Leitfähigkeit, Temp.) Monatlich 15-30 Minuten Wartungstechniker
UO-Membranreinigung (CIP) Alle 6-12 Monate oder bei Leistungsabfall (>10% ∆P, >10% Flussreduktion, >5% Salzpass) 4-8 Stunden Erfahrener Wartungstechniker / Spezialist
Systemdesinfektion Alle 6-12 Monate oder bei Biofouling-Nachweis 2-4 Stunden Wartungstechniker
Gesamtanlagenrevision (Ventile, Pumpen, Rohrleitungen) Jährlich / Biannual 1-2 Tage Erfahrener Wartungstechniker / Fremdfirma

9. Ersatzteilreferenz

Teilbezeichnung Typische Spezifikation UNITEC Kategorie
Kartuschenfilter 5 µm PP, Länge 20”/30”/40”, Durchmesser 2.5”/4.5” Filtration — UO-Vorfilter
UO-Membranen TFC, 8” x 40”, Salzrückweisung >99%, Typ SW30/BW30 Membrantechnologie — UO-Elemente
O-Ringe für Filtergehäuse EPDM/Viton, spezifische Abmessung (DN) Dichtungen — O-Ringe
O-Ringe für Membrangefäße EPDM/Viton, spezifische Abmessung (DN, Länge) Dichtungen — UO-System
Hochdruckpumpe Ersatzteile Dichtungssätze, Lager, Impeller für spezifische Pumpenmodelle (z.B. Grundfos, Cat Pumps) Pumpen — UO-Komponenten
Antiscalant / Biozid Chemische Zusammensetzung gemäß UO-Anlagenherstellerempfehlung Chemikalien — Wasseraufbereitung
Leitfähigkeitssensor 4-Leiter-Graphitsensor, K=0.1 oder K=1.0 Sensorik — Analysenmesstechnik
pH-Sensor Kombinierte Glaselektrode, Temperatursensor integriert Sensorik — Analysenmesstechnik
Druckschalter / Drucktransmitter Bereich 0-25 bar, Ausgang 4-20mA Sensorik — Druckmesstechnik
Automatisches Spülventil Magnetventil, Edelstahl 1.4404, DN25 Ventile — Wasseraufbereitung

Für detaillierte Informationen zu Spezifikationen und zur Bestellung von Ersatzteilen besuchen Sie bitte den UNITEC-D E-Katalog: www.unitecd.com/e-catalog/

10. Referenzen

  • DIN EN 13066: Wasserbeschaffenheit – Leitlinien für die Probenahme zur Membranfouling-Kontrolle in Wasseraufbereitungsanlagen
  • VDI 2035 Blatt 1: Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung in Trinkwassererwärmungs- und Warmwasserheizungsanlagen
  • VDE 0105-100: Betrieb von elektrischen Anlagen – Teil 100: Allgemeine Festlegungen für den Betrieb
  • EN 374: Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen
  • EN 166: Persönlicher Augenschutz – Anforderungen
  • EN 14605: Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien
  • EN ISO 20345: Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe
  • EN ISO 6789: Messmittelspezifikation für Drehmomentwerkzeuge
  • Herstellerdokumentation der UO-Anlage (Betriebsanleitung, Wartungshandbuch, Sicherheitsdatenblätter der Komponenten)

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