Guide de maintenance : Changement des roulements sur les moteurs électriques – Démontage, inspection et remontage

Technical analysis: Bearing replacement procedure for electric motors: step-by-step disassembly, inspection, and reassem

1. Anwendungsbereich & Zweck

Dieser Leitfaden beschreibt das standardisierte Verfahren für den Wechsel von Wälzlagern in Elektromotoren. Er ist anwendbar für alle gängigen Bauformen von Drehstrom-Asynchronmotoren, Gleichstrommotoren und Permanentmagnet-Synchronmotoren im industriellen Einsatz. Ziel ist es, die Lebensdauer der Motoren zu maximieren, unerwartete Ausfälle zu verhindern und die Betriebssicherheit der Anlagen zu gewährleisten. Ein Lagerwechsel ist bei geplanter präventiver Wartung, nach Erreichen der erwarteten Lagerlebensdauer oder bei festgestellten Auffälligkeiten wie erhöhten Geräuschen, Vibrationen oder Betriebstemperaturen gemäß DIN EN 60034-1 durchzuführen.

2. Sicherheitshinweise

GEFAHR! Vor Beginn jeglicher Arbeiten am Elektromotor muss die Anlage gemäß den VDE 0105-100 Vorschriften spannungsfrei geschaltet werden. Die „Fünf Sicherheitsregeln“ (Freischalten, Gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken) sind strikt einzuhalten. Eine Lockout/Tagout (LOTO)-Prozedur ist zwingend erforderlich, um ein unbeabsichtigtes Einschalten zu verhindern. Restenergien in Kondensatoren sind zu entladen und mechanische Spannungen (z.B. durch Federn) zu sichern.

WARNUNG! Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist während des gesamten Wartungsvorgangs obligatorisch. Dies umfasst mindestens: Schnittfeste Schutzhandschuhe (gemäß EN 388), Schutzbrille mit Seitenschutz (gemäß EN 166), Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappen und Durchtrittschutz (gemäß EN ISO 20345) und gegebenenfalls Gehörschutz (gemäß EN 352-1). Bei der Handhabung von Reinigungsmitteln oder Schmierstoffen sind die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter zu beachten und geeignete Handschuhe zu tragen.

WARNUNG! Beim Erwärmen von Lagern besteht Verbrennungsgefahr. Verwenden Sie stets hitzebeständige Schutzhandschuhe (gemäß EN 407) und stellen Sie sicher, dass keine brennbaren Materialien in der Nähe sind.

3. Erforderliche Werkzeuge & Materialien

Werkzeug / Material Spezifikation Menge
Drehmomentschlüssel Bereich: 10-200 Nm, Genauigkeit: ±4% (gemäß DIN EN ISO 6789-1) 1
Steckschlüsselsatz / Ringmaulschlüsselsatz Metrisch, SW 8 – SW 32, Chrom-Vanadium-Stahl 1 Satz
Abzieher (2-Arm / 3-Arm) Größe: 50-200 mm Spanntiefe, Innen-/Außenabzug, Hydraulisch für große Lager 1-2 (je nach Bedarf)
Induktionsheizgerät / Heißluftschrank Für Lager bis 15 kg, Temperaturregelung bis 200°C 1
Montagehülsen-Satz / Schlagwerkzeug-Satz Für präzise Lagermontage ohne Beschädigung 1 Satz
Fühllehre Bereich: 0.02 – 1.00 mm, Abstufung: 0.01 mm (gemäß DIN 2275) 1
Messuhr mit Magnetstativ Messbereich: 0-10 mm, Auflösung: 0.01 mm 1
Mikrometer / Bügelmessschraube Messbereich: 0-25 mm, Auflösung: 0.001 mm (gemäß DIN 863) 1
IR-Thermometer / Wärmebildkamera Messbereich: -30 bis 600°C, Genauigkeit: ±2°C 1
Reinigungsmittel (fettlösend) Industriereiniger, rückstandsfrei verdunstend, nicht korrosiv 1-2 Liter
Industriepapier / Fusselfreie Tücher Saugfähig, reißfest 1 Rolle
Schmierstoff (Lagerfett) Herstellerempfehlung beachten, z.B. Lithiumkomplexseifenfett, NLGI 2, ISO-L-XBCDB2 1 Kartusche / Dose
Neue Wälzlager Typ, Größe, Toleranz, Lagerluft (z.B. 6309 C3), Herstellerqualität 2 (Antriebsseite DE, Nicht-Antriebsseite NDE)
Neue Dichtringe / Wellendichtringe Maße, Material (NBR, FKM), Typ (z.B. Radial-Wellendichtring DIN 3760) 2
Schraubensicherung (optional) Mittelfest, z.B. Loctite 243 1 Flasche
Markierungsstift Permanentmarker 1

4. Checkliste zur Vorinspektion

Diese Inspektion dient der Zustandsbeurteilung vor dem Lagerwechsel und hilft, mögliche Ursachen für den Lagerschaden zu identifizieren.

Item Check Akzeptanz-/Ablehnungskriterien Notizen
Motorumgebung Sauberkeit, Feuchtigkeit, Temperatur, Belüftung Trocken, staubarm, Umgebungstemperatur innerhalb Herstellerangaben ___________________
Motorbefestigung Sitz der Befestigungsschrauben, Vibration Sicher, keine lose Schrauben, keine ungewöhnlichen Vibrationen (Handtest) ___________________
Kabel & Anschlüsse Unversehrtheit der Isolation, fester Sitz der Klemmen, Oxidation Keine sichtbaren Beschädigungen, fester Sitz, sauber ___________________
Lüfter & Lüfterhaube Sauberkeit, Unversehrtheit, freie Rotation des Lüfters Frei von Schmutz und Beschädigungen, Lüfter dreht sich leichtgängig ___________________
Akustische Prüfung (bei Betrieb) Ungewöhnliche Geräusche (Schleifen, Heulen, Klopfen) Nur normales Betriebsgeräusch. Abweichungen >3 dB(A) sind kritisch. ___________________
Thermische Prüfung (bei Betrieb) Oberflächentemperatur Motor (Gehäuse, Lagerschilder) mit IR-Thermometer Innerhalb Herstellerangaben (typ. max. 80°C Gehäuse), keine Hotspots. Delta-T zwischen Lagerschildern < 5°C. ___________________
Vibrationsprüfung (bei Betrieb) Messung an Lagersitzen (optional, bei Verfügbarkeit Vibrationsmessgerät) Gesamtschwinggeschwindigkeit RMS < 2.8 mm/s für Klasse N (nach DIN ISO 10816-3) ___________________
Wellendurchführung Sichtprüfung auf Leckagen (Schmierstoff), Beschädigung der Dichtung Keine Leckagen, Dichtung intakt ___________________

5. Schritt-für-Schritt-Anleitung

5.1. Vorbereitung und Sicherheit

  1. Arbeitsbereich sichern: Markieren Sie den Arbeitsbereich mit Absperrband und Warnschildern. Stellen Sie sicher, dass genügend Platz für die Demontage und die Handhabung des Motors vorhanden ist.

  2. Motor von der Energieversorgung trennen (LOTO):

    1. Schalten Sie den Motor am Hauptschalter spannungsfrei.
    2. Sichern Sie den Schalter gegen Wiedereinschalten (z.B. durch ein Vorhängeschloss und ein Warnschild mit Name und Datum).
    3. Überprüfen Sie mit einem geeigneten Multimeter (geprüft nach VDE 0413), dass keine Spannung an den Anschlussklemmen des Motors anliegt. Messen Sie zwischen allen Phasen und Erde.
    4. Häufiger Fehler: Annahme der Spannungsfreiheit ohne Verifikation. Dies ist ein Sicherheitsrisiko und kann zu schweren Verletzungen führen.
  3. Sicherstellung der Motorkühlung: Lassen Sie den Motor auf Umgebungstemperatur abkühlen, falls er zuvor im Betrieb war. Dies erleichtert die Handhabung und reduziert Verbrennungsgefahr.

  4. Dokumentation: Machen Sie Fotos vom Ist-Zustand des Motors, insbesondere von der Anordnung der Anbauteile und der Verkabelung. Dies ist hilfreich für die korrekte Remontage.

  5. Positionen markieren: Markieren Sie die Position der Lagerschilder zum Statorgehäuse mit einem Körner oder wasserfesten Stift. Dies stellt die korrekte Ausrichtung beim Zusammenbau sicher.

5.2. Demontage

  1. Anbauteile demontieren:

    1. Lösen und entfernen Sie alle Schutzeinrichtungen, z.B. Lüfterhaube und Klemmenkastenabdeckung.
    2. Demontieren Sie Kupplungen, Riemenscheiben oder Lüfterflügel von der Motorwelle. Verwenden Sie hierfür einen geeigneten Abzieher. Bei festsitzenden Teilen kann vorsichtige Erwärmung helfen, aber vermeiden Sie direkte Flammen auf der Welle. Unsachgemäßer Einsatz von Werkzeugen kann zu Wellenbeschädigungen führen.
    3. Entfernen Sie eventuelle Passfedern und lagern Sie diese sicher.
  2. Lagerschilder demontieren:

    1. Lösen Sie die Befestigungsschrauben der Lagerschilder (Antriebsseite DE und Nicht-Antriebsseite NDE). Achten Sie auf eventuell vorhandene Passschrauben.
    2. Entfernen Sie die Lagerschilder vorsichtig. Falls sie festsitzen, verwenden Sie Gummihämmer oder Kunststoffkeile, um sie zu lösen, ohne die Passflächen zu beschädigen.
    3. Drehmomentwert Beispiel: Für M8-Schrauben an Lagerschildern beträgt das Anzugsdrehmoment typischerweise 25-30 Nm, für M10-Schrauben 45-55 Nm. Die genauen Werte sind der Motordokumentation zu entnehmen.
  3. Rotor entnehmen:

    1. Positionieren Sie den Motor so, dass der Rotor sicher entnommen werden kann. Bei größeren Motoren ist ein geeignetes Hebemittel (Kran, Hebezeug) zu verwenden.
    2. Ziehen Sie den Rotor vorsichtig und gleichmäßig aus dem Stator. Achten Sie darauf, die Statorwicklungen nicht zu beschädigen. Schützen Sie die Rotorwelle, um Beschädigungen der Lagerpassung zu vermeiden.
    3. Legen Sie den Rotor auf einer sauberen, weichen Unterlage ab.
  4. Alte Lager demontieren:

    1. Verwenden Sie einen geeigneten Abzieher, um die alten Lager von der Motorwelle zu entfernen. Bei Lagern mit einem festen Sitz auf der Welle kann ein Heizring oder ein Induktionsheizgerät hilfreich sein, um den Innenring auf ca. 80-100°C zu erwärmen, was die Demontage erleichtert.
    2. Entfernen Sie die Lager aus den Lagerschildern.
    3. Wichtiger Hinweis: Niemals rohe Gewalt oder Hammer und Meißel verwenden, da dies die Welle oder Lagersitze irreparabel beschädigen kann.

5.3. Inspektion und Analyse

  1. Alte Lager untersuchen (Schadensanalyse):

    1. Überprüfen Sie die alten Lager auf Verfärbungen (Überhitzung), Laufspuren (Verschleiß, falsche Ausrichtung), Fressen, Risse oder Rollkörperabdrücke. Identifizieren Sie mögliche Schadensmuster gemäß DIN ISO 15243.
    2. Anzeichen wie Korrosion deuten auf Feuchtigkeitseintritt hin, tiefe Laufspuren auf mangelnde Schmierung oder Überlastung.
    3. Die Analyse des Schadensbildes ist entscheidend für die Ursachenfindung und Vermeidung zukünftiger Ausfälle.
  2. Wellen und Lagersitze prüfen:

    1. Reinigen Sie die Lagerpassflächen auf der Welle gründlich. Messen Sie den Wellendurchmesser an den Lagersitzen mit einem Mikrometer (Genauigkeit 0.001 mm). Vergleichen Sie die Werte mit den Toleranzen des Motorherstellers (in der Regel h6 oder j6 für Lagerpassungen).
    2. Prüfen Sie die Welle auf Rundlauf und Schlag mit einer Messuhr und Magnetstativ. Der Rundlauf sollte maximal 0.02 mm betragen (nach VDI 2060).
    3. Überprüfen Sie die Oberflächenqualität auf Beschädigungen, Riefen oder Fretting-Korrosion (Passungsrost). Eine Oberflächenrauheit von Ra < 1.6 µm ist anzustreben.
    4. Abweichungen von der Wellendurchmessertoleranz oder ein zu hoher Rundlauf können zu Lagerschäden und Vibrationen führen.
  3. Lagergehäuse und Lagerschilder prüfen:

    1. Reinigen Sie die Lagerbohrungen in den Lagerschildern gründlich. Messen Sie die Bohrungsdurchmesser mit einer Innenmessschraube oder einem geeichten Messschieber. Vergleichen Sie mit den Toleranzen des Herstellers (in der Regel H7 oder G7).
    2. Prüfen Sie die Lagerschilder auf Risse, Verformungen oder Beschädigungen.
    3. Stellen Sie sicher, dass die Schmierbohrungen (falls vorhanden) sauber und frei sind.
  4. Stator und Wicklungen prüfen:

    1. Entfernen Sie lose Partikel und Verschmutzungen vom Statorpaket und den Wicklungen.
    2. Überprüfen Sie die Wicklungen auf Beschädigungen der Isolation, Überhitzungsspuren oder Fremdkörper.
    3. Führen Sie eine Isolationswiderstandsmessung nach VDE 0701-0702 durch, falls ein entsprechendes Prüfgerät verfügbar ist.

5.4. Montage der neuen Lager

  1. Vorbereitung der neuen Lager:

    1. Entfernen Sie die neuen Lager erst unmittelbar vor der Montage aus der Originalverpackung, um Verschmutzung und Korrosion zu vermeiden.
    2. Reinigen Sie die Lager vorsichtig mit einem schnell verdunstenden, rückstandsfreien Reinigungsmittel, falls sie nicht bereits gefettet sind.
    3. Erwärmen Sie die Lager für die Montage auf die Welle (bei Presspassung). Eine Temperatur von 80-100°C (maximal 120°C) ist ideal. Verwenden Sie ein Induktionsheizgerät oder einen Heißluftschrank. Niemals offene Flammen verwenden oder das Lager über 120°C erhitzen, da dies die Lagerstruktur und Schmierstoffqualität negativ beeinflussen kann.
    4. Visuelle Kontrolle: Nach dem Erwärmen sollten die Lager gleichmäßig expandiert sein und sich leicht auf die Welle schieben lassen.
  2. Lager auf die Welle montieren:

    1. Schieben Sie das erwärmte Lager zügig auf den gereinigten Wellensitz bis zum Anschlag. Achten Sie auf einen geraden Sitz.
    2. Bei kleineren Lagern, die kalt montiert werden (Sitz F6, G6), verwenden Sie einen Montagesatz mit passenden Hülsen, um die Kraft ausschließlich auf den Innenring auszuüben. Niemals auf den Außenring schlagen oder drücken, da dies das Lager beschädigt.
    3. Visuelle Kontrolle: Das Lager muss plan und spielfrei auf seinem Sitz anliegen.
  3. Einbau der Lager in die Lagerschilder:

    1. Setzen Sie neue Dichtringe und Wellendichtringe in die Lagerschilder ein. Achten Sie auf die korrekte Einbaurichtung (Lippen zur Schmierstoffseite).
    2. Fetten Sie die Dichtlippen leicht mit dem empfohlenen Lagerfett.
    3. Füllen Sie die Lagerschilder mit der vom Hersteller empfohlenen Menge an Lagerfett. Achten Sie darauf, den Schmierraum nicht zu überfüllen (typischerweise 30-50% des freien Volumens), um Überhitzung zu vermeiden.

5.5. Remontage des Motors

  1. Rotor einsetzen:

    1. Führen Sie den Rotor vorsichtig in den Stator ein, ohne die Wicklungen zu berühren oder zu beschädigen.
    2. Stellen Sie sicher, dass die Welle zentriert ist, um Beschädigungen der Lager beim Aufsetzen der Schilder zu vermeiden.
  2. Lagerschilder montieren:

    1. Setzen Sie die Lagerschilder vorsichtig auf die Welle und das Statorgehäuse. Beachten Sie die zuvor angebrachten Markierungen für die korrekte Ausrichtung.
    2. Führen Sie die Befestigungsschrauben ein und ziehen Sie diese zunächst handfest an.
    3. Ziehen Sie die Schrauben kreuzweise und schrittweise mit dem Drehmomentschlüssel an die vom Hersteller vorgegebenen Werte an. Ein zu starkes oder ungleichmäßiges Anziehen kann zu Gehäuseverzug und Lagerschäden führen.
    4. Drehmomentwert Beispiel: M8 = 25-30 Nm, M10 = 45-55 Nm, M12 = 80-95 Nm.
    5. Visuelle Kontrolle: Die Lagerschilder müssen plan am Statorgehäuse anliegen, ohne Spalt.
  3. Radial- und Axialspiel überprüfen:

    1. Drehen Sie die Motorwelle nach dem Zusammenbau von Hand. Sie muss leichtgängig und ohne Schleifgeräusche oder ungewöhnlichen Widerstand drehen.
    2. Messen Sie das axiale Spiel der Welle (falls zulässig, z.B. bei Zylinderrollenlagern oder Ausgleichslagern) mit einer Messuhr. Der Wert muss innerhalb der Herstellervorgaben liegen (typisch 0.1 – 0.3 mm für frei schwimmende Lager). Bei Rillenkugellagern ist dies primär durch die Lagerluft bestimmt (z.B. C3-Lagerluft ca. 0.011-0.025 mm radial für 6309).
    3. Ein zu geringes oder fehlendes Spiel deutet auf einen falschen Sitz oder Montagefehler hin, der zu Überhitzung und schnellem Lagerausfall führt.
  4. Anbauteile remontieren:

    1. Setzen Sie Passfedern ein und montieren Sie Kupplungen oder Riemenscheiben.
    2. Achten Sie auf die präzise Ausrichtung von Kupplungen (z.B. mit Laser-Ausrichtgerät nach VDI 2060). Eine Fehlausrichtung von 0.05 mm radial oder 0.02 mm winklig kann zu erheblichen Vibrationen und Lagerschäden führen.
    3. Montieren Sie Lüfterflügel und Lüfterhaube. Stellen Sie sicher, dass der Lüfter frei dreht und nicht schleift.
    4. Verbinden Sie die elektrischen Anschlüsse im Klemmenkasten gemäß Schaltplan und ziehen Sie die Klemmen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an.

6. Checkliste zur Nachwartungsprüfung

Diese Prüfung dient der Verifikation der korrekten Montage und Funktion des Motors nach dem Lagerwechsel.

Test Erwartetes Ergebnis Aktueller Wert Bestanden / Nicht bestanden
Manuelle Wellenrotation Leichtgängig, geräuschlos, ohne Widerstand
Elektrische Prüfung Isolationswiderstand > 1 MΩ (nach VDE 0701-0702), Wicklungswiderstände in Toleranz (Multimeter)
Probelauf (ohne Last) Motor startet und läuft ruhig, keine ungewöhnlichen Geräusche oder Vibrationen
Temperaturmessung (nach 30 Min. Probelauf) Lagergehäusetemperatur stabil, max. 70°C (IR-Thermometer), kein signifikanter Unterschied zwischen DE und NDE
Vibrationsmessung (nach 30 Min. Probelauf) Gesamtschwinggeschwindigkeit RMS < 2.8 mm/s für Klasse N (DIN ISO 10816-3)
Geräuschpegelprüfung Normaler Geräuschpegel, keine Schleif-, Klopf- oder Heulgeräusche
Dichtigkeit Keine sichtbaren Schmierstofflecks an Wellendurchführungen
Drehrichtung Korrekte Drehrichtung des Motors

7. Fehlerbehebung

Häufige Probleme nach einem Lagerwechsel und deren mögliche Lösungen.

Symptom Wahrscheinliche Ursache(n) Korrekturmaßnahme(n)
Motor läuft heiß (Lager) Überfüllung mit Schmierstoff; Zu geringe Lagerluft (falsches Lager oder Montagefehler); Montagefehler (Spannung im Lager); Falsches Fett Schmierstoffmenge prüfen/reduzieren; Lagerluft prüfen, ggf. Lager ersetzen; Montage prüfen, ggf. neu montieren; Herstellerangaben zum Fett prüfen
Erhöhte Vibrationen Unwucht (Rotor, Kupplung, Riemenscheibe); Fehlausrichtung (Kupplung, Riemenscheibe); Loses Bauteil; Lagerschaden (Montagefehler) Auswuchten des Rotors/Kupplung/Riemenscheibe; Ausrichtung prüfen und korrigieren (Laser); Alle Befestigungen prüfen; Lagerstatus prüfen, ggf. ersetzen
Ungewöhnliche Geräusche (Heulen, Schleifen) Lagermangel; Lager trocken gelaufen; Fremdkörper im Lager; Falsches Lager; Beschädigtes Lager (Montage) Schmierung prüfen und ergänzen; Lager ausbauen, reinigen oder ersetzen; Lager auf korrekten Typ und Zustand prüfen
Welle lässt sich schwer drehen Zu hohe Presspassung; Lager verspannt montiert; Wellenschlag; Zu hohe Schmierstoffmenge Passung prüfen, ggf. Welle bearbeiten oder Lager mit anderer Passung wählen; Montage prüfen, ggf. neu montieren; Wellenschlag prüfen; Schmierstoffmenge prüfen
Schmierstoffleckagen Beschädigte Wellendichtung; Falsche Wellendichtung; Zu hohe Schmierstoffmenge; Überdruck im Lagerraum Wellendichtung ersetzen; Korrekten Dichtungstyp wählen; Schmierstoffmenge reduzieren; Prüfen, ob eine Entlastungsbohrung verstopft ist

8. Empfohlener Wartungsplan

Ein proaktiver Wartungsplan verlängert die Lebensdauer Ihrer Elektromotoren und vermeidet ungeplante Stillstandszeiten.

Aufgabe Frequenz Geschätzte Dauer Qualifikationsstufe
Visuelle Inspektion (extern) Monatlich / alle 750 Betriebsstunden 15 Minuten Wartungstechniker
Akustische/Thermische Prüfung Vierteljährlich / alle 2.000 Betriebsstunden 30 Minuten Wartungstechniker
Vibrationsmessung (nach DIN ISO 10816) Halbjährlich / alle 4.000 Betriebsstunden 60 Minuten Experte für Schwingungsdiagnose
Nachschmierung der Lager Gemäß Herstellerangaben (typ. 1.000 – 5.000 Betriebsstunden) 15-30 Minuten Wartungstechniker
Lagerwechsel Präventiv: alle 20.000 – 40.000 Betriebsstunden (3-5 Jahre); bedarfsabhängig bei festgestelltem Lagerschaden 4-8 Stunden (je nach Motorgröße) Erfahrener Wartungstechniker
Elektrische Prüfung (Isolation, Wicklung) Jährlich / alle 8.000 Betriebsstunden 60 Minuten Elektrofachkraft

9. Ersatzteilreferenz

Qualitativ hochwertige Ersatzteile sind entscheidend für die Zuverlässigkeit und Lebensdauer Ihrer Elektromotoren. UNITEC-D bietet eine breite Palette an Industrielagern und Dichtungen.

Teil Beschreibung Typische Spezifikation UNITEC Kategorie
Rillenkugellager (DE-Seite) 62xx, 63xx, 2RS/C3 Wälzlager
Rillenkugellager (NDE-Seite) 62xx, 63xx, 2RS/C3 Wälzlager
Zylinderrollenlager (bei größerer Radiallast) NUxx, NUPxx, C3 Wälzlager
Isolierte Lager (bei Wellenströmen) 63xx-J20AA, INSOCOAT Speziallager
Hochtemperaturlager S2, S3 (bis 350°C) Speziallager
Radial-Wellendichtring NBR, FKM (Vitron®), nach DIN 3760 Dichtungstechnik
Lagerfett Lithiumkomplexseifenfett, NLGI 2, -30 bis +140°C Schmierstoffe
Sicherungsscheiben / Sicherungsringe DIN 471 (Welle), DIN 472 (Bohrung) Normteile

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10. Referenzen

  • DIN EN 60034-1: Drehende elektrische Maschinen – Bemessung und Betriebsverhalten
  • VDE 0105-100: Betrieb von elektrischen Anlagen
  • DIN ISO 10816-3: Messung und Beurteilung von Maschinenschwingungen – Industrielle Maschinen
  • DIN ISO 15243: Wälzlager – Schäden und Ursachen – Terminologie, Klassifikation und Beispiele
  • VDI 2060: Kriterien für die Beurteilung des Wuchtzustandes rotierender starrer Körper
  • VDE 0701-0702: Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte
  • DIN EN ISO 4287: Geometrische Produktspezifikation (GPS) – Oberflächenbeschaffenheit: Tastschnittverfahren
  • SKF, FAG (Schaeffler), NSK: Herstellerdokumentation und Montageanleitungen für Wälzlager

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