1. Problembeschreibung und Umfang
Schraubenluftkompressoren, die in der Fertigung, im Automobilbau, in der Luft- und Raumfahrt sowie im Energiesektor eingesetzt werden, sind auf eine kontinuierliche Einspritzung von synthetischem oder mineralischem Schmiermittel angewiesen, um Rotoren abzudichten, Lager zu schmieren und die Kompressionswärme abzuleiten. Wenn die Austrittstemperatur die Betriebsgrenzen überschreitet, löst die Kompressorsteuerung einen Alarm oder eine sofortige Sicherheitsabschaltung aus, um katastrophale mechanische Ausfälle, Ölverschlechterung und Lackbildung zu verhindern.
Dieser Diagnoseleitfaden befasst sich mit Fehlern aufgrund hoher Austrittstemperatur bei ölgefluteten Schraubenkompressoren mit einer Leistung von 30 kW bis 250 kW (40 PS bis 350 PS) und deckt sowohl Einheiten mit fester als auch variabler Drehzahl (VSD) ab. Zu den Hauptsymptomen gehören ein Anstieg der Luftaustrittstemperaturwerte über 100 °C (212 °F), zeitweilige Überhitzungsauslösungen bei hoher Last und ein schneller Temperaturanstieg beim Start.
Schweregradklassifizierung: Kritisch. Ein fortgesetzter Betrieb über 105 °C (221 °F) beschleunigt die Oxidation des Schmiermittels, verringert die Ölviskosität, erhöht das Risiko von Rotorabrieb und kann zu einem dauerhaften Festfressen des Verdichterblocks führen. Es sind sofortige diagnostische Maßnahmen erforderlich.
2. Sicherheitsvorkehrungen
GEFAHR: GEFÄHRLICHE ENERGIE UND GESPEICHERTER DRUCK
Lockout/Tagout (LOTO): Führen Sie vor dem Öffnen eines Gehäuses, der Inspektion von Ölsystemen oder der Wartung von Kühlkomponenten eine vollständige LOTO gemäß OSHA 29 CFR 1910.147 (US) oder BS EN 1037 / PUWER (UK) durch. Trennen Sie die Hauptstromversorgung und überprüfen Sie den Nullenergiezustand mit einem kalibrierten Multimeter.
Pneumatische gespeicherte Energie: Stellen Sie sicher, dass der Druckmesser des Druckluftbehälters und des internen Abscheidertanks 0,0 bar (0 psi) anzeigt, bevor Anschlüsse, Schläuche oder Ölstopfen reißen. Der Restdruck kann heißes Öl heftig ausstoßen.
Thermische Gefahren: Verdichtergehäuse, Ölkühler, Rohrleitungen und Trennbehälter werden bei extremen Temperaturen betrieben (80 °C bis 110 °C / 176 °F bis 230 °F). Tragen Sie bei allen Diagnoseprüfungen dicke, wärmebeständige Handschuhe, eine Schutzbrille mit Seitenschutz und flammhemmende, langärmlige Arbeitskleidung.
Chemische Gefahren: Kompressorschmierstoffe können Haut und Augen reizen. Vermeiden Sie längeren Kontakt und konsultieren Sie das spezifische Materialsicherheitsdatenblatt (MSDS) oder Sicherheitsdatenblatt (SDS) für das verwendete Schmiermittel.
3. Erforderliche Diagnosetools
| Toolname | Spezifikation/Modell | Messbereich | Zweck |
|---|---|---|---|
| Digitalmultimeter (True-RMS) | Fluke 87V oder gleichwertig (CAT III 1000V / CAT IV 600V) | 0 - 1000 V AC/DC, 0 - 10 A, 0 - 50 MΩ | Messung der Versorgungsspannung, des Widerstands des RTD-Sensors und des Durchgangs des Steuerkreises. |
| Infrarot-Wärmebildkamera/Pyrometer | FLIR E8-XT oder gleichwertig (Emissionsgrad einstellbar 0,1–0,95) | -20 °C bis +550 °C (-4 °F bis +1022 °F) | Abbildung von Temperaturgradienten über Ölkühler, Thermostatventile und Verdichtergehäuse. |
| Digitales Zangenmessgerät | Fluke 376 FC oder gleichwertig | 0 - 1000 A AC/DC, 0 - 1000 V | Messen des Betriebsstroms des Hauptantriebsmotors, um den Lastzustand des Kompressors zu überprüfen. |
| Differenzdruckmessgerät / Manometer | Dwyer-Serie 477B oder digitales Manometer mit zwei Anschlüssen | 0 - 10 bar (0 - 150 psi) / 0 - 250 mbar Differenzial | Prüfung des Druckabfalls an Ölabscheiderelementen und Luft-/Ölkühlern. |
| Anemometer / Luftgeschwindigkeitsmesser | Testo 410-i oder gleichwertiges Flügelradanemometer | 0,4 - 20 m/s (80 - 4000 fpm) | Messung des Luftstroms der Raumbelüftung und der Kühlereinströmgeschwindigkeit. |
| Vibrationsanalysator | SKF Microlog oder Emerson CSI 2140 | 10 Hz – 10 kHz Beschleunigung/Geschwindigkeit | Beurteilung des Zustands der Verdichterlager und des dynamischen Gleichgewichts des Rotors. |
4. Checkliste für die Erstbewertung
Notieren Sie die folgenden Parameter, bevor Sie Komponenten demontieren oder Betriebszustände ändern. Diese Daten bilden die Grundlage für die Ursachenisolierung.
| Artikel prüfen | Zu beobachtender/aufzeichnender Parameter | Akzeptable Basislinie | Alarm-/Aktionsschwelle |
|---|---|---|---|
| 1. Betriebsbedingungen | Raumtemperatur in der Nähe des Kompressoreinlasses | +5 °C bis +35 °C (+41 °F bis +95 °F) | > +40 Grad C (> +104 Grad F) erfordert Zwangsbelüftung |
| 2. Entladungstemperatur | Ablesung des Verdichteraustrittstemperatursensors (SPS/Steuerung) | 75 °C – 90 °C (167 °F – 194 °F) | > 105 Grad C (221 Grad F) Warnung; > 110 Grad C (230 Grad F) Fahrt |
| 3. Betriebsdruck | Arbeitsauslassdruck am Manometer des Abscheidertanks | Gemäß Fabriktypenschild (typischerweise 7,5 bar bis 10 bar / 110 psi bis 145 psi) | Der Druck schwankt über der maximalen Auslegungsgrenze |
| 4. Ölstand | Schauglas-Füllstand bei gestopptem und vollständig drucklosem Kompressor | 50 % bis 75 % im Schauglas gefüllt | < 25 % (wenig Öl) oder völlig überschwemmt/schäumend |
| 5. Differenzdruck | Differenzdruck zwischen Ölfilter und Luft-/Ölabscheider | Filter: < 0,5 bar (7,2 psi); Abscheider: < 0,8 bar (11,6 psi) | Filter- oder Abscheider-Delta P > 1,0 bar (14,5 psi) |
| 6. Wartungsverlauf | Stunden seit dem letzten Ölwechsel, Ölfilterwechsel und Abscheiderwechsel | Mineralöl: < 2000 Stunden; Synthetisches Öl: < 4000 bis 8000 Stunden | Überschreitung der OEM-Betriebsintervallgrenzen |
5. Flussdiagramm zur systematischen Diagnose
Befolgen Sie diesen Entscheidungsbaum nacheinander, um die Grundursache für die hohe Austrittstemperatur zu isolieren.
- Schritt 1: Umgebungsbedingungen und Belüftung überprüfen
- Messen Sie die Umgebungstemperatur im Raum mit einem digitalen Thermometer.
- WENN die Umgebungstemperatur +40 °C (+104 °F) übersteigt oder die Abluftventilatoren des Kompressorraums außer Betrieb sind, DANN ist die thermische Abweisungskapazität beeinträchtigt. Fahren Sie mit der Ursache fort: Externer Umgebungs-/Lüftungsfehler.
- WENN die Umgebungsbedingungen normal sind, fahren Sie mit Schritt 2 fort.
- Schritt 2: Ölstand und -zustand prüfen
- Inspizieren Sie das Ölschauglas bei gestoppter und druckloser Maschine.
- WENN der Ölstand unter der Minimalmarke liegt oder unsichtbar ist, DANN zirkuliert nicht genügend Kühlmasse. Auf äußere Lecks oder Ölverbrauch prüfen.
- WENN das Öl dunkel, oxidiert, stark lackiert oder mit Wasser emulgiert erscheint, DANN hat der Ölabbau die Wärmeübertragungskapazität verringert. Fahren Sie mit der Ursache fort: Schmierstoffausfall.
- WENN Ölstand und -zustand normal sind, fahren Sie mit Schritt 3 fort.
- Schritt 3: Führen Sie eine Wärmebildaufnahme des Kühlkreislaufs durch
- Scannen Sie bei laufendem Kompressor unter Last mit einer Infrarot-Wärmebildkamera die Einlass- und Auslassleitungen des Ölkühlers sowie das Gehäuse des thermostatischen Mischventils.
- WENN der Temperaturunterschied am Ölkühler weniger als 5 Grad C (9 Grad F) beträgt, DANN ist der Ölfluss durch den Kühler eingeschränkt oder der Luftstrom über die Rippen ist blockiert. Fahren Sie mit Schritt 4 fort.
- WENN die Ölbypassleitung heiß ist, während der Kühlereinlass nach Erreichen der Betriebstemperatur kalt oder lauwarm bleibt, DANN bleibt das Thermostatventil in der Bypassposition hängen. Fahren Sie mit der Ursache fort: Ausfall des Thermostatventils.
- WENN die Kühlerdifferenz normal ist, die Gesamttemperatur jedoch weiterhin hoch bleibt, fahren Sie mit Schritt 5 fort.
- Schritt 4: Überprüfen Sie die Verschmutzung des Wärmetauschers (Kühlers)
- Inspizieren Sie die Umgebungsluftlamellen (luftgekühlt) oder Wasserverteiler (wassergekühlt) visuell auf Staub, Flusen, Ölfilm oder Kalkablagerungen.
- Messen Sie den Differenzdruck zwischen wassergekühlten Rohrbündel- oder Plattenwärmetauschern.
- WENN die Außenrippen mit Schmutz verkrustet sind oder Ablagerungen auf der Wasserseite den Durchfluss behindern, DANN ist die Wärmeübertragung blockiert. Fahren Sie mit der Ursache fort: Kühlerverschmutzung.
- Schritt 5: Interne Durchflussbeschränkungen und Sensorkalibrierung überprüfen
- Überprüfen Sie die Ölfilter-Differenzdruckanzeige oder messen Sie über die Filtertestanschlüsse.
- WENN der Delta-P-Wert des Ölfilters 1,0 bar (14,5 psi) überschreitet, DANN begrenzt der eingeschränkte Ölfluss das Volumen, das in den Einspritzanschluss des Verdichterblocks gelangt. Gehen Sie der Ursache auf den Grund: Eingeschränkte Ölzirkulation.
- WENN der Ölfluss und die Kühler normal sind, vergleichen Sie den Messwert des SPS-Auslasstemperatursensors mit einem kalibrierten sekundären Thermoelement oder Infrarotpyrometer, das direkt auf die Auslassöffnung des Verdichterblocks gerichtet ist.
- WENN eine erhebliche Abweichung (> 5 °C / 9 °F) besteht, DANN ist der Sensor nicht kalibriert oder defekt. Fahren Sie mit der Ursache fort: Instrumentierungsfehler.
6. Fehler-Ursachen-Matrix
| Symptom | Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit geordnet) | Diagnosetest | Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird |
|---|---|---|---|
| Hohe Verdichteraustrittstemperatur (> 105 °C / 221 °F) | 1. Ölkühlerverschmutzung (extern/intern) | Wärmebildaufnahme über den Kühlerkern; Delta T messen | Niedriges Delta T (< 5 °C) über dem Kühler; Hoher Temperaturgradient der Kernoberfläche. |
| 2. Fehlfunktion des Thermostatmischventils | Thermoscan von Ventilgehäuse und Bypassleitungen | Die Bypassleitung ist heiß, während der Kühlereinlass nach dem Aufwärmzyklus kühl bleibt. | |
| 3. Unzureichender Ölstand/verschlechtertes Öl | Sichtprüfung des Schauglases und der Ölviskosität/-farbe | Der Ölstand liegt unter dem Mindestwert oder das Öl ist stark oxidiert und verdunkelt. | |
| 4. Eingeschränkter Ölfluss (verstopfter Ölfilter) | Messen Sie den Differenzdruck am Ölfilterelement | Delta P > 1,0 bar (14,5 psi) über die Filtergehäuseanschlüsse. | |
| 5. Hohe Umgebungstemperatur / schlechte Belüftung | Messen Sie die Umgebungs- und Abgasgeschwindigkeit im Kompressorraum | Umgebungstemperatur > 40 °C (104 °F) oder stehende Luft im Gehäuse. |
7. Ursachenanalyse für jeden Fehler
7.1 Verschmutzung des Ölkühlers (luftgekühlt und wassergekühlt)
Mechanismus: Schraubenkompressoren verarbeiten große Mengen Umgebungsluft. Schwebende Partikel (Staub, Textilflusen, Papierfasern, Bearbeitungsnebel) werden über luftgekühlte Kühlerlamellen gezogen. Mit der Zeit verdichten sich diese Partikel zwischen den Rippen und bilden eine isolierende Decke, die die konvektive Wärmeübertragung blockiert. In wassergekühlten Einheiten bilden mineralische Niederschläge (Kalzium- und Magnesiumcarbonat) harte Ablagerungen in den Rohren oder Plattenkanälen, wodurch die Wärmeübertragungskoeffizienten erheblich sinken.
Bestätigung: Beobachten Sie mit einer Infrarotkamera das Temperaturprofil über die gesamte Oberfläche des Kühlerkerns. Taschen mit hoher Temperatur weisen auf verstopfte Durchgänge hin, in denen kein Öl oder keine Luft strömt. Bei wassergekühlten Geräten messen Sie die Wassertemperatur vom Einlass zum Auslass und den Druckabfall.
Folgen: Die Wärme bleibt im zirkulierenden Öl eingeschlossen. Die Ölviskosität sinkt, was zu einem Versagen der Grenzschmierung in den Rotorlagern und erhöhter mechanischer Reibung führt, was die thermische Überlastung verstärkt.
7.2 Ausfall des Thermostatmischventils
Mechanismus: Das Thermostatventil enthält ein Wachsausdehnungselement, das kühles Öl entweder durch den Ölkühler oder direkt zurück zur Einspritzöffnung des Verdichterblocks leitet und so eine stabile Austrittstemperatur (typischerweise 75 °C bis 85 °C) aufrechterhält, um Feuchtigkeitskondensation (Ansammlung von Sumpfwasser) zu verhindern. Wenn sich das Wachspellet zersetzt, ausläuft oder sich mit Lackablagerungen verbindet, bleibt das Ventil entweder vollständig geschlossen (wodurch das gesamte Öl durch den Kühler gedrückt wird, was zu niedrigen Betriebstemperaturen führt) oder vollständig geöffnet/umgangen (heißes Öl wird ohne Kühlung direkt zurück zum Verdichterblock geleitet).
Bestätigung: Überwachen Sie die Temperatur der Leitung, die direkt vom Thermostatventil zum Ölkühlereinlass führt, im Vergleich zur Bypassleitung. Wenn das Bypass-Rohr im stationären Betrieb heiß ist, während der Kühlereinlass kalt bleibt, bleibt das Ventil im Bypass-Modus hängen.
Folgen: Ungekühltes Öl zirkuliert kontinuierlich durch den Verdichterblock und treibt die Austrittstemperaturen innerhalb von Minuten nach der Beladung über die Sicherheitsgrenzen hinaus.
7.3 Eingeschränkte Ölzirkulation und verstopfte Filter
Mechanismus: Kompressorschmierstoffe fangen Verschleißmetalle, Kohlenstoffpartikel und Oxidationsnebenprodukte ein. Wenn der Ölwechselfilter oder das interne Element seine Schmutzkapazität erreicht, nimmt die Medienbeschränkung zu. Gleichzeitig kann sich durch zersetztes Öl ein Lack bilden, der die inneren Kanäle überzieht und so den Ölvolumenstrom zu den Einspritzöffnungen verringert.
Bestätigung: Messen Sie den Druckabfall am Ölfilter mit Differenzdruckmessgeräten oder Testanschlüssen. Ein Druckabfall von mehr als 1,0 bar (14,5 psi) weist auf ein verstopftes Filterelement hin. Darüber hinaus verringert ein geringes Öleinspritzvolumen den Ölmassenstrom, der zur Aufnahme der durch die Luftkompression erzeugten Wärme erforderlich ist.
Folgen: Ein unzureichender Ölmassenfluss führt zu schnellen thermischen Spitzen unter Volllastbedingungen. Lagern und Rotoren mangelt es an Kühlöl, was zu katastrophalen Schäden führen kann.
7.4 Schmierstoffverschlechterung und falsche Ölviskosität
Mechanismus: Der Betrieb von Kompressoren außerhalb der Ölwechselintervalle, die Einwirkung übermäßiger Temperaturen (> 100 °C) oder das Mischen inkompatibler Ölformulierungen führt zu einem schnellen thermischen Abbau. Die Flüssigkeit verliert ihre antioxidativen Zusätze, wird dunkler und verdickt sich zu Lack. Umgekehrt führt die Verwendung einer Ölsorte mit einer niedrigeren ISO-Viskosität als vom OEM angegeben zu einem dünneren Ölfilm bei hohen Betriebstemperaturen, was die Scherreibung erhöht.
Bestätigung: Entnehmen Sie eine Ölprobe und überprüfen Sie die Viskosität (ISO VG), die Gesamtsäurezahl (TAN) und den Oxidationsgrad mittels Laboranalyse. Führen Sie bei der geplanten Wartung eine Sichtprüfung auf dunklen Schlamm oder Lack auf den Innenflächen des Abscheidertanks durch.
Folgen: Lack überzieht Kühlerrohre, Thermostatventile und Verdichterabstände, wodurch die Wärmeübertragung drastisch verschlechtert wird und mechanische Komponenten festkleben.
8. Schrittweise Lösungsverfahren
8.1 Verfahren 1: Reinigung und Wiederherstellung luftgekühlter und wassergekühlter Wärmetauscher
- Führen Sie eine vollständige LOTO am Haupttrennschalter des Kompressors durch. Stellen Sie mit einem Multimeter sicher, dass keine elektrische Energie vorhanden ist.
- Isolieren Sie die Luft- und Ölsysteme des Kompressors vollständig und machen Sie sie drucklos.
- Bei luftgekühlten Einheiten: Entfernen Sie die Schutzgitter und Zugangsplatten, um den Ölkühlerkern freizulegen.
- Tragen Sie ein zugelassenes industrielles, biologisch abbaubares Entfettungsmittel auf das äußere Lamellenpaket auf. Lassen Sie es 5 bis 10 Minuten einweichen, um festsitzende ölige Flusen zu lösen.
- Blasen Sie gelösten Schmutz mit Druckluft (geregelt auf maximal 2,0 bar / 30 psi) oder heißem Wasser mit niedrigem Druck aus und richten Sie dabei den Strahl parallel auf die Lamellen, um ein Verbiegen dieser zu vermeiden. Warnung: Übermäßiger Luft- oder Wasserdruck zerbricht die Kühlrippen aus Aluminium.
- Bei wassergekühlten Geräten: Wasserzulauf- und -rücklaufventile isolieren. Schließen Sie eine tragbare chemische Spülpumpe an, die mit einer zugelassenen Entkalkungslösung (inhibierte Sulfamin- oder Phosphorsäure) gefüllt ist. 2 bis 4 Stunden lang zirkulieren lassen, um Kalkablagerungen aufzulösen. Vor Wiederinbetriebnahme gründlich mit klarem Wasser spülen.
- Bringen Sie die Zugangsplatten wieder an, starten Sie den Kompressor neu und stellen Sie sicher, dass der Temperaturunterschied im Kühler wieder auf normale Werte zurückkehrt (Abfall von 10 °C auf 15 °C).
8.2 Verfahren 2: Austausch des thermostatischen Mischventilelements
- Führen Sie LOTO durch und stellen Sie sicher, dass das Gerät vollständig drucklos und auf unter 40 °C (104 °F) abgekühlt ist.
- Stellen Sie eine Auffangwanne unter das Thermostatventilgehäuse.
- Entfernen Sie die Befestigungsschrauben des Ventildeckels gleichmäßig und heben Sie die Abdeckplatte ab.
- Entfernen Sie das alte Thermostatelement, die innere Feder und die O-Ring-Dichtungen. Beachten Sie beim Ausbau die Ausrichtung des Elements.
- Überprüfen Sie die Ventilbohrung auf Lack oder Riefen. Reinigen Sie die Bohrung mit fusselfreien Lappen und einem zugelassenen Lösungsmittel.
- Installieren Sie ein neues Thermostatelement nach OEM-Spezifikation und neue O-Ringe (leicht mit sauberem Kompressoröl geschmiert).
- Ziehen Sie die Deckelschrauben sternförmig mit dem vom Hersteller angegebenen Drehmoment an (typischerweise 25 Nm bis 35 Nm für Standard-Messinggehäuse).
- Füllen Sie bei Bedarf Öl nach, löschen Sie LOTO, starten Sie den Kompressor und überprüfen Sie die korrekte Wärmeregulierung mithilfe eines Infrarot-Thermometers an den Bypass- und Kühlerleitungen.
8.3 Verfahren 3: Durchführen einer vollständigen Ölsystemspülung und Filteraustausch
- Lassen Sie den Kompressor laufen, bis das Öl die normale Betriebstemperatur (ca. 80 °C) erreicht hat, schalten Sie ihn dann ab und führen Sie LOTO aus.
- Machen Sie den Abscheidertank vollständig drucklos.
- Öffnen Sie das Hauptölablassventil und lassen Sie das gesamte verbrauchte Schmiermittel aus dem Abscheidertank, dem Ölkühler und dem Verdichtergehäuse in geeignete Behälter ab.
- Entfernen Sie das aufschraubbare Ölfilterelement mit einem Filterschlüssel. Überprüfen Sie den gebrauchten Filter auf metallische Rückstände oder starken Schlamm.
- Reinigen Sie das Filtermontagepad, tragen Sie einen dünnen Film sauberen Öls auf die Dichtung des neuen Filters auf und drehen Sie ihn handfest plus einer dreiviertel Umdrehung gemäß den Anweisungen des Herstellers fest.
- Schließen Sie das Ablassventil und füllen Sie den Abscheidertank bis zur 75 %-Markierung im Schauglas mit frischem, vom Erstausrüster vorgeschriebenen Kompressorschmiermittel.
- Lassen Sie den Kompressor 5 Minuten lang im Leerlauf laufen, prüfen Sie ihn auf Lecks, überprüfen Sie den Ölstand und versetzen Sie das Gerät wieder in den Volllastbetrieb.
9. Vorbeugende Maßnahmen
| Ursache | Präventionsstrategie | Überwachungsmethode | Empfohlenes Intervall |
|---|---|---|---|
| Kühlerverschmutzung | Installieren Sie Vorfilter an den Einlasslamellen des Kompressorraums; Planen Sie eine regelmäßige Entlüftung des Kühlerkerns ein. | Wöchentliche Sichtkontrolle; Überwachen Sie den Entladungstemperaturtrend auf der SPS. | Monatliche Reinigung (Umgebungen mit starkem Staub: alle zwei Wochen). |
| Ausfall des Thermostatventils | Ersetzen Sie das Wachselement proaktiv während der Generalüberholungsintervalle. | Infrarot-Wärmescan von Bypass- und Kühlerleitungen. | Alle 8.000 bis 12.000 Betriebsstunden. |
| Ölverschlechterung / Verstopfung des Filters | Verwenden Sie hochwertige synthetische Schmierstoffe; Halten Sie sich strikt an die Ölanalysepläne. | Probenahme im Öllabor (TAN, Viskosität, Verschleißmetalle); Überwachungsfilter Delta P. | Ölwechsel: Alle 4.000 – 8.000 Stunden (synthetisch); Filter: Alle 2.000 Stunden. |
| Einschränkung der Belüftung | Stellen Sie sicher, dass die HVAC- und Abluftventilatoren des Kompressorraums den BTU/kW-Anforderungen für die Gesamtwärmeabfuhr entsprechen. | Raumtemperatursensor mit Übertemperaturalarm. | Vierteljährliche HVAC-Inspektion und Luftstromprüfung. |
10. Ersatzteile und Komponenten
Stellen Sie bei der Durchführung von Reparaturen oder vorbeugenden Wartungsarbeiten sicher, dass die Ersatzkomponenten genau den OEM-Spezifikationen für Druckwerte, Mikrometer-Filtrationseffizienz und thermische Betriebsbereiche entsprechen.
| Teilebeschreibung | Spezifikation | Wann ersetzen? | UNITEC-Kategorie |
|---|---|---|---|
| Aufschraubbares Ölfilterelement | 10 Mikrometer synthetisches Medium, 20 bar Berstdruck | Alle 2.000 Stunden oder wenn Delta P 1,0 bar überschreitet | Filterkomponenten |
| Luft-/Ölabscheiderelement | Koaleszierendes Glasfasermedium, < 3 ppm Verschleppung | Alle 4.000 Stunden oder wenn Delta P 1,0 bar überschreitet | Trennsysteme |
| Reparatursatz für Thermostatventile | 71 Grad C / 160 Grad F oder 82 Grad C / 180 Grad F Wachselement | Alle 8.000 bis 12.000 Stunden oder bei Versagen durch Kleben | Thermoregelventile |
| Synthetisches Kompressorschmiermittel | ISO VG 46 / VG 68 Polyolester (POE) oder PAO-Formulierung | Pro Ölanalyse oder max. 8.000 Betriebsstunden | Industrieschmierstoffe |
| Entladungstemperatursensor | PT100-Widerstandsthermometer, -50 °C bis +200 °C | Bei Kalibrierungsdrift oder Sensordurchbrennen | Instrumentierung und Steuerung |
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11. Referenzen
- ANSI/CAGI ADF 100 – Leistungsstandards des Compressed Air and Gas Institute für Schraubenkompressoren.
- ASME Boiler and Pressure Vessel Code (BPVC), Abschnitt VIII – Regeln für den Bau von Druckbehältern (Abscheidertanks).
- NFPA 70 – National Electrical Code (Standard für elektrische Sicherheit in Industriemaschinen).
- ISO 21501 – Bestimmung der Partikelgrößenverteilung für Luftfiltrationsmedien.
- Technische OEM-Servicehandbücher für ölüberflutete Schraubenkompressoren (Atlas Copco, Ingersoll Rand, Kaeser, Sullair).
- UNITEC-D Technisches Bulletin: Wärmemanagement und Schmierwartung des Druckluftsystems.