Wartungsanleitung für Bandförderer: Spureinstellung, Spleißprüfung, Bandspannungsmessung und Rollenwechsel

Technical analysis: Belt conveyor maintenance: tracking adjustment, splice inspection, belt tension measurement, and rol

1. Anwendungsbereich & Zweck

Diese Wartungsanleitung deckt kritische Instandhaltungsaufgaben an Bandförderern ab, die in industriellen Fertigungs- und Logistikanlagen der DACH-Region üblich sind. Sie dient als praktische Referenz für die planmäßige Wartung sowie bei auftretenden Störungen, um den zuverlässigen und effizienten Betrieb von Bandfördersystemen gemäß DIN EN 620 und VDI 2351 zu gewährleisten. Die Anweisungen konzentrieren sich auf die Spureinstellung des Bandes, die Inspektion von Bandspleißen, die Messung der Bandspannung und den Austausch von Trag- und Stützrollen. Ziel ist es, ungeplante Stillstandszeiten zu minimieren, die Lebensdauer der Komponenten zu verlängern und die Betriebssicherheit zu erhöhen.

2. Sicherheitsvorkehrungen

GEFAHR: Arbeiten an Bandförderern bergen erhebliche Risiken durch bewegliche Teile, eingeklemmte Energie und herabfallendes Material. Die Einhaltung der folgenden Sicherheitsmaßnahmen ist zwingend erforderlich, um schwere Verletzungen oder tödliche Unfälle zu verhindern.

  • Verriegelung/Etikettierung (Lockout/Tagout, LOTO): Vor Beginn jeglicher Arbeiten am Förderer muss die Energieversorgung gemäß DIN EN 1037 und den unternehmensinternen LOTO-Prozeduren vollständig abgeschaltet, verriegelt und gegen Wiedereinschalten gesichert werden. Dies umfasst elektrische, hydraulische und pneumatische Energiesysteme. Der Anlagenschalter muss in der AUS-Position gesperrt und mit einem ‘NICHT EINSCHALTEN’-Etikett versehen werden.
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Tragen Sie immer die vorgeschriebene PSA. Dies beinhaltet: Schutzhelm (DIN EN 397), Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappen (DIN EN ISO 20345), Schutzhandschuhe (DIN EN 388) zur Vermeidung von Schnitt- und Quetschverletzungen sowie Schutzbrille (DIN EN 166) bei Arbeiten mit Staubentwicklung oder rotierenden Werkzeugen.
  • Restenergie: Überprüfen Sie, ob alle beweglichen Teile zum Stillstand gekommen sind und sich keine Restspannung im Band oder in Spannvorrichtungen befindet. Entlasten Sie hydraulische oder pneumatische Systeme.
  • Fallschutz: Bei Arbeiten in erhöhten Bereichen (> 2 m) ist ein geeignetes Fallschutzsystem gemäß DIN EN 363 (Auffanggurt, Falldämpfer, Anschlagpunkt) zu verwenden.
  • Fremdmaterial: Entfernen Sie vor Beginn der Wartung loses Material oder Ablagerungen vom Band und aus dem Bereich des Förderers, um ein Verrutschen oder Stolpern zu vermeiden.
  • Einweisung: Stellen Sie sicher, dass alle beteiligten Personen über die spezifischen Gefahren und Notfallprozeduren dieses Förderersystems unterwiesen sind.

3. Benötigte Werkzeuge & Materialien

Werkzeug/Material Spezifikation / Anwendungsbereich Menge
Drehmomentschlüssel Bereich: 10 – 200 Nm, Kalibriert nach DIN EN ISO 6789 1
Maßband/Rollbandmaß Länge: mind. 5 m, Genauigkeit: +/- 1 mm 1
Bandspannungsmessgerät Ultraschall- oder mechanisches Gerät, geeignet für Bandstärken von 5-25 mm 1
Laser-Ausrichtgerät Für Rollen und Trommeln, Genauigkeit: +/- 0.1 mm/m 1
Nusskasten / Maulschlüssel-Set SW 8 – SW 36 1 Set
Schraubendreher-Set Schlitz, Kreuzschlitz (PH1, PH2), Torx 1 Set
Bürsten / Schaber Zur Reinigungszwecken Diverse
Fettpresse Mit geeignetem Schmierstoff (z.B. NLGI 2 Lithiumkomplexfett) 1
Hammer / Schonhammer 500g / Gummi- oder Kunststoffkopf 1
Gabelstapler / Hubwagen Zum Transport neuer Rollen und Komponenten 1
Markierkreide / Marker Zum Kennzeichnen 1
Digitaler Messschieber Messbereich 0-150mm, Genauigkeit 0.02mm 1
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) Schutzhelm, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe Nach Bedarf

4. Vor-Wartungs-Inspektions-Checkliste

Item Prüfpunkt Akzeptanz-/Ablehnungskriterien Anmerkungen
Sichtprüfung Band Allgemeiner Zustand des Förderbandes Keine Risse, Löcher, Ausfransungen, übermäßiger Verschleiß. Gleichmäßiges Laufbild. Bei Auffälligkeiten genaue Untersuchung der Ursache.
Bandzentrierung Seitenlauf des Bandes auf Tragrollen Band läuft mittig, max. Abweichung +/- 5 mm von der idealen Mittellinie. Auffälliger Schiefzug erfordert Spureinstellung.
Spleiße Zustand der Bandverbindungen (mechanisch/vulkanisiert) Keine sichtbaren Beschädigungen, lose Stellen, Materialaustritte, delaminierte Bereiche. Mechanische Spleiße auf festen Sitz der Klammern prüfen. Kritisch für Bandintegrität.
Tragrollen Freigängigkeit, Geräusche, Beschädigungen Rollen drehen leichtgängig, keine Quietsch- oder Mahlgeräusche. Keine sichtbaren Verformungen, Risse, Verschleiß an der Oberfläche. Achsen intakt. Blockierte oder schwergängige Rollen erhöhen den Bandverschleiß.
Stützrollen (Untergurt) Freigängigkeit, Geräusche, Beschädigungen Wie Tragrollen, jedoch für die Bandrückseite.
Antriebs-/Umlenktrommel Gleichmäßiger Lauf, Belagzustand, Lagergeräusche Rundlauf ohne Exzentrizität, Belag intakt, keine übermäßigen Lagergeräusche. Beschädigter Belag kann Bandschlupf verursachen.
Bandabstreifer Anpressdruck, Verschleiß der Leisten Effektive Reinigung des Bandes, Leisten nicht vollständig abgenutzt, gleichmäßiger Kontakt. Ineffiziente Abstreifer führen zu Materialansammlungen.
Reinheit des Systems Ansammlung von Fördergut oder Fremdkörpern Keine übermäßigen Materialansammlungen unter dem Förderer oder an den Komponenten. Ablagerungen können Rollen blockieren oder Band beschädigen.
Sicherheitseinrichtungen Funktion von Not-Aus, Reißleine, Sensoren Alle Sicherheitseinrichtungen leicht zugänglich, unbeschädigt und voll funktionsfähig. Test der Funktion.

5. Schritt-für-Schritt-Verfahren

5.1. Spureinstellung des Förderbandes

  1. Vorbereitung:

    GEFAHR: Vor jeglichen Einstellarbeiten LOTO-Verfahren anwenden und Anlage sichern. Eine drehende Förderanlage ist lebensgefährlich.

    Stellen Sie sicher, dass der Förderer vollständig entleert und gereinigt ist. Das Band sollte frei von Material sein. Eine visuelle Inspektion des Bandes auf Beschädigungen ist vorab durchzuführen.

  2. Erste Begutachtung der Bandlaufrichtung:

    Lösen Sie die LOTO-Sicherung kurzzeitig und starten Sie den Förderer im Tipp-Betrieb oder mit reduzierter Geschwindigkeit für maximal 30 Sekunden. Beobachten Sie den Bandlauf über die gesamte Länge des Ober- und Untergurtes. Identifizieren Sie Bereiche, in denen das Band zur Seite driftet.

    Fehler: Das Band länger laufen lassen als unbedingt notwendig. Das erhöht das Risiko von Bandkantenbeschädigungen bei starkem Schiefzug.

  3. Einstellung der Umlenk- oder Spannstation:

    GEFAHR: LOTO wieder anwenden, bevor Einstellschrauben berührt werden.

    Der häufigste Fehler beim Bandlauf tritt an der Umlenk- oder Spannstation auf. Das Band neigt dazu, zur Seite der geringeren Spannung zu laufen. Identifizieren Sie die Spannschrauben (oft SW 24 oder SW 30) an der Umlenk- oder Spannrolle. Wenn das Band nach links läuft, muss die rechte Spannschraube leicht angezogen werden. Läuft es nach rechts, die linke. Beginnen Sie mit kleinen Schritten:

    • Eine Stellschraube um eine Viertel- bis halbe Umdrehung (ca. 0.5 – 1.0 mm Verstellung) festziehen oder lösen.
    • Fehler: Große Korrekturen in einem Schritt vornehmen. Dies führt oft zu Überkorrekturen und einem Oszillieren des Bandes.
  4. Testlauf und Feineinstellung:

    Führen Sie nach jeder Korrektur einen kurzen Testlauf durch (LOTO lösen, Tipp-Betrieb, 30 Sekunden beobachten, LOTO anwenden). Wiederholen Sie den Vorgang, bis das Band annähernd mittig läuft. Das Band sollte auf den Tragrollen mittig und ohne Berührung der Seitenführungen laufen. Eine Abweichung von max. +/- 5 mm ist akzeptabel.

  5. Einstellung der Tragrollen (falls erforderlich):

    Sollte das Band nach der Einstellung der Trommeln immer noch nicht stabil laufen, können einzelne Tragrollen im Bereich des Schiefzugs leicht schräggestellt werden (max. 3-5 Grad Abweichung von der Senkrechten). Die Rollenachse zeigt dann leicht in die Richtung, in die das Band korrigiert werden soll. Dies ist eine Feinjustierung und sollte nur bei Bedarf erfolgen.

    Fehler: Tragrollen als primäres Mittel zur Spureinstellung nutzen. Dies ist nur eine sekundäre Korrektur und kann zu ungleichmäßigem Verschleiß führen, wenn nicht korrekt durchgeführt.

  6. Dokumentation:

    Nach erfolgreicher Einstellung die Positionen der Spannschrauben markieren und das Ergebnis protokollieren. Anzugsdrehmomente der Kontermuttern (falls vorhanden) nach Herstellervorgabe, typisch 80-120 Nm für M16 oder 150-200 Nm für M20.

5.2. Inspektion von Bandspleißen

  1. Vorbereitung:

    GEFAHR: Förderer gemäß LOTO-Verfahren sichern.

    Das Band muss stillstehen und der Bereich um den Spleiß gut zugänglich sein. Bei mechanischen Spleißen kann das Band ggf. leicht gelöst werden, um Zugang zur Unterseite zu erhalten.

  2. Visuelle Inspektion (vulkanisierter Spleiß):

    Untersuchen Sie den Spleiß auf Anzeichen von Delamination (Trennung der Bandlagen), Rissen an den Kanten, Abrieb oder Materialaustritt. Achten Sie auf Verfärbungen oder ungewöhnliche Glanzstellen, die auf Überhitzung oder übermäßigen Stress hindeuten könnten. Führen Sie eine haptische Prüfung durch, indem Sie vorsichtig über den Spleiß streichen, um Unebenheiten oder lose Stellen zu erfühlen.

    Fehler: Den Spleiß nur oberflächlich betrachten. Auch die Bandkanten und die Übergangsbereiche zum intakten Band müssen sorgfältig geprüft werden.

  3. Visuelle Inspektion (mechanischer Spleiß):

    Prüfen Sie alle Spleißklammern auf festen Sitz, Verformung, Korrosion und fehlende Elemente. Die Bolzen oder Stifte müssen korrekt sitzen und dürfen nicht verbogen sein. Die Bandenden im Bereich der Klammern dürfen keine Anzeichen von Ausfransungen oder Materialermüdung zeigen.

    Fehler: Nur die offensichtlichen Klammern prüfen. Auch die innenliegenden oder verdeckten Klammern sind kritisch und müssen inspiziert werden.

  4. Dickenmessung (optional):

    Messen Sie die Dicke des Bandes im Spleißbereich und vergleichen Sie diese mit der Dicke des intakten Bandes und den Herstellervorgaben. Eine deutliche Verdickung oder Verdünnung kann auf Probleme hindeuten. Ein digitaler Messschieber ist hierfür präzise.

  5. Bewertung und Dokumentation:

    Halten Sie den Zustand jedes Spleißes fest (z.B. "Spleiß A: intakt", "Spleiß B: beginnende Delamination, Überwachung erforderlich", "Spleiß C: Bolzen fehlen, Reparatur notwendig"). Fotografien von Beschädigungen sind empfehlenswert. Bei kritischen Mängeln ist eine sofortige Reparatur oder ein Austausch des Bandes gemäß den Herstellervorgaben (z.B. nach DIN 22101) erforderlich.

5.3. Bandspannungsmessung

  1. Vorbereitung:

    GEFAHR: Förderer gemäß LOTO-Verfahren sichern.

    Das Band muss vollständig zum Stillstand gekommen sein. Sorgen Sie für Zugang zum Spannsystem des Förderers. Bei Gewichtspannsystemen muss das Gewicht frei hängen und die Bewegung des Spannschlittens muss möglich sein. Bei Schraubenspannsystemen sind die Einstellschrauben zugänglich zu machen.

  2. Messung der Durchbiegung (mechanisches System):

    Messen Sie bei Förderern mit mechanischen Spannsystemen die Durchbiegung des Ober- oder Untergurtes zwischen zwei Tragrollen. Typische Sollwerte liegen bei 1.0% – 1.5% der Rollenabstände für den Obergurt. Bei einem Rollenabstand von 1.500 mm wäre dies eine Durchbiegung von 15-22.5 mm. Bei zu geringer Spannung neigt das Band zu Schlupf an der Antriebstrommel, bei zu hoher Spannung erhöht sich der Verschleiß von Band und Lagern.

  3. Messung mit Ultraschallgerät (bei geschlossenen Systemen):

    Bei modernen Bandförderern oder in Bereichen, wo die direkte Durchbiegungsmessung schwierig ist, kann ein Ultraschall-Bandspannungsmessgerät verwendet werden. Geben Sie die erforderlichen Parameter (Bandlänge, Gewicht, Querschnitt) in das Gerät ein und messen Sie die Schwingfrequenz des Bandes. Das Gerät berechnet daraus die dynamische Spannung in N/mm² oder bar. Befolgen Sie dabei die spezifischen Anweisungen des Geräteherstellers.

    Fehler: Die Bandspannung bei beladenem Band messen. Die Spannung muss im Leerlauf gemessen werden, um korrekte Referenzwerte zu erhalten.

  4. Korrektur der Bandspannung:

    Wenn die gemessene Spannung außerhalb des zulässigen Bereichs (Herstellervorgaben, typisch 10-15 N/mm Bandbreite bei Textilbändern) liegt, muss sie angepasst werden. Bei Schraubenspannsystemen die Einstellschrauben (oft M20-M30) symmetrisch und in kleinen Schritten (halbe Umdrehung pro Seite) anziehen oder lösen, bis die Sollspannung erreicht ist. Bei Gewichtspannsystemen kann das Gewicht angepasst werden.

    ACHTUNG: Unsymmetrisches Spannen führt zu Bandschiefzug. Nach jeder Spannungsanpassung ist die Bandzentrierung erneut zu prüfen (siehe 5.1).

  5. Dokumentation:

    Die gemessene und eingestellte Bandspannung sowie die Datum der Messung und die verwendeten Geräte sind zu dokumentieren. Überprüfen Sie auch das Anzugsdrehmoment der Kontermuttern an den Spannschrauben, typisch 150-200 Nm für M20.

5.4. Rollenwechsel (Trag- und Stützrollen)

  1. Vorbereitung:

    GEFAHR: Förderer gemäß LOTO-Verfahren sichern.

    Identifizieren Sie die zu wechselnden Rollen. Bei Tragrollen am Obergurt muss der Förderer eventuell entleert werden, um das Band anzuheben. Bei Stützrollen am Untergurt ist dies in der Regel nicht erforderlich. Halten Sie die passenden Ersatzrollen bereit.

  2. Entfernen der alten Rolle:

    Lösen Sie die Befestigungselemente der Rollenhalterung (Bolzen, Schrauben, oft SW 17 oder SW 19). Bei korrodierten oder festsitzenden Befestigungen kann ein Rostlöser oder ein Schonhammer hilfreich sein. Entfernen Sie die alte Rolle vorsichtig aus der Halterung. Achten Sie auf die Sauberkeit der Rollenhalterung.

    Fehler: Die Rolle mit Gewalt entfernen. Dies kann die Rollenhalterung oder den Fördererrahmen beschädigen.

  3. Inspektion der Halterung und Schmierung:

    Reinigen Sie die Rollenhalterungen gründlich von Schmutz und Ablagerungen. Prüfen Sie die Halterung auf Verformungen oder Beschädigungen. Fetten Sie die Lagerstellen der neuen Rolle (falls nicht wartungsfrei) oder die Achsaufnahmen der Halterung mit geeignetem Schmierfett (z.B. Lithiumverseift, NLGI 2) mittels Fettpresse.

    Empfohlene Füllmenge: Ca. 5-10 ml pro Lagerstelle, bis leichter Austritt sichtbar wird.

  4. Einbau der neuen Rolle:

    Setzen Sie die neue Rolle in die gereinigte Halterung ein. Achten Sie darauf, dass die Rolle korrekt sitzt und frei drehbar ist. Das Spiel zwischen Rollenachse und Halterung sollte minimal sein (typisch 0.2-0.5 mm).

  5. Befestigung und Anzugsdrehmoment:

    Befestigen Sie die Rolle mit den entsprechenden Bolzen oder Schrauben. Ziehen Sie die Befestigungselemente mit dem Drehmomentschlüssel gemäß Herstellervorgabe an. Typische Drehmomente:

    • M10 Schrauben: 40-50 Nm
    • M12 Schrauben: 70-80 Nm
    • M16 Schrauben: 150-180 Nm

    Überprüfen Sie nach dem Anziehen, ob die Rolle immer noch frei drehbar ist.

  6. Funktionstest:

    Nach dem Austausch aller Rollen: LOTO lösen und einen kurzen Testlauf im Tipp-Betrieb durchführen. Beobachten Sie, ob die neuen Rollen sich frei drehen und keine ungewöhnlichen Geräusche verursachen. Überprüfen Sie den Bandlauf (siehe 5.1).

6. Nach-Wartungs-Verifikations-Checkliste

Prüfung Erwartetes Ergebnis Tatsächliches Ergebnis Bestanden/Nicht bestanden
Bandlauf Band läuft mittig über alle Trag- und Stützrollen, keine Berührung der Seitenführungen. Max. +/- 5 mm Abweichung.
Spleißzustand Alle inspizierten Spleiße zeigen keine Auffälligkeiten oder wurden fachgerecht repariert.
Bandspannung Die gemessene Bandspannung liegt innerhalb der Herstellervorgaben (z.B. 10-15 N/mm Bandbreite).
Rollenfreigängigkeit Alle ausgetauschten Rollen drehen leichtgängig und geräuschlos. Keine Blockaden oder Schwergängigkeit.
Befestigungselemente Alle gelösten Befestigungselemente sind mit dem korrekten Drehmoment angezogen und gesichert.
Geräuschentwicklung Keine ungewöhnlichen Geräusche (Quietschen, Mahlen, Klappern) während des Leerlaufbetriebs.
Temperatur Alle Lager (Rollen, Trommeln) zeigen normale Betriebstemperaturen (max. ΔT 20K über Umgebungstemperatur, typisch < 70°C) nach 15 min Betrieb. (Messung mit Infrarotthermometer).
Sicherheitsausrüstung Alle Abdeckungen und Schutzeinrichtungen sind wieder korrekt montiert und gesichert.
Arbeitsbereich Arbeitsbereich sauber, Werkzeuge verräumt, Materialabfälle entsorgt.

7. Fehlerbehebung

Symptom Wahrscheinliche Ursache Korrekturmaßnahme
Band läuft schief
  • Fehljustierte Umlenk-/Spannrolle
  • Ungleichmäßige Bandspannung
  • Bandkantenbeschädigung
  • Verunreinigte/blockierte Tragrolle
  • Fehlerhafte Ausrichtung des Förderergestells
  • Spureinstellung gemäß 5.1 durchführen
  • Bandspannung prüfen und einstellen (5.3)
  • Band auf Schäden prüfen, ggf. reparieren/ersetzen
  • Rolle reinigen/ersetzen (5.4)
  • Förderergestell auf Ebenheit und Ausrichtung prüfen (Laserausrichtung).
Band rutscht / Schlupf
  • Zu geringe Bandspannung
  • Verschlissener Trommelbelag
  • Verschmutzung zwischen Band und Trommel
  • Überlastung des Förderers
  • Bandspannung prüfen und erhöhen (5.3)
  • Trommelbelag prüfen, ggf. erneuern
  • Trommel und Band reinigen
  • Fördergutmenge reduzieren / Antriebsleistung prüfen
Erhöhter Bandverschleiß
  • Falscher Bandlauf (reibt an Seitenführung)
  • Blockierte/schwergängige Trag-/Stützrollen
  • Defekte Abstreifer
  • Scharfkantiges Fördergut
  • Bandlauf einstellen (5.1)
  • Defekte Rollen identifizieren und ersetzen (5.4)
  • Abstreifer prüfen, einstellen oder Leisten wechseln
  • Bandmaterialwahl prüfen / ggf. Fallhöhe des Förderguts optimieren
Ungewöhnliche Geräusche (Quietschen, Mahlen)
  • Defekte Rollenlager
  • Trockene/fehlende Schmierung
  • Band reibt an Komponenten
  • Fremdkörper im System
  • Defekte Rollen lokalisieren und ersetzen (5.4)
  • Lager schmieren (falls wartbar)
  • Bandlauf prüfen, ggf. einstellen (5.1)
  • Fremdkörper entfernen
Spleiß beschädigt
  • Überlastung/Spannungsspitzen
  • Materialermüdung
  • Schlechte Reparaturqualität
  • Kontakt mit scharfen Kanten
  • Spleiß reparieren oder Bandabschnitt ersetzen
  • Betriebsbedingungen prüfen, Bandspannung optimieren
  • Regelmäßige Inspektion intensivieren (5.2)

8. Empfohlener Wartungsplan

Aufgabe Frequenz Geschätzte Dauer Qualifikationsstufe
Visuelle Bandinspektion Täglich / Vor Schichtbeginn 5-10 Minuten Anlagenbediener / Techniker
Spureinstellung Band Monatlich / Bei Bedarf 30-60 Minuten Instandhaltungstechniker
Inspektion Bandspleiße Quartalsweise 30-90 Minuten Instandhaltungstechniker
Bandspannungsmessung/-anpassung Halbjährlich 45-90 Minuten Instandhaltungstechniker
Rolleninspektion (Freigängigkeit, Geräusche) Monatlich 15-30 Minuten Anlagenbediener / Techniker
Rollenwechsel (planmäßig/nach Bedarf) Jährlich / Bei Bedarf 15-30 Minuten pro Rolle Instandhaltungstechniker
Lager an Trommeln schmieren Halbjährlich 30-60 Minuten Instandhaltungstechniker
Bandabstreifer-Kontrolle/Einstellung Wöchentlich / Bei Bedarf 15-30 Minuten Anlagenbediener / Techniker
Reinigung des Fördererbereichs Wöchentlich / Bei Bedarf Nach Verschmutzungsgrad Anlagenbediener

9. Ersatzteilreferenz

Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist kritisch für die Minimierung von Stillstandszeiten. UNITEC-D bietet ein umfangreiches Sortiment an hochwertigen Komponenten für Bandförderer. Besuchen Sie unseren E-Katalog für detaillierte Spezifikationen und Bestellmöglichkeiten.

Teilbeschreibung Typische Spezifikation UNITEC Kategorie
Tragrolle Stahl, Ø 89mm, Länge 800mm, Achse Ø 20mm, Lager 6204 2RS Fördertechnik / Rollen / Tragrollen
Stützrolle Stahl, Ø 108mm, Länge 800mm, Achse Ø 25mm, Lager 6305 2RS Fördertechnik / Rollen / Stützrollen
Bandspleiß-Klammern Für Bandstärke 8-12mm, Material Edelstahl V2A Fördertechnik / Bandverbindung / Mechanische Spleiße
Bandspleiß-Bolzen Passend zu Klammern, Material Edelstahl V2A Fördertechnik / Bandverbindung / Mechanische Spleiße
Abstreiferleisten Polyurethan (PU), Härte 90 Shore A, Länge 250mm, Breite 50mm Fördertechnik / Bandreinigung / Abstreifer
Lagereinheiten (für Trommeln) Pendelrollenlager 22217 K + SNL Gehäuse Antriebstechnik / Lager / Pendelrollenlager
Spannschrauben-Set M20 x 200mm, Feingewinde, Festigkeitsklasse 8.8, inkl. Muttern und Scheiben Fördertechnik / Spannelemente
Gleitlager (für kleinere Rollen) PA6, Ø 20x25x30mm Fördertechnik / Rollen / Zubehör

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10. Referenzen

  • DIN EN 620: Stetigförderer und Systeme – Sicherheits- und Hygieneanforderungen für Stetigförderer
  • VDI 2351: Gurtförderer für Schüttgüter – Berechnung und Konstruktion
  • DIN EN ISO 6789: Messgeräte zum Anziehen von Schrauben – Drehmomentschlüssel und Drehmomentschraubendreher
  • DIN EN 1037: Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf
  • DIN EN ISO 20345: Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe
  • Herstellerdokumentation der jeweiligen Förderanlage (OEM Manual)

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