1. Geltungsbereich und Zweck
Dieser Wartungsleitfaden bietet ein detailliertes, umsetzbares Protokoll für die vorbeugende Wartung mehrachsiger Industrieroboter und befasst sich insbesondere mit den kritischen Bereichen der Messung des Gelenkspiels, der umfassenden Inspektion von Kabelbäumen und dem systematischen Austausch von Getriebefett. Die Einhaltung dieser Verfahren ist zwingend erforderlich, um die Präzision des Roboters aufrechtzuerhalten, die Betriebssicherheit zu gewährleisten und die Lebensdauer von Roboteranlagen in hochproduktiven Fertigungs- und Automatisierungsumgebungen zu verlängern.
Durch die regelmäßige Ausführung dieser Aufgaben wird das Risiko unerwarteter Ausfälle verringert, ungeplante Ausfallzeiten minimiert und die Leistungsfähigkeit des Roboters optimiert. Dieser Leitfaden gilt für gängige Industrierobotertypen, einschließlich Gelenk-, SCARA- und Deltaroboter verschiedener Hersteller (z. B. KUKA, FANUC, ABB, Yaskawa, Universal Robots) und dient als Grundlage für OEM-spezifische Wartungsprotokolle. Führen Sie diese Wartung während der geplanten Ausfallzeit durch, typischerweise vierteljährlich oder alle 2.000 Betriebsstunden, je nach Arbeitszyklus des Roboters und Empfehlungen des Herstellers.
2. Sicherheitsvorkehrungen
GEFAHR: Gefährliche Energie vorhanden. Die Nichtbeachtung der Lockout/Tagout-Verfahren (LOTO) kann zu schweren oder tödlichen Verletzungen führen.
PFLICHTIG: Stellen Sie vor Beginn der Wartungsarbeiten sicher, dass der Roboter ausgeschaltet, von der Energiequelle getrennt und gemäß den Standards ANSI/ASSE Z244.1 und OSHA 29 CFR 1910.147 ordnungsgemäß gesperrt und gekennzeichnet ist. Überprüfen Sie den Nullenergiezustand mithilfe geeigneter Prüfgeräte.
WARNUNG: Roboterbewegungen können plötzlich und unerwartet erfolgen. Achten Sie jederzeit auf den Einsatzbereich des Roboters. Platzieren Sie niemals Körperteile oder Werkzeuge im Arbeitsbereich, ohne einen sicheren, stromlosen Zustand sicherzustellen.
WARNUNG: Stromschlaggefahr. Öffnen Sie keine Schaltschränke und manipulieren Sie keine elektrischen Komponenten, es sei denn, Sie sind dafür qualifiziert und autorisiert. Verwenden Sie bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen immer ordnungsgemäß isolierte Werkzeuge.
ACHTUNG: Es können heiße Oberflächen vorhanden sein. Lassen Sie Roboterkomponenten, insbesondere Motoren und Getriebe, vor der Handhabung ausreichend abkühlen, um Verbrennungen zu vermeiden.
PFLICHT: Tragen Sie geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Schutzbrille (ANSI Z87.1), schnittfeste Handschuhe (EN 388), Sicherheitsstiefel mit Stahlkappen (ASTM F2413) und Gehörschutz (EN 352-1), wie in der standortspezifischen Risikobewertung erforderlich.
ACHTUNG: Chemische Gefahr. Beachten Sie beim Umgang mit Industriefetten und Reinigungslösungsmitteln das Sicherheitsdatenblatt (SDB), um Informationen zur ordnungsgemäßen Handhabung, Lagerung und Entsorgung zu erhalten. Verwenden Sie chemikalienbeständige Handschuhe (ASTM F739) und sorgen Sie für ausreichende Belüftung.
3. Erforderliche Werkzeuge und Materialien
Stellen Sie sicher, dass alle Werkzeuge kalibriert und in gutem Betriebszustand sind, bevor Sie mit der Wartung beginnen.
| Werkzeugname/Material | Spezifikation | Menge |
|---|---|---|
| Lockout/Tagout (LOTO)-Kit | Vorhängeschlösser, Anhänger, Energieisolationsgeräte (Leistungsschalter, Ventile) | Je nach Bedarf pro Maschine |
| Multimeter (True RMS) | CAT III 1000 V, mit Durchgangs- und Widerstandsfunktionen | 1 |
| Drehmomentschlüssel (kleiner Bereich) | 5–50 Nm (3,7–36,9 ft-lb), kalibriert nach ISO 6789 | 1 |
| Drehmomentschlüssel (mittlerer Bereich) | 20–200 Nm (14,8–147,5 ft-lb), kalibriert nach ISO 6789 | 1 |
| Sechskantschlüsselsatz (metrisch) | 2 mm – 12 mm, hochfester Stahl (z. B. Cr-V) | 1 Satz |
| Steckschlüsselsatz (metrisch) | 8 mm – 24 mm, 3/8 Zoll oder 1/2 Zoll Antrieb | 1 Satz |
| Maul-/Ringschlüsselsatz (metrisch) | 8mm - 24mm | 1 Satz |
| Messuhr mit Magnetfuß | Bereich: 0–10 mm, Auflösung: 0,01 mm (0,0004 Zoll) | 1 |
| Präzisions-Fühlerlehren-Set | Bereich: 0,02 mm – 1,00 mm (0,0008 Zoll – 0,040 Zoll) | 1 Satz |
| Kabelbinderschneider | Bündiger Schnitt, scharf | 1 |
| Neue Kabelbinder | UV-beständig, geeignete Größe (z. B. 4,8 mm x 300 mm) | Nach Bedarf |
| Industrielle Fettpresse | Manuell oder pneumatisch, mit entsprechenden Armaturen | 1 |
| Hochleistungs-Roboterfett | Synthetisch, Extremdruck (EP), z. B. Mobil SHC 220, Klüberfluid B-FD 1 oder OEM-spezifisch. | Wie vom OEM angegeben (z. B. 500-g-Kanister) |
| Fusselfreie Tücher/Tücher | Industriequalität, nicht scheuernd | Nach Bedarf |
| Reinigungslösungsmittel | Nicht brennbar, rückstandsfrei, z. B. Elektrokontaktreiniger oder Isopropylalkohol | 1 Spraydose |
| Abfallbehälter | Für verunreinigte Materialien und Altfette gemäß den örtlichen Entsorgungsvorschriften | 1 |
| Digitalkamera/Smartphone | Zur Dokumentation von Befunden | 1 |
| Logbuch/Tablet | Zur Datenaufzeichnung | 1 |
4. Checkliste für die Inspektion vor der Wartung
Führen Sie diese Prüfungen durch, bevor Sie mit invasiven Wartungsarbeiten beginnen, um offensichtliche Probleme zu erkennen und den Roboter für den Betrieb vorzubereiten.
| Artikel | Überprüfen | Kriterien für Annahme/Ablehnung | Notizen |
|---|---|---|---|
| Robotersteuerung | Überprüfen Sie Alarmprotokolle auf aktive oder historische Fehler. | Es liegen keine kritischen oder wiederkehrenden Fehler vor. Erkennen und beheben Sie historische unkritische Fehler. | Dokumentieren Sie eventuelle Fehler unter Angabe von Zeitstempel und Beschreibung. |
| Äußeres des Roboters | Überprüfen Sie Roboterarme und -basis auf sichtbare Schäden, Dellen oder Korrosion. | Keine Risse, starke Korrosion oder strukturelle Verformungen. Kleinere Lackkratzer akzeptabel. | Achten Sie auf stark beanspruchte Bereiche und Gelenkschnittstellen. |
| Not-Aus-Tasten | Testen Sie die Funktionalität aller Not-Aus-Taster (Controller, Teach-Pendant, Perimeter). | Die Bewegung des Roboters stoppt sofort nach der Aktivierung. Das System erfordert einen manuellen Reset. | Überprüfen Sie gemäß den Standards ISO 13850 und ANSI B11.0. |
| Sicherheitsschutz | Überprüfen Sie physische Barrieren, Lichtvorhänge und Sicherheitsmatten. | Die Schutzvorrichtungen sind intakt, sicher und frei von Umgehungsmöglichkeiten. Lichtvorhänge/-matten funktionieren einwandfrei. | Überprüfen Sie die ordnungsgemäße Montage und Anzeichen von Manipulation. |
| Flüssigkeitslecks | Überprüfen Sie alle Verbindungen, Schläuche und Dichtungen auf Öl- oder Fettlecks. | Kein sichtbares Nässen, Tropfen oder Ansammeln von Flüssigkeiten. | Verfolgen Sie den Ursprung jeglicher Flüssigkeit. Kleine, trockene Rückstände können auf eine frühere Tränenbildung hinweisen. |
| Werkzeug/Endeffektor | Überprüfen Sie die Unversehrtheit der Montage, den Verschleiß und die ordnungsgemäße Funktion des Endeffektors. | Das Werkzeug ist sicher befestigt, kein übermäßiges Spiel, verschlissene Teile müssen ausgetauscht werden. | Überprüfen Sie die pneumatischen/elektrischen Verbindungen zum Endeffektor. |
| Umgebungsbedingungen | Bewerten Sie die Umgebungstemperatur, die Luftfeuchtigkeit und das Vorhandensein von Verunreinigungen (Staub, Schmutz). | Innerhalb des vom OEM angegebenen Betriebsbereichs. Keine übermäßige Partikelansammlung. | Dokumentieren Sie alle Abweichungen, die sich auf die Lebensdauer des Roboters auswirken könnten. |
5. Schritt-für-Schritt-Anleitung
5.1. Messung des Gelenkspiels
Gelenkspiel oder Totgang ist das Spiel zwischen ineinandergreifenden Zahnrädern oder Komponenten innerhalb eines Gelenks. Übermäßiges Spiel weist auf Verschleiß hin und verringert die Präzision des Roboters, was zu schlechter Bahngenauigkeit und potenzieller Instabilität führt. Dieses Verfahren konzentriert sich auf die Messung des Spiels an den Primärachsen (J1-J3), die typischerweise den höchsten Belastungen und dem höchsten Verschleiß ausgesetzt sind. Informationen zu spezifischen Verbindungsstellen und Testpunkten finden Sie in der OEM-Dokumentation.
- Roboter für die Messung vorbereiten:
OBLIGATORISCH: Stellen Sie sicher, dass sich der Roboter in einem sicheren, stromlosen LOTO-Zustand befindet. Positionieren Sie den Roboterarm manuell so, dass das zu messende Gelenk zugänglich ist und ohne Behinderung frei bewegt werden kann. Positionieren Sie den Arm bei horizontalen Gelenken nahezu horizontal, um den Einfluss der Schwerkraft während der Messung zu minimieren. Bei vertikalen Verbindungen so positionieren, dass eine Bewegung gegen die Schwerkraft zum Vorspannen möglich ist.
Häufiger Fehler: Versuch einer Messung ohne ordnungsgemäßes LOTO. Dies birgt Verletzungsgefahr und liefert aufgrund des möglichen Motorwiderstands ungenaue Daten.
- Messuhr montieren:
Befestigen Sie die magnetische Basis der Messuhr sicher an einem starren, nicht beweglichen Teil der Roboterbasis oder einer festen Struktur neben dem Gelenk. Positionieren Sie die Messspitze der Messuhr senkrecht zu einer sauberen, ebenen Fläche am beweglichen Teil des Gelenks (z. B. dem nächsten Glied oder Flansch) im größtmöglichen praktischen Radius vom Drehzentrum des Gelenks. Dies maximiert die Verschiebungsablesung für eine bessere Auflösung.
Häufiger Fehler: Die Montage des Indikators an einem flexiblen Teil oder zu nahe an der Gelenkmitte führt zu unterschätzten Spielwerten.
- Gelenk und Nullpunktanzeige vorspannen:
Üben Sie manuell eine gleichmäßige, leichte Kraft (z. B. 5–10 N / 1–2 lbf) auf die Roboterarmverbindung in einer Drehrichtung des Zielgelenks aus, um die Zahnräder vorzuspannen und eventuell vorhandenes Spiel in dieser Richtung zu beseitigen. Während Sie diese Vorspannung beibehalten, stellen Sie die Messuhr auf Null. Stellen Sie sicher, dass die ausgeübte Kraft gleichmäßig ist und keine Ablenkung der Roboterstruktur selbst verursacht.
Visuelle Anzeige: Die Nadel der Messuhr pendelt sich ohne Drift auf „0“ ein.
- Spiel messen:
Vorspannkraft abbauen. Wenden Sie dann die gleiche leichte, gleichmäßige Kraft in der entgegengesetzten Drehrichtung des Zielgelenks an. Beobachten und notieren Sie sorgfältig die auf der Messuhr angezeigte maximale Verschiebung, bevor sich das Gelenk zu bewegen beginnt. Dieser Messwert ist das lineare Spiel. Wandeln Sie diese lineare Verschiebung bei Bedarf in Winkelspiel (Grad oder Bogenminuten) um, indem Sie den Radius von der Gelenkmitte zum Kontaktpunkt des Indikators verwenden.
Beispiel: Wenn der Anzeiger 200 mm von der Gelenkmitte entfernt montiert ist und eine Verschiebung von 0,2 mm anzeigt, beträgt das Winkelspiel ungefähr (0,2 mm / (2 * pi * 200 mm)) * 360 Grad = 0,057 Grad oder 3,4 Bogenminuten.
Häufiger Fehler: Übermäßige Kraftanwendung während der Messung, die das tatsächliche Spiel verschleiern oder zu einer strukturellen Verformung führen kann, was zu falsch niedrigen Messwerten führt. Wiederholen Sie die Messung mehrmals, um die Konsistenz zu gewährleisten.
- Aufzeichnen und Auswerten:
Tragen Sie das gemessene Spiel für jedes Gelenk (J1, J2, J3 usw.) im Wartungsprotokoll auf. Vergleichen Sie diese Werte mit den Spezifikationen des Roboterherstellers, um ein akzeptables Spiel zu ermitteln. Das typische akzeptable Spiel für Hauptachsen beträgt 0,05°–0,2° (3–12 Bogenminuten). Werte, die die OEM-Grenzwerte überschreiten, deuten auf erheblichen Getriebeverschleiß hin, der weitere Untersuchungen, mögliche Anpassungen oder einen Getriebeaustausch erfordert.
Visueller Indikator: Konsistente Messwerte über mehrere Versuche hinweg.
5.2. Inspektion des Kabelbaums
Roboterkabelbäume sind ständiger Biegung, Verdrehung und Umweltbelastungen ausgesetzt. Schäden an diesen Kabelbäumen können zu Unterbrechungen des Betriebs, Kommunikationsfehlern und einem vollständigen Ausfall des Roboters führen. Eine gründliche Inspektion ist von entscheidender Bedeutung.
- Sichtprüfung auf äußere Schäden:
Inspizieren Sie mit dem Roboter-LOTO sorgfältig die gesamte Länge aller Kabelbäume (Strom, Kommunikation, E/A) von der Roboterbasis über jedes Gelenk bis zum Endeffektor. Achten Sie besonders auf Bereiche, in denen sich Kabel am stärksten biegen, durch Kabelführungen verlaufen oder scharfen Kanten ausgesetzt sind.
- Achten Sie auf Anzeichen von Scheuern, Schnitten, Abschürfungen, Quetschungen oder Knicken in der Außenjacke.
- Überprüfen Sie, ob die Kabel gedehnt oder verfärbt sind, was auf Überhitzung oder chemische Einwirkung hindeutet.
- Überprüfen Sie die ordnungsgemäße Verlegung und Befestigung der Kabel.
Visuelle Anzeige: Kabelmäntel sind glatt, intakt und behalten ihre ursprüngliche Farbe. Kabelbinder sind fest, aber nicht zu fest angezogen.
Häufiger Fehler: Die Unterseite oder schwer zugängliche Bereiche des Gurtzeugs werden übersehen, wo Schäden oft entstehen. Benutzen Sie bei Bedarf eine Taschenlampe und einen Spiegel.
- Anschlüsse und Zugentlastung prüfen:
Untersuchen Sie alle elektrischen Anschlüsse an der Robotersteuerung, den Motoren, Sensoren und dem Endeffektor. Stellen Sie sicher, dass sie vollständig sitzen, verriegelt und frei von Korrosion, verbogenen Stiften oder Anzeichen von Überhitzung sind. Überprüfen Sie alle Zugentlastungsmechanismen (z. B. Kabelverschraubungen, Klemmen, flexible Leitungen) auf Unversehrtheit und ordnungsgemäße Funktion. Eine beschädigte Zugentlastung überträgt die Belastung direkt auf die Kabelleiter.
Visuelle Anzeige: Anschlüsse sind sauber, fest und unbeschädigt. Bauteile der Zugentlastung sind intakt und fest befestigt.
Häufiger Fehler: Der interne Zustand der Anschlüsse wird nicht durch leichtes Wackeln auf lockere Verbindungen überprüft; Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das äußere Erscheinungsbild.
- Durchgangs- und Isolationswiderstandstest (optional, aber empfohlen):
Verwenden Sie bei verdächtigen Kabeln oder im Rahmen einer detaillierten Diagnose ein Multimeter, um den Durchgang und den Isolationswiderstand zu testen.
- Durchgang: Trennen Sie beide Enden des verdächtigen Kabels. Stellen Sie das Multimeter auf Durchgangsmodus ein. Testen Sie jeden Leiter von Ende zu Ende auf Durchgang. Der Widerstand sollte nahe 0 Ohm liegen.
- Isolationswiderstand: Verwenden Sie für kritische Strom- und Kommunikationsleitungen ein Megaohmmeter (Isolationswiderstandstester). Testen Sie zwischen jedem Leiter und Erde sowie zwischen benachbarten Leitern. Informationen zum zulässigen Mindestisolationswiderstand finden Sie in den OEM-Spezifikationen (normalerweise >1 Gigaohm für neue Kabel, >1 Megaohm für Betriebskabel).
Häufiger Fehler: Durchgangsprüfung an stromführenden Stromkreisen. Vor jeder elektrischen Prüfung stets den Strom abschalten und loslassen.
- Beschädigte Kabelbinder ersetzen und neu verlegen:
Abgenutzte, kaputte oder zu fest sitzende Kabelbinder durchschneiden und ersetzen. Stellen Sie sicher, dass neue Kabelbinder angebracht werden, um eine ordnungsgemäße Bewegung des Kabels zu ermöglichen und nicht zu fest anzuziehen, da dies die Kabelummantelung zusammendrücken und die Flexibilität verringern kann. Verlegen Sie alle Kabel neu, die Anzeichen einer falschen Positionierung oder einer möglichen zukünftigen Beeinträchtigung aufweisen.
Maßnahme: Verwenden Sie geeignete Kabelbindergrößen, die der ursprünglichen Installation entsprechen.
- Dokumentieren Sie die Feststellungen:
Fotografieren Sie alle festgestellten Schäden und notieren Sie deren Lage und Schwere im Wartungsprotokoll. Beachten Sie alle Kabel oder Anschlüsse, die einen sofortigen Austausch oder eine weitere Überwachung erfordern.
5.3. Austausch des Getriebefetts
Fett schmiert die Innenzahnräder, Lager und Dichtungen der Untersetzungseinheiten des Roboters. Im Laufe der Zeit zersetzt sich Fett aufgrund von Scherbeanspruchung, Temperaturschwankungen und Verunreinigungen und verliert seine Schmiereigenschaften. Ein regelmäßiger Austausch ist unerlässlich, um vorzeitigem Verschleiß und einem katastrophalen Getriebeausfall vorzubeugen. Genaue Fettarten, -mengen und -intervalle für jedes spezifische Robotermodell und Gelenk finden Sie in den OEM-Handbüchern.
- Identifizieren Sie Fetteinfüll- und -ablasspunkte:
Suchen Sie die Fetteinfüll- und -ablassstopfen an den Getrieben des Roboters. Dabei handelt es sich in der Regel um Sechskantschrauben oder Spezialbeschläge. Einige Getriebe sind möglicherweise lebenslang versiegelt, während für andere (insbesondere größere Achsen) spezielle Austauschprotokolle gelten. Weitere Informationen finden Sie im technischen Handbuch des Roboters (z. B. FANUC CR-7iA R-30iB Mate Plus Controller, KUKA KR C4 Controller).
Häufiger Fehler: Angenommen, alle Verbindungen verwenden das gleiche Fett oder verfügen über zugängliche Ablass-/Einfüllstellen. Überprüfen Sie anhand der OEM-Dokumentation.
- Vorbereiten für die Fettabsaugung:
Stellen Sie einen geeigneten Abfallbehälter direkt unter die Ablassschraube, um verbrauchtes Fett aufzufangen. Stellen Sie sicher, dass der Behälter groß genug ist, um das erwartete Volumen aufzunehmen (z. B. 50–500 ml / 1,7–17 fl oz pro Gelenk, abhängig von der Robotergröße). Bei einigen Gelenken kann zur Extraktion eine Spritze oder Pumpe erforderlich sein.
ACHTUNG: Altfett kann Metallpartikel und andere Verunreinigungen enthalten. Behandeln und entsorgen Sie es gemäß den örtlichen Umweltvorschriften.
- Altes Fett ablassen:
Entfernen Sie die Ablassschraube. Lassen Sie ausreichend Zeit, damit das alte Fett vollständig ablaufen kann. Bewegen Sie das Robotergelenk langsam manuell (wenn dies nach der LOTO-Überprüfung möglich und sicher ist, möglicherweise mithilfe einer manuellen Bremsfreigabe oder eines bestimmten OEM-Verfahrens), um das Entfernen von Fettrückständen zu unterstützen. Beobachten Sie den Zustand des abgelassenen Fetts: Dunkle Farbe, körnige Textur oder übermäßige Metallflocken weisen auf beschleunigten Verschleiß hin und erfordern eine weitere Inspektion der Getriebeinnenteile.
Maßnahme: Bei stark verschmutztem Fett kann der OEM eine Spülung mit neuem Fett empfehlen.
Visuelle Anzeige: Der Fluss von altem Fett stoppt oder verringert sich erheblich.
- Ablass- und Einfüllöffnungen reinigen:
Entfernen Sie Fettrückstände von den Gewinden der Ablassschraube und den Dichtflächen mit einem fusselfreien Tuch und einem Reinigungslösungsmittel. Überprüfen Sie den O-Ring oder die Dichtung an der Ablassschraube auf Beschädigungen. Ersetzen Sie es bei Bedarf, um künftige Undichtigkeiten zu verhindern. Bringen Sie die Ablassschraube wieder an und ziehen Sie sie mit dem vom Erstausrüster vorgeschriebenen Drehmoment fest.
Beispiel Drehmoment (Ablassschraube M8): 25 Nm (18,4 ft-lb) für Aluminiumgehäuse, 35 Nm (25,8 ft-lb) für Stahl. Konsultieren Sie immer das OEM-Handbuch.
Häufiger Fehler: Zu festes Anziehen der Ablassschraube, wodurch das Gewinde beschädigt oder das Getriebegehäuse brechen kann. Zu geringes Anziehen führt zu Undichtigkeiten.
- Neues Fett hinzufügen:
Entfernen Sie den Fetteinfüllstopfen. Spritzen Sie mit einer sauberen industriellen Fettpresse oder Spritze die vom OEM angegebene Art und Menge neuen Roboterfetts in die Einfüllöffnung. Es ist wichtig, genau den vom Hersteller angegebenen Fetttyp zu verwenden, um Kompatibilität und korrekte Schmiereigenschaften sicherzustellen. Das Mischen inkompatibler Fette kann zum Ausfall des Lagers oder zur Verschlechterung der Dichtung führen.
Beispiel für den Fetttyp: FANUC spezifiziert normalerweise Klüberfood NH1 11-220, Mobil SHC 220 oder ein gleichwertiges Produkt.
Beispielmenge (pro Gelenk): J1: 300–400 g, J2: 250–350 g, J3: 150–250 g. Kleinere Gelenke (J4–J6) erfordern typischerweise weniger, z. B. 50–100 g. Genaue Mengenangaben finden Sie immer im OEM-Handbuch. Eine Überfüllung kann zum Platzen der Dichtungen führen.
Visuelle Anzeige: Fett beginnt aus einer Entlüftungsöffnung (falls vorhanden) auszutreten oder erreicht den angegebenen Füllstand. Stoppen Sie das Befüllen sofort, wenn es voll ist, um einen Überdruck zu vermeiden.
- Einfüllstopfen wieder einbauen und festziehen:
Reinigen Sie den Einfüllstopfen und die Dichtflächen. Überprüfen Sie den O-Ring/die Dichtung und ersetzen Sie sie bei Bedarf. Setzen Sie den Einfüllstopfen wieder ein und ziehen Sie ihn mit dem vom Erstausrüster angegebenen Drehmomentwert fest.
Beispiel Drehmoment (M8-Einfüllschraube): 25 Nm (18,4 ft-lb).
- Fettaustausch dokumentieren:
Notieren Sie das Datum, die Seriennummer des Roboters, die gewarteten Gelenke, die Art des verwendeten Fetts und die aufgetragene Menge im Wartungsprotokoll. Diese Daten sind für die Nachverfolgung des Wartungsverlaufs und der Einhaltung von Vorschriften von entscheidender Bedeutung.
6. Checkliste für die Überprüfung nach der Wartung
Überprüfen Sie nach Abschluss der Wartungsarbeiten die ordnungsgemäße Funktion und Sicherheit des Roboters, bevor Sie die Produktion wieder aufnehmen.
| Test | Erwartetes Ergebnis | Tatsächlich | Bestanden/Nicht bestanden |
|---|---|---|---|
| Wiederbefestigung der Werkzeuge | Endeffektor ist sicher montiert; Alle Verbindungen (elektrisch, pneumatisch) sind fest. | ||
| Zurücksetzen des Sicherheitssystems | Alle LOTO-Geräte entfernt. Sicherheitsverriegelungen (Tore, Lichtvorhänge) sind aktiv und fehlerfrei. | ||
| Einschalten des Controllers | Robotersteuerung startet ohne Alarme. Das Teach-Pendant zeigt den normalen Betriebsbildschirm an. | ||
| Manuelle Gelenkbewegung | Jedes Robotergelenk bewegt sich im manuellen Modus reibungslos über den gesamten Bewegungsbereich, ohne ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen. | ||
| Erneute Prüfung des Spiels (vor Ort) | Wählen Sie eine kritische Verbindung (z. B. J2 oder J3) und messen Sie das Spiel erneut gemäß Abschnitt 5.1. Gemessener Wert innerhalb der OEM-Spezifikation. | ||
| Kabelbaum visuell | Bei der abschließenden Sichtprüfung wird bestätigt, dass alle Kabel ordnungsgemäß verlegt, gesichert und frei von neuen Störstellen sind. | ||
| Überprüfung auf Fettlecks | Überprüfen Sie nach den ersten Bewegungen die Ablass- und Einfüllstopfen des Getriebes auf Anzeichen neuer Fettlecks. | ||
| Teach-Pendant-Funktion | Überprüfen Sie, ob alle Funktionen des Programmiergeräts (Achsenbewegung, Jog, Geschwindigkeitssteuerung, E/A-Überwachung) ordnungsgemäß funktionieren. | ||
| Programmtestlauf (langsam) | Führen Sie ein einfaches Roboterprogramm mit reduzierter Geschwindigkeit (z. B. 5–10 %) aus, um die Pfadgenauigkeit und das Fehlen von Kollisionen zu überprüfen. | ||
| Programmtestlauf (volle Geschwindigkeit) | Führen Sie ein repräsentatives Produktionsprogramm mit voller Geschwindigkeit aus und achten Sie dabei auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder Bewegungen. |
7. Leitfaden zur Fehlerbehebung
Diese Tabelle enthält häufige Symptome, die nach der Wartung des Roboters oder während des Betriebs auftreten, sowie mögliche Ursachen und Korrekturmaßnahmen.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Korrekturmaßnahme |
|---|---|---|
| Ungenauigkeit der Roboterbahn / schlechte Wiederholbarkeit | Übermäßiges Gelenkspiel. | Spiel erneut messen. Wenn es nicht den Spezifikationen entspricht, untersuchen Sie den Getriebeverschleiß oder stellen Sie es ggf. ein (erfordert OEM-Verfahren). |
| Roboter generiert „Joint Torque Error“ oder „Axis Fault“ | Beschädigung des Kabelbaums (intermittierende Verbindung), Problem mit dem Motor-Encoder oder Blockierung des Getriebes. | Kabelbaum gründlich prüfen (Abschnitt 5.2). Überprüfen Sie die Motor- und Encoderanschlüsse. Überprüfen Sie den Fettstand. |
| Ungewöhnliche Geräusche/Vibrationen vom Gelenk | Verschlissene Zahnräder/Lager (aufgrund von unzureichendem/verschlechtertem Fett), Fremdkörper im Getriebe. | Überprüfen Sie die Fettqualität und -menge. Wenn das Geräusch weiterhin besteht, überprüfen Sie das Innere des Getriebes (erfordert den Eingriff eines Spezialisten). |
| Fett tritt am Getriebestopfen aus | Ablass-/Füllstopfen nicht vorschriftsmäßig festgezogen, O-Ring/Dichtung beschädigt. | Ziehen Sie die Stecker mit dem OEM-Drehmoment an. O-Ringe/Dichtungen prüfen und ersetzen. |
| Zeitweilige Kommunikationsfehler (Teach Pendant / I/O) | Beschädigtes Kommunikationskabel im Kabelbaum, loser Stecker. | Überprüfen Sie die Kommunikationskabel und Anschlüsse (Abschnitt 5.2). Führen Sie Durchgangsprüfungen durch. |
| Roboter „driftet“ von der eingelernten Position ab | Übermäßiges Spiel, Schlupf der Motorbremse oder Encoderfehler. | Spiel messen. Testen Sie die Haltekraft der Motorbremse (OEM-Verfahren). Encoder-Feedback prüfen. |
| Überstromfehler am Roboter | Kurzschluss im Motorkabel, Motorwicklungsschaden oder übermäßige mechanische Belastung. | Überprüfen Sie das Netzkabel auf Kurzschlüsse. Motorwiderstand prüfen. Reduzieren Sie die Last oder bewerten Sie die Anwendung neu. |
8. Empfohlener Wartungsplan
Dieser Zeitplan enthält allgemeine Richtlinien. Beachten Sie spezifische OEM-Empfehlungen basierend auf Robotermodell, Anwendung und Betriebsumgebung. Schwere Zyklen oder raue Umgebungen erfordern möglicherweise erhöhte Frequenzen.
| Aufgabe | Häufigkeit | Geschätzte Dauer | Fähigkeitsniveau |
|---|---|---|---|
| Checkliste für die Inspektion vor der Wartung | Vierteljährlich / alle 2.000 Stunden | 0,5 - 1 Stunde | Techniker |
| Messung des Gelenkspiels (J1-J3) | Jährlich / alle 8.000 Std | 2 - 4 Stunden | Techniker / Spezialist |
| Sichtprüfung des Kabelbaums | Halbjährlich / alle 4.000 Stunden | 1 - 2 Stunden | Techniker |
| Elektrische Prüfung des Kabelbaums (Stichprobe) | Jährlich / alle 8.000 Std | 2 - 3 Stunden | Techniker / Elektriker |
| Austausch des Getriebefetts (Hauptachsen) | Alle 2-3 Jahre / Alle 12.000 - 18.000 Stunden | 4 - 8 Stunden | Spezialist |
| Austausch des Getriebefetts (kleine Achsen) | Alle 3–5 Jahre / Alle 18.000–25.000 Stunden | 4 - 8 Stunden | Spezialist |
| Überprüfung nach der Wartung | Nach jeder Wartung, die die Bewegung beeinträchtigt | 1 - 2 Stunden | Techniker |
| Batteriewechsel (Controller) | Alle 3-5 Jahre | 0,5 Stunden | Techniker |
| Kalibrierung / Absolutwertgeber-Justage | Nach Bedarf / Alle 5 Jahre | 4 - 8 Stunden | Spezialist / OEM-Service |
9. Ersatzteilreferenz
Durch die Bevorratung kritischer Ersatzteile werden Ausfallzeiten reduziert. Genaue Spezifikationen finden Sie in der OEM-Teileliste Ihres Roboters. Besuchen Sie den UNITEC-D E-Katalog für eine große Auswahl an Industrieersatzteilen.
| Teilebeschreibung | Typische Spezifikation | UNITEC-Kategorie |
|---|---|---|
| Roboter-Fettkartusche | Synthetisch, NLGI 2, EP, OEM-Zulassung (z. B. Mobil SHC 220, Klüberfluid B-FD 1) | Schmierstoffe und Chemikalien |
| Kabelbaum (Hauptstrom) | Roboterspezifisch, z. B. 3xAWG10+2xAWG16, geschirmt, hochflexibel | Elektrik und Verkabelung |
| Kabelbaum (Signal/Encoder) | Roboterspezifisch, z. B. 2x(2xAWG22) geschirmt, Twisted-Pair, hochflexibel | Elektrik und Verkabelung |
| O-Ring-/Dichtungssatz | Viton oder NBR, verschiedene Größen für Getriebestopfen, roboterspezifisch | Dichtungen und Dichtungen |
| Kabelbinder (UV-beständig) | Nylon 6/6, 4,8 mm x 300 mm (0,19 Zoll x 11,8 Zoll) | Verbindungselemente und Klebstoffe |
| Endeffektor-Anschlusssatz | M12-, M8- oder mehrpolige Rundsteckverbinder, Schutzart IP67 | Elektrik und Verkabelung |
| Batterie der Robotersteuerung | Lithium, OEM-spezifizierte Spannung und Kapazität (z. B. 3,6 V, 2600 mAh) | Batterien und Netzteile |
| Achsenbremsbaugruppe | Roboterspezifisch, für kritische Achsen (J1-J3) | Motoren und Bremsen |
10. Referenzen
- ANSI/ASSE Z244.1 – Kontrolle gefährlicher Energie – Lockout/Tagout und alternative Methoden
- OSHA 29 CFR 1910.147 – Die Kontrolle gefährlicher Energie (Lockout/Tagout)
- ISO 13850 – Sicherheit von Maschinen – Not-Aus-Funktion – Gestaltungsgrundsätze
- ANSI B11.0 – Sicherheit von Maschinen – Allgemeine Anforderungen und Risikobewertung
- EN 388 – Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
- ANSI Z87.1 – Persönliche Augen- und Gesichtsschutzgeräte für Beruf und Ausbildung
- ASTM F2413 – Standardspezifikation für Leistungsanforderungen für schützende (Sicherheits-)Zehenkappenschuhe
- EN 352-1 – Gehörschützer – Allgemeine Anforderungen – Teil 1: Ohrenschützer
- ASTM F739 – Standardtestmethode für die Permeation von Flüssigkeiten und Gasen durch Schutzkleidungsmaterialien unter Bedingungen kontinuierlichen Kontakts
- Spezifische Wartungshandbücher der Roboterhersteller (z. B. KUKA, FANUC, ABB, Yaskawa)