Die Entwicklung speicherprogrammierbarer Steuerungen: Von der Relaislogik zum Edge Computing in der Fertigung

Technical analysis: PLC evolution from relay logic to edge computing

The Evolution of Programmable Logic Controllers: From Relay Logic to Edge Computing in Manufacturing - UNITEC-D Industrial MRO
This article examines the evolution of Programmable Logic Controllers (PLCs) from relay logic to edge computing, detailing their core principles, current capabilities, and future trajectory. It provid

1. Einführung

Der Fertigungssektor im Jahr 2026 erfordert beispiellose Effizienz, Präzision und Anpassungsfähigkeit. Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) stellen die grundlegende Technologie dar, die automatisierte Industrieprozesse ermöglicht. Ihre Entwicklung von rudimentärer Relaislogik zu hochentwickelten Edge-Computing-Plattformen unterstreicht ein kontinuierliches Streben nach verbesserter Betriebssteuerung, Datennutzung und Systemintegration. Dieser Artikel untersucht den technologischen Fortschritt von SPS und beschreibt detailliert ihre Kernprinzipien, aktuellen Fähigkeiten und zukünftigen Entwicklung, wobei der Schwerpunkt auf ihrer entscheidenden Rolle in Produktionsanlagen in den USA und Großbritannien liegt.

2. Historische Entwicklung

Die Reise industrieller Steuerungssysteme begann mit diskreter Relaislogik, einer körperlich aufwändigen und unflexiblen Methode. Das Aufkommen der SPS in den späten 1960er Jahren markierte einen bedeutenden Durchbruch und bot Programmierbarkeit und Solid-State-Zuverlässigkeit. In den folgenden Jahrzehnten wurden Mikroprozessoren, Netzwerkfähigkeiten und fortschrittliche Programmierparadigmen eingeführt, die in den heutigen intelligenten, vernetzten Steuerungssystemen gipfelten.

Wichtige Meilensteine in der SPS-Evolution

Ära Schlüsselentwicklung Auswirkungen auf die Fertigung
Vor 1969 Relais-Logik-Steuerungssysteme Manuelle Verkabelung, hoher Wartungsaufwand, komplexe Fehlerbehebung, eingeschränkte Flexibilität. Reaktionszeiten betragen typischerweise 50–100 ms.
1969-1970er Erste SPSen (z. B. Modicon 084) Programmierbar, Halbleiter, reduzierter Verkabelungsaufwand, verbesserte Zuverlässigkeit. Programmierung über dedizierte Klemmen mittels Kontaktplanlogik.
1980er Mikroprozessorbasierte SPS Erhöhte Verarbeitungsgeschwindigkeit, größerer Speicher, Einführung arithmetischer Funktionen, HMI-Integration, serielle Kommunikation (RS-232, RS-485).
1990er Vernetzte SPS, PC-basierte Steuerung Proprietäre Netzwerke (z. B. DeviceNet, Profibus), verteilte E/A, verbesserte Diagnose, Aufstieg der PC-basierten Programmierung.
2000er Programmierbare Automatisierungscontroller (PACs), Industrial Ethernet Konvergente Steuerung (Logik, Bewegung, Prozess), standardisierte Ethernet-Protokolle (EtherNet/IP, PROFINET), objektorientierte Programmierung, verbesserte Datenverarbeitung.
2010er-heute Integrierte Sicherheit, Cybersicherheit, Edge Computing Sicherheitsbewertete SPS (SIL, PL), eingebettete Sicherheitsfunktionen, OPC UA, MQTT, direkte Cloud-Konnektivität, lokalisierte Datenverarbeitung für Echtzeitanalysen.

3. Wie es funktioniert

Im Kern arbeitet eine SPS nach einem zyklischen Scan-Prinzip. Dieser Prozess umfasst drei Hauptphasen:

  1. Eingabescan: Die SPS liest den Status aller angeschlossenen Eingabegeräte (Sensoren, Schalter) und speichert ihre Werte in ihrer Eingabebildtabelle.
  2. Programmausführung: Die Zentraleinheit (CPU) der SPS führt das Steuerprogramm Anweisung für Anweisung aus und verwendet dabei die aktuellen Eingangswerte und internen Speicherzustände. Zu den gängigen Programmiersprachen im Sinne von IEC 61131-3 gehören Kontaktplan (LD), strukturierter Text (ST), Funktionsblockdiagramm (FBD), Anweisungsliste (IL) und sequentielles Funktionsdiagramm (SFC).
  3. Ausgabeaktualisierung: Basierend auf den Ergebnissen der Programmausführung aktualisiert die SPS die Ausgabebildtabelle. Diese Werte werden dann auf die physikalischen Ausgabegeräte (Aktoren, Motoren, Ventile) geschrieben.

Dieser Scanzyklus wiederholt sich kontinuierlich. Die Dauer eines Scanzyklus, die oft in Millisekunden gemessen wird, ist für die Echtzeitsteuerung von entscheidender Bedeutung. Bei Hochgeschwindigkeitsanwendungen können die Scanzeiten nur 0,1 ms betragen. Die zugrunde liegenden technischen Prinzipien umfassen die Boolesche Algebra für logische Operationen, die sequentielle Steuerung für das Prozessmanagement und PID-Regelkreise (Proportional-Integral-Derivativ) für die kontinuierliche Prozessregelung. Die Ausgabe eines PID-Reglers P(t) kann wie folgt ausgedrückt werden:

P(t) = Kp * e(t) + Ki * ∫e(t)dt + Kd * de(t)/dt

Dabei sind Kp, Ki und Kd die Proportional-, Integral- bzw. Ableitungsverstärkungen und e(t) das Fehlersignal (Sollwert – Prozessvariable). Moderne SPS integrieren digitale Hochgeschwindigkeitssignalverarbeitungsfunktionen, um solche Algorithmen mit minimaler Latenz auszuführen.

Eine typische SPS-Systemarchitektur umfasst ein CPU-Modul, ein Stromversorgungsmodul und verschiedene Ein-/Ausgabemodule (I/O) (digital, analog, Hochgeschwindigkeitszähler). Kommunikationsmodule erleichtern den Datenaustausch über industrielle Netzwerke und entsprechen Standards wie IEEE 802.3 für Ethernet-basierte Protokolle.

4. Aktueller Stand der Technik

Heutige SPSen, die aufgrund ihrer erweiterten Funktionalität oft als programmierbare Automatisierungscontroller (PACs) bezeichnet werden, integrieren erweiterte Funktionen, die weit über die einfache Logiksteuerung hinausgehen. Dazu gehören komplexe Bewegungssteuerung, Prozesssteuerung, Sicherheitsfunktionen und anspruchsvolles Datenhandling. Zu den Hauptmerkmalen gehören:

  • Integrierte Sicherheit: SPS, die IEC 61508 (Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener E/E/PE-Systeme) und ISO 13849 (Maschinensicherheit) entsprechen, bieten Sicherheitsintegritätsstufen (SIL) bis SIL 3 und Leistungsstufen (PL) bis PLe. Dadurch können Sicherheitsfunktionen direkt in der Steuerungsarchitektur implementiert werden, was den Verkabelungsaufwand reduziert und die Diagnose verbessert.
  • Hochgeschwindigkeitsverarbeitung: CPUs mit Befehlsausführungszeiten im Nanosekundenbereich (z. B. 2–10 ns pro Bitbefehl) ermöglichen die präzise Steuerung sich schnell bewegender Maschinen und komplexer Roboteranwendungen.
  • Umfangreicher Speicher: Die Programmspeicherkapazitäten überschreiten häufig 50 MB, wobei der Datenspeicher Hunderte von Megabyte erreicht und komplexe Algorithmen, große Datenprotokolle und erweiterte Diagnosen unterstützt.
  • Industrial Ethernet: Protokolle wie PROFINET (Siemens), EtherNet/IP (Rockwell Automation) und CC-Link IE Field (Mitsubishi Electric) bieten deterministische Kommunikation mit hoher Bandbreite (100 Mbit/s bis 1 Gbit/s) für E/A, Bewegung und Unternehmensdatenaustausch.
  • Cybersicherheit: Eingebettete Sicherheitsfunktionen, darunter sicheres Booten, verschlüsselte Kommunikation (TLS/SSL), Benutzerauthentifizierung und Firewall-Funktionen, sind entscheidend für den Schutz industrieller Steuerungssysteme vor Cyber-Bedrohungen und entsprechen den IEC 62443-Richtlinien.
  • Edge-Computing-Funktionen: Neuere SPS und PACs können Containeranwendungen hosten, Datenvorverarbeitung durchführen, maschinelle Lernalgorithmen ausführen und als lokale Datenaggregatoren fungieren. Dies reduziert die Latenz bei kritischen Entscheidungen und minimiert den Bandbreitenbedarf für die Cloud-Kommunikation.

Führende Hersteller und Modelle:

Siemens SIMATIC S7-1500-Serie: Die über das TIA-Portal programmierte S7-1500-Serie bietet eine leistungsstarke Plattform für mittlere bis High-End-Anwendungen. Beispielsweise bietet die CPU 1517-3 PN/DP 3 MB Programmspeicher und 40 MB Datenspeicher und unterstützt PROFINET und PROFIBUS. Seine Verarbeitungsgeschwindigkeit beträgt etwa 60 ns pro Bit-Operation. Für sicherheitskritische Anwendungen bietet die CPU 1518F-4 PN/DP integrierte Sicherheitsfunktionen bis SIL 3/PLe, mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von 1 ns pro Bitoperation und 13 MB Programmspeicher. Diese CPUs arbeiten zuverlässig bei Temperaturen von 0 bis 60 °C (32 bis 140 °F) und sind für den weltweiten Einsatz zertifiziert (UL, CSA, CE).

Rockwell Automation ControlLogix 5580-Serie: Die ControlLogix 5580-Familie, programmiert mit Studio 5000 Logix Designer, zeichnet sich durch integrierte Bewegungs- und Großanwendungen aus. Der 1756-L83E-Controller bietet 10 MB Benutzerspeicher und unterstützt bis zu 100 EtherNet/IP-Knoten, mit einer typischen Scan-Zeit von 1–5 ms, abhängig von der Anwendungskomplexität. Der leistungsstärkere 1756-L85E verfügt über 40 MB Benutzerspeicher und unterstützt bis zu 250 EtherNet/IP-Knoten, wodurch er für die komplexe Prozesssteuerung und Synchronisierung von Bewegungssystemen mit hohen Achsen geeignet ist. Diese Controller sind für robuste Industrieumgebungen konzipiert, mit einem Betriebstemperaturbereich von 0–60 °C (32–140 °F) und UL/CSA/CE-Zertifizierungen.

Mitsubishi Electric MELSEC iQ-R-Serie: Die mit GX Works3 programmierte MELSEC iQ-R-Serie legt Wert auf Hochgeschwindigkeitsverarbeitung und skalierbare Architektur. Die R04CPU bietet 400.000 Schritte Programmspeicher (ca. 1,6 MB) und führt grundlegende Anweisungen in 0,98 ns aus, während die R120CPU 1200.000 Schritte (ca. 4,8 MB) bietet und Anweisungen in 0,98 ns ausführt. Diese Serie unterstützt CC-Link IE Field Basic und CC-Link IE TSN für schnelle, deterministische Kommunikation. Integrierte Bewegungssteuerung, erweiterte Diagnose und robuste Umgebungsspezifikationen (z. B. Vibrationsfestigkeit bis zu 4,9 m/s² bei 10–55 Hz) machen sie für anspruchsvolle Anwendungen geeignet, die häufig in der Automobil- und Halbleiterfertigung zu finden sind.

5. Auswahlkriterien

Die Auswahl der geeigneten SPS oder PAC erfordert eine detaillierte Analyse der Anwendungsanforderungen, der Betriebsumgebung und der Integrationsziele. Anlagenbauer müssen folgende Kriterien berücksichtigen:

Technische Entscheidungsmatrix für die SPS/PAC-Auswahl

Kriterium Beschreibung Wichtige Überlegungen
E/A-Anzahl und -Typ Anzahl und Typ (digital, analog, Hochgeschwindigkeit) der erforderlichen Ein-/Ausgangspunkte. Zukünftige Erweiterung, verteilte E/A-Optionen, Anforderungen an die Signalkonditionierung.
Verarbeitungsgeschwindigkeit CPU-Abtastzeit und Befehlsausführungsgeschwindigkeit. Entscheidend für Echtzeitsteuerung, Bewegungssteuerung und diskrete Hochgeschwindigkeitsereignisse. Typische Bereiche: 0,1 ms bis 10 ms.
Speicherkapazität Programm-, Daten- und remanenter Speicher. Komplexität der Steuerlogik, Anforderungen an die Datenprotokollierung, Rezeptspeicherung.
Kommunikationsprotokolle Unterstützte Protokolle für industrielles Ethernet (PROFINET, EtherNet/IP, Modbus TCP) und Feldbus. Integration mit bestehender Infrastruktur, HMI, SCADA, MES, ERP-Systemen. OPC UA-Unterstützung für Dateninteroperabilität.
Sicherheitsintegration Einhaltung von IEC 61508/ISO 13849 (SIL, PL). Anforderungen an die Maschinensicherheit, funktionale Sicherheitsarchitektur, reduzierte Verkabelung für Sicherheitskreise.
Programmierumgebung Benutzerfreundlichkeit, verfügbare Programmiersprachen (IEC 61131-3-Konformität), Simulationstools. Vertrautheit des Ingenieurs, Debugging-Fähigkeiten, Projektentwicklungszeit.
Skalierbarkeit und Modularität Möglichkeit zur Erweiterung von E/A, CPU-Leistung und Netzwerkkonnektivität. Zukünftiges Wachstum, Systemflexibilität, kostengünstige Upgrades.
Umweltbewertungen IP-Schutzart, Betriebstemperaturbereich, Vibration, Schockfestigkeit. Raue Industrieumgebungen (z. B. -40 bis 70 °C, NEMA 4X/IP65 für Nassbereiche).
Cybersicherheitsfunktionen Integrierte Sicherheit, Authentifizierung, Verschlüsselung, sicherer Fernzugriff. Schutz vor Cyber-Bedrohungen, Einhaltung interner IT-Richtlinien und IEC 62443.
Anbieterunterstützung und Ökosystem Verfügbarkeit von technischem Support, Schulungen, Ersatzteilen und Integration von Drittanbietern. Langfristige Betriebssicherheit, Wartungseffizienz, Komponentenverfügbarkeit (z. B. von UNITEC-D).
Kosten und Gesamtbetriebskosten (TCO) Anschaffungskosten für Hardware/Software, Installation, Wartung, Energieverbrauch. Return on Investment (ROI), Lebenszykluskosten, Ersatzteilbestand.

6. Leistungsbenchmarks

Leistungsbenchmarks veranschaulichen die handfesten Vorteile moderner SPS/PAC-Technologie:

  • Reduzierung der Scanzeit: Ein Wechsel von Relaislogik (50–100 ms) zu frühen SPS (10–20 ms) und dann zu modernen PACs (<1 ms, oft 0,1–0,5 ms für kritische Aufgaben) führt direkt zu schnelleren Reaktionszeiten, höherem Maschinendurchsatz und verbesserter Produktqualität aufgrund engerer Regelkreise. Beispielsweise kann die Umstellung einer Verpackungslinie von einer alten SPS mit einer Scanzeit von 15 ms auf eine PAC mit einer Scanzeit von 2 ms die Liniengeschwindigkeit ohne mechanische Änderungen um 5–10 % steigern, was zu einem erheblichen ROI führt.
  • Zuverlässigkeit und Betriebszeit: SPS in Industriequalität sind für einen längeren Betrieb konzipiert. Die mittlere Zeit zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt häufig über 500.000 Stunden, wobei einige High-End-Geräte über 1.000.000 Stunden erreichen (ungefähr 114 Jahre Dauerbetrieb). Dies steht im krassen Gegensatz zu elektromechanischen Relais, deren Betriebslebensdauer typischerweise mehrere Millionen Zyklen beträgt, die jedoch häufig aufgrund von Kontaktverschleiß oder Spulenproblemen vorzeitig ausfallen, was zu höheren Wartungskosten und Ausfallzeiten führt.
  • Energieeffizienz: Moderne SPS-Systeme verbrauchen relativ wenig Strom, typischerweise 20–100 W für eine CPU und die zugehörigen E/A, abhängig von der Konfiguration. Dies ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber großen Relaispanels, die mehrere Kilowatt verbrauchen könnten.
  • Datendurchsatz: Industrielle Ethernet-Netzwerke mit 100 Mbit/s oder 1 Gbit/s ermöglichen einen schnellen Datenaustausch zwischen SPS, HMI, SCADA und Edge-/Cloud-Plattformen. Dies erleichtert die Leistungsüberwachung in Echtzeit, vorausschauende Wartung und Qualitätskontrolle und führt bei gut integrierten Systemen zu einer durchschnittlichen OEE-Verbesserung von 10–20 %.
  • Kosteneinsparungen: Während die Anfangsinvestition in fortschrittliche SPS höher sein kann, sind die Gesamtbetriebskosten aufgrund der geringeren Verkabelung, der schnelleren Inbetriebnahme, des geringeren Wartungsaufwands und der längeren Betriebszeit oft niedriger. Für eine typische Produktionsanlage kann die Migration von Altsystemen zu einer Amortisationszeit von drei bis fünf Jahren durch geringere Betriebsausgaben und verbesserte Produktivität führen.

7. Herausforderungen bei der Integration

Der Einsatz fortschrittlicher SPS- und Edge-Computing-Lösungen in bestehenden Brownfield-Anlagen bringt mehrere Herausforderungen mit sich:

  • Kompatibilität mit älteren Systemen: Die Integration neuer Ethernet-basierter SPS mit älteren Feldbusgeräten (z. B. DeviceNet, PROFIBUS DP) oder seriellen Kommunikationsprotokollen (Modbus RTU) erfordert häufig Gateways, Protokollkonverter oder phasenweise Migrationsstrategien. Die Gewährleistung der Datenintegrität und des Timings über unterschiedliche Netzwerke hinweg kann komplex sein.
  • Upgrade der Netzwerkinfrastruktur: Vielen älteren Anlagen fehlt die robuste, getrennte Netzwerkinfrastruktur, die für modernes industrielles Ethernet und Edge Computing erforderlich ist. Ein Upgrade auf CAT6A-Verkabelung, industrietaugliche Switches und möglicherweise Glasfaser ist unerlässlich. Die Einhaltung von Netzwerkdesignstandards wie ANSI/TIA-1005-A für industrielle Umgebungen ist von entscheidender Bedeutung.
  • Cybersicherheitsrisiken: Durch die Verbindung von SPS mit Unternehmensnetzwerken und dem Internet für Edge-Computing oder Cloud-Integration entstehen neue Angriffsvektoren. Die Implementierung umfassender Cybersicherheitsmaßnahmen, einschließlich Netzwerksegmentierung (gemäß NFPA 79-Anforderungen), Intrusion Detection-Systemen und regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen, ist unerlässlich.
  • Fachkräftemangel: Der Übergang zu fortschrittlichen SPS-Plattformen und Edge-Computing erfordert neue Fähigkeiten in den Bereichen Programmierung (z. B. strukturierter Text, objektorientierte Konzepte), Netzwerkmanagement und Datenanalyse. Die Schulung bestehender Mitarbeiter oder die Rekrutierung neuer Talente stellt eine erhebliche Hürde dar.
  • Ausfallzeitmanagement: Die Migration kritischer Steuerungssysteme erfordert eine sorgfältige Planung, um Produktionsausfallzeiten zu minimieren. Dies erfordert häufig einen Parallelbetrieb, schrittweise Umstellungen und umfangreiche Vortests in einer virtuellen oder simulierten Umgebung.
  • Datenverwaltung und -analyse: Während Edge Computing eine lokalisierte Verarbeitung bietet, erfordert eine effektive Datennutzung robuste Datenverwaltungsstrategien, einschließlich Datennormalisierung, -speicherung und -integration mit Analyseplattformen auf höherer Ebene.

8. Zukunftsaussichten (2026–2030)

Die Entwicklung der SPS-Technologie deutet auf eine weitere Konvergenz mit IT-Systemen und eine erhöhte Intelligenz am Rande hin. Zu den wichtigsten Trends gehören:

  • Advanced Edge AI: SPS werden zunehmend KI/ML-Funktionen direkt auf dem Gerät einbetten. Dies ermöglicht die Erkennung von Anomalien in Echtzeit, vorausschauende Wartung, Qualitätskontrolle und adaptive Prozessoptimierung, ohne auf ständige Cloud-Konnektivität angewiesen zu sein. Modelle für maschinelles Lernen, die in der Cloud trainiert werden, werden zur Inferenz am Rande eingesetzt.
  • Verbesserte IT/OT-Konvergenz: Die Unterscheidung zwischen Betriebstechnologie (OT) und Informationstechnologie (IT) wird weiter verschwimmen. SPS unterstützen nativ IT-Standards wie OPC UA FX, MQTT und Docker-Container und ermöglichen so einen reibungsloseren Datenfluss und Anwendungsbereitstellung.
  • Verteilte Steuerung und IEC 61499: Der IEC 61499-Standard für ereignisgesteuerte, verteilte Steuerung wird eine breitere Akzeptanz finden. Dies ermöglicht modularere, flexiblere und skalierbarere Automatisierungsarchitekturen, bei denen Steuerfunktionen auf mehrere Geräte verteilt werden und nicht in einer einzigen SPS zentralisiert werden.
  • Integration digitaler Zwillinge: SPS werden eine zentrale Rolle bei der Implementierung digitaler Zwillinge spielen und virtuelle Modelle mit Echtzeit-Betriebsdaten für Simulation, Optimierung und prädiktive Analysen versorgen. Dies erleichtert die virtuelle Inbetriebnahme und Fernüberwachung.
  • Hypersichere Architekturen: Cybersicherheit wird von Anfang an in die SPS-Hardware und -Firmware integriert, wobei Funktionen wie Hardware-Root of Trust, vertrauenswürdige Plattformmodule (TPMs) und quantenresistente Verschlüsselung zum Standard werden.
  • Low-Code/No-Code-Programmierung: Um die Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften zu schließen, werden sich Programmierumgebungen weiterentwickeln und intuitivere, grafischere und Low-Code/No-Code-Optionen umfassen, wodurch komplexe Automatisierung einem breiteren Spektrum von Ingenieuren zugänglich gemacht wird.

Da Fertigungsumgebungen immer dynamischer und datenintensiver werden, wird die SPS weiterhin der Eckpfeiler der industriellen Automatisierung sein und sich weiterentwickeln, um den Anforderungen einer zunehmend vernetzten und intelligenten Betriebslandschaft gerecht zu werden. Die UNITEC-D GmbH liefert die für diese fortschrittlichen Steuerungssysteme erforderlichen zertifizierten, konformen Komponenten und gewährleistet so eine langfristige Betriebssicherheit und Leistung.

9. Referenzen

  1. IEC 61131-3: Programmierbare Steuerungen – Teil 3: Programmiersprachen. Internationale Elektrotechnische Kommission.
  2. NFPA 79: Elektrischer Standard für Industriemaschinen. Nationaler Brandschutzverband.
  3. Rockwell Automation. (2023). Technische Daten zu ControlLogix-Steuerungen. Publikation 1756-TD001.
  4. Siemens AG. (2023). SIMATIC S7-1500 Systemhandbuch. A5E03460677-010.
  5. IEEE 802.3: Standard für Ethernet. Institut für Elektro- und Elektronikingenieure.

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