Guida alla manutenzione dei pavimenti industriali: ispezione dei rivestimenti in resina epossidica, dei giunti di dilatazione e dei sistemi di drenaggio

Technical analysis: Industrial flooring maintenance: epoxy coating inspection, expansion joint condition, and drainage c

1. Anwendungsbereich & Zweck

Diese technische Wartungsanleitung dient der systematischen Inspektion und Instandhaltung von Industrieböden mit Fokus auf Epoxidharzbeschichtungen, Dehnungsfugen und integrierte Entwässerungssysteme in Produktions- und Lagerbereichen. Sie richtet sich an qualifizierte Wartungstechniker und Instandhaltungspersonal in Fertigungsbetrieben, gemäß den Anforderungen der DIN 18560 (Estriche im Bauwesen) und den Empfehlungen der VDI 6000 Blatt 4 (Instandhaltung von Böden). Ziel ist die Sicherstellung der Dauerhaftigkeit, Funktionalität und Sicherheit der Bodenstruktur. Eine regelmäßige Durchführung dieser Wartungsmaßnahmen ist kritisch für die Vermeidung von Produktionsausfällen, die Einhaltung hygienischer Standards und den Schutz der Mitarbeiter vor Rutsch- und Stolpergefahren. Diese Anleitung ist für die periodische Wartung, typischerweise halbjährlich oder bei sichtbaren Beschädigungen oder Funktionseinschränkungen, vorgesehen.

2. Sicherheitsvorkehrungen

Vor Beginn jeglicher Arbeiten am Industrieboden sind strenge Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, um Personal und Ausrüstung zu schützen. Die Einhaltung der Arbeitsplatzsicherheitsvorschriften gemäß DGUV Regel 112-192 (Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen für den Fußschutz) und DGUV Regel 112-195 (Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen für den Kopfschutz) ist obligatorisch.

GEFAHR:

  • Arbeitsbereich absichern: Den Arbeitsbereich durch Absperrbänder, Warnschilder und bei Bedarf durch Warnposten kennzeichnen. Zugriff durch unbefugtes Personal ist zu verhindern.
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Obligatorisch ist das Tragen von Sicherheitsschuhen (Schutzklasse S3 gemäß EN ISO 20345), chemikalienbeständigen Schutzhandschuhen (gemäß EN 374, insbesondere beim Umgang mit Reinigungs- oder Reparaturmitteln), Schutzbrille (gemäß EN 166) und bei Staubentwicklung oder der Verwendung von Lösemitteln Atemschutzmasken (FFP2/FFP3 gemäß EN 149).
  • Lockout/Tagout (LOTO): Bei Reinigungsarbeiten an Entwässerungssystemen, die an elektrische Pumpen oder andere Maschinenteile angeschlossen sind, sind diese gemäß den betrieblichen LOTO-Verfahren (gemäß EN 1037) spannungsfrei zu schalten und gegen Wiedereinschalten zu sichern.
  • Rutschgefahr: Ausgelaufene Flüssigkeiten, Reinigungs- oder Reparaturmittel können extrem rutschig sein. Bereiche sofort reinigen und absichern. Geeignete rutschfeste Unterlagen oder Schuhe verwenden.
  • Chemikalien: Reparaturharze, Härter und Reinigungslösungen können hautreizend, ätzend oder entflammbar sein. Sicherheitsdatenblätter (SDS) sind zu konsultieren. Für ausreichende Belüftung sorgen. Zündquellen fernhalten.
  • Sturzgefahr: Unebenheiten, offene Drainagen oder lose Abdeckungen stellen Stolperfallen dar. Vor dem Betreten des Bereichs prüfen.
  • Hebezeuge: Beim Entfernen schwerer Gitterroste oder Abdeckungen sind geeignete Hebezeuge oder mehrere Personen einzusetzen, um Rückenverletzungen zu vermeiden.

3. Erforderliche Werkzeuge & Materialien

Werkzeug / Material Spezifikation Menge
Inspektionslampe / Taschenlampe LED, min. 500 Lumen 1
Maßband / Gliedermaßstab Stahl, min. 5 m / 2 m, Genauigkeit ±1 mm 1
Fühlerlehrensatz Bereich 0.05 mm – 1.0 mm 1
Beschichtungsdickenmessgerät Magnetinduktiv / Wirbelstrom, Messbereich 0-5000 µm, Genauigkeit ±2% 1 (optional)
Haftfestigkeitsprüfgerät (Pull-Off) Messbereich 0-20 N/mm², nach EN ISO 4624 (optional, bei Bedarf) 1 (optional)
Industriesauger Nass-/Trockensauger, Staubklasse M, min. 1200 W 1
Hochdruckreiniger Min. 120 bar, Durchfluss min. 10 l/min 1
Bürsten (Hand- & Stielbürsten) Verschiedene Größen, harte Borsten Set
Schaber / Spachtel Breite 50 mm – 150 mm Set
Fugenkraller / Fugenschneider Manuell oder elektrisch 1
Mischgefäße & Rührstäbe Volumen 1 l – 5 l, für 2K-Materialien Diverse
Glättspachtel / Glättwerkzeug Für Fugenmassen Diverse
Epoxidharz-Reparaturmörtel 2-Komponenten, schnellhärtend, chemikalienbeständig Nach Bedarf
PU-Fugendichtstoff Elastisch, UV-beständig, Shore A Härte ca. 25-35 Nach Bedarf
Hinterfüllmaterial (Rundschnur) Geschlossenzellig, PE-Material, Durchmesser nach Fugenbreite Nach Bedarf
Industrieller Bodenreiniger Alkalisch, öl-/fettlösend, pH-Wert 9-11 Nach Bedarf
Chemikalienbeständige Schutzhandschuhe Nitril, EN 374-3 3 Paar
Schutzbrille EN 166 F 1
Atemschutzmaske FFP2/FFP3, EN 149 (bei Schleif- oder Lösemittelarbeiten) 1
Warnschilder / Absperrband Gemäß ASR A1.3 Nach Bedarf

4. Checkliste zur Vorinspektion

Diese Checkliste ist vor Beginn der detaillierten Wartung abzuarbeiten, um einen ersten Überblick über den Zustand des Industriebodens zu erhalten und potenzielle Gefahrenquellen zu identifizieren.

Position Prüfung Akzeptanz-/Ablehnungskriterien Bemerkungen
Gesamtzustand Visuelle Begutachtung des gesamten Bodens auf grobe Schäden, Verunreinigungen. Keine großen Pfützen, lose Teile, offensichtliche Risse > 5 mm.
Epoxidharzbeschichtung Sichtprüfung auf Blasen, Abplatzungen, Risse, Abriebspuren, chemische Angriffe. Max. 3-5 kleine (bis 10 cm²) Abplatzer pro 100 m². Keine durchgehenden Risse > 0.2 mm. Schadensstellen markieren.
Dehnungsfugen Sichtprüfung auf Risse im Fugenmaterial, Ablösung des Dichtstoffs, Schmutzeintrag. Dichtstoff intakt, keine Risse. Fugenflanken sauber und verklebt. Max. 10% der Fugen beschädigt. Undichte Fugen markieren.
Entwässerungsrinnen / Abläufe Sichtprüfung auf Verstopfungen, Beschädigungen der Gitterroste, Korrosion, Geruchsbildung. Gitterroste fest und unbeschädigt. Rinnen frei von groben Verstopfungen. Keine Korrosion. Durchfluss bei Bedarf prüfen.
Bodenhaftung von Einbauten Prüfung von Maschinenfundamenten, Poller, Markierungen auf Festigkeit und Unversehrtheit. Alle Einbauten fest verankert, Boden im Übergangsbereich intakt.
Rutschfestigkeit Subjektive Begehung und Prüfung der Oberfläche (besonders in Nassbereichen). Keine übermäßige Glätte bei üblichen Betriebsbedingungen. Messung bei Zweifel nach DIN 51130 (R-Klassen).

5. Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. 5.1 Vorbereitung des Arbeitsbereichs

    Aktion: Den zu wartenden Bereich vollständig von Maschinen, Material und Personal räumen. Absperrungen und Warnschilder gemäß ASR A1.3 anbringen. Für ausreichende Beleuchtung und Belüftung sorgen. PSA anlegen.

    Spezifische Werte: Sicherheitsabstand zu Maschinen min. 1.5 m. Beleuchtungsstärke min. 500 Lux.

    Visuelle Indikatoren: Bereich klar abgegrenzt, Warnhinweise deutlich sichtbar, ausreichend Licht.

    Häufige Fehler: Ungenügende Absicherung des Bereichs führt zu unautorisiertem Zutritt und Gefährdungen.

  2. 5.2 Inspektion der Epoxidharzbeschichtung

    Aktion: Den Boden systematisch, abschnittsweise, auf Beschädigungen prüfen. Mit Inspektionslampe schräg über die Oberfläche leuchten, um Unebenheiten und kleine Risse besser sichtbar zu machen.

    1. 5.2.1 Visuelle Prüfung auf Oberflächenmängel

      Aktion: Die gesamte Oberfläche auf Risse, Abplatzungen, Blasenbildungen, Krater, Verfärbungen, chemische Angriffe und Abriebspuren prüfen. Besonders kritisch sind Bereiche unter Maschinen, in Fahrwegen und in der Nähe von Nassbereichen.

      Spezifische Werte: Risse bis 0.2 mm Breite sind oft unkritisch, breitere Risse oder Risse mit Substanzverlust erfordern Maßnahmen. Abplatzungen > 10 cm² Fläche oder > 2 mm Tiefe sind zu dokumentieren.

      Visuelle Indikatoren: Intakte Beschichtung zeigt eine gleichmäßige, durchgehende Oberfläche ohne sichtbare Schäden.

      Häufige Fehler: Kleine Schäden übersehen, die sich schnell zu größeren Problemen entwickeln können.

    2. 5.2.2 Schichtdickenmessung (bei Bedarf)

      Aktion: An repräsentativen Stellen die Schichtdicke der Epoxidharzbeschichtung mittels Schichtdickenmessgerät (Wirbelstrom- oder magnetinduktives Verfahren) messen. Vor der Messung kalibrieren.

      Spezifische Werte: Typische Schichtdicken variieren von 2 mm bis 5 mm für hochbelastbare Industrieböden. Abweichungen von mehr als 20% von der Solldicke sind kritisch.

      Visuelle Indikatoren: Konsistente Messwerte über den gesamten Bereich.

      Häufige Fehler: Ungenügende Kalibrierung des Messgeräts oder Messung auf verunreinigten/beschädigten Flächen.

    3. 5.2.3 Haftfestigkeitsprüfung (optional, bei Bedarf)

      Aktion: Bei Verdacht auf Delamination oder unzureichende Haftung eine Haftfestigkeitsprüfung nach EN ISO 4624 (Pull-Off-Test) durchführen. Hierbei wird ein Prüfstempel auf die Oberfläche geklebt und mit einem Prüfgerät senkrecht abgezogen. Die Bruchstelle und die Zugkraft werden dokumentiert.

      Spezifische Werte: Eine Haftzugfestigkeit von > 1.5 N/mm² ist für Industrieböden typisch und erforderlich. Werte darunter weisen auf Haftungsprobleme hin.

      Visuelle Indikatoren: Bruch in der Beschichtung selbst (Kohäsionsbruch) ist ideal; Bruch an der Grenzfläche zum Untergrund (Adhäsionsbruch) ist ein Zeichen für unzureichende Haftung.

      Häufige Fehler: Unzureichende Vorbereitung der Prüffläche oder ungleichmäßiges Anbringen des Prüfstempels.

  3. 5.3 Inspektion der Dehnungsfugen

    Aktion: Alle Dehnungsfugen systematisch auf Beschädigungen und Funktionsfähigkeit prüfen.

    1. 5.3.1 Visuelle Prüfung des Fugenmaterials

      Aktion: Die gesamte Länge jeder Fuge auf Risse, Versprödung, Ablösung vom Fugenrand, fehlendes Material und Schmutzeintrag prüfen. Besonderes Augenmerk auf Bereiche mit hoher mechanischer Belastung (z.B. Gabelstaplerverkehr).

      Spezifische Werte: Risse im Fugenmaterial > 1 mm Breite oder Tiefe von > 5 mm sind reparaturbedürftig. Ablösungen von mehr als 5 cm Länge erfordern eine Sanierung.

      Visuelle Indikatoren: Fugenmaterial ist elastisch, durchgängig und haftet vollflächig an beiden Flanken. Keine sichtbaren Risse oder Spalten.

      Häufige Fehler: Nur die Oberfläche der Fuge prüfen, ohne die Seitenflanken zu berücksichtigen.

    2. 5.3.2 Messung der Fugenbreite und -tiefe

      Aktion: An mehreren Stellen entlang der Fuge die Breite mittels Maßband oder Fühlerlehre messen und die Tiefe (sofern sichtbar) beurteilen. Prüfen, ob Hinterfüllmaterial vorhanden ist.

      Spezifische Werte: Typische Fugenbreiten liegen zwischen 10 mm und 25 mm. Größere Abweichungen der Breite innerhalb einer Fuge (> ±5 mm) oder unzureichende Tiefe für den Dichtstoff (< 10 mm) können Funktionsprobleme verursachen. Das Hinterfüllmaterial sollte ca. 1/3 der Fugenbreite unter der Oberfläche liegen.

      Visuelle Indikatoren: Gleichmäßige Fugenbreite, korrekt positioniertes Hinterfüllmaterial.

      Häufige Fehler: Vernachlässigung der Tiefe, die für die korrekte Funktion des Fugendichtstoffs entscheidend ist.

  4. 5.4 Prüfung der Entwässerungssysteme

    Aktion: Alle Bodenabläufe, Rinnen und Gullys inspizieren.

    1. 5.4.1 Visuelle Prüfung und Funktionskontrolle

      Aktion: Gitterroste oder Abdeckungen entfernen. Den Bereich unterhalb auf Verunreinigungen, Ablagerungen, Korrosion und strukturelle Schäden prüfen. Prüfen, ob die Gitterroste bündig mit der Bodenoberfläche abschließen und sicher aufliegen. Auf Geruchsbildung achten (Hinweis auf stehendes Wasser oder Verstopfungen).

      Spezifische Werte: Gitterroste müssen eine Lastklasse gemäß EN 124 aufweisen, die für den Verkehr im Bereich geeignet ist. Unebenheiten von > 3 mm am Übergang zum Boden sind unzulässig.

      Visuelle Indikatoren: Entwässerungselemente sind sauber, frei von Ablagerungen, Korrosion und Beschädigungen. Gitterroste liegen fest auf.

      Häufige Fehler: Oberflächliche Prüfung ohne Entfernen der Abdeckungen, wodurch tieferliegende Verstopfungen übersehen werden.

    2. 5.4.2 Durchflussprüfung

      Aktion: Eine definierte Menge Wasser (z.B. 20 Liter) in den Ablauf oder die Rinne gießen und die Zeit für den Abfluss messen. Vergleich mit Referenzwerten oder benachbarten, intakten Systemen.

      Spezifische Werte: Eine Abflusszeit von mehr als 30 Sekunden für 20 Liter Wasser deutet auf eine beginnende Verstopfung hin und erfordert Reinigung. Der Soll-Durchfluss ist dem Systemplan zu entnehmen.

      Visuelle Indikatoren: Wasser fließt zügig und rückstandsfrei ab.

      Häufige Fehler: Keine quantitative Messung des Durchflusses, nur subjektive Beurteilung.

  5. 5.5 Maßnahmen bei festgestellten Mängeln (Reparatur)

    Aktion: Identifizierte Mängel gemäß den folgenden Anweisungen beheben. Priorität haben Sicherheitsrelevanz und Fortschritt der Schädigung.

    1. 5.5.1 Reparatur von Beschichtungsschäden

      Aktion: Lose oder delaminierte Bereiche der Epoxidharzbeschichtung mechanisch entfernen (fräsen, schleifen), bis ein fester Untergrund erreicht ist. Kanten sauber abschneiden. Die Oberfläche gründlich reinigen, entfetten und absaugen. Den Epoxidharz-Reparaturmörtel gemäß Herstellerangaben mischen (typischerweise Komponente A zu B im Verhältnis 2:1 nach Gewicht) und zügig auftragen. Mit einem Glättspachtel bündig zur bestehenden Beschichtung abziehen. Die Aushärtezeiten strikt einhalten.

      Spezifische Werte: Reparaturbereiche müssen staub- und fettfrei sein. Schichtdicke des Reparaturmörtels entspricht der Originalbeschichtung (z.B. 2-3 mm). Aushärtezeit für Begehbarkeit: 12-24 Stunden bei 20°C. Vollständige chemische Belastbarkeit nach 7 Tagen.

      Visuelle Indikatoren: Reparierte Stelle ist glatt, bündig und farblich annähernd an die Umgebung angepasst. Kein Übergang ist fühlbar.

      Häufige Fehler: Unzureichende Vorbereitung des Untergrunds, falsches Mischungsverhältnis oder zu schnelle Verarbeitung ohne Einhaltung der Topfzeit.

    2. 5.5.2 Sanierung von Dehnungsfugen

      Aktion: Das alte, beschädigte Fugenmaterial vollständig entfernen. Die Fugenflanken mechanisch reinigen (flexen, bürsten) und absaugen, um eine saubere, haftfähige Oberfläche zu schaffen. Ggf. Primer gemäß Herstellerangaben auftragen und ablüften lassen. Hinterfüllmaterial (Rundschnur) so einlegen, dass es den korrekten Querschnitt des Fugendichtstoffs sicherstellt (ideales Breiten-Tiefen-Verhältnis ca. 2:1, min. 1:1). Den neuen PU-Fugendichtstoff blasenfrei und gleichmäßig mit einer Fugenpistole einbringen und mit Glättwerkzeug abziehen.

      Spezifische Werte: Fugenflanken müssen trocken (max. 4% Restfeuchte), staub- und fettfrei sein. Aushärtung des Fugendichtstoffs: ca. 2-3 mm pro 24 Stunden bei 23°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit. Shore A Härte des Dichtstoffs nach Aushärtung 25-35.

      Visuelle Indikatoren: Die Fuge ist vollflächig und blasenfrei mit Dichtstoff gefüllt. Der Dichtstoff haftet sauber an beiden Flanken.

      Häufige Fehler: Unzureichende Reinigung der Fugenflanken, fehlendes Hinterfüllmaterial, das zu Drei-Flanken-Haftung und Rissbildung führt.

    3. 5.5.3 Reinigung und Instandsetzung von Entwässerungssystemen

      Aktion: Gitterroste und Abdeckungen entfernen und separat reinigen. Grobe Ablagerungen und Schmutz aus den Rinnen und Abläufen manuell entfernen. Anschließend mit einem Hochdruckreiniger (min. 120 bar) unter Verwendung eines alkalischen Industriereinigers (z.B. pH 10) gründlich spülen und absaugen. Bei Korrosion an Metallteilen diese reinigen, ggf. entrosten und mit Korrosionsschutz (z.B. Zinkstaubfarbe) behandeln. Beschädigte Rinnen oder Gullys (Risse, Brüche) mit geeignetem Beton- oder Reparaturmörtel instand setzen. Gitterroste wieder einsetzen.

      Spezifische Werte: Spüldruck 80-150 bar. Wassertemperatur max. 60°C. Reparaturmörtel muss frost- und chemikalienbeständig sein. Drehmoment für Schrauben von Gitterrosten (falls vorhanden) gemäß Herstellerangaben, typisch 20-30 Nm.

      Visuelle Indikatoren: Rinnen und Abläufe sind vollständig sauber und frei von Verstopfungen. Wasser fließt ungehindert ab. Gitterroste liegen sicher und bündig.

      Häufige Fehler: Nur oberflächliche Reinigung, sodass sich schnell wieder neue Verstopfungen bilden.

6. Checkliste zur Post-Wartungs-Verifizierung

Nach Abschluss aller Wartungs- und Reparaturarbeiten ist diese Checkliste zu verwenden, um die Qualität der ausgeführten Maßnahmen zu gewährleisten.

Test Erwartetes Ergebnis Tatsächlich Bestanden / Nicht bestanden
Oberflächenreinheit Der gesamte Boden ist sauber, staub- und rückstandsfrei.
Reparierte Beschichtung Reparierte Stellen sind bündig, glatt, fest und unauffällig.
Dehnungsfugen Dichtstoffe sind intakt, sauber verklebt, elastisch. Keine Risse oder Fehlstellen.
Entwässerungssysteme Rinnen und Abläufe sind frei, sauber. Gitterroste sicher und bündig eingesetzt.
Durchflusskontrolle Wasser fließt zügig und vollständig ab.
Allgemeine Sicherheit Keine Stolperfallen, Rutschgefahr oder lose Teile vorhanden. Bereich ist sicher.
Dokumentation Alle Wartungsberichte, Messprotokolle und Mängel sind vollständig dokumentiert.

7. Fehlerbehebung

Dieser Abschnitt bietet Hilfestellung bei häufig auftretenden Problemen nach oder während der Wartung.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Korrekturmaßnahme
Epoxidharzbeschichtung reißt kurz nach Reparatur Unzureichende Untergrundvorbereitung; falsches Mischungsverhältnis; zu hohe Spannung im Material. Schadhafte Reparaturstelle vollständig entfernen, Untergrund gründlicher vorbereiten (Schleifen, Grundierung), Material gemäß Herstellerangaben neu mischen und auftragen. Gegebenenfalls Dehnungsfuge einplanen.
Fugendichtstoff löst sich von Flanke ab Schlechte Flankenreinigung; fehlender Primer; inkompatibles Hinterfüllmaterial; Überdehnung. Alten Dichtstoff vollständig entfernen, Flanken mechanisch und chemisch reinigen, Primer verwenden, neues Hinterfüllmaterial einsetzen und Dichtstoff erneut auftragen. Fugenbreite prüfen.
Wasser staut sich in Rinnen/Abläufen Restliche Verstopfung; unzureichendes Gefälle; Beschädigung der Rinne. Erneute, intensivere Reinigung (mechanisch und Hochdruck); Gefälleprüfung und ggf. Sanierung der Rinnensohle; strukturelle Schäden beheben.
Farbunterschiede nach Beschichtungsreparatur Altes Material ausgebleicht; chargenbedingte Farbunterschiede; unzureichendes Mischen des Reparaturmaterials. Umliegenden Bereich anschleifen und mit einem transparenten Topcoat überrollen; bei größeren Unterschieden Teilfläche neu beschichten; Mischvorgang des Reparaturmaterials optimieren.
Blasenbildung in der Beschichtung Feuchtigkeit im Untergrund; zu hohe Umgebungstemperatur; zu schnelle Aushärtung. Oberfläche anschleifen, Blasen öffnen und mit dünner Schicht Reparaturharz überarbeiten; Vorbereitung auf Feuchtigkeit prüfen; Verarbeitungsbedingungen optimieren (Temperatur, Luftfeuchte).
Rutschigkeit des Bodens nach Reinigung Rückstände des Reinigungsmittels; Beschichtung durch Abrieb geglättet. Gründliches Nachspülen mit klarem Wasser; bei starkem Abrieb rutschhemmende Versiegelung (z.B. mit Quarzsand-Einstreuung) anwenden oder Neubeschichtung prüfen.

8. Empfohlener Wartungsplan

Ein strukturierter Wartungsplan ist ausschlaggebend für die Langlebigkeit und Funktionalität von Industrieböden.

Aufgabe Frequenz Geschätzte Dauer Qualifikationsniveau
Visuelle Inspektion (gesamt) Wöchentlich / Monatlich (je nach Belastung) 15-30 Minuten Operator / Techniker
Detaillierte Inspektion (gem. Pkt. 5.2 – 5.4) Halbjährlich 2-4 Stunden pro 500 m² Geschulter Techniker
Reparatur kleiner Beschichtungsschäden Bei Bedarf (sofort) 30-60 Minuten pro Schaden Geschulter Techniker
Sanierung von Dehnungsfugen Jährlich / Bei Bedarf 1-2 Stunden pro 10 lfm Spezialtechniker
Reinigung Entwässerungssysteme (grob) Monatlich 30-60 Minuten pro Ablauf/Rinne Operator / Techniker
Reinigung Entwässerungssysteme (intensiv) Quartalsweise / Halbjährlich 1-2 Stunden pro Ablauf/Rinne Geschulter Techniker
Haftfestigkeitsprüfung Alle 2-3 Jahre (oder bei Bedarf) 1 Stunde pro 100 m² (Stichproben) Spezialtechniker (extern)

9. Ersatzteilreferenz

Die Auswahl der richtigen Ersatzteile und Materialien ist kritisch für die dauerhafte Instandsetzung von Industrieböden. UNITEC-D bietet eine breite Palette an hochwertigen Komponenten.

Teilebeschreibung Typische Spezifikation UNITEC Kategorie
Epoxidharz-Reparaturmörtel 2K-System, schnellhärtend, chemikalienbeständig, Druckfestigkeit > 60 N/mm² Bodenbeschichtungen & Reparatur
PU-Fugendichtstoff Elastisch, UV-beständig, Shore A 25-35, zulässige Gesamtverformung 25% Fugenprofile & Dichtstoffe
Hinterfüllmaterial (Rundschnur) PE, geschlossenzellig, Durchmesser 6-30 mm Fugenprofile & Dichtstoffe
Bodenreiniger (Industrie) Alkalisch, schaumarm, öl- und fettlösend, biologisch abbaubar Reinigung & Pflege
Gitterroste für Abläufe Edelstahl V2A/V4A oder Gusseisen, Lastklasse B125 – F900 nach EN 124 Entwässerungssysteme
Bodenspachtel / Glättkelle Edelstahl, verschiedene Breiten Werkzeuge
Mischrührer für 2K-Materialien Wendelrührer, Sechskantaufnahme, Durchmesser 80-120 mm Werkzeuge

Für detaillierte Informationen und die Bestellung von Ersatzteilen besuchen Sie bitte den UNITEC-D E-Katalog: https://www.unitecd.com/e-catalog/

10. Referenzen

  • DIN EN 13813: Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Eigenschaften und Anforderungen
  • DIN 18560: Estriche im Bauwesen – Teile 1-7
  • VDI 6000 Blatt 4: Ausstattung von und mit Gebäuden – Böden in Arbeitsräumen – Gestaltung, Auswahl, Instandhaltung
  • EN ISO 20345: Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe
  • EN 374: Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen
  • EN 166: Persönlicher Augenschutz – Anforderungen
  • EN 149: Atemschutzgeräte – Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln – Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN ISO 4624: Beschichtungsstoffe – Abreißversuch zur Bestimmung der Haftfestigkeit
  • EN 124: Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen – Bauelemente aus Gusseisen, Stahl, Stahlbeton und Aluminium
  • Herstellerdokumentationen und Sicherheitsdatenblätter (SDS) der verwendeten Beschichtungs- und Reparaturmaterialien.
  • BGR 181 (DGUV Regel 108-003): Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr.
  • ATEX-Richtlinie 2014/34/EU (falls zutreffend für explosionsgefährdete Bereiche).

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