Prüfverfahren für Sicherheitsüberdruckventile: Überprüfung des eingestellten Drucks, Dichtheitsprüfung und Neuzertifizierung

Technical analysis: Safety relief valve testing procedure: set pressure verification, leak testing, and recertification

1. Geltungsbereich und Zweck

Dieser Leitfaden beschreibt das obligatorische Verfahren zum Testen und Rezertifizieren von Druckentlastungsventilen (PRVs), die üblicherweise als Sicherheitsventile (SRVs) oder Drucksicherheitsventile (PSVs) bezeichnet werden und in Prozesssystemen in Fertigungs- und Industrieanlagen installiert sind. Dieses Verfahren umfasst die Überprüfung des eingestellten Drucks, Lecktests und Rezertifizierungsprozesse nach der Wartung. Die Einhaltung dieses Leitfadens stellt die Einhaltung von Industriestandards wie ASME Boiler and Pressure Vessel Code (BPVC), Abschnitt VIII und API 520/521/526/527 sicher, sorgt für die Aufrechterhaltung der Betriebsintegrität und verhindert katastrophale Überdruckereignisse. Diese Wartung ist für den Schutz von Personal, Anlagenvermögen und Umwelt von entscheidender Bedeutung. Sie muss in den von Aufsichtsbehörden, OEM-Empfehlungen oder standortspezifischen risikobasierten Inspektionsprogrammen (RBI) festgelegten Häufigkeiten durchgeführt werden, typischerweise alle 1 bis 5 Jahre oder unmittelbar nach einer vermuteten Fehlfunktion oder einem Überdruckereignis.

2. Sicherheitsvorkehrungen

OBLIGATORISCHE SICHERHEITSHINWEISE: NICHTBEACHTUNG KANN ZU SCHWEREN VERLETZUNGEN ODER TÖDLICHEN VERLETZUNGEN FÜHREN.

  • Lockout/Tagout (LOTO): Stellen Sie vor Beginn der Arbeiten sicher, dass das System mit dem PRV gemäß ANSI/ASSE Z244.1 und standortspezifischen LOTO-Verfahren vollständig stromlos, drucklos und von allen Energiequellen (Prozessflüssigkeit, Elektrik, Pneumatik, Hydraulik) isoliert ist. Überprüfen Sie den Nullenergiezustand mithilfe geeigneter Detektionsgeräte.
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Tragen Sie immer geeignete PSA, einschließlich, aber nicht beschränkt auf: eine nach ANSI Z87.1 zugelassene Schutzbrille mit Seitenschutz, Gehörschutz (bei Arbeiten in lauten Bereichen), chemikalienbeständige Handschuhe (z. B. Nitril, Viton) für den Umgang mit Chemikalien, schwer entflammbare Kleidung (FRC) für Kohlenwasserstoffarbeiten und Sicherheitsstiefel mit Stahlkappe.
  • Gefährliche Energie: Seien Sie sich der gespeicherten Energie in Federn (PRV-Einbauten), unter Druck stehenden Prozessleitungen und thermischer Energie bewusst. Versuchen Sie niemals, ein PRV zu zerlegen, es sei denn, es wurde bestätigt, dass es drucklos ist und außer Betrieb genommen wurde.
  • Begrenzte Räume/Heißarbeiten: Wenn die Arbeit das Betreten eines geschlossenen Raums erfordert oder Heißarbeiten beinhaltet, halten Sie sich strikt an OSHA 29 CFR 1910.146 bzw. 29 CFR 1910.252 und holen Sie alle erforderlichen Genehmigungen ein.
  • Materialsicherheitsdatenblätter (MSDS/SDS): Lesen und verstehen Sie das Sicherheitsdatenblatt für alle beteiligten Prozessflüssigkeiten oder Reinigungsmittel. Treffen Sie geeignete Vorsichtsmaßnahmen für Handhabung, Exposition und Entsorgung.
  • Heben und Aufbauen: Verwenden Sie beim Bewegen von PRVs, insbesondere größeren Einheiten, geeignete Hebetechniken und zugelassene Aufbaugeräte. Stellen Sie sicher, dass die Hebepunkte sicher und für die Last ausgelegt sind.
  • Belüftung: Sorgen Sie für ausreichende Belüftung, wenn Sie mit Lösungsmitteln, Dichtungsmitteln oder in Bereichen arbeiten, in denen sich gefährliche Gase ansammeln können.

3. Erforderliche Werkzeuge und Materialien

Werkzeug/Material Spezifikation Menge
LOTO-Kit Standard-LOTO-Geräte (Vorhängeschlösser, Tags, Energieisolationsgeräte) 1 pro Techniker
Vollständige PSA Schutzbrille (ANSI Z87.1), Handschuhe, FRC, Stahlkappenstiefel, Schutzhelm 1 Satz pro Techniker
Drehmomentschlüssel Bereich: 20–200 Nm (15–150 ft-lb), kalibriert nach ISO 6789 1
Druckwaage oder Druckkalibrator Genauigkeit: +/- 0,1 % des Skalenendwerts; Bereich, um den PRV-Einstelldruck um 20 % zu überschreiten 1
Manometer Kalibriertes, mindestens 4,5 Zoll großes Zifferblatt, Bereich bis zum 1,5-fachen des erwarteten Einstelldrucks, 0,25 % Genauigkeit 2 (für Redundanz)
Verstellbarer Schraubenschlüsselsatz Verschiedene Größen (z. B. 6" bis 24" / 150 mm bis 600 mm) 1 Satz
Maul-/Ringschlüsselsatz Metrisch und imperial, Größen bis 36 mm (1 1/2 Zoll) 1 Satz
Schraubendreher-Set Flathead und Phillips, verschiedene Größen 1 Satz
Lecksuchflüssigkeit Nicht korrosiv, geeignet für Prozessflüssigkeiten, z. B. Swagelok Snoop 1 Flasche
Reinigungslösungsmittel Nicht chloriert, rückstandsfrei, z. B. Isopropylalkohol (IPA) 1 Dose
Fusselfreie Lappen/Tücher Industriequalität 1 Packung
Kalibrierungsetiketten/-etiketten Langlebig, witterungsbeständig Nach Bedarf
Sicherheitsabsperrband „GEFAHR – NICHT BETRETEN“ oder ähnlich 1 Rolle
Digitalkamera Zur Dokumentation von Zuständen 1
Arbeitsauftrag/Genehmigung Physisch oder digital 1
Dichtungssatz (OEM spezifiziert) Neue Dichtungen zum Wiederzusammenbau, richtiges Material und korrekte Nennleistung Nach Bedarf
Aufzug (falls zutreffend) Gabelstapler, Kran oder Hebezeug mit entsprechender Ausrüstung 1

4. Checkliste für die Inspektion vor der Wartung

Artikel Überprüfen Kriterien für Annahme/Ablehnung Notizen
Arbeitsauftrag und Genehmigungen Überprüfen Sie die aktiven Genehmigungen für LOTO, Heißarbeiten und beengte Räume (falls zutreffend). Alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt und unterzeichnet. LOTO angewendet. Genehmigungsnummern dokumentieren.
Systemisolation Stellen Sie sicher, dass das PRV vom Prozessdruck isoliert und entlüftet ist. Nulldruck wird über lokales Manometer oder Entlüftungsventil bestätigt. Überprüfen Sie die vor- und nachgeschalteten Blockventile.
PRV-Tag-Informationen Ordnen Sie das PRV-Tag (Seriennummer, Modell, eingestellter Druck) der Dokumentation zu. Tag-Informationen stimmen mit Anlagenregister und P&ID überein. Beachten Sie etwaige Unstimmigkeiten; Aufsicht informieren.
Äußerer Zustand Auf Korrosion, physische Schäden und fehlende Komponenten (Kappen, Dichtungen) prüfen. Keine übermäßige Korrosion, keine Dellen/Risse, alle Komponenten vorhanden. Fotografieren Sie wichtige Erkenntnisse.
Einlass-/Auslassrohre Überprüfen Sie, ob die Stütze richtig ist, ob Flanschlecks vorhanden sind oder ob Hindernisse vorhanden sind. Die Rohrleitungen werden unterstützt, keine Lecks, keine sichtbaren Hindernisse. Stellen Sie sicher, dass das Ventil nicht übermäßig stark belastet wird.
Abfluss-/Entlüftungsanschlüsse Stellen Sie sicher, dass die Verbindungen frei sind und ordnungsgemäß einer sicheren Entsorgung zugeführt werden. Klar, frei, korrekt verlegt.
Testblock/Entlüftungsventil Falls vorhanden, stellen Sie die Funktionsfähigkeit und Integrität sicher. Betriebsbereit, keine Undichtigkeiten. Bei Bedarf schmieren.
Hebepunkte Überprüfen Sie bei größeren PRVs die Hebeösen/-punkte. Kein Schaden, sicher.

5. Schritt-für-Schritt-Anleitung

5.1. PRV-Ausmusterung

  1. Überprüfen Sie LOTO und Druckentlastung: Stellen Sie erneut sicher, dass das System gemäß den LOTO-Verfahren vollständig drucklos und isoliert ist. Überprüfen Sie den Nulldruck mit einem kalibrierten Manometer. Häufiger Fehler: Isolierung ohne Überprüfung annehmen. Überprüfen Sie immer.
  2. PRV-Körper entlüften: Öffnen Sie langsam alle Entlüftungs- oder Entlüftungsventile am PRV oder seinem Einlassblockventil, um sicherzustellen, dass eventuell eingeschlossener Druck abgelassen wird.
  3. Auslassleitung trennen: Schrauben Sie die Auslassleitung vorsichtig ab und trennen Sie sie vom PRV-Auslassflansch. Stützen Sie die Rohrleitungen ab, um Spannungen vorzubeugen.
  4. Einlassrohre trennen: Lösen Sie die Schrauben und trennen Sie die Einlassrohre vom PRV-Einlassflansch. Stellen Sie sicher, dass sowohl die Rohrleitungen als auch das PRV ausreichend abgestützt sind, wenn es groß ist.
  5. PRV entfernen: Entfernen Sie das PRV vorsichtig mit geeigneter Hebeausrüstung (z. B. Kettenzug, Gabelstapler) für schwerere Ventile aus der Leitung. Stellen Sie es auf eine saubere, stabile Arbeitsfläche im Testbereich. Häufiger Fehler: Der Versuch, schwere Ventile manuell anzuheben, führt zu Verletzungen oder Schäden.
  6. Blindflanschinstallation: Installieren Sie Blindflansche an den getrennten Prozessleitungen, um die Systemintegrität aufrechtzuerhalten.

5.2. Prüfstandaufbau und Erstinspektion

  1. PRV am Prüfstand sichern: Montieren Sie das PRV sicher auf einem speziellen, zertifizierten PRV-Prüfstand. Stellen Sie sicher, dass der Einlassflansch des PRV ordnungsgemäß an die Druckquelle des Prüfstands angeschlossen ist.
  2. Manometer anschließen: Schließen Sie mindestens zwei unabhängig kalibrierte Manometer an den Prüfstand an und positionieren Sie sie so, dass ein Manometer den Eingangsdruck zum PRV direkt misst und das andere als redundante Prüfung dient. Messgeräte sollten einen für den Einstelldruck des PRV geeigneten Bereich haben, typischerweise das 1,5-fache des Einstelldrucks, und eine Genauigkeit von 0,25 % des Skalenendwerts.
  3. Sichtprüfung (intern): Führen Sie vor dem Test eine gründliche Sichtprüfung des PRV durch. Suchen Sie nach:
    • Korrosion oder Lochfraß an der Düse, der Scheibe und den Sitzflächen.
    • Beschädigung der Scheibe, des Schafts oder der Feder.
    • Fremdmaterial im Gehäuse oder in der Düse.
    • Stellen Sie sicher, dass die Sitzflächen der Düse und der Scheibe sauber und frei von Kratzern oder Ablagerungen sind.
  4. Sitzflächen reinigen: Wenn leichte Ablagerungen oder Oxidation vorhanden sind, reinigen Sie die Sitzflächen sorgfältig mit einem fusselfreien Tuch und IPA-Lösungsmittel. Stellen Sie sicher, dass kein Fremdmaterial in das Innere des Ventils gelangt. Häufiger Fehler: Verwendung von abrasiven Materialien oder Werkzeugen, die kritische Sitzflächen zerkratzen können.

5.3. Überprüfung des eingestellten Drucks (Pop-Test)

Dieses Verfahren überprüft den tatsächlichen Knalldruck des Ventils.

  1. Allmähliche Druckanwendung: Erhöhen Sie den Druck am PRV-Einlass langsam mit einer Geschwindigkeit, die 30 psi/min (0,2 bar/min) oder 10 % des eingestellten Drucks pro Minute nicht überschreitet, je nachdem, welcher Wert niedriger ist, gemäß API 527. Diese kontrollierte Geschwindigkeit verhindert, dass dynamische Belastung den Pop-Druck beeinflusst.
  2. Beobachten Sie den Knalldruck: Erhöhen Sie den Druck weiter, bis sich die Ventilscheibe hebt (knallt) und ein voller Durchfluss entsteht. Notieren Sie den genauen Druckwert des primär kalibrierten Manometers zum Zeitpunkt des hörbaren oder visuellen Anhebens. Dies ist der vorgefundene Einstelldruck.
  3. Gefundenen Druck aufzeichnen: Dokumentieren Sie den aufgezeichneten eingestellten Druck. Bei Anwendungen mit Dampf, Luft oder nicht komprimierbaren Flüssigkeiten beträgt die Toleranz für den eingestellten Druck typischerweise ±3 % des angegebenen eingestellten Drucks (z. B. liegt der akzeptable Bereich für ein 100-psi-Ventil bei 97–103 psi). Bei Flüssigkeitsanwendungen beträgt die Toleranz üblicherweise ±5 %. Genaue Toleranzen finden Sie in den OEM-Spezifikationen oder ASME Abschnitt VIII. Häufiger Fehler: Schneller Druckanstieg, der zu einem ungenauen Messwert des Pop-Tests führt.
  4. Druck abbauen und wiederholen: Reduzieren Sie nach dem Knacken langsam den Druck im Prüfstand, damit das Ventil wieder richtig sitzt. Wiederholen Sie den Pop-Test noch mindestens zwei weitere Male, um konsistente Messwerte sicherzustellen. Der Durchschnitt von drei konsistenten Messwerten wird normalerweise als der „wie gefunden“ eingestellte Druck angesehen. Wenn die Messwerte inkonsistent sind, untersuchen Sie mögliche Probleme wie Klappern der Scheibe oder Ablagerungen.
  5. Eingestellten Druck anpassen (falls erforderlich): Wenn der vorgefundene eingestellte Druck außerhalb der akzeptablen Toleranz liegt:
    • Entlüftungsdruck: Stellen Sie sicher, dass der Prüfstand drucklos ist.
    • Kontermutter lösen: Lösen Sie die Kontermutter an der Einstellschraube (Motorhaubenoberseite).
    • Einstellschraube: Drehen Sie die Einstellschraube im Uhrzeigersinn, um den Einstelldruck zu erhöhen, oder gegen den Uhrzeigersinn, um den Einstelldruck zu verringern. Nehmen Sie kleine Anpassungen vor (z. B. jeweils 1/8 bis 1/4 Umdrehung).
    • Erneuter Test: Sichern Sie die Sicherungsmutter und führen Sie dann den Pop-Test erneut durch (Schritte 1–4), bis der eingestellte Druck innerhalb der angegebenen Toleranz liegt.

5.4. Dichtheitsprüfung (Sitzdichtheitsprüfung)

Dieser Test überprüft die Unversehrtheit der Sitzflächen des Ventils nach der Überprüfung des eingestellten Drucks.

  1. Druckanwendung: Erhöhen Sie den Einlassdruck zum PRV auf 90 % des „wie links“ (eingestellten) Einstelldrucks. Dies ist der vorgeschriebene Druck für die Sitzdichtheitsprüfung gemäß API 527.
  2. Leckerkennungsflüssigkeit auftragen: Tragen Sie Leckerkennungsflüssigkeit (z. B. Swagelok Snoop) vorsichtig auf die Sitzflächen um den Auslass auf, oder tauchen Sie den Auslass des Ventils in ein Wasserbad, wenn der Prüfstand dies zulässt.
  3. Auf Lecks achten: Mindestens eine Minute lang beobachten. Es darf kein kontinuierliches Sprudeln oder Blasenstrom zu sehen sein. API 527 bietet spezifische Blasenraten für verschiedene Öffnungsgrößen; Beispielsweise sind für eine D-Öffnung (0,110 Zoll²) maximal 40 Blasen pro Minute bei 90 % des eingestellten Drucks zulässig. Genaue akzeptable Grenzwerte basierend auf der Düsengröße finden Sie in der Norm. Häufiger Fehler: Übereilte Dichtheitsprüfung; Bei unzureichender Beobachtungszeit können langsame Lecks übersehen werden.
  4. Ergebnisse dokumentieren: Notieren Sie, ob das Ventil den Lecktest bestanden hat oder nicht. Wenn das Ventil übermäßig leckt, deutet dies auf eine Beschädigung der Sitzflächen der Scheibe oder der Düse oder auf einen unsachgemäßen Zusammenbau hin. Das Ventil muss zerlegt, inspiziert, repariert (läppen/bearbeiten) und erneut getestet werden.

5.5. Rezertifizierung und Versiegelung

  1. Abschlusskontrolle: Führen Sie eine abschließende Sichtprüfung des PRV auf ordnungsgemäße Montage und Sauberkeit durch.
  2. Dichtungseinstellschraube: Sobald der eingestellte Druck und die Lecktests zufriedenstellend sind, ziehen Sie die Sicherungsmutter der Einstellschraube mit dem vom OEM angegebenen Drehmoment fest. Bei einem typischen 2-Zoll-PRV aus Kohlenstoffstahl könnte dieser Wert 60–70 Nm (44–52 ft-lb) betragen.
  3. Installieren Sie ein manipulationssicheres Siegel: Bringen Sie ein manipulationssicheres Siegel (Draht- und Bleiplombe oder manipulationssicheres Etikett) durch die Einstellschraube und das Oberteil an, um anzuzeigen, dass der eingestellte Druck überprüft wurde und nicht geändert werden kann, ohne das Siegel zu brechen.
  4. Rezertifizierungsetikett anbringen: Bringen Sie am PRV ein dauerhaftes Rezertifizierungsetikett an, das deutlich darauf hinweist:
    • Testdatum
    • „Wie links“ eingestellter Druck
    • Initialen des Prüftechnikers
    • Nächster geplanter Testtermin
    • Eindeutige Prüfzertifikatsnummer

6. Checkliste für die Überprüfung nach der Wartung

Test Erwartetes Ergebnis Tatsächlich Bestanden/Nicht bestanden
Endgültiger Einstelldruck Innerhalb von ±3 % (Dampf/Gas) bzw. ±5 % (Flüssigkeit) des angegebenen Einstelldrucks. [Rekordwert]
Sitzdichtheit Erfüllt die Blasenzahlkriterien der API 527 bei 90 % des eingestellten Drucks. [Bestanden/Nicht bestanden/Blasenanzahl]
Originalitätssiegel intakt Dichtung korrekt installiert und unbeschädigt. [Ja/Nein]
Rezertifizierungs-Tag Angehängtes Etikett mit vollständigen und genauen Informationen. [Ja/Nein]
Dokumentationsaktualisierung Aktualisierung der Wartungsaufzeichnungen mit Testergebnissen und Zertifikatsnummer. [Ja/Nein]

7. Leitfaden zur Fehlerbehebung

Symptom Wahrscheinliche Ursache Korrekturmaßnahme
Ventilklappern während des Pop-Tests Schnelles Wechseln zwischen Öffnen und Schließen; Wird häufig durch einen unzureichenden Eingangsdruckabfall (kurze Einlassleitungen) oder eine übermäßige Federbelastung für den Prozess verursacht. Überprüfen Sie die Größe der Einlassleitung (L/D-Verhältnis für die Einlassleitung sollte <3 sein). Wenden Sie sich bezüglich spezifischer Federeinstellungen oder Scheibendesigns an den OEM. Gegendruck erhöhen oder ggf. Abblasering anpassen.
Inkonsistente Pop-Druckwerte Festsitzende Scheibe/Spindel, Reibung in den Führungsflächen, Fremdkörper auf den Sitzflächen oder beschädigte Feder. Zerlegen, reinigen und überprüfen Sie die internen Komponenten. Stellen Sie sicher, dass sich der Schaft frei bewegen lässt. Ersetzen Sie die Feder, wenn sie beschädigt ist. Stellen Sie ggf. eine ordnungsgemäße Schmierung sicher.
Ventil leckt nach Pop-Test übermäßig stark Beschädigte Sitzflächen (Kratzer, Lochfraß, Fremdkörper), verzogene Scheibe oder Düse, falscher Zusammenbau oder unzureichendes Läppen. Zerlegen, Scheibe und Düse prüfen. Je nach Bedarf Schoß- oder Maschinensitzflächen. Stellen Sie beim Zusammenbau sicher, dass die Karosserieschrauben ordnungsgemäß angezogen sind. Dichtung ersetzen.
Das Ventil lässt sich nach dem Knallen nicht wieder einrasten Beschädigte interne Komponenten (Feder, Scheibenhalter, Führungen), übermäßige Abblaseeinstellung oder ein Hindernis, das das Schließen der Scheibe verhindert. Zerlegen Sie alle internen Komponenten und überprüfen Sie sie auf Beschädigungen. Überprüfen Sie die Einstellung des Abblaserings. Beseitigen Sie alle Hindernisse.
Der eingestellte Druck kann nicht an den Zielwert angepasst werden Falsche Feder eingebaut, Grenzwert der Einstellschraube erreicht oder Federermüdung. Überprüfen Sie die korrekte Teilenummer der Feder beim OEM. Ersetzen Sie die Feder, wenn sie ermüdet oder falsch ist. Wenden Sie sich bezüglich alternativer Federoptionen oder Ventilaustausch an den OEM.
Der Druck am Prüfstand baut sich zu langsam auf Leck in den Anschlüssen des Prüfstands, unzureichende Druckquelle oder Verstopfung im Einlass. Überprüfen Sie alle Prüfstandanschlüsse mit Lecksuchflüssigkeit auf Dichtheit. Stellen Sie sicher, dass der Luft-/Gasversorgungsdruck und die Durchflussrate ausreichend sind. Überprüfen Sie den PRV-Einlass auf Verstopfungen.

8. Empfohlener Wartungsplan

Aufgabe Häufigkeit Geschätzte Dauer Fähigkeitsniveau
Routinemäßige Sichtprüfung (In-Situ) Monatlich/vierteljährlich 15-30 Min Einsteiger-Techniker
Festgelegte Drucküberprüfung und Dichtheitsprüfung (Bench) 1–5 Jahre (basierend auf API 510/576) oder nach einem Überdruckereignis 2-4 Stunden pro Ventil Zertifizierter PRV-Techniker
Vollständige Demontage, Inspektion, Reparatur, Zusammenbau, Test 5–10 Jahre (je nach Service/Zustand) 4-8 Stunden pro Ventil Zertifizierter PRV-Techniker
Federaustausch Wie bei Inspektion oder Generalüberholung angezeigt 2-3 Stunden Zertifizierter PRV-Techniker
Austausch von Blei/Siegel Nach jeder Einstellung oder jedem Test, der einen Dichtungsbruch erfordert 15 Min Einsteiger-Techniker

9. Ersatzteilreferenz

Die Aufrechterhaltung eines kritischen Ersatzteilbestands ist von entscheidender Bedeutung, um Ausfallzeiten während der PRV-Wartung zu minimieren und die Betriebskontinuität sicherzustellen. Genaue Teilenummern und Spezifikationen für Ihr spezifisches Ventilmodell finden Sie immer in der OEM-Dokumentation.

Teilebeschreibung Typische Spezifikation UNITEC-Kategorie
Karosseriedichtung Material: PTFE, Graphit, spiralgewickeltes 316SS mit Graphitfüllstoff; Druckklasse: ASME B16.5 kompatibel Dichtungen
Düsendichtung (falls zutreffend) Material: PTFE, Graphit; Druckklasse: spezifisch für die Ventilkonstruktion Dichtungen
Frühling Material: 17-7PH SS, Inconel X-750; Kraftbewertung: spezifisch für den eingestellten Druck und die Ventilgröße Federn
Scheibenmontage Material: 316SS, Stellite-Überzug; Härte: HRC 40-45 (Sitz), HRC 55-60 (Scheibe) Ventilkomponenten
Düse Material: 316SS, Stellite-Überzug; Oberfläche: Ra 1,6 μm (63 μin) oder besser Ventilkomponenten
Stamm Material: 316SS, nitriert; Oberflächengüte: Ra 0,4 μm (16 μin) Ventilkomponenten
Balg (falls zutreffend) Material: Inconel 625, Hastelloy C-276; Leckrate: <1x10-6 std cc/sec He Ventilkomponenten
O-Ringe/Dichtungen Material: Viton, Kalrez, HNBR; Durometer: 70–90 Shore A Siegel

Ein vollständiges Sortiment an Ersatzteilen und Zubehör in Erstausrüsterqualität für Druckbegrenzungsventile finden Sie im UNITEC-D E-Katalog.

10. Referenzen

  • ASME Boiler and Pressure Vessel Code (BPVC), Abschnitt VIII, Abteilung 1: Regeln für den Bau von Druckbehältern.
  • ASME Boiler and Pressure Vessel Code (BPVC), Abschnitt I: Regeln für den Bau von Kraftkesseln.
  • API 520, Teil I: Dimensionierung, Auswahl und Installation von Druckentlastungsgeräten in Raffinerien.
  • API 520, Teil II: Installation von Druckentlastungsgeräten in Raffinerien.
  • API 521: Druckentlastungs- und Druckentlastungssysteme.
  • API 526: Überdruckventile aus Stahl mit Flansch.
  • API 527: Sitzdichtheit von Druckentlastungsventilen.
  • ANSI/ASSE Z244.1: Kontrolle gefährlicher Energie – Lockout/Tagout und alternative Methoden.
  • OSHA 29 CFR 1910.146: Genehmigungspflichtige geschlossene Räume.
  • OSHA 29 CFR 1910.252: Allgemeine Anforderungen für Schweißen, Schneiden und Hartlöten.
  • ISO 6789: Montagewerkzeuge für Schrauben und Muttern – Drehmomentwerkzeuge – Anforderungen und Prüfmethoden für Design-Konformitätsprüfungen und Qualitäts-Konformitätsprüfungen.
  • Wartungshandbücher des Originalgeräteherstellers (OEM) für bestimmte PRV-Modelle.

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