1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich
Eine genaue Durchflussmessung ist für viele industrielle Prozesse von entscheidender Bedeutung und gewährleistet die Kontrolle der Produktqualität, die Optimierung des Energieverbrauchs, eine genaue Abrechnung von Rohstoffen und Fertigprodukten sowie die Betriebssicherheit. Ausfälle von Durchflussmessern, die zu ungenauen, instabilen oder fehlenden Messwerten führen, können erhebliche betriebliche und finanzielle Folgen haben. Dieses Handbuch behandelt die Diagnose häufiger Messfehler von Durchflussmessern, einschließlich elektromagnetischer, Ultraschall-, Wirbel-, Masse- (Coriolis) und Differenzdruckfehler.
Typische Symptome:
- Ungenaue Messwerte: Ein stabiler, aber systematisch abweichender Durchflusswert im Vergleich zum Referenz- oder erwarteten Wert.
- Instabile/unregelmäßige Messwerte: Starke Schwankungen der Durchflussraten, die nicht einem stabilen Prozess entsprechen.
- Nullwert: Der Durchflussmesser zeigt einen Nulldurchfluss an, während der Prozess läuft.
- Kein Signal: Kein Ausgangssignal vom Gerät (z. B. 4–20 mA, Impulssignal, digitale Daten).
Beteiligte Ausrüstung:
Dieses Handbuch gilt für alle Arten von industriellen Durchflussmessern, die in technologischen Prozessen eingesetzt werden.
Einstufung des Schweregrads:
- Kritisch: Beeinträchtigt die Prozesssicherheit, die Produktqualität, den Produktionsausfall oder kann zu einer Umweltkatastrophe führen. Messfehler >10 % oder Komplettausfall.
- Hauptsächlich: Beeinflusst die Prozesseffizienz, die Abrechnung von Rohstoffen/Produkten und den Energieverbrauch. Messfehler 2-10 %.
- Unwesentlich: Beeinträchtigt die Überwachung und langfristige Planung. Messfehler <2 %.
2. Sicherheitsmaßnahmen
VORSICHT! Bevor Sie mit Diagnose- oder Reparaturarbeiten am Durchflussmesser oder den zugehörigen Rohrleitungen beginnen, müssen alle standardmäßigen Sicherheitsverfahren des Unternehmens strikt befolgt werden. Die Nichtbeachtung dieser Anforderungen kann zu schweren Verletzungen oder zum Tod des Personals sowie zu erheblichen Schäden an der Ausrüstung führen. Benutzen Sie immer geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA).
- Lock-out-Tag (LOTO): Wenden Sie ein Lock-out-Tag-out (LOTO)-Verfahren gemäß EN ISO 14118 für alle Energiequellen (elektrisch, pneumatisch, hydraulisch) an, die den Durchflussmesser und zugehörige Geräte antreiben. Auf Spannungsfreiheit prüfen.
- Druckentlastung und Entwässerung: Stellen Sie sicher, dass der Leitungsabschnitt, in dem das Durchflussmessgerät installiert ist, vollständig stromlos und drucklos ist und alle Prozessflüssigkeiten oder Gase entleert sind. Dazu gehört das Schließen von Absperrventilen und das langsame Öffnen von Ablassventilen.
- Gefährliche Stoffe: Wenn im Prozess gefährliche (ätzende, giftige, brennbare, heiße) Flüssigkeiten oder Gase verwendet werden, ergreifen Sie besondere Maßnahmen, um diese sicher zu entfernen und zu neutralisieren. Verwenden Sie geeignete PSA (säurebeständige Handschuhe, Schutzanzüge, Atemschutzmasken).
- Energiespeicherung: Achten Sie auf gespeicherte Energie in Federn, Kondensatoren oder aufgehängten Geräten. Entfernen Sie diese Energie vor der Arbeit.
- Temperatur: Lassen Sie heiße Teile des Geräts auf eine sichere Temperatur abkühlen oder tragen Sie hitzebeständige Handschuhe.
3. Notwendige Diagnosetools
Für eine effektive Diagnose und Fehlerbehebung von Durchflussmessern sind die folgenden Tools erforderlich:
| Werkzeug | Spezifikation/Modell | Messbereich | Zweck |
|---|---|---|---|
| Digitalmultimeter | Fluke 179 oder gleichwertig, CE, DSTU EN 61010-1 | Spannung: 0-1000 V AC/DC; Strom: 0-10 A AC/DC; Widerstand: 0-50 MΩ | Überprüfung der Versorgungsspannung, Stromschleifen 4-20 mA, Kabelintegrität, Sensorwiderstand. |
| HART-Kommunikator oder Felddiagnosegerät (Feldbus) | Rosemount 375/475, Emerson AMS Trex oder gleichwertig | Nach dem HART/Feldbus-Protokoll | Parameter einstellen, kalibrieren, überwachen, Diagnosemeldungen des Durchflussmessers lesen. |
| Ein Satz kalibrierter Manometer | Wika CPG1500 oder gleichwertig, Genauigkeitsklasse 0,05 % | 0-10 bar, 0-60 bar, 0-250 bar | Überprüfung des Drucks in der Rohrleitung vor und nach dem Durchflussmesser, Überprüfung der Messwerte der Drucksensoren. |
| Ein Satz kalibrierter Thermometer | Fluke 561, Pt100/Pt1000-Sensoren, Klasse A | -50°C bis +400°C | Überprüfung der Prozesstemperatur und Überprüfung der Messwerte der Temperatursensoren. |
| Ultraschall-Dickenmessgerät | Olympus 38DL PLUS oder ähnlich | 0,5 mm - 500 mm | Erkennung interner Wucherungen oder Korrosion von Rohrleitungs-/Sensorwänden ohne Demontage. |
| Wärmebildkamera | Fluke TiS60+ oder ähnlich, Empfindlichkeit 0,04 °C | -20°C bis +600°C | Erkennung von abnormalen Temperaturgradienten, Verstopfungen, Lecks und Überhitzung der Elektronik. |
| Vibrationsanalysator (für Wirbel und einige mechanische Typen) | Fluke 805 FC oder gleichwertig, ISO 10816 | 0–200 mm/s RMS | Erkennung von mechanischen Schäden oder Resonanzen, die die Genauigkeit beeinträchtigen. |
| Geräte zur Durchflusskalibrierung | Tragbarer Durchflussmesser, Referenzdurchflussmesser, Wägeprobenehmer | Entsprechend dem Bereich des kalibrierten Durchflussmessers | Überprüfung und Kalibrierung des Durchflussmessers vor Ort oder im Labor. |
| Glasfaser-Inspektionskamera | Olympus IPLEX UltraLite oder ähnlich | Länge 2-10 m, Durchmesser 6-12 mm | Visuelle Prüfung der Innenoberfläche der Rohrleitung und des Sensors auf Bewuchs und Beschädigungen. |
4. Checkliste für die Erstbewertung
Bevor Sie mit einer detaillierten Diagnose beginnen, führen Sie die folgenden Schritte aus, um primäre Informationen zu sammeln:
| Bewertungselement | Aktion/Prüfung | Erwartetes Ergebnis / Hinweis |
|---|---|---|
| Betriebsbedingungen des Prozesses | Notieren Sie die aktuellen Messwerte für Druck, Temperatur und Dichte (falls bekannt) in der Rohrleitung. | Liegen die Messwerte innerhalb der normalen Betriebsparameter? Abweichungen >5 % können die Ursache sein. |
| Unfallverlauf und Warnungen | Überprüfen Sie das DCS/SCADA/PLC-System auf Warnungen oder Alarme im Zusammenhang mit dem Durchflussmesser oder dem Prozess. | Gab es Meldungen wie „kein Signal“, „Kalibrierungsfehler“ oder „außerhalb des Bereichs“? |
| Technische Servicezeitschriften | Sehen Sie sich Aufzeichnungen früherer Reparaturen, Kalibrierungen und Konfigurationsänderungen an. | Gab es kürzlich Arbeiten, die sich auf den Durchflussmesser auswirken könnten? (z. B. Austausch des Rohrabschnitts, Kalibrierung, Änderung der Firmware). |
| Visuelle Übersicht | Überprüfen Sie den Durchflussmesser und angrenzende Abschnitte der Rohrleitung auf physische Schäden, Undichtigkeiten, Korrosionsspuren und Vibrationen. | Gibt es offensichtliche Schäden, Verformungen, Überhitzungsspuren, Feuchtigkeit an der Elektronik? |
| Überprüfung der Strom- und Signalleitungen | Überprüfen Sie visuell die Unversehrtheit der Stromkabel und Signalleitungen sowie die Zuverlässigkeit der Verbindungen. | Sind die Kabel intakt, ohne Knicke, Isolationsschäden? Sind alle Klemmen dicht? |
| Bestimmungen des Durchflussmessers | Überprüfen Sie, ob der Durchflussmesser entsprechend den Herstellervorgaben installiert ist (horizontal/vertikal, Durchflussrichtung). | Dies ist besonders wichtig für Wirbel-, Turbinen- und einige Ultraschall-Durchflussmesser. |
5. Systematischer Diagnoseablauf (Blockdiagramm)
- Symptom: Ungenaue oder unregelmäßige Durchflussmesswerte
- Erstprüfung:
- Führen Sie die „Checkliste für die Erstbewertung“ durch (Kapitel 4).
- Welche Lektüre:
- Fehlende/keine Lektüre? Fahren Sie mit Schritt 2 fort.
- Die Lesart ist vorhanden, aber ist sie unplausibel oder instabil? Fahren Sie mit 1.b fort.
- Strom- und Signalprüfung:
- Messen Sie die Versorgungsspannung des Durchflussmessers:
- Verwenden Sie ein Multimeter. Überprüfen Sie die Nennspannung (z. B. 24 V DC).
- Wenn die Spannung außerhalb von ±5 % liegt oder nicht vorhanden ist:
- Ursache: Netzteilausfall, Kabelbruch, Kurzschluss.
- Abhilfe: Stromversorgung wiederherstellen. Überprüfen Sie die Sicherungen.
- Wenn die Spannung normal ist: Fahren Sie fort.
- Überprüfen Sie das Ausgangssignal (z. B. 4-20 mA):
- Messen Sie den Strom mit einem Multimeter im Serienmodus oder verwenden Sie einen HART-Kommunikator, um den Wert abzulesen.
- Wenn der Strom 0 mA beträgt (oder ein anderer falscher Wert, zum Beispiel 3,8 mA oder 21 mA):
- Ursache: Unterbrechung der Stromschleife, Fehlfunktion des Durchflussmesser-Transmitters.
- Abhilfe: Überprüfen Sie die Kabel zum DCS/PLC. Ersetzen Sie den Sender (falls erforderlich).
- Wenn der Strom im Bereich von 4–20 mA liegt, aber nicht dem erwarteten Fluss entspricht: Fahren Sie fort.
- Messen Sie die Versorgungsspannung des Durchflussmessers:
- Prozessbedingungen prüfen:
- Prozessdruck und -temperatur vergleichen:
- Kalibrierte Druckmessgeräte und Thermometer verwenden. Vergleichen Sie mit Design-/normativen Werten.
- Wenn Druck/Temperatur erheblich abweichen (>10 %):
- Grundursache: Änderung der Flüssigkeitseigenschaften (Dichte, Viskosität), Phasenübergänge, Kavitation.
- Abhilfe: Passen Sie den Prozess an oder kalibrieren Sie den Durchflussmesser neu, um ihn an die neuen Bedingungen anzupassen.
- Wenn normal: Fahren Sie fort.
- Auf Gasblasen/feste Einschlüsse (bei Flüssigkeiten) bzw. Flüssigkeit (bei Gasen) prüfen:
- Sichtprüfung durch Schauglas (falls vorhanden) oder Probenanalyse.
- Wenn gefunden:
- Ursache: Zweiphasenströmung, die zu falschen Messwerten führt (insbesondere bei Elektromagnetik und Wirbeln).
- Abhilfe: Optimieren Sie den Prozess, um Zweiphasigkeit zu vermeiden, oder installieren Sie einen Durchflussmesser, der gegen solche Bedingungen resistent ist (z. B. Massen-Coriolis).
- Wenn nicht gefunden: Fahren Sie fort.
- Prozessdruck und -temperatur vergleichen:
- Inspektion der Installation und des internen Zustands:
- Auf Ablagerungen/Verunreinigung prüfen:
- Verwenden Sie eine Inspektionskamera oder ein Ultraschalldickenmessgerät.
- Wenn erhebliche Ablagerungen (>1 mm) festgestellt werden:
- Ursache: Verunreinigung des Sensors/der Wände, Änderung des Innendurchmessers.
- Abhilfe: Reinigen Sie den Durchflussmesser und die Rohrleitungen.
- Wenn sauber: Weiter.
- Überprüfen Sie die Installationsanforderungen:
- Vergleichen Sie die tatsächliche Länge der geraden Rohrabschnitte vor und nach dem Durchflussmesser mit den Anforderungen des Herstellers (z. B. EN ISO 5167-1 für Differenzdruck).
- Bei Diskrepanz:
- Ursache: Montageeffekte (Wirbelströme, Geschwindigkeitsprofilverschiebung).
- Abhilfe: Installieren Sie den Durchflussmesser neu oder installieren Sie Strömungsgleichrichter.
- Wenn die Installation übereinstimmt: Fahren Sie fort.
- Auf Ablagerungen/Verunreinigung prüfen:
- Kalibrierung und Einrichtung:
- Feldkalibrierung durchführen:
- Verwenden Sie einen Referenzdurchflussmesser oder einen Überlaufständer. Vergleichen Sie die Messwerte.
- Wenn die Abweichung >1 % vom Normalwert ist:
- Ursache: Kalibrierungsdrift, Sensorverschleiß, Einrichtungsfehler.
- Abhilfe: Führen Sie eine vollständige Neukalibrierung durch oder ersetzen Sie die fehlerhafte Komponente.
- Wenn normal: Fahren Sie fort.
- Überprüfen Sie die Einrichtungsoptionen des Durchflussmessers:
- Verwenden Sie einen HART-Kommunikator. Überprüfen Sie Bereiche, Einheiten und Verhältnisse.
- Wenn die Parameter falsch sind:
- Ursache: Konfigurationsfehler.
- Abhilfe: Stellen Sie die richtigen Einstellungen ein.
- Feldkalibrierung durchführen:
- Erstprüfung:
- Symptom: Keine oder keine Durchflussmesswerte
- Stromprüfung:
- Versorgungsspannung an den Anschlüssen des Durchflussmessers messen.
- Wenn nicht vorhanden oder <22 V DC:
- Grundursache: Stromausfall, Kabelbruch, Ausfall der Stromversorgung.
- Abhilfe: Stromversorgung wiederherstellen, Stromkreis prüfen.
- Wenn die Stromversorgung normal ist: Fahren Sie fort.
- Signalkabelprüfung:
- Trennen Sie die Signalkabel vom Durchflussmesser und vom Controller. Überprüfen Sie die Unversehrtheit des Kabels (Widerstand) mit einem Multimeter.
- Wenn der Widerstand offen (unendlich) oder kurzgeschlossen (ca. 0 Ohm) ist:
- Ursache: Kabelschaden.
- Abhilfe: Ersetzen oder reparieren Sie das Kabel.
- Wenn das Kabel intakt ist: Fahren Sie fort.
- Sensor-/Senderprüfung:
- Mit einem HART-Kommunikator eine Verbindung zum Durchflussmesser herstellen.
- Wenn keine Kommunikation oder Diagnose erfolgt, wird „Sensor-/Senderfehler“ angezeigt:
- Ursache: Interner Fehler der Sensor- oder Senderelektronik.
- Abhilfe: Ersetzen Sie die defekte Komponente oder den gesamten Durchflussmesser.
- Wenn Kommunikation vorhanden ist, der Messwert jedoch Null ist: Prüfen Sie den Durchfluss in der Rohrleitung und die physische Durchgängigkeit.
- Stromprüfung:
6. Matrix der Störungen und Ursachen
Nachfolgend finden Sie eine Matrix, die häufige Symptome mit wahrscheinlichen Ursachen, diagnostischen Tests und erwarteten Ergebnissen verknüpft.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit) | Diagnosetest | Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird |
|---|---|---|---|
| Ungenaue Messwerte (stabil, aber falsch) | 1. Kalibrierungsdrift 2. Montageeffekte (Wirbelströme, unzureichende gerade Abschnitte) 3. Ansammlung/Verunreinigung des Sensors/der Rohrleitung 4. Änderung der Flüssigkeitseigenschaften (Temperatur, Dichte, Viskosität) 5. Falsche Konfiguration/Einstellung des Durchflussmessers |
1. Vor-Ort-Kalibrierung/Laborkalibrierung 2. Sichtprüfung der Installation, Vergleich mit den Anforderungen des Herstellers/Standards EN ISO 5167-1 3. Inspektion mit Inspektionskamera, Ultraschalldickenmessgerät 4. Temperatur-/Druckmessung, Flüssigkeitsanalyse 5. Anschließen des HART-Kommunikators, Überprüfen der Parameter |
1. Die Messwerte des Durchflussmessers weichen um >1 % vom Referenzwert ab 2. Vor/nach dem Durchflussmesser <10D / <5D von geraden Abschnitten, Vorhandensein von Riegeln/Bögen in der Nähe 3. Es wurde eine Wucherungsschicht (>1 mm) oder eine teilweise Verstopfung festgestellt 4. T oder P weichen um >5 % vom Nennwert ab, Änderung der Dichte >2 % 5. Der Messbereich, der Koeffizient K, die Maßeinheiten stimmen nicht überein |
| Instabile/unregelmäßige Messwerte | 1. Zweiphasenströmung (Gasblasen in Flüssigkeit oder Flüssigkeit in Gas) 2. Starke Vibrationen der Rohrleitung (insbesondere bei Wirbeldurchflussmessern) 3. Instabiles Strom- oder Signalkabel (Hindernisse) 4. Fehlfunktion der Elektronikeinheit des Senders 5. Teilweise Verstopfung oder Druck-/Temperaturschwankungen |
1. Sichtprüfung durch das Schauglas, Prozessanalyse 2. Schwingungsanalysator, Sichtprüfung von Verbindungselementen 3. Multimeter (Spannungs-/Stromprüfung), Oszilloskop (Signalrauschprüfung), Erdungsprüfung 4. Diagnose über HART-Kommunikator, Platinen-/Senderaustausch 5. Inspektionskammer, P/T-Schwankungsanalyse |
1. Beobachtung von Blasen/Tröpfchen, periodischen starken Dichteänderungen 2. Vibration >5 mm/s RMS am Gehäuse des Durchflussmessers 3. Schwankung der Versorgungsspannung >10 %, Vorhandensein von Impulsrauschen im Signal 4. Diagnosefehler „Interner Fehler“, „Sensorfehler“ 5. Erkennung bewegter Partikel, Druckschwankungen >10 % |
| Nullwert/Kein Signal | 1. Mangelnder Durchfluss in der Rohrleitung 2. Keine Stromversorgung zum Durchflussmesser 3. Defektes Signalkabel oder Kurzschluss 4. Vollständige Verstopfung des Durchflussmessers/der Rohrleitung 5. Vollständige Fehlfunktion des Sensors oder Senders |
1. Inspektion von Pumpen, Ventilen, technologischem Schema 2. Multimeter (Messung der Spannung an den Klemmen) 3. Multimeter (Überprüfung der Integrität des Kabels) 4. Sichtprüfung, Inspektionskamera, Ultraschalldickenmessgerät 5. Diagnose über den HART-Kommunikator, Überprüfung des Ausgangssignals |
1. Die Pumpe ist ausgeschaltet, das Ventil ist geschlossen 2. Versorgungsspannung <22 V DC oder 0 V 3. Kabelwiderstand >10 MΩ (Unterbrechung) oder <1 Ω (Kurzschluss) 4. Erkennung einer vollständigen Blockade 5. Keine Kommunikation oder „Keine Sensordaten“, Ausgangsstrom 0 mA (oder fester Minimal-/Maximalwert) |
7. Analyse der Grundursachen jeder Fehlfunktion
7.1. Montageeffekte
- Warum es auftritt: Unzureichende gerade Rohrleitungsabschnitte vor und nach dem Durchflussmesser (z. B. nach Bögen, Ventilen, Pumpen), was zu einem verzerrten Durchflussprofil, Wirbel- oder Turbulenzbildung führt. Dies wirkt sich entscheidend auf die Genauigkeit der meisten Durchflussmesser aus, mit Ausnahme von Massen-Coriolis-Durchflussmessern. Beispielsweise erfordern Wirbeldurchflussmesser erhebliche gerade Abschnitte (10D davor, 5D danach), um eine stabile Wirbelfahne zu bilden.
- So bestätigen Sie: Sichtprüfung des Installationsortes, Vergleich mit den Herstelleranforderungen und relevanten Normen (EN ISO 5167-1 für Differenzdruck). Messen der Länge gerader Abschnitte.
- Was verursacht, wenn nicht beseitigt: Anhaltende, systematische Messfehler, die nicht durch Kalibrierung korrigiert werden können. Dies führt zu einer unsachgemäßen Steuerung des Prozesses, einem übermäßigen Verbrauch von Rohstoffen oder Energie und der Freisetzung minderwertiger Produkte.
7.2. Änderung der Prozessbedingungen
- Warum es auftritt: Eine Änderung der Dichte, Viskosität, Temperatur oder des Drucks der Flüssigkeit/des Gases im Vergleich zu den Bedingungen, unter denen der Durchflussmesser kalibriert oder konfiguriert wurde. Dazu gehören auch Phasenübergänge (z. B. die Bildung von Gasblasen in einer Flüssigkeit oder Kondensation in einem Gas), die insbesondere elektromagnetische, Ultraschall- und Wirbeldurchflussmesser betreffen.
- So bestätigen Sie: Vergleich der Messwerte kalibrierter Druck- und Temperatursensoren mit der Norm. Analyse der Zusammensetzung und des Phasenzustands von Flüssigkeit/Gas. Sichtprüfung (wenn möglich) auf Blasen/Tröpfchen.
- Was verursacht, wenn nicht beseitigt: Instabile oder systematisch falsche Durchflussmesswerte. Dies kann zu einem fehlerhaften Betrieb des automatischen Steuerungssystems führen, was zu Schwankungen der Prozessparameter und Produktinkonsistenzen führen kann.
7.3. Driftkalibrierung
- Warum es auftritt: Natürliche Alterung der Sensorkomponenten, mechanischer Verschleiß, Einwirkung aggressiver Umgebungen, Temperaturschwankungen, Überschreitung des Messbereichs, elektrische Überlastungen. Dies führt zu einer allmählichen Änderung der Eigenschaften des Messelements.
- So bestätigen Sie: Führen Sie eine Kontrollkalibrierung des Durchflussmessers auf einem Auffangstand oder unter Verwendung eines Referenzdurchflussmessers durch.
- Ursachen, wenn nichts dagegen unternommen wird: Ein allmählicher Anstieg des Messfehlers, der über längere Zeiträume unbemerkt bleiben kann und zu kumulierten Verlusten oder minderwertigen Produkten führt. Kann zu ungeplanten Stopps wegen außerplanmäßiger Kalibrierung führen.
7.4. Ablagerungen/Fouling (Beschichtung)
- Warum es auftritt: Ablagerung von Feststoffpartikeln, Zunder, Polymeren, Biofilm oder anderen Substanzen an den Innenwänden der Rohrleitung und/oder an den Messelementen des Durchflussmessers. Dies verändert den Innendurchmesser des Rohrs, die Form des Strömungsgeschwindigkeitsprofils oder beeinträchtigt die Funktion des Sensors (z. B. werden die Elektroden des elektromagnetischen Durchflussmessers abgedeckt).
- So bestätigen Sie: Sichtprüfung mit einer Inspektionskamera nach der Demontage des Durchflussmessers. Verwendung eines Ultraschall-Dickenmessgeräts zur Schätzung der Dicke von Wucherungen. Überprüfung des Widerstands der Elektroden des elektromagnetischen Durchflussmessers.
- Ursachen, wenn nicht überprüft: Systematische Messfehler (normalerweise zu niedrige Messwerte), erhöhter hydraulischer Widerstand, der zu einem erhöhten Energieverbrauch der Pumpe, einer verringerten Produktqualität und einer möglichen Verstopfung der Ausrüstung weiter unten in der Prozesslinie führt.
7.5. Elektrische Störungen
- Ursachen: Brüche oder Kurzschlüsse in Stromkabeln/Signalleitungen, Ausfall der Stromversorgung, elektromagnetische Störungen (EMI), Erdungsprobleme, Ausfall der Senderelektronik.
- So bestätigen Sie: Messen Sie die Versorgungsspannung und die Stromschleife mit einem Multimeter. Überprüfung der Integrität von Kabeln. Diagnose der Erdung. Verwendung eines Oszilloskops zur Erkennung von Rauschen in einem Signal.
- Was verursacht, wenn nicht behoben: Völliges Fehlen von Messwerten, instabile oder zufällige Messwerte, Unfähigkeit, mit dem Gerät zu kommunizieren. Kann zu Prozessstopps und erheblichen Diagnosekosten führen.
8. Schritt-für-Schritt-Verfahren zur Fehlerbehebung
8.1. Eliminierung von Montageeffekten
- ACHTUNG! Führen Sie das LOTO- und Leitungsabschaltverfahren durch (Kapitel 2).
- Bewertung: Zerlegen Sie den Durchflussmesser und überprüfen Sie den Rohrleitungsabschnitt visuell auf Verstopfungen oder falsche Geometrie.
- Korrektur:
- Ersetzen Sie den Durchflussmesser an einem neuen Standort, der den Herstelleranforderungen für gerade Abschnitte entspricht (z. B. mindestens 10D davor, 5D danach für Wirbel- und einige Ultraschall-Durchflussmesser).
- Wenn eine Neuinstallation nicht möglich ist, installieren Sie Strömungskonditionierer gemäß EN ISO 5167-1, um das Geschwindigkeitsprofil zu stabilisieren.
- Überprüfung: Führen Sie nach Wiederaufnahme des Vorgangs Testmessungen durch. Vergleichen Sie die Messwerte mit einem Referenzinstrument oder den Waagendaten. Führen Sie eine Kalibrierung vor Ort durch.
8.2. Korrektur von Änderungen der Prozessbedingungen
- ACHTUNG! Bewerten Sie die mit gefährlichen Flüssigkeiten/Gasen verbundenen Risiken (Kapitel 2).
- Überwachung: Installieren Sie zusätzliche Temperatur- und Drucksensoren oder nutzen Sie vorhandene, um die Prozessbedingungen kontinuierlich zu überwachen.
- Korrektur:
- Wenn die Änderungen dauerhaft sind, kalibrieren Sie den Durchflussmesser neu, um ihn an die neuen Bedingungen anzupassen (geben Sie neue Korrekturfaktoren für Dichte/Viskosität ein).
- Bei Zweiphasenströmungen: Optimieren Sie den Prozess, um deren Entstehung zu vermeiden (z. B. Druckanstieg, Temperaturabfall). Wenn eine Zweiphasenströmung unvermeidbar ist, sollten Sie die Installation eines Durchflussmessers in Betracht ziehen, der diesen Bedingungen standhält (z. B. Massen-Coriolis).
- Überprüfung: Überprüfen Sie die Stabilität und Genauigkeit der Messwerte nach Anpassung der Bedingungen oder Neukalibrierung.
8.3. Eliminierung der Kalibrierungsdrift
- ACHTUNG! Führen Sie das LOTO- und Leitungsabschaltverfahren durch (Kapitel 2).
- Kalibrierung: Zerlegen Sie das Durchflussmessgerät und senden Sie es zur vollständigen Laborkalibrierung auf einer zertifizierten Überlaufbank gemäß DSTU EN ISO/IEC 17025. Wenn eine Laborkalibrierung nicht möglich ist, führen Sie eine Feldkalibrierung mit einem Referenzdurchflussmesser durch.
- Einrichtung: Wenden Sie die Kalibrierungskorrekturfaktoren mithilfe des HART-Kommunikators auf die Konfiguration des Durchflussmessers an.
- Austausch: Wenn die Kalibrierungsdrift zu groß ist und wiederholt auftritt, kann dies auf Abnutzung oder Beschädigung des Sensors hinweisen. Erwägen Sie den Austausch des empfindlichen Elements oder des gesamten Durchflussmessers.
- Überprüfung: Überwachen Sie nach der Wiederinbetriebnahme die Messwerte des Durchflussmessers mehrere Tage lang und vergleichen Sie sie mit anderen Prozessdaten.
8.4. Reinigung von Wucherungen/Kontaminationen
- ACHTUNG! Führen Sie den LOTO-Vorgang durch und schalten Sie die Leitung ab. Schutzbrille und Handschuhe sind OBLIGATORISCH. Bei der Arbeit mit aggressiven Chemikalien: Vollschutzanzug und Atemschutzmaske (Kapitel 2).
- Zugriff: Entfernen Sie den Durchflussmesser aus der Rohrleitung.
- Reinigung:
- Mechanisch: Ablagerungen mit Bürsten, Schabern entfernen (achten Sie darauf, empfindliche Sensorelemente nicht zu beschädigen).
- Chemisch: Verwenden Sie geeignete chemische Lösungen, um Ablagerungen aufzulösen (z. B. Säuren gegen Kalk, Laugen gegen organische Ablagerungen). Befolgen Sie die Sicherheitshinweise für Chemikalien.
- Ultraschall: Für empfindliche Sensoren kann ein Ultraschallbad verwendet werden.
- Inspektion: Führen Sie nach der Reinigung eine gründliche Sichtprüfung auf Schäden am Sensor oder an Innenteilen durch.
- Verifizierung: Führen Sie nach der Einrichtung und Wiederherstellung des Prozesses eine Kalibrierung vor Ort durch, um sicherzustellen, dass die Genauigkeit wiederhergestellt wird.
8.5. Elektrische Fehlerbehebung
- VORSICHT! Führen Sie das LOTO-Verfahren durch und schalten Sie die Stromkreise ab. Gefahr eines Stromschlags. (Kapitel 2).
- Stromprüfung: Messen Sie die Spannung an den Stromanschlüssen des Durchflussmessers. Wenn es fehlt oder instabil ist, überprüfen Sie die entsprechenden Schutzschalter, Sicherungen, Klemmenanschlüsse und die Stromversorgung.
- Kabelprüfung:
- Trennen Sie beide Enden des Signalkabels und messen Sie seinen Widerstand. Es sollte sehr niedrig (wenige Ohm) pro Kern und unendlich zwischen den Kernen und den Kernen und dem Schirm sein.
- Überprüfen Sie die Unversehrtheit der Abschirmung und Erdung des Kabels.
- Erdungsprüfung: Stellen Sie sicher, dass das Gehäuse des Durchflussmessers und die Kabelabschirmung sicher geerdet sind. Der Erdungswiderstand sollte <4 Ohm betragen.
- Komponentenaustausch: Wenn alle externen Stromkreise in Ordnung sind und die Diagnose des HART-Kommunikators einen Fehler anzeigt, ist wahrscheinlich das Elektronikmodul des Senders oder der Sensor selbst ausgefallen. Ersetzen Sie die fehlerhafte Komponente.
- Überprüfung: Überprüfen Sie nach der Beseitigung elektrischer Fehler die Stabilität des Ausgangssignals und die Genauigkeit der Messwerte des Durchflussmessers.
9. Vorbeugende Maßnahmen
Vorbeugen ist wirksamer als Reparieren. Nachfolgend finden Sie Strategien zur Minimierung von Messfehlern von Durchflussmessern.
| Grundursache | Präventionsstrategie | Überwachungsmethode | Empfohlenes Intervall |
|---|---|---|---|
| Montageeffekte | Strikte Einhaltung der Einbauvorschriften, Einsatz von Strömungsgleichrichtern. | Regelmäßige Sichtprüfung, Prüfung der Installationspläne. | Bei geplanten Stopps, bei Änderungen an der Pipeline. |
| Änderung der Prozessbedingungen | Stabilisierung technologischer Parameter, Einsatz schwankungsresistenter Durchflussmesser (z. B. Coriolis). | Überwachung von Druck, Temperatur, Dichte (falls zutreffend) in DCS/SCADA. | Ständige Trendanalyse. |
| Driftkalibrierung | Regelmäßige planmäßige Kalibrierung und Überprüfung. | Kontrollkalibrierung vor Ort, Vergleich mit einem Referenzgerät. | Gemäß den Vorschriften (zum Beispiel alle 1–2 Jahre) oder den Anforderungen von DSTU EN ISO/IEC 17025. |
| Ablagerungen/Fouling | Regelmäßige Reinigung der Rohrleitung und des Sensors, Filtration von Flüssigkeiten, Einsatz von selbstreinigenden Durchflussmessern (sofern verfügbar). | Ultraschall-Dickenmessgerät, Inspektionskamera, Sichtprüfung. | Abhängig vom Prozess (von 3 Monaten bis 2 Jahren), während geplanter Stopps. |
| Elektrische Störungen | Zuverlässige Verlegung von Kabeln, ordnungsgemäße Erdung, Schutz vor elektromagnetischen Störungen, regelmäßige Überprüfung der elektrischen Anschlüsse. | Messung des Erdungswiderstandes, Sichtprüfung von Kabeln. | Einmal alle 1–3 Jahre bei geplanten Elektroarbeiten. |
10. Ersatzteile und Komponenten
Für eine schnelle Fehlerbehebung empfiehlt UNITEC-D, die folgenden Ersatzteile auf Lager zu haben. Alle Komponenten finden Sie im UNITEC E-Katalog.
| Beschreibungsdetails | Spezifikation | Wann ersetzen? | Kategorie UNITEC |
|---|---|---|---|
| Die elektronische Einheit des Senders des Durchflussmessers | Je nach Modell des Durchflussmessers (z. B. Siemens Sitrans F M MAG 5000/6000) | Bei interner Fehlfunktion der Elektronik, fehlender Kommunikation, nach Diagnose, die auf eine Fehlfunktion hinweist. | Durchflussmessgeräte |
| Ein Satz Dichtungen/Ringe | Material (EPDM, PTFE, Viton), Größe DN, PN | Bei jeder Demontage des Durchflussmessers treten Undichtigkeiten und Alterungserscheinungen auf. | Dichtungen und Öldichtungen |
| Elektroden (für elektromagnetische Durchflussmesser) | Material (Hastelloy, Tantal), Größe | Bei erheblicher Verschmutzung, Beschädigung oder erfolgloser Reinigung führt dies zu einer Kalibrierungsdrift. | Durchflussmessgeräte |
| Druck-/Temperatursensoren (integriert oder zusätzlich) | Bereich, Ausgangssignal (4-20 mA), Genauigkeitsklasse | Im Falle eines Ausfalls, erheblicher Drift, mechanischer Beschädigung. | Druck-/Temperatursensoren |
| Netzteil 24 V DC | Leistung, Ausgangsspannung (24 V DC), Schutzart IP | Im Fehlerfall Instabilität der Ausgangsspannung. | Elektronik und Automatisierung |
| Strömungskonditionierer | Material, Durchmesser DN, Typ (z. B. Platte, Rohr) | Bei Bedarf Korrektur des Strömungsprofils. | Pipeline-Komponenten |
11. Links
- EN ISO 5167-1:2003 – Messung des Flüssigkeitsdurchflusses durch Druckabfallgeräte, die in Rohrleitungen mit kreisförmigem Querschnitt installiert sind. Teil 1: Grundprinzipien und Anforderungen.
- ISO 10816 – Mechanische Vibration. Bewertung von Maschinenschwingungen durch Messungen an stationären Teilen.
- EN ISO 14118:2018 – Sicherheit von Maschinen. Verhinderung unerwarteter Startvorgänge.
- DSTU EN 61010-1:2016 – Sicherheit von Messgeräten für elektrische Messung, Steuerung und Laborgebrauch. Teil 1: Allgemeine Anforderungen.
- DSTU EN ISO/IEC 17025:2017 – Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (EN ISO/IEC 17025:2017, IDT).
- Betriebs- und Wartungshandbücher von Durchflussmesserherstellern (Siemens, Endress+Hauser, Emerson, Krohne, Yokogawa).
- Andere UNITEC-D-Wartungshandbücher (z. B. Pumpengeräte-Fehlerdiagnose).