Beseitigung von Wasserschlägen in Rückschlagventilen: Diagnose, Analyse der Schließgeschwindigkeit und Auswahl von Dämpfern

Technical analysis: Troubleshooting check valve water hammer: slam analysis, closing speed diagnosis, damper selection,

1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich

Wasserschläge, die durch nicht ordnungsgemäß funktionierende Rückschlagventile verursacht werden, stellen ein kritisches Problem in industriellen Rohrleitungssystemen dar, das schwere Schäden an der Ausrüstung und Ausfallzeiten verursachen und die Sicherheit des Personals gefährden kann. Der Schwerpunkt dieses Handbuchs liegt auf der Diagnose, der Identifizierung der Grundursachen und der Beseitigung von Wasserschlägen, die durch plötzliches Schließen oder Öffnen von Rückschlagventilen verursacht werden.

Abgedeckte Ausrüstung: Pumpstationen, Haupt- und Prozessleitungen, Wasserversorgung, Heiz- und Kühlsysteme, Öl- und Gasleitungen, Chemieanlagen, in denen Rückschlagventile eingesetzt werden, um den Rückfluss von Flüssigkeiten zu verhindern. Die wichtigsten Arten von Ventilen sind Hubventile, Drehventile und leise (axiale) Ventile.

Schweregradklassifizierung:

  • Kritisch: Zerstörung von Rohrleitungen, Pumpen, Armaturen; Austreten gefährlicher Stoffe; Gefahr für Leben und Gesundheit des Personals. Erfordert sofortiges Eingreifen.
  • Bedeutsam: Häufiges Auslösen von Abwehrmechanismen; Schäden an Ventildichtungen; starke Vibration und Lärm; beschleunigter Verschleiß der Ausrüstung. Erfordert eine geplante Reparatur oder Modernisierung.
  • Ungefährlich: Zeitweise auftretende Geräusche oder leichte Vibrationen. Erfordert Überwachung und Einbeziehung in einen vorbeugenden Wartungsplan.

2. Vorsichtsmaßnahmen

BEFOLGEN SIE IMMER DIE SICHERHEITSVERFAHREN DER EINRICHTUNG, BEVOR SIE MIT DIAGNOSE- ODER REPARATURARBEITEN AN EINEM SYSTEM BEGINNEN, dessen Rohrleitungen einem Wasserschlag ausgesetzt sind. Bei Nichtbeachtung kann es zu schweren oder tödlichen Verletzungen kommen.

  • LOCKOUT/TAGOUT (LOTO): Stellen Sie vor jedem Eingriff in das Rohrleitungssystem sicher, dass die Energiequellen (elektrisch, hydraulisch, pneumatisch) isoliert und das Gerät gemäß den DSTU EN 10301:2006-Standards gesperrt und gekennzeichnet sind.
  • PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA): Verwenden Sie geeignete PSA: Schutzbrille (DSTU EN 166:2017), Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Schutzschuhe (DSTU EN ISO 20345:2019), Gehörschutzgeräte (DSTU EN 352-1:2017), wenn Sie in Bereichen mit erhöhtem Lärm arbeiten.
  • GESPEICHERTE ENERGIE: Stellen Sie sicher, dass die gesamte im System gespeicherte Energie (Flüssigkeitsdruck, Federspannung, elektrische Ladung an Kondensatoren) vollständig freigegeben oder sicher unter Kontrolle ist, bevor Sie Komponenten demontieren.
  • GASE UND FLÜSSIGKEITEN UNTER DRUCK: Stellen Sie vor dem Öffnen einer Flanschverbindung oder eines Ablassventils sicher, dass der Rohrleitungsabschnitt vollständig stromlos, abgekühlt und drucklos auf Atmosphärendruck ist. Befolgen Sie die Verfahren zum Umgang mit gefährlichen Stoffen, sofern diese im System vorhanden sind.

3. Notwendige Diagnosetools

Für eine effektive Wasserschlagdiagnose sind spezielle Geräte erforderlich. Nachfolgend finden Sie eine Liste empfohlener Tools:

Werkzeug Spezifikation/Modell Messbereich Zweck
Hochgeschwindigkeits-Drucksensor (piezoresistiv) Kistler 211B5, Kulite XTL-190M 0-100 bar; Frequenz 0-10 kHz Registrierung von Spitzendruckwerten und schnellen Abfällen, die auf einen Wasserschlag hinweisen.
Tragbarer Vibroanalysator mit Beschleunigungsmesser Vibrometer 2000, Brüel & Kjær Typ 2250 10 Hz - 10 kHz; Empfindlichkeit 100 mV/g Vibrationserkennung des Ventilkörpers und der angrenzenden Rohrleitungen, die auf Stöße und strukturelle Reaktionen hinweist. ISO 10816.
Ultraschall-Durchflussmesser (Außenanwendung) Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmesser (pr. FLUXUS F601) 0,1-20 m/s Berührungslose Messung des Flüssigkeitsdurchflusses, insbesondere der Rückflussrate vor dem Schließen des Ventils.
Hochgeschwindigkeits-Videokamera Phantom v711, GoPro Hero (Spezialmodus) 200–1000 Bilder/s Visuelle Registrierung der Dynamik des Schließens des Rückschlagventils, der Bewegung des Schiebers und der Vibration.
Wärmebildkamera Flir T-Serie, Testo 883 -20°C bis +350°C; Genauigkeit ±2°C Erkennung lokaler Überhitzung (Reibung) oder Unterkühlung (Kavitation) im Ventilbereich.
Multimeter (mit Strommessfunktion) Fluke 87V, Kyoritsu 1021R Spannung bis 1000 V; Strom bis 10 A (Nach-/Schicht) Diagnose elektrischer Komponenten (z. B. Magnetspulen, Aktoren), die den Ventilbetrieb steuern.
Tragbares Oszilloskop Tektronix TBS1052B, Picoskop 2205A Bandbreite ab 50 MHz; 2 Kanäle Visualisierung elektrischer Signale von Druck-, Vibrations- und Ventilöffnungs-/-schließsensoren.

4. Checkliste für die Erstbewertung

Bevor Sie mit einer detaillierten Diagnose beginnen, führen Sie eine erste Beurteilung durch, indem Sie grundlegende System- und Symptominformationen sammeln. Dies wird dazu beitragen, die möglichen Ursachen einzugrenzen.

Bewertungselement Was zu beobachten/aufzuzeichnen ist Bedeutung
Häufigkeit und Zeitpunkt des Auftretens von Wasserschlägen Ist ein Wasserschlag dauerhaft und periodisch? Hängt es mit dem Starten/Stoppen der Pumpe oder einer Laständerung zusammen? Notieren Sie die genaue Zeit, Dauer und Häufigkeit
Betriebsmodus der Pumpe Leistung, Saug-/Förderdruck, Motordrehzahl. Normal, reduziert, erhöht. Funktioniert es im Betriebspunkt?
Ventiltyp und -größe prüfen Hersteller, Modell, Nennweite (DN), Druck (PN). Prüfen Sie, ob der Ventiltyp für die Betriebsbedingungen geeignet ist.
Historie der Alarme und Störungen SCADA-Protokolle, ACS-Systeme. Erfassen Sie frühere Vorfälle im Zusammenhang mit Druck, Vibration oder Pumpenbetrieb.
Pipeline-Konfiguration Länge, Durchmesser, Material, Vorhandensein von Abzweigungen, Steigleitungen, Kompensatoren, Abzweigungen. Sichtprüfung auf fehlende Befestigungselemente und Durchhängen.
Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit von Dämpfungsgeräten Hydrospeicher, Dämpfer, Luftkappen. Überprüfen Sie den Gasdruck in den Hydrospeichern und das Vorhandensein von Undichtigkeiten.
Temperatur und Flüssigkeitseigenschaften Temperatur, Viskosität, Dichte. Fluidparameter beeinflussen Schallgeschwindigkeit und kinetische Energie.
Sichtprüfung des Ventils Das Vorhandensein äußerer Schäden, Undichtigkeiten, Vibrationsspuren. Gebrauchsspuren, Korrosion, Fremdkörper.

5. Systematisches Diagnoseblockdiagramm

Befolgen Sie diese Reihenfolge, um die Ursache des Wasserschlags zu ermitteln.

  1. Symptom: Intensives, scharfes Klopfen und Vibrieren im Bereich des Rückschlagventils, nachdem die Pumpe gestoppt wurde.
    1. Diagnoseschritt: Überprüfen Sie das Ventil visuell und hören Sie darauf, während die Pumpe gestoppt ist.
      • Wenn: Ein metallischer Schlag ist deutlich zu hören.
        1. Wahrscheinliche Ursache: Schnelles (abruptes) Schließen des Ventilkolbens durch Rückfluss.
          1. Diagnose: Messen Sie die Ventilschließzeit mit einer Hochgeschwindigkeitskamera und einem Ultraschall-Durchflussmesser.
            • Erwartetes Ergebnis: Die Schließzeit beträgt weniger als 0,2–0,5 Sekunden; Die Geschwindigkeit der Rückströmung beträgt mehr als 1 m/s.
            • Überprüfen Sie: Ventilfedersteifigkeit (falls zutreffend) oder Spulengewicht.
              • Wenn: Die Feder ist zu steif oder die Spule ist zu leicht für den gegebenen Rückfluss.
              • Grundursache: Falsche Auswahl des Ventils oder seiner Komponenten für die Systemdynamik.
            • Überprüfen Sie: Vorhandensein und Funktionsfähigkeit des Dämpfers (z. B. hydraulischer Dämpfer in Drehventilen).
              • Wenn: Der Dämpfer ist defekt (Flüssigkeitsaustritt, verstopfte Kanäle) oder fehlt.
              • Grundursache: Beschädigung oder fehlendes Dämpfungsgerät.
  2. Symptom: Anhaltende Vibrationen, Brummen oder Kavitationsgeräusche in der Rohrleitung nach dem Stoppen der Pumpe, ohne dass das Ventil plötzlich anschlägt. Pumpendruckabfall nach dem Abschalten, dann Wiederherstellung.
    1. Diagnoseschritt: Messen Sie den Druck hinter der Pumpe und vor dem Rückschlagventil mit einem Hochgeschwindigkeitsmanometer während des Abschaltens.
      • Wenn: Der Druck fällt auf Null oder negativ und steigt dann stark an.
      • Wahrscheinliche Ursache: Das Rückschlagventil schließt zu langsam, wodurch sich ein erheblicher Rückfluss entwickeln kann.
        1. Diagnose: Ventilschließzeit und Rückflussrate messen.
          • Erwartetes Ergebnis: Schließzeit über 1,0–2,0 Sekunden; Die Geschwindigkeit der Rückströmung beträgt mehr als 1,5 m/s.
          • Überprüfen Sie: Auf Fremdkörper oder Schmutz im Ventilmechanismus.
            • Wenn: Mechanische Hindernisse werden erkannt.
            • Grundursache: Verstopftes Ventil.
          • Überprüfen Sie: Verschleiß oder Beschädigung der inneren beweglichen Teile des Ventils (Kolben, Schaft).
            • Wenn: Spiel, Verschleiß oder Korrosion festgestellt werden.
            • Ursache: Mechanischer Verschleiß des Ventils.
          • Überprüfen Sie: Gebrauchstauglichkeit und Steifigkeit der Feder (falls vorhanden).
            • Wenn: Die Feder ist locker oder gebrochen.
            • Grundursache: Defekte Ventilfeder.
  3. Symptom: Kontinuierliche oder intermittierende Vibrationen und Geräusche, die nicht direkt mit dem Starten/Stoppen der Pumpe zusammenhängen.
    1. Diagnoseschritt: Messen Sie die Vibrationen des Ventilkörpers und der Rohrleitung mit einem Vibrationsanalysator.
      • Wenn: Hohe Vibrationswerte (>7,1 mm/s RMS für Nennbedingungen, ISO 10816-3).
        1. Wahrscheinliche Ursache: Ventilschieber in instabiler Position (Flattern) oder zu hohe Durchflussrate durch das Ventil.
          1. Diagnose: Messen Sie den Durchfluss durch das Ventil mit einem Ultraschall-Durchflussmesser.
            • Erwartetes Ergebnis: Die Strömungsgeschwindigkeit ist höher als für diesen Ventiltyp empfohlen (z. B. mehr als 3 m/s für die meisten Drehventile).
            • Überprüfen Sie: Übereinstimmung der Ventilgröße (DN) mit der Nennweite der Rohrleitung und dem Arbeitsdurchfluss.
              • Wenn: Das Ventil ist zu klein für das Durchflussvolumen.
              • Grundursache: Falsche Auswahl der Ventilgröße.
  4. Symptom: Regelmäßige Beschädigung der Ventildichtungen, verschlissene Spule oder Sitz, häufige Undichtigkeiten.
    1. Diagnoseschritt: Sichtprüfung des Ventilinneren während der routinemäßigen Wartung.
      • Wenn: Mechanische Schäden, Erosion, Kavitationsspuren festgestellt werden.
        1. Wahrscheinliche Ursache: Chronischer Wasserschlag oder Flattern, was zu zyklischen Belastungen führt.
          1. Diagnose: Führen Sie eine vollständige Analyse des Systems gemäß den Punkten 1 und 2 dieses Abschnitts durch.
          2. Erwartetes Ergebnis: Bestätigung eines der oben genannten Gründe.
          3. Grundursache: Eine der oben genannten Ursachen, die nicht rechtzeitig behoben wurde.

6. Matrix „Symptom – wahrscheinliche Ursache“

Mithilfe dieser Tabelle können Sie beobachtete Symptome schnell den wahrscheinlichsten Grundursachen und Diagnosemaßnahmen zuordnen.

Symptom Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit) Diagnosetest Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird
Ein scharfer metallischer Klopf beim Schließen des Ventils nach dem Stoppen der Pumpe.
  1. Schnelles Schließen des Ventils (zu steife Feder, leichter Schieber).
  2. Fehlen oder Fehlfunktion des Dämpfers.
  3. Falscher Ventiltyp (z. B. Zellenradschleuse in einer vertikalen Rohrleitung).
  1. Verschlusszeitmessung (Hochgeschwindigkeitskamera).
  2. Sichtprüfung des Dämpfers, Kontrolle des Flüssigkeitsstandes.
  3. Beurteilung der Ventilkonformität unter Betriebsbedingungen.
  1. Schließzeit < 0,3 s.
  2. Austritt von Dämpfungsflüssigkeit, Verstopfung.
  3. Nichteinhaltung der Empfehlungen des Herstellers.
Langes Brummen, Vibrationen, Kavitationsgeräusche nach dem Stoppen der Pumpe.
  1. Langsames Schließen des Ventils (geschwächte Feder, Verschmutzung, Verschleiß).
  2. Übermäßiger Rückfluss.
  3. Zu geringer Durchfluss im Normalmodus (Ventil öffnet nicht vollständig).
  1. Messung von Schließzeit und Rückfluss (Ultraschall-Durchflussmesser).
  2. Demontage und Inspektion der Innenteile des Ventils.
  3. Messung des Druckabfalls am Ventil während des Betriebs.
  1. Schließzeit > 1,5 s; Rücklauf > 1,5 m/s.
  2. Verstopfung, Sattelverschleiß, geschwächte Feder.
  3. Ein hoher Druckabfall weist auf ein teilweise geschlossenes Ventil hin.
Ständige Vibration des Ventils und der Rohrleitung im Normalbetrieb.
  1. Spulenflattern (Instabilität bei teilweiser Öffnung).
  2. Durchfluss durch das Ventil zu hoch (falsche Größe).
  3. Verstopfung, die ein vollständiges Öffnen verhindert.
  1. Vibrationsmessung (Vibrationsanalysator).
  2. Durchflussmessung (Ultraschall-Durchflussmesser).
  3. Visuelle Inspektion, Endoskopie (wenn möglich).
  1. Vibrationspegel > 7,1 mm/s RMS.
  2. Strömungsgeschwindigkeit > 3 m/s.
  3. Erkennung von Fremdkörpern.
Häufige Undichtigkeiten, Schäden an den Dichtungen, Erosion der Innenflächen des Ventils.
  1. Chronischer Hydrozephalus (einer der oben genannten Gründe).
  2. Kavitation aufgrund suboptimaler Systemauslegung.
  1. Umfassende Analyse der Systemdynamik.
  2. Analyse von Materialien und chemischer Zusammensetzung von Flüssigkeiten.
  1. Bestätigung eines Wasserschlags.
  2. Anzeichen einer Kavitationszerstörung.

7. Ursachenanalyse für jede Fehlfunktion

7.1. Schnelles (abruptes) Schließen des Rückschlagventils

Erklärung: Diese Art von Wasserschlag tritt auf, wenn die Spule des Rückschlagventils zu schnell schließt, nachdem der Direktfluss plötzlich unterbrochen wurde (z. B. ein Notstopp der Pumpe). Durch Trägheit bewegtes Fluid erzeugt einen Rückfluss, der am geschlossenen Ventilschieber abrupt stoppt. Dadurch entsteht eine Hochdruckstoßwelle, die sich durch die Pipeline ausbreitet.

So bestätigen Sie: Messen Sie die Ventilschließzeit (sollte für die meisten Anwendungen je nach DN und PN im Bereich von 0,3 bis 1,0 Sekunden liegen) mit einer Hochgeschwindigkeits-Videokamera, die mit der Druckprotokollierung synchronisiert ist. Ein starker Druckanstieg (Spitzenwerte sind 2–5 Mal höher als der Arbeitsdruck) unmittelbar nach dem Schließen des Ventils bestätigt dieses Szenario. Die Analyse des Oszillogramms des Drucksensors zeigt einen kurzzeitigen Impuls mit hoher Amplitude.

Schaden:

  • Verformung und Zerstörung von Rohrleitungen, Flanschverbindungen.
  • Schäden an internen Komponenten des Ventils (Kolben, Sitz, Feder).
  • Lösen von Befestigungselementen und Halterungen der Rohrleitung.
  • Aufschlüsselung von Messgeräten, Pumpen.
  • Entstehung einer Gefahrensituation für das Personal durch Austreten von unter Druck stehender Flüssigkeit.

7.2. Langsames Schließen des Rückschlagventils

Erklärung: Dieser Grund ist das Gegenteil des vorherigen. Wenn das Rückschlagventil zu langsam schließt, hat eine erhebliche Flüssigkeitsmenge Zeit, sich in die umgekehrte Richtung zu bewegen. Wenn das Ventil schließlich schließt, stoppt auch dieser Rückfluss abrupt und es entsteht ein Wasserschlag. Außerdem kann das Vorhandensein einer Rückströmung insbesondere bei niedrigen Drücken zu Kavitation im Ventil- und Pumpenbereich führen.

So bestätigen Sie: Messen Sie die Schließzeit des Ventils (über 1,5–2,0 Sekunden ist ein Zeichen für langsames Schließen) und die Rückflussrate. Ein Ultraschall-Durchflussmesser kann einen erheblichen Rückfluss erkennen, bevor das Ventil vollständig geschlossen ist. Dabei können die Druckspitzen geringer ausfallen als bei einem plötzlichen Verschluss, der Wasserschlag kann jedoch länger andauernd und schwankend sein.

Schaden:

  • Erosion und Kavitationszerstörung des Ventilsitzes und der Spule.
  • Rückwärtsdrehung und Beschädigung des Pumpenlaufrads.
  • Verschleiß der Dichtflächen, was zu ständigen Undichtigkeiten führt.
  • Sinkende Systemeffizienz durch ständigen Rückfluss.

7.3. Falsche Auswahl von Ventiltyp und -größe (Flattern)

Erklärung: Ein falsch dimensioniertes oder falsch dimensioniertes Ventil kann in einem instabilen Modus arbeiten, der als Flattern bezeichnet wird. Dies geschieht, wenn das Ventil bei Nenndurchfluss nicht vollständig öffnet oder sein Schieber unter dem Durchfluss schwingt, wodurch ständige Mikrostöße gegen den Sitz entstehen. Zum Beispiel ein Drehventil in einer vertikalen Rohrleitung, bei dem die Schwerkraft die Spule nicht schnell drehen kann, oder ein Ventil, das mit einem zu großen DN-Spielraum ausgewählt wurde und bei niedrigen Durchflussraten arbeitet.

So bestätigen Sie: Konstante Vibrationen und Geräusche des Ventils während des normalen Betriebs, aufgezeichnet von einem Vibrationsanalysator (Vibrationspegel über 7,1 mm/s RMS, Kategorie „Inakzeptabel“ gemäß ISO 10816-3). Ein Druckabfall am Ventil, der höher ist als der berechnete Wert, kann auf eine teilweise Öffnung hinweisen. Eine Hochgeschwindigkeitskamera kann Spulenschwingungen anzeigen.

Schaden:

  • Beschleunigter Verschleiß der beweglichen Teile des Ventils, des Sitzes und der Dichtungen.
  • Metallermüdung des Ventilkörpers und angrenzender Abschnitte der Rohrleitung.
  • Beschädigung der Stange, Achse oder anderer interner Komponenten.
  • Verringerung des Durchsatzes und Erhöhung des Energieverbrauchs.

8. Schritt-für-Schritt-Verfahren zur Fehlerbehebung

8.1. Eliminierung von Hydroshock durch Quick Close

  1. Installation/Einstellung des hydraulischen Dämpfers:
    • Anwendung: Für Drehrückschlagventile. Installieren Sie einen hydraulischen Dämpfer oder passen Sie den vorhandenen an.
    • Aktion: Erhöhen Sie die Ventilschließzeit auf 0,5–1,0 Sekunden, indem Sie die Geschwindigkeit der Flüssigkeitsverdrängung aus dem Dämpfer anpassen. Beginnen Sie mit der Mindestgeschwindigkeit und erhöhen Sie diese schrittweise, bis Sie die optimale Schließzeit ohne Wasserschlag erreicht haben.
    • Überprüfen: Starten und stoppen Sie die Pumpe und überwachen Sie Druck und Vibration. Die Spitzendruckwerte nach dem Schließen des Ventils sollten nicht höher als 1,2-1,5 des Arbeitsdrucks sein.
  2. Einsatz von gesteuerten Absperrventilen:
    • Anwendungen: Für Systeme mit häufigen Abschaltungen und hohem Risiko von Wasserschlägen.
    • Aktion: Ersetzen Sie das vorhandene Rückschlagventil durch ein spezielles, beispielsweise ein geräuschloses Axial-Rückschlagventil mit Dämpfungsfeder oder ein Kolbenventil mit hydraulischem Dämpfer.
    • Überprüfen: Führen Sie einen Systemtest durch. Befolgen Sie bei der Installation und Einrichtung die Empfehlungen des Herstellers.
  3. Federeigenschaften ändern (für Hubventile):
    • Anwendung: Wenn die Feder zu steif ist.
    • Aktion: Installieren Sie eine Feder mit geringerer Steifigkeit, um die Schließzeit zu verlängern. Befolgen Sie die Angaben des Herstellers.
    • Prüfen: Druck- und Vibrationsüberwachung.

8.2. Beseitigt Hydroschock durch langsames Schließen

  1. Ventilreinigung und -wartung:
    • Anwendung: Wenn Schmutz oder mechanische Hindernisse erkannt werden.
    • Maßnahme: Ventil demontieren, alle Innenflächen, Sitz und Spule gründlich reinigen. Auf Korrosion oder Ablagerungen prüfen. Verschlissene Dichtungen ersetzen.
    • Prüfung: Überprüfen Sie nach der Montage die Dichtheit und Funktionsfähigkeit.
  2. Austausch verschlissener Komponenten:
    • Anwendung: Bei der Erkennung von Verschleiß an Spule, Sitz, Stange oder geschwächter Feder.
    • Maßnahme: Ersetzen Sie beschädigte oder verschlissene Teile durch Originalteile oder gleichwertige Teile, die den Normen EN 12516-1 und EN 13709 entsprechen.
    • Kontrolle: Überprüfen Sie die Schließkraft und Ansprechgeschwindigkeit des Ventils.
  3. Erhöhung der Federsteifigkeit (für Hubventile):
    • Anwendung: Wenn die Feder schwach oder zu weich ist.
    • Aktion: Installieren Sie eine steifere Feder, um das Schließen der Spule zu beschleunigen.
    • Kontrolle: Überwachung der Schließzeit und der Abwesenheit von Rückstau.

8.3. Eliminierung falscher Ventilauswahl (Flattern)

  1. Überprüfung und Korrektur der Ventilgröße:
    • Anwendung: Wenn das Ventil für die Betriebsbedingungen zu groß oder zu klein ist.
    • Aktion: Führen Sie eine hydraulische Berechnung des Systems durch. Wählen Sie ein Rückschlagventil mit einem Nenndurchmesser (DN), der bei maximalem Durchfluss einen minimalen Widerstand und bei Rückfluss ein schnelles Schließen bietet. Bei den meisten Rückschlagventilen beträgt die empfohlene Mindestströmungsgeschwindigkeit für die vollständige Öffnung 1,5–2,0 m/s.
    • Überprüfen: Messen Sie nach dem Austausch des Ventils den Druckabfall am Ventil und die Vibrationen während des Betriebs.
  2. Änderung des Ventiltyps:
    • Anwendung: Wenn der Ventiltyp die Bedingungen nicht erfüllt (z. B. eine Zellenradschleuse in einer vertikalen Rohrleitung).
    • Maßnahme: Ersetzen Sie das Ventil durch einen geeigneteren Typ, z. B. ein geräuscharmes Axial- oder Doppelscheiben-Drehventil.
    • Verifizierung: Systemtest.

9. Vorbeugende Maßnahmen

Die Vermeidung von Wasserschlägen ist wesentlich effektiver und wirtschaftlicher als die Beseitigung ihrer Folgen.

Die Grundursache Präventionsstrategie Überwachungsmethode Empfohlenes Intervall
Schnelles Schließen des Ventils
  • Verwendung von Rückschlagventilen mit Dämpfern oder kontrolliertem Schließen.
  • Optimierung der Pumpenstoppzeit (Softstopp).
  • Regelmäßige Kontrolle von Druck und Vibration (Online-Überwachung).
  • Akustische Überwachung (Hören).
Monatlich / Nach jedem Pumpenstopp
Langsames Schließen des Ventils
  • Regelmäßige Wartung, Reinigung und Schmierung von Ventilen.
  • Installation von Filtern zur Vermeidung von Verschmutzung.
  • Visuelle Überprüfung.
  • Druckabfallmessung.
  • Endoskopie.
Vierteljährlich / Während der geplanten Wartung
Falsche Ventilauswahl (Flattern)
  • Gründliche hydraulische Berechnung des Systems während der Planung.
  • Auswahl des Ventils entsprechend den tatsächlichen Betriebspunkten (Durchfluss, Druck).
  • Vibrationsüberwachung.
  • Analyse hydraulischer Eigenschaften (Druck, Durchfluss).
Nach der Installation / Alle 6 Monate
Allgemeiner Verschleiß, Korrosion
  • Verwendung von Ventilen aus Materialien, die gegen aggressive Umgebungen beständig sind.
  • Einhaltung von Zeitplänen für den Austausch von Verschleißteilen.
  • Visuelle Überprüfung.
  • Lebensdaueranalyse.
Bei jeder geplanten Wartung

10. Ersatzteile und Komponenten

Für eine schnelle und effiziente Reparatur ist es wichtig, die notwendigen Ersatzteile zur Hand zu haben. Die UNITEC-D GmbH bietet ein breites Sortiment an Komponenten für Rückschlagventile, die den CE- und UkrSEPRO-Standards entsprechen.

Beschreibungsdetails Spezifikation Wann ersetzen? Kategorie UNITEC
Reparatursatz für Rückschlagventil Inklusive Dichtungen (NBR, EPDM, Viton), Federn, Buchsen. Gemäß DIN EN ISO 10497:2010. Wenn Lecks festgestellt werden, verringerte Funktionalität während der geplanten Wartung. Verstärkte Dichtungen
Federn für Hebeventile Material: Edelstahl (AISI 304/316). Gemäß DIN EN 13917. Bei Schwächung, Bruch oder zur Anpassung der Schließzeit. Ventilfedern
Rückschlagventilspule/-scheibe Material: hochfestes Gusseisen, Edelstahl, Bronze. Gemäß DIN EN 1983. Bei Erosion, Kavitationszerstörung, Verformung. Ventilkomponenten
Hydraulische Dämpferbaugruppe Gemäß OEM-Spezifikationen. Bei Austreten von Dämpfungsflüssigkeit, Verstopfung der Kanäle, Unmöglichkeit der Einstellung. Dämpfer und Aktoren
Vollständiges Rückschlagventil (Ersatz) Typ: geräuschloser Axial-Doppelscheiben-Rotator. DN, PN entsprechend der Systemspezifikation. Gehäusematerial: GJL-250 (EN 1561), GP240GH (EN 10213). Wenn eine Reparatur des vorhandenen Ventils nicht möglich ist oder ein Wechsel des Ventiltyps erforderlich ist. Rückschlagventile

Finden Sie die Teile, die Sie benötigen, in unserem E-Katalog: www.unitecd.com/e-catalog/

11. Links

  • DSTU EN 10301:2006 (EN 10301:2001, IDT) „Pipelines. Pump- und Kompressorstationen. Allgemeine Sicherheitsanforderungen“.
  • DSTU EN 166:2017 (EN 166:2001, IDT) „Individueller Augenschutz. Technische Anforderungen“.
  • DSTU EN ISO 20345:2019 (EN ISO 20345:2011, IDT; ISO 20345:2011, IDT) „Mittel zum persönlichen Schutz. Schuhe sind sicher.“
  • DSTU EN 352-1:2017 (EN 352-1:2002, IDT) „Individuelle Gehörschutzausrüstung. Allgemeine Anforderungen. Teil 1. Lärmschutzkopfhörer“.
  • ISO 10816-3:2009 „Mechanische Schwingungen – Bewertung von Maschinenschwingungen durch Messungen an nicht rotierenden Teilen – Teil 3: Industriemaschinen mit Nennleistung über 15 kW und Nenndrehzahlen zwischen 120 U/min und 15.000 U/min bei Messung vor Ort.“
  • EN 12516-1:2014 „Industrielle Rohrverbindungsstücke. Berechnungs-, Entwurfs- und Prüfverfahren. Teil 1: Berechnungsverfahren für Stahlbewehrungsfälle“.
  • EN 13709:2002 „Industrielle Rohrverbindungsstücke. Stahlverschlüsse“.
  • DIN EN ISO 10497:2010 „Bewehrungsprüfung. Prüfung durch äußeres Feuer“.
  • DIN EN 13917:2004 „Federn. Begriffe und Definitionen“.
  • DIN EN 1983:2013 „Industrielle Rohrverbindungsstücke. Rückschlagventile aus Stahl“.
  • Anleitungen der Rückschlagventilhersteller (z. B. ARI-Armaturen, KSB, Kitz).

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