1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich
Dieses Handbuch dient der Diagnose und Fehlerbehebung bei instabilen, unregelmäßigen oder ungenauen industriellen Sensormesswerten. Solche Messwerte können von zufälligen Spitzen und Schwankungen bis hin zu konstanter Abweichung oder völliger fehlender Korrelation mit dem tatsächlichen physikalischen Parameter reichen.
Betroffene Geräte: Verschiedene Arten von Sensoren, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Temperatur- (Thermoelemente, RTD), Druck-, Füllstand-, Durchfluss-, Positions- und Vibrationssensoren sowie die entsprechenden Wandler und Datenerfassungssysteme (SPS, DCS).
Schweregradklassifizierung:
- Kritisch: Führt zu einer Notabschaltung der Ausrüstung, potenziell gefährlichen Betriebsbedingungen und erheblichen Risiken für die Sicherheit von Personal oder Ausrüstung.
- Schwerwiegend: Verursacht erhebliche Produktionsausfälle, Verschlechterung der Produktqualität, erhöhten Energieverbrauch oder erfordert eine sofortige Prozessabschaltung zur Reparatur.
- Unwesentlich: Führt zu Ungenauigkeiten bei der Überwachung, erschwert die Prozessoptimierung, gefährdet jedoch weder die Sicherheit noch kritische Funktionen.
2. Sicherheitsvorkehrungen und -techniken
SICHERHEITSHINWEIS: Bevor Sie mit der Diagnose oder Reparatur beginnen, beachten Sie unbedingt Folgendes:
- VERWENDEN SIE EIN LOCKOUT/TAG-OUT SYSTEM (LOTO) gemäß den unternehmensinternen Standards und den Anforderungen der DSTU EN 1037. Stellen Sie sicher, dass alle Stromquellen (elektrisch, hydraulisch, pneumatisch) getrennt und verriegelt sind.
- TRAGEN SIE IMMER ANGEMESSENE PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA): Schutzbrille, dielektrische Handschuhe, Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe.
- Seien Sie vorsichtig mit gespeicherter Energie: Kondensatoren, Federn, Druckluft/Gas und hydraulischer Druck können auch nach dem Ausschalten der Stromversorgung gefährlich sein.
- ARBEITEN SIE NICHT AN spannungsführenden elektrischen Bauteilen, es sei denn, dies ist für die Diagnose unbedingt erforderlich und durch das Verfahren zulässig. Verwenden Sie in solchen Fällen geeignete Werkzeuge mit isolierten Griffen und befolgen Sie die Anweisungen genau.
- AUF GEFÄHRLICHE STOFFE PRÜFEN: Im Arbeitsbereich des Sensors können sich Chemikalien, heiße Flüssigkeiten oder Gase befinden.
3. Notwendige Diagnosetools
Für eine effektive Diagnose instabiler Sensorwerte sind spezielle Werkzeuge erforderlich:
| Name des Tools | Spezifikation/Modell (Beispiel) | Messbereich | Zweck |
|---|---|---|---|
| Digitalmultimeter (DMM) | Fluke 179 oder gleichwertig, mit TRMS | Spannung: bis 1000 V AC/DC Strom: bis 10 A AC/DC Widerstand: bis 50 MΩ Leitfähigkeit: bis 60 nSm |
Messen Sie die Versorgungsspannung, den Sensorausgangsstrom/-spannung, den Kabelwiderstand, überprüfen Sie die Integrität der Verkabelung und die Erdung. TRMS ist für genaue Wechselstrom- und Spannungsmessungen von entscheidender Bedeutung. |
| Tragbares Oszilloskop | Fluke ScopeMeter 120B oder Tektronix TBS1000B | Bandbreite: mindestens 20 MHz Abtastfrequenz: mindestens 250 MByb/s |
Visualisierung der Sensorwellenform, Erkennung von Rauschen, Impulsstörungen (EMI/RFI), Drift, instabilen Kontakten. |
| Isolationswiderstandsmessgerät (Megohmmeter) | Fluke 1507 oder KYORITSU 3132A | Prüfspannung: 50 V, 100 V, 250 V, 500 V, 1000 V Widerstand: bis zu 2 GΩ |
Überprüfung der Isolationsintegrität von Sensorkabeln und -verkabelungen. Erkennung von Isolationsverschlechterungen und Stromlecks, die zu Instabilität führen können. |
| Prozesskalibrator (Loop-Kalibrator) | Fluke 789 ProcessMeter oder Beamex MC6 | Quelle/Messung: mA (0–24), V (0–30), Ohm, Frequenz | Erzeugung und Messung von Standardsignalen (4-20mA, 0-10V) zur Überprüfung der Linearität, Genauigkeit und Reaktion von Sensoren und Sendern. Sensorsignalemulation. |
| EMI/RFI-Detektor (Spektralanalysator) | Aaronia Spectran V5 oder RF Explorer | Frequenzbereich: von 9 kHz bis mehrere GHz | Identifizierung elektromagnetischer und hochfrequenter Störquellen im Arbeitsbereich des Sensors, die dessen Signal verfälschen können. |
| Wärmebildkamera | Flir E6 oder Testo 872 | Temperaturbereich: von -20 °C bis +400 °C Empfindlichkeit: 0,06 °C |
Erkennung von Überhitzungen von Anschlüssen, Klemmen und Kabelschäden, die auf einen hohen Übergangswiderstand oder elektrische Störungen hinweisen können. |
4. Checkliste für die Erstbewertung
Bevor Sie mit einer detaillierten Diagnose beginnen, führen Sie die folgenden Schritte aus, um Informationen zu sammeln:
| Artikel | Aktion / Was Sie sehen sollten | Notieren Sie das Ergebnis |
|---|---|---|
| Datum/Uhrzeit der Problemerkennung | Genauer Zeitpunkt des Beginns der Instabilität. | |
| Sensortyp und ID | Name, Modell, Seriennummer, Technologie (z. B. RTD Pt100, Drucksensor 0-10 Bar). | |
| Sensorstandort | Ein bestimmter Installationsort im technologischen Prozess. | |
| Art des Konverters (falls vorhanden) | Modell, Signaltyp (z. B. 4-20 mA, 0-10 V). | |
| Natur der Instabilität | Beschreiben Sie, wie sich das Problem manifestiert: zufällige Sprünge, intermittierende Drift, hohe/niedrige Fixierung, Empfindlichkeit gegenüber externen Faktoren (Hardware eingeschaltet). | |
| Nutzungsbedingungen | Erfassen Sie die Prozessparameter zum Zeitpunkt der Störung (Temperatur, Druck, Durchfluss, Gerätebelastung). | |
| Umgebungsbedingungen | Beurteilen Sie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Vibrationsgrad, Vorhandensein aggressiver Substanzen oder Wasser. | |
| Aktuelle Änderungen | Wurden vor dem Auftreten des Problems Arbeiten durchgeführt (Reparaturen, Installation neuer Geräte, Neuverlegung von Kabeln)? | |
| Alarm-/Fehlerhistorie | Überprüfen Sie die Protokolle des Steuerungssystems auf frühere Alarme im Zusammenhang mit diesem Sensor oder zugehörigen Geräten. | |
| Visueller Überblick | Überprüfen Sie den Sensor, das Kabel, die Anschlüsse und die Verteilerkästen auf sichtbare Schäden, Korrosion, Knicke und lose Anschlüsse. |
5. Systematische Diagnose (Blockdiagramm)
Befolgen Sie diese Schritte, um die Grundursache für fehlerhafte Messwerte zu ermitteln:
- SYMPTOM: Unregelmäßige Sensormessung
- SCHRITT 1: Sichtprüfung und Anschlüsse überprüfen
- Überprüfen Sie den Sensor, das Kabel, die Anschlüsse und die Anschlusskästen.
- Fragen: Gibt es offensichtliche mechanische Schäden, Korrosion, lose Anschlüsse, Knicke im Kabel oder Spuren von Feuchtigkeit?
- WENN JA: Gehen Sie zu URSACHE: Kabelverschlechterung / schlechter Kontakt (siehe Abschnitt 7.3).
- WENN NEIN: Fahren Sie mit SCHRITT 2 fort.
- SCHRITT 2: Überprüfen Sie die Stromversorgung des Sensors/Wandlers.
- Messen Sie mit einem Multimeter die Versorgungsspannung direkt an den Sensor-/Wandleranschlüssen.
- Gültige Werte: Entspricht der Herstellerangabe (z. B. 24 V DC ± 5 %).
- Frage: Ist die Versorgungsspannung stabil und im akzeptablen Bereich?
- WENN NEIN (instabil/außerhalb des Bereichs): Gehen Sie zu URSACHE: Stromversorgungsprobleme (außerhalb dieses Handbuchs, aber berücksichtigen Sie BV-Fehler, Netzwerkinstabilität).
- WENN JA: Fahren Sie mit SCHRITT 3 fort.
- SCHRITT 3: Erdungsprüfung
- Messen Sie mit einem Multimeter den Widerstand zwischen dem Sensor-/Wandlergehäuse und dem Erdungspunkt des Bedienfelds. Der Widerstand sollte sehr niedrig sein (normalerweise weniger als 1 Ohm).
- Verwenden Sie ein Oszilloskop, um die Potenziale zwischen Erde und Neutralleiter/Körper zu prüfen.
- Frage: Ist die Erdung solide, ohne hohen Widerstand oder Erdschleifen?
- WENN NEIN: Gehen Sie zu URSACHE: Erdungsprobleme (siehe Abschnitt 7.2).
- WENN JA: Fahren Sie mit SCHRITT 4 fort.
- SCHRITT 4: Auf EMI/RFI-Präsenz prüfen
- Scannen Sie den Bereich um den Sensor und das Kabel mit einem EMI/RFI-Detektor ab.
- Beobachten Sie die Messwerte des Oszilloskops – weist das Signal hochfrequentes Rauschen auf?
- Versuchen Sie, potenzielle Störquellen (Motoren, HF-Schweißen, Funksender) vorübergehend zu deaktivieren/abzuschirmen.
- Frage: Reduziert die Deaktivierung/Abschirmung potenzieller Störquellen die Instabilität?
- WENN JA: Gehen Sie zu URSACHE: EMI/RFI-STÖRUNG (siehe Abschnitt 7.1).
- WENN NEIN: Fahren Sie mit SCHRITT 5 fort.
- SCHRITT 5: Überprüfen Sie die Kabelintegrität (Isolierung und Widerstand)
- Trennen Sie das Kabel vom Sensor und Wandler. Verwenden Sie ein Isolationswiderstandsmessgerät, um den Abstand zwischen den Adern und den Schirmadern zu prüfen.
- Zulässige Werte: Der Isolationswiderstand sollte > 1 MΩ betragen (DSTU EN 61557-2). Messen Sie den Widerstand jedes Kabels mit einem Multimeter.
- Frage: Ist der Isolationswiderstand niedrig oder der Drahtwiderstand hoch/instabil?
- WENN JA: Gehen Sie zu URSACHE: Kabelschädigung (siehe Abschnitt 7.3).
- WENN NEIN: Fahren Sie mit SCHRITT 6 fort.
- SCHRITT 6: Sensor- und Wandlerdiagnose
- Trennen Sie den Sensor vom Wandler. Verwenden Sie einen Prozesskalibrator, um dem Wandler ein Referenzsignal zu liefern (sofern dieser direkte Eingaben vom Sensor akzeptiert).
- Wenn der Sensor einen direkten elektrischen Ausgang hat (z. B. mV für ein Thermoelement, Ohm für einen RTD), messen Sie ihn mit einem Multimeter oder stellen Sie einen Referenzeingang bereit.
- Vergleichen Sie den Messwert des Wandlers oder den Sensorausgang mit Referenzwerten.
- Frage: Ist der Sensor- oder Wandlerausgang bei einem stabilen Eingang unregelmäßig/ungenau?
- WENN JA: Gehen Sie zu URSACHE: Sensor-/Wandlerfehler (siehe Abschnitt 7.4).
- FALLS NICHT: Überprüfen Sie die vorherigen Schritte oder wenden Sie sich an den technischen Support des Herstellers.
- SCHRITT 1: Sichtprüfung und Anschlüsse überprüfen
6. Matrix der Störungen und Ursachen
Diese Matrix fasst typische Symptome, wahrscheinliche Ursachen und Diagnosetests zusammen, um die Ursache instabiler Messwerte zu identifizieren:
| Symptom | Wahrscheinliche Ursachen (in der Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit) | Diagnosetest | Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird |
|---|---|---|---|
| Zufällige Sprünge/Schwankungen der Messwerte, insbesondere wenn andere Geräte eingeschaltet sind. | 1. EMI/RFI-Interferenz 2. Schlechter Kontakt in den Verbindungen 3. Probleme mit der Erdung |
Oszilloskop: Messung des Rauschens eines Signals. EMI/RFI-Detektor: Quellenabtastung. Überprüfung der Klemmen. | Rauschen im Oszillogramm. Erkennung von EMI/RFI-Quellen. Hoher Kontaktwiderstand. |
| Langsame Messwertdrift, die nicht mit der Änderung des gemessenen Parameters zusammenhängt. | 1. Verschlechterung des Kabels (Änderung des Widerstands/der Kapazität) 2. Fehlfunktion des Konverters (Temperaturdrift) 3. Probleme mit der Erdung (Schleifen) |
Isolationswiderstandsmessgerät. Prozesskalibrator: Überprüfung der Linearität und Stabilität des Wandlers. | Niedriger Kabelisolationswiderstand. Drift des Ausgangssignals des Wandlers bei stabilem Eingang. |
| Ständig hohe/niedrige Messwerte oder überhaupt kein Signal, periodische Erholung. | 1. Kabelbruch/Kurzschluss 2. Sensor-/Wandlerfehler 3. Schlechter Kontakt in den Anschlüssen |
Multimeter: Überprüfung der Integrität des Kabels und des Sensorwiderstands. Prozesskalibrator: Überprüfung des Wandlerausgangs. | Gebrochener Kern des Kabels. Keine Reaktion des Sensors/Wandlers auf den Eingang. |
| Die Messwerte ändern sich, wenn sich das Kabel bewegt oder sich in der Nähe von Metallgegenständen befindet. | 1. Mechanische Beschädigung des Kabels 2. Unzureichende Abschirmung des Kabels |
Sichtprüfung. Das Kabel „sondieren“. Oszilloskop: Beobachtung von Signaländerungen. | Erkennung von Isolationsschäden. Änderung des Signalrauschens bei Bewegung. |
7. Ursachenanalyse für jede Fehlfunktion
7.1. EMI/RFI-Interferenz (elektromagnetische/Hochfrequenzinterferenz)
Warum es passiert: Elektrische Signale von Sensoren reagieren empfindlich auf externe elektromagnetische Felder. Zu den EMI/RFI-Quellen können gehören:
- Industrielle Ausrüstung: Große Elektromotoren, Schweißmaschinen (insbesondere HF), Induktionsöfen, Wechselrichter, Frequenzumrichter (VFD).
- Funksender: Mobiltelefone, Walkie-Talkies, drahtlose Netzwerke, Funkrelaisstationen.
- Stromkabel: Parallel verlaufen oder sich mit Signalkabeln kreuzen, wodurch eine induktive Führung entsteht.
So bestätigen Sie:
- Verwenden Sie ein Oszilloskop, um das Sensorsignal zu überwachen. Das Vorhandensein hochfrequenter Geräusche oder Bursts im Zusammenhang mit dem Ein-/Ausschalten anderer Geräte weist auf EMI/RFI hin.
- Verwenden Sie einen EMI/RFI-Detektor, um die Störquelle zu lokalisieren. Bewegen Sie den Sensor in die Nähe potenzieller Quellen.
- Vorübergehendes Ausschalten von Geräten in der Nähe, die eine Störquelle darstellen können, und Überwachung der Stabilisierung der Messwerte.
Schäden, wenn sie nicht behoben werden: Dauerhafte Verfälschung der Messdaten, Fehlalarme, ungenaue Prozesssteuerung, die zu Ausfällen, Produktschäden oder sogar Notsituationen führen können. Aufgrund des ständigen „Rauschens“ der Eingangssignale ist ein vorzeitiger Verschleiß der Komponenten des Steuerungssystems möglich.
7.2. Probleme mit der Erdung
Warum es passiert: Eine ordnungsgemäße Erdung ist entscheidend für die Stabilität und Sicherheit elektronischer Systeme. Zu den Problemen gehören:
- Unzuverlässige Erdung: Oxidation der Kontaktstellen, Lockerung der Schraubverbindungen an den Erdungsschienen, dadurch hoher Widerstand.
- Unterbrechung des Erdungskreises: Vollständige Trennung der Erdung aufgrund mechanischer Beschädigung oder unsachgemäßer Wartung.
- Erdschleifen: Schaffung mehrerer Pfade für den Erdstrom, was zur Induktion unerwünschter Spannungen in Signalleitungen führt. Dies tritt häufig auf, wenn Geräte an mehreren Punkten mit unterschiedlichen Potenzialen geerdet werden.
- Unsachgemäße Erdung der Abschirmungen: Der Kabelschirm ist an beiden Enden geerdet, wodurch eine Schleife entsteht.
So bestätigen Sie:
- Messen Sie mit einem Multimeter den Widerstand zwischen dem Sensorgehäuse, der Kabelabschirmung und der Schutzerdungsschiene (PE). Der Widerstand sollte möglichst gering sein, in der Regel weniger als 1 Ohm (gemäß DSTU EN 50522 „Erdung elektrischer Anlagen mit einer Spannung von mehr als 1 kV Wechselstrom“).
- Überprüfen Sie die Unversehrtheit des Erdungsleiters visuell und mit einem Leitfähigkeitstest.
- Verwenden Sie ein Oszilloskop, um Potenziale („Masse“-Verschiebung) oder Rauschen in der Erdschleife zu erkennen.
Schaden, wenn er nicht behoben wird: Erhöhtes Rauschen auf den Signalleitungen führt zu instabilen Messwerten. Mögliche Gefahr eines Stromschlags für das Personal. Empfindliche Elektronik kann durch nicht ordnungsgemäß abgeleitete Überspannungen und Impulse beschädigt werden.
7.3. Kabelverschlechterung
Warum es passiert: Signalkabel sind für eine genaue Datenübertragung von entscheidender Bedeutung. Eine Verschlechterung kann verursacht werden durch:
- Mechanische Beschädigung: Reiben, Schneiden, Quetschen des Kabels, was zu Schäden an der Isolierung oder gebrochenen Drähten führt.
- Verschlechterung der Isolierung: Alterung des Materials, Einwirkung von hohen Temperaturen, ultravioletter Strahlung, Chemikalien oder aggressiven Umgebungen.
- Eintreten von Feuchtigkeit: Wasser im Kabel oder in den Anschlüssen kann zu Kurzschlüssen, Kapazitätsänderungen oder Kriechströmen führen.
- Biegung und Spannung: Wiederholte mechanische Beanspruchung kann zu Ermüdungsversagen der Kerne oder des Schirms führen.
So bestätigen Sie:
- Eine gründliche Sichtprüfung der gesamten Kabeltrasse inklusive Anschlüssen. Achten Sie auf Farbveränderungen der Isolierung, Risse und Beschädigungen der Außenhülle.
- Verwenden Sie ein Isolationswiderstandsmessgerät (Megohmmeter), um zwischen den Adern sowie zwischen Adern und Abschirmung/Erde zu prüfen. Ein Isolationswiderstandswert unter 1 MΩ weist auf eine Verschlechterung hin (gemäß DSTU EN 61557-2).
- Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Unversehrtheit jedes Kabelkerns und messen Sie seinen Widerstand. Ein zu hoher oder instabiler Widerstand weist auf einen Schaden hin.
- Verwenden Sie ein TDR, um die genaue Position eines Bruchs oder Kurzschlusses in einem langen Kabel zu ermitteln.
Schäden, wenn sie nicht behoben werden: Vollständiger Signalverlust, gelegentliche oder anhaltende ungenaue Messwerte, Gefahr von Kurzschlüssen, die den Wandler oder das Steuerungssystem beschädigen könnten. Verringerte Systemzuverlässigkeit und erhöhte Ausfallzeiten.
7.4. Diagnose des Senders und Sensors
Warum es passiert: Selbst bei idealen Kabel- und Bodenbedingungen kann der Sensor oder Wandler selbst fehlerhaft sein:
- Alterung von Komponenten: Elektronische Komponenten verschlechtern sich im Laufe der Zeit und verändern ihre Eigenschaften.
- Fabrikationsfehler: Herstellungsfehler, die nach einer bestimmten Betriebsdauer auftreten.
- Überlastung/Bereichsüberschreitung: Der Betrieb des Sensors außerhalb seiner Nennparameter (Temperatur, Druck, Strom) kann zu Schäden führen.
- Kontamination/Verstopfung: Bei Kontaktsensoren (z. B. Füllstand, Durchfluss, bestimmte Temperaturen) kann eine Kontamination physikalisch eine korrekte Messung verhindern.
- Kalibrierung erforderlich: Drift oder Änderung der Sensor-/Wandlerempfindlichkeit im Laufe der Zeit.
So bestätigen Sie:
- Verwenden Sie einen Prozesskalibrator, um dem Wandler (oder, wenn möglich, dem Sensor selbst) ein bekanntes, stabiles Eingangssignal zu liefern. Beobachten Sie das Ausgangssignal des Wandlers. Es sollte stabil und genau sein.
- Vergleichen Sie den Messwert des verdächtigen Sensors mit einem Referenzsensor (bekanntermaßen in Ordnung), der parallel oder vorübergehend installiert ist.
- Testen Sie den Sensor gemäß den Herstellerangaben (z. B. Widerstand bei RTDs, Spannung bei Thermoelementen, Kapazität bei kapazitiven Sensoren).
- Visuelle Prüfung des Sensors auf physische Schäden, Verschmutzung oder Anzeichen einer Überhitzung.
Schaden, wenn er nicht korrigiert wird: Anhaltend ungenaue Messwerte, die zu Prozessineffizienzen, übermäßigen Ressourcenausgaben, verminderter Qualität oder sogar Schäden am Endprodukt führen. Ein kompletter Ausfall des Sensors kann zum Stillstand der Produktionslinie führen.
8. Schritt-für-Schritt-Entfernungsverfahren
8.1. Beseitigung von EMI/RFI-Störungen
- Kabelabschirmung: Stellen Sie sicher, dass alle Signalkabel abgeschirmt sind (DSTU EN 50289-1-6). Die Abschirmung sollte an einem Ende geerdet werden, vorzugsweise auf der Seite des Empfängers (Bedienfelds), um Erdschleifen zu vermeiden. Wenn das Kabel durch Bereiche mit hoher elektromagnetischer Strahlung verläuft, sollten Sie eine doppelte Abschirmung in Betracht ziehen.
- Verwendung von Ferritringen: Installieren Sie Ferritringe (Drosseln) an den Signalkabeln so nah wie möglich am Sensor und/oder Wandler. Ferrit unterdrückt wirksam hochfrequentes Rauschen.
- Trennung der Kabel: Signalkabel mindestens 300 mm von Stromkabeln trennen. Wenn eine Kreuzung unvermeidbar ist, sollten sie sich in einem 90-Grad-Winkel kreuzen, um die induktive Kopplung zu minimieren.
- Stromversorgungsfilterung: Installieren Sie EMI/RFI-Filter auf den Stromleitungen kritischer Geräte oder Sensorstromversorgungen, um Netzwerkrauschen zu unterdrücken.
- Störquellen verschieben: Wenn möglich, entfernen Sie Quellen starker EMI/RFI physisch von empfindlichen Sensoren.
8.2. Fehlerbehebung bei Erdungsproblemen
- Inspektion und Wiederherstellung der Bodenpunkte: Überprüfen Sie alle Bodenpunkte visuell. Von Korrosion reinigen, auf festen Kontakt achten. Überprüfen Sie den Widerstand der Anschlüsse.
- Erdung der Abschirmungen: Stellen Sie sicher, dass die Abschirmungen der Signalkabel NUR an EINEM ENDE geerdet sind. Dies verhindert die Bildung von Erdschleifen.
- Einsatz von Trennverstärkern (Signalisolatoren): Installieren Sie Trennverstärker zwischen dem Sensor/Wandler und dem Steuerungssystem. Sie sorgen für eine galvanische Trennung, unterbrechen Erdschleifen und eliminieren Bodenschall.
- Überprüfen des Widerstands des Erdungskreises: Überprüfen Sie mit Hilfe eines speziellen Erdungsmessgeräts (z. B. Fluke 1625) den Widerstand des gemeinsamen Erdungskreises. Er muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen (DSTU EN 50522).
8.3. Eliminierung der Kabelverschlechterung
- Austausch beschädigter Abschnitte/Kabel: Alle Kabelabschnitte mit beschädigter Isolierung, Knicken oder Anzeichen von Überhitzung müssen ersetzt werden. Um eine langfristige Zuverlässigkeit zu gewährleisten, wird empfohlen, das gesamte Kabel auszutauschen, anstatt einzelne Abschnitte zu reparieren.
- Auswahl des geeigneten Kabels: Verwenden Sie Kabel mit geeigneter Isolierung und Außenmantel, die gegen aggressive Umgebungen (Chemikalien, Öle, UV-Strahlung), hohe Temperaturen und mechanische Belastungen beständig sind (z. B. armierte Kabel für Bereiche, in denen das Risiko mechanischer Beschädigungen besteht).
- Richtige Verlegung: Verlegen Sie die Kabel in Kabelkanälen oder -rohren und vermeiden Sie scharfe Biegungen (der Biegeradius muss den Kabelspezifikationen entsprechen), Spannungen und Bereiche mit starken Vibrationen. Auf ordnungsgemäße Montage achten.
- Feuchtigkeitsschutz: Verwenden Sie wasserdichte Kabelverschraubungen und Steckverbinder mit IP-Schutzart (gemäß DSTU EN 60529), insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Waschbedingungen.
8.4. Diagnose und Fehlerbehebung von Sender und Sensor
- Kalibrierung: Kalibrieren Sie den Sensor und den Wandler gemäß den Anweisungen des Herstellers mit einem Prozesskalibrator. Überprüfen Sie die Linearität und Wiederholbarkeit der Messwerte. Die Kalibrierhäufigkeit muss den Anforderungen der ISO 10012 entsprechen.
- Reinigung: Reinigen Sie bei medienberührenden Sensoren das Messelement von Schmutz, Zunder oder Korrosion.
- Austausch: Wenn durch Kalibrierung und Reinigung die Genauigkeit und Stabilität nicht wiederhergestellt wird oder ein interner Defekt festgestellt wird, ersetzen Sie den Sensor oder Wandler durch einen neuen. Verwenden Sie immer Originalteile oder kompatible Teile, die den Spezifikationen entsprechen.
- Einstellungen prüfen: Stellen Sie sicher, dass die Einstellungen für Bereich, Null und Spanne am Wandler den Prozessanforderungen entsprechen.
9. Vorbeugende Maßnahmen
Prävention ist der Schlüssel zur Aufrechterhaltung der Stabilität von Messsystemen:
| Grundursache | Präventionsstrategie | Überwachungsmethode | Empfohlenes Intervall |
|---|---|---|---|
| EMI/RCI-Hindernisse | Korrekte Auslegung und Installation der Kabelwege (Trennung, Schirmung, Ferritfilter). | Geplante Messung des EMI/RFI-Pegels in kritischen Bereichen mithilfe eines Spektrumanalysators. Oszillographische Kontrolle von Signalen. | Jährlich oder nach wesentlichen Änderungen am Standort der Ausrüstung. |
| Probleme mit der Erdung | Regelmäßige Sichtprüfung und Integritätsprüfung aller Erdungspunkte. Bei Bedarf Einsatz von Trennverstärkern. | Messung des Widerstandes von Erdungskreisen und Potentialen der „Erde“ mit Hilfe eines Multimeters/Erdungsprüfers. | Alle 1–3 Jahre (abhängig von der Umgebung) oder während der geplanten Wartung. |
| Kabelverschlechterung | Verwendung von speziell auf die Betriebsbedingungen abgestimmten Kabeln. Schutz vor mechanischer Beschädigung und aggressiven Umgebungen. Richtige Verlegung. | Visuelle Inspektion von Kabeltrassen. Selektive Messung des Isolationswiderstands kritischer Kabel. | Vierteljährlich (visuell), jährlich (gemessen). |
| Fehlfunktion des Sensors/Wandlers | Geplante Kalibrierung und Überprüfung. Auswahl von Sensoren und Wandlern mit hoher Zuverlässigkeit und entsprechender Schutzart für die Betriebsbedingungen. Geplanter Ersatz durch Ressource. | Regelmäßige Kalibrierung mit einem Prozesskalibrator. Trendanalyse der Sensorwerte im Steuerungssystem. | Alle 6-12 Monate (Kalibrierung), gemäß Herstellerempfehlung (Austausch je nach Ressource). |
10. Ersatzteile und Komponenten
Für eine schnelle Fehlerbehebung ist es wichtig, kritische Ersatzteile auf Lager zu haben:
| Beschreibungsdetails | Spezifikation / Typ | Wann ersetzen? | Kategorie UNITEC |
|---|---|---|---|
| Abgeschirmtes Kabel (Signal) | 2-, 3- oder 4-adrig, mit Schirm, für industrielle Bedingungen (z. B. LiYCY, NYSLCY). Aderquerschnitt: 0,25-1,5 mm². | Bei einer Verschlechterung der Isolierung wird ein mechanischer Schaden oder ein interner Bruch festgestellt. | Kabel und Leiter |
| Ferritringe (Drosseln) | Passender Durchmesser für das Kabel. Materialart: für HF-Geräusche. | Als vorbeugende Maßnahme oder zur Bestätigung von EMI/RCH. | Elektronische Komponenten |
| Trennverstärker (Signalisolator) | Art des Ein-/Ausgangs (z. B. 4-20 mA Ein-/Ausgang). Versorgungsspannung. | Bei der Bestätigung von Erdungsproblemen, die mit anderen Methoden nicht gelöst werden können. | Signalwandler |
| Sensor (spezifischer Typ) | Übereinstimmung mit dem gemessenen Parameter, Bereich, Genauigkeit, Signaltyp. Sensormodell. | Bei der Bestätigung einer Sensorfehlfunktion, nachdem andere Wiederherstellungsmethoden ausgeschöpft wurden. | Sensoren und Sensoren |
| Signalwandler (Sender) | Eingangstyp (z. B. für RTD, Thermoelement), Ausgangstyp (4-20 mA, 0-10 V), Bereich. Konvertermodell. | Bei der Bestätigung einer Fehlfunktion des Konverters, nachdem andere Wiederherstellungsmethoden ausgeschöpft wurden. | Signalwandler |
| Klemmen und Steckverbinder | Geeigneter Typ (Feder, Schraube), Querschnitt, Material (für aggressive Umgebungen), IP-Schutzart. | Wenn Korrosion, Schwächung und mechanischer Schaden festgestellt werden. | Elektrische Komponenten |
Suchen Sie nach diesen und anderen erforderlichen Komponenten im UNITEC-D Online-Katalog.
11. Links
- DSTU EN 1037: Sicherheit von Maschinen. Verhinderung eines unerwarteten Starts.
- DSTU EN 60529: Schutzgrade durch Gehäuse (IP-Code).
- DSTU EN 61000 (Reihe): Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV).
- DSTU EN 61557-2: Elektrische Sicherheit in Niederspannungsverteilungssystemen bis 1000 V AC und 1500 V DC. Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzausrüstung. Teil 2. Isolationswiderstand.
- DSTU EN 50289-1-6: Kommunikationskabel. Technische Bedingungen für Prüfmethoden. Teil 1-6. Elektromagnetische Verträglichkeit. Dämpfung der Abschirmung.
- DSTU EN 50522: Erdung elektrischer Anlagen mit einer Spannung von mehr als 1 kV Wechselstrom.
- ISO 10012: Messmanagementsysteme. Anforderungen an Messverfahren und Messgeräte.
- Betriebs- und Wartungshandbücher von Herstellern von Sensoren und Wandlern.