Fehlerbehebung beim Schraubenkompressor: Hohe Austrittstemperatur

Technical analysis: Troubleshooting screw compressor high discharge temperature: oil level, cooler fouling, thermostat f

1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich

In diesem Handbuch werden die Diagnose- und Fehlerbehebungsverfahren im Zusammenhang mit ungewöhnlich hohen Austrittstemperaturen in Schraubenkompressoren ausführlich beschrieben. Eine hohe Auslasstemperatur ist ein kritischer Indikator, der auf eine Reihe potenziell schwerwiegender Probleme hinweisen kann, die, wenn sie ignoriert werden, zu vorzeitigem Komponentenverschleiß, Kompressorausfall und erheblichen Reparaturkosten führen.

Anwendungsbereich: Das Handbuch gilt für alle Arten von ölgefüllten Schraubenkompressoren, die in der industriellen Produktion eingesetzt werden, einschließlich luftgekühlter und wassergekühlter Kompressoren.

Symptome:

  • Anzeige einer hohen Austrittstemperatur auf dem Bedienfeld des Kompressors.
  • Aktivierung des Überhitzungsalarms.
  • Automatische Abschaltung des Kompressors aufgrund hoher Temperatur.
  • Der Geruch von überhitztem Fett.
  • Reduzierung der Kompressoreffizienz.

Schweregradklassifizierung:

  • Kritisch: Die Austrittstemperatur überschreitet den Abschaltschwellenwert (normalerweise 110–120 °C), was dazu führt, dass der Kompressor sofort stoppt. Erfordert eine sofortige Diagnose und Beseitigung.
  • Bedeutsam: Die Entladungstemperatur liegt konstant über dem Betriebsbereich (z. B. > 100 °C mit einem normalen Bereich von 70–95 °C), erreicht jedoch nicht den Auslösepunkt. Dies führt zu einem beschleunigten Abbau des Schmiermittels und einem Verschleiß der Komponenten, was einen chirurgischen Eingriff erforderlich macht.
  • Ungefährlich: Die Entladungstemperatur ist nur zeitweise oder geringfügig höher als normal. Erfordert Überwachung und vorbeugende Maßnahmen.

2. Vorsichtsmaßnahmen

BEVOR SIE MIT DIAGNOSE- ODER REPARATURARBEITEN AM KOMPRESSOR BEGINNEN, MÜSSEN DIE FOLGENDEN SICHERHEITSVORKEHRUNGEN ERFOLGEN, UM VERLETZUNGEN UND GERÄTESCHÄDEN ZU VERMEIDEN:

  • VERRIEGELUNG/PLATTENAUFHÄNGUNG (LOTO): Bevor Sie Paneele öffnen oder auf interne Komponenten zugreifen, MÜSSEN Sie den Kompressor vom Stromnetz trennen und das LOTO-Verfahren gemäß DSTU EN 1037 und internen Unternehmensstandards anwenden. Stellen Sie sicher, dass keine Spannung anliegt.
  • GESPEICHERTE ENERGIE: Schraubenkompressoren enthalten eine erhebliche Menge gespeicherter Energie in Form von Druckluft und heißem Öl. Stellen Sie sicher, dass das System vollständig drucklos ist und der Druck auf Atmosphärendruck reduziert ist. Überdruckventile verwenden.
  • HEISSE OBERFLÄCHEN UND ÖLE: Die Betriebstemperaturen des Kompressors und des Öls können über 90 °C erreichen. Lassen Sie das Gerät abkühlen, bevor Sie es in Betrieb nehmen. Verwenden Sie geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA).
  • PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA): Tragen Sie stets eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe (hitzebeständig, ölbeständig), Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe.
  • CHEMIKALIEN: Kompressoröl ist eine Chemikalie. Kontakt mit Haut und Augen vermeiden. Bei Kontakt die betroffene Stelle sofort mit Wasser spülen.
  • MECHANISCHE BEWEGLICHE TEILE: Seien Sie immer vorsichtig mit beweglichen Teilen des Kompressors (Lüfter, Rotoren), auch wenn die Stromversorgung unterbrochen ist, besteht die Gefahr eines versehentlichen Starts oder einer Restdrehung.

3. Notwendige Diagnosetools

Für eine genaue Diagnose wird empfohlen, über die folgenden Tools zu verfügen:

Name des Tools Spezifikation/Modell Messbereich Zweck
Digitalmultimeter Klasse True RMS, CAT III 1000 V (z. B. Fluke 179) Spannung: 0-1000 V AC/DC; Widerstand: 0-50 MΩ Messung von Versorgungsspannung, Sensor-/Thermostatwiderstand, Elektromotorstrom.
Wärmebildkamera Auflösung ≥160x120 Pixel, Empfindlichkeit ≤0,1°C (zum Beispiel Flir E6) -20°C bis +350°C Erkennung lokaler Überhitzung, Bewertung der Kühlereffizienz, Überwachung der Temperaturverteilung.
Kontaktthermometer (Pyrometer) Digital mit K-Typ-Thermoelement (z. B. Testo 905-T2) -50°C bis +300°C Präzise Messung der Temperatur der Rohrleitungen, des Ölabscheidertanks und des Gehäuses.
Manometer (für Luft/Öl) Genauigkeitsklasse 1,0 oder höher, Durchmesser 63 mm 0-16 bar (Luft); 0-25 bar (Schmiermittel) Druckmessung im Schmiersystem, Filter, Kühler und Einspritzleitung.
Drehzahlmesser (berührungslos) Mit Laserpointer (z. B. PCE-DT 62) 10-99999 U/min Überprüfung der Drehzahl des Kühlgebläses.
Luftmengenmesser/Anemometer Laufrad oder thermisch (z. B. Testo 417) 0,3-20 m/s Auswertung des Luftstroms durch den Kühler.

4. Erstbewertungsliste

Bevor Sie mit einer detaillierten Diagnose beginnen, führen Sie folgende Prüfung durch:

Prüfung/Aktion Erwartetes Ergebnis/Wert Aufnahme
Sichtprüfung des Kompressors Keine sichtbaren Öllecks, Schäden an Rohrleitungen oder Verunreinigungen an Kühlern. Markieren Sie alle Abweichungen.
Ölstand prüfen (Zeiger/Messstab) Der Ölstand liegt während des Betriebs und nach dem Stoppen zwischen der Minimal- und Maximalmarkierung. Notieren Sie den aktuellen Pegel.
Zeichnen Sie die Anzeigen vom Bedienfeld auf Einspritzdruck (bar), Einspritztemperatur (°C), Betriebsstunden (Motorstunden), Motorstrom (A). Notieren Sie alle aktuellen Werte.
Überprüfung der Unfall-/Alarmhistorie Bestimmung der Häufigkeit und Art früherer Überhitzungsauslösungen. Notieren Sie sich die Fehlercodes und den Zeitpunkt ihres Auftretens.
Umgebungsbedingungen Lufttemperatur im Raum (°C), Verfügbarkeit ausreichender Belüftung, Abwesenheit von Wärmequellen in der Nähe. Erfassen Sie die Umgebungstemperatur und beurteilen Sie die Belüftung.
Datum der letzten Wartung Wann haben Sie das letzte Mal das Öl, den Ölfilter, den Luftfilter gewechselt oder den Kühler gereinigt? Notieren Sie Termine und erledigte Arbeiten.

5. Systematischer Diagnosealgorithmus

Dieser Algorithmus hilft dabei, die Grundursache einer hohen Einspritztemperatur konsequent zu ermitteln:

  1. SYMPTOM: Hohe Entladungstemperatur (> 95 °C / Trip Trip)
    1. Ölstandsprüfung:
      1. MASSNAHME: Überprüfen Sie den Ölstand visuell am Ölmessstab oder am Ölmessstab am Ölabscheiderbehälter, während der Kompressor läuft und 2 Minuten nach dem Stoppen (bis das System drucklos ist).
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Der Ölstand liegt unter der Mindestmarkierung.
        • MÖGLICHE URSACHE: Niedriger Ölstand.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.1 Ursachenanalyse: Mangel an Schmiermittel.
      3. WENN DAS ERGEBNIS: Der Schmierstoffstand ist normal.
        • WEITER ZU: Abschnitt 1.2 „Inspektion des Öl- und Luftkühlers“.
    2. Inspektion des Öl- und Luftkühlers:
      1. MASSNAHME: Überprüfen Sie die Außenflächen des Öl- und Luftkühlers visuell auf Verunreinigungen (Staub, Schmutz, Flusen). Verwenden Sie eine Wärmebildkamera, um den Temperaturunterschied am Einlass und Auslass des Kühlers zu messen.
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Die Außenflächen verschmutzt sind, zeigt die Wärmebildkamera eine ungleichmäßige Temperaturverteilung oder einen unzureichenden Temperaturunterschied am Kühlerauslass (z. B. < 10 °C). Auch ein erhöhter Druckabfall über dem Kühler (über 0,5 bar) ist möglich.
        • MÖGLICHE URSACHE: Verunreinigung des Kühlers (extern oder intern).
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.2 Ursachenanalyse: Ölkühler/Luftverschmutzung.
      3. WENN DAS ERGEBNIS: Der Kühler ist sauber, der Temperaturunterschied ist normal.
        • WEITER ZU: Abschnitt 1.3 „Überprüfen des Kühlgebläses“.
    3. Überprüfen des Kühlgebläses:
      1. MASSNAHME: Überprüfen Sie visuell die Funktion des Kühlgebläses (Rotation, keine Nebengeräusche). Messen Sie mit einem Drehzahlmesser die Drehzahl der Messer. Überprüfen Sie die elektrischen Anschlüsse und die Versorgungsspannung des Lüftermotors mit einem Multimeter.
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Der Lüfter dreht sich nicht, dreht sich langsam, hat beschädigte Flügel oder keine Spannung am Motor.
        • MÖGLICHE URSACHE: Fehlfunktion des Kühlventilators oder seines Antriebs.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.5 Ursachenanalyse: Defekter Lüfter.
      3. WENN DAS ERGEBNIS: Der Lüfter funktioniert ordnungsgemäß, die Drehzahl und die Spannung sind normal.
        • GEHE ZU: Punkt 1.4 „Überprüfung des Ölthermostats“.
    4. Überprüfung des Ölthermostats:
      1. AKTION: Messen Sie die Öltemperatur vor und nach dem Thermostat mit einem Kontaktthermometer. (ACHTUNG: Heißes Fett!). Einige Thermostate können auf Widerstand geprüft werden (bei ausgeschaltetem Gerät) oder zum Testen in heißem Wasser zerlegt werden (gemäß den Anweisungen des Herstellers).
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Die Temperatur des Öls nach dem Thermostat ist deutlich höher oder fast gleich der Temperatur davor, was darauf hindeutet, dass sich der Thermostat nicht vollständig öffnet oder in der geschlossenen Position feststeckt. Oder wenn er in der geöffneten Position festsitzt, dauert es lange, bis der Kompressor die Betriebstemperatur erreicht.
        • MÖGLICHE URSACHE: Fehlfunktion des Ölthermostats.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.3 Ursachenanalyse: Fehlfunktion des Ölthermostats.
      3. WENN DAS ERGEBNIS: Der Thermostat funktioniert ordnungsgemäß und sorgt dafür, dass das Öl abkühlt, wenn die Betriebstemperatur erreicht ist.
        • WEITER ZU: Abschnitt 1.5 „Analyse der Umweltbedingungen“.
    5. Analyse der Umgebungsbedingungen:
      1. AKTION: Messen Sie die Temperatur der Umgebungsluft an der Ansaugstelle des Kompressors. Überprüfen Sie das Vorhandensein von Hindernissen für die Luftzirkulation um den Kompressor herum und die Effizienz der Absaugung des Raums.
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Die Umgebungslufttemperatur überschreitet die zulässigen Werte (in der Regel > 35°C) oder die Belüftung des Raumes reicht zur Wärmeabfuhr nicht aus.
        • MÖGLICHE URSACHE: Hohe Umgebungstemperatur oder schlechte Belüftung.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.4 Ursachenanalyse: Hohe Umgebungsbedingungen.
      3. WENN ERGEBNIS: Die Umgebungsbedingungen sind normal.
        • WEITER ZU: Punkt 1.6 „Überprüfung des Ölfilters und der Schmiermittelart“.
    6. Überprüfung des Ölfilters und des Schmiermitteltyps:
      1. MASSNAHME: Überprüfen Sie den Differenzdruckwert des Ölfilters (falls vorhanden). Schätzen Sie das Datum des letzten Öl- und Filterwechsels. Stellen Sie sicher, dass Sie die vom Kompressorhersteller empfohlene Ölsorte und -viskosität verwenden. Bei Verdacht auf Zersetzung nehmen Sie eine Probe des Schmiermittels zur Analyse.
      2. WENN DAS ERGEBNIS: Erhöhter Druckabfall am Ölfilter (> 0,5 bar), der Schmierstoff längere Zeit nicht gewechselt wurde oder der falsche Schmierstofftyp verwendet wird.
        • MÖGLICHE URSACHE: Verstopfter Ölfilter oder minderwertiges/falsches Öl.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.6 Ursachenanalyse: Verstopfter Ölfilter / minderwertiges Öl.
      3. WENN DAS ERGEBNIS: Alle vorherigen Prüfungen ergaben keine Ursache.
        • MÖGLICHE URSACHE: Andere, weniger häufige Ursachen sind möglich (Fehlfunktion des Rückschlagventils, Verschleiß der Schraubeneinheitselemente, Überlastung des Kompressors). Eine eingehende Diagnose oder Überweisung an Spezialisten ist erforderlich.

6. Matrix „Symptom – Wahrscheinliche Ursachen“

Symptom Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit geordnet) Diagnosetest Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird
Hohe Einspritztemperatur
  1. Niedriger Ölstand (sehr hoch)
  2. Verschmutzung der Außenflächen des Kühlers (Hoch)
  3. Fehlfunktion des Kühlgebläses (hoch)
  4. Hohe Umgebungstemperatur / schlechte Belüftung (mittel)
  5. Fehlfunktion des Ölthermostats (Mittel)
  6. Verstopfter Ölfilter (mittel)
  7. Innere Verschmutzung des Kühlers (gering)
  8. Verschlechterte/unsachgemäße Schmierung (gering)
  9. Fehler des Temperatursensors (Niedrig)
  • Sichtkontrolle, Kontrolle des Ölstandes.
  • Sichtprüfung, Wärmebildkamera, Druckabfall.
  • Sichtprüfung, Drehzahlmesser, Multimeter.
  • Thermometer, Belüftungskontrolle.
  • Messung von Temperaturen vorher/nachher, Widerstand.
  • Druckabfall über dem Filter.
  • Wärmebildkamera, chemische Reinigung.
  • Schmierstoffanalyse, Dokumentation.
  • Vergleich der Indikatoren mit dem Kontrollsensor, Widerstandsprüfung.
  • Der Ölstand liegt unter dem Normalwert.
  • Kontamination ist sichtbar, Tout < Tin, geringer ΔT-Abfall.
  • Lüfter funktioniert nicht/langsam, beschädigte Flügel.
  • Taußen > 35°C, kein Luftstrom.
  • Der Thermostat öffnet/schließt nicht, die Temperatur vorher/nachher ist ungleichmäßig.
  • ΔP am Filter > 0,5 bar.
  • Geringe Effizienz der Wärmeübertragung bei sauberer Außenseite.
  • Veränderung der Farbe/des Geruchs des Schmiermittels, Nichteinhaltung der Eigenschaften.
  • Inkonsistenz der Sensorwerte mit der tatsächlichen Temperatur.

7. Ursachenanalyse für jede Fehlfunktion

7.1. Niedriger Schmierstoffstand

Erklärung: Das Öl in einem Schraubenkompressor erfüllt mehrere wichtige Funktionen: Schmierung, Kühlung und Abdichtung. Ein unzureichender Schmierstoffgehalt führt zu einer Verringerung der Zirkulations- und Kühleffizienz. Dies führt zu einem Temperaturanstieg in der Schneckeneinheit aufgrund erhöhter Reibung und unzureichender Wärmeableitung.

So bestätigen Sie: Sichtprüfung der Ölstandsanzeige (in der Regel sollte der Ölstand während des Betriebs des Kompressors innerhalb der MIN- und MAX-Markierungen liegen oder am Ölmessstab angezeigt werden, nachdem sich der Druck stabilisiert hat). Wenn der Füllstand um 1/3 der Lautstärke oder mehr unter der Mindestmarke liegt, ist dies eine Bestätigung.

Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Unzureichende Schmierung führt zu beschleunigtem Verschleiß von Lagern, Dichtungen und Rotorprofilen, vergrößertem Spiel, erhöhtem Energieverbrauch und letztendlich zum Blockieren der Schraubeneinheit, dem teuersten Element des Kompressors.

7.2. Ölkühler und Luftverschmutzung

Erklärung: Kühlerkühler (Öl und Luft) sind so konzipiert, dass sie Wärme aus dem Öl und der Druckluft an die Umgebung abführen. Äußere Verunreinigungen (Staub, Schmutz, Flusen) verringern die Wärmeaustauschfläche und verhindern so eine effektive Wärmeübertragung. Interne Verunreinigungen (Ölschlamm, Kalkablagerungen durch hartes Wasser in wassergekühlten Kompressoren) bilden eine Isolierschicht, die ebenfalls die Kühleffizienz verringert.

So bestätigen Sie:

  • Äußerlich: Auf den Kühlerlamellen ist eine Staub- oder Schmutzschicht sichtbar. Die Wärmebildkamera zeigt Bereiche mit einer höheren Temperatur auf der Oberfläche des Kühlers, wo die Verschmutzung am dichtesten ist, sowie einen unzureichenden Temperaturunterschied der durch den Kühler strömenden Luft.
  • Intern: Nach der externen Reinigung besteht das Problem weiterhin. Die Messung des Öldruckabfalls über dem Kühler (ΔP > 0,5 bar) kann auf interne Ablagerungen hinweisen.

Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Ständige Überhitzung des Schmierstoffs führt zu dessen schnellem Abbau (Oxidation, Viskositätsverlust), zur Bildung von Lacken und Ablagerungen, die die Ölleitungen und den Ölabscheider verstopfen können. Der Gesamtwirkungsgrad des Kompressors sinkt, der Stromverbrauch steigt und die Lebensdauer der Komponenten verkürzt sich.

7.3. Fehlfunktion des Ölthermostats

Erklärung: Der Ölthermostat reguliert den Ölfluss durch den Kühler und hält dessen Temperatur im optimalen Bereich. Wenn der Thermostat in der geschlossenen Position festsitzt, gelangt das Öl nicht oder nicht in ausreichender Menge in den Kühler, was zu dessen Überhitzung führt. Wenn der Thermostat in der vollständig geöffneten Position feststeckt, arbeitet der Kompressor möglicherweise mit einer zu niedrigen Temperatur, was eine seltenere Ursache für Überhitzung ist, aber zu übermäßiger Wasserkondensation im Öl und Ölverfall führen kann.

So bestätigen Sie:

  • Halten Sie den Stick in der geschlossenen Position: Messen Sie die Öltemperatur vor und nach dem Thermostat mit einem Kontaktthermometer. Wenn die Temperatur zum Kühler viel höher ist als die Betriebstemperatur und die Temperatur nach dem Thermostat nicht richtig sinkt, deutet dies auf eine Fehlfunktion hin.
  • Widerstandsprüfung: Wenn es sich um einen elektrischen Thermostat handelt, prüfen Sie dessen Widerstand mit einem Multimeter.

Folgen bei Nichtbeseitigung: Ständige Überhitzung des Schmiermittels und dessen schneller Abbau wie oben beschrieben. Erhöhte Kondensatmenge im System bei Stau in geöffneter Stellung.

7.4. Hohe Umgebungsbedingungen / schlechte Belüftung

Erklärung: Schraubenkompressoren sind für den Betrieb innerhalb eines bestimmten Umgebungstemperaturbereichs ausgelegt (normalerweise +5 °C bis +40 °C gemäß ISO 1217). Wenn die Temperatur der Luft, die zum Kühlen in den Kompressor eintritt, zu hoch ist (z. B. > 35 °C) oder der Raum nicht gut belüftet ist, verringert sich die Effizienz der Kältemaschinen erheblich. Dies führt zu einer Erhöhung der Betriebstemperatur des Schmierstoffs und der Einspritzluft.

So bestätigen Sie: Messen Sie die Temperatur der Luft im und um den Kompressoreinlass mit einem Thermometer. Überprüfen Sie die Funktion der Zu- und Abluft, das Fehlen von Hindernissen für den Luftstrom und die korrekte Platzierung des Kompressors und anderer Wärmequellen. Schätzen Sie mit einem Anemometer das Luftvolumen, das durch die Lüftungsschlitze strömt.

Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Überhitzung des Kompressors, häufige temperaturbedingte Abschaltungen, Verkürzung der Lebensdauer von Komponenten, erhöhter Energieverbrauch aufgrund ineffizienten Betriebs.

7.5. Defekter Kühlventilator

Erklärung: Der Kühlventilator ist dafür verantwortlich, den notwendigen Luftstrom durch die Kühler der Kühler sicherzustellen. Ein Ausfall des Lüftermotors, ein gerissener Antriebsriemen, eine Beschädigung der Flügel oder ein Verstopfen des Schutzgitters führen zu einer Verringerung der durch die Kühler strömenden Luftmenge und damit zu einem Temperaturanstieg.

So bestätigen Sie:

  • Sichtprüfung: Überprüfen Sie die Unversehrtheit der Lüfterflügel, das Vorhandensein eines Riemens (bei Riemenantrieben) und das Fehlen von Fremdkörpern, die die Drehung verhindern.
  • Rotation: Stellen Sie sicher, dass sich der Lüfter dreht, wenn der Kompressor läuft.
  • Drehzahl: Messen Sie die Drehzahl mit einem Drehzahlmesser. Mit Passdaten vergleichen.
  • Elektrische Prüfung: Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Versorgungsspannung und den Stromverbrauch des Lüftermotors. Ein defekter Motor hat möglicherweise einen abnormalen Strom oder keine Spannung.

Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Unzureichende Kühlung, ähnlich der Verschmutzung von Kühlern, mit allen daraus resultierenden Folgen für die Schmierung und Lebensdauer des Kompressors.

7.6. Verstopfter Ölfilter / minderwertiges Öl

Erklärung: Der Ölfilter entfernt Verunreinigungen aus dem Öl und schützt so die Kompressorkomponenten. Ein verstopfter Filter erzeugt einen übermäßigen Widerstand gegen den Ölfluss, wodurch die Ölzirkulation und die Kühleffizienz beeinträchtigt werden. Dies kann dazu führen, dass sich das Filter-Bypassventil öffnet und Rohöl durch das System zirkulieren kann. Degradierter Schmierstoff (oxidiert, mit Viskositätsverlust) verliert seine Schmier- und Wärmeableitungseigenschaften und trägt so zur Überhitzung bei.

So bestätigen Sie:

  • Druckabfall: Hoher Druckabfall am Ölfilter (> 0,5 bar), wenn der Kompressor mit entsprechenden Sensoren ausgestattet ist.
  • Alter des Filters/Schmiermittels: Überprüfen Sie das Datum der letzten Änderung.
  • Visuelle Beurteilung des Schmiermittels: Farbveränderung (dunkler als normal), Auftreten von Sedimenten, spezifischer Geruch.
  • Schmierstoffanalyse: Eine Laboranalyse bestätigt den Abbau, das Vorhandensein von Wasser, Metallpartikeln und Änderungen der Viskosität.

Folgen bei Nichtbeseitigung: Beschleunigter Verschleiß beweglicher Teile, Schäden an Lagern und Schneckeneinheit aufgrund verschmutzter oder mangelhafter Schmierung. Verkürzung der Lebensdauer des Ölabscheiders.

8. Schritt-für-Schritt-Entfernungsverfahren

Stellen Sie sicher, dass alle Vorsichtsmaßnahmen in Abschnitt 2 befolgt werden, bevor Sie Maßnahmen durchführen.

8.1. Eliminiert niedrigen Schmierstoffstand

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO anwenden, System drucklos machen.

  2. Ermitteln Sie die Ursache für den niedrigen Ölstand (Leckage, Mitnahme). Reparieren Sie das Leck, falls vorhanden.
  3. Füllen Sie neues, vom Hersteller empfohlenes Kompressoröl ein (UNITEC bietet eine große Auswahl an kompatiblen Ölen). Die Schmierstoffmenge sollte bis zur MAX-Markierung auf der Füllstandsanzeige reichen.
  4. Starten Sie den Kompressor, lassen Sie ihn 5–10 Minuten laufen und stoppen Sie ihn dann.
  5. Überprüfen Sie den Ölstand 2 Minuten nach dem Anhalten (vor der Druckentlastung). Bei Bedarf bis zum optimalen Füllstand auffüllen.
  6. ÜBERPRÜFUNG: Überwachung der Austrittstemperatur nach dem Start. Es sollte sich im Standardbereich (70-95°C) stabilisieren.

8.2. Reinigung/Spülung des Öl- und Luftkühlers

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, Kühler abkühlen lassen.

  2. Außenreinigung: Mit Druckluft (max. 2-3 bar) die Lamellen des Kühlers entgegen der Luftströmungsrichtung ausblasen. Entfernen Sie hartnäckigen Schmutz mit einer weichen Bürste oder einem Staubsauger.

    ACHTUNG: Lamellen nicht beschädigen!

  3. Innenreinigung (bei starker Verschmutzung): Wenn die Außenreinigung nicht geholfen hat, ist eine Demontage des Kühlers erforderlich. Spülen Sie es mit einer speziellen Ölsystem-Reinigungslösung oder einem chemischen Entkalkungsmittel (für Wasserkühler) gemäß den Anweisungen des Herstellers. Mit klarem Wasser abspülen und anschließend trockenföhnen.
  4. Installieren Sie den Kühler an Ort und Stelle und prüfen Sie alle Verbindungen auf festen Sitz.
  5. ÜBERPRÜFUNG: Überwachen Sie nach dem Starten des Kompressors die Austrittstemperatur und den Temperaturabfall im Kühler mit einer Wärmebildkamera oder einem Kontaktthermometer. Der Lufttemperaturabfall durch den Kühler sollte mindestens 10 °C betragen und die Austrittstemperatur sollte im normalen Bereich liegen.

8.3. Austausch eines defekten Ölthermostats

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, abkühlen lassen.

  2. Lassen Sie das Öl aus dem Kompressor ab (oder einen Teil davon, wenn der Thermostat hoch ist).
  3. Trennen Sie die Rohre vom Thermostat.
  4. Zerlegen Sie den defekten Thermostat.
  5. Installieren Sie einen neuen Thermostat (UNITEC bietet Originalersatzteile und hochwertige Analoga) und stellen Sie sicher, dass die Ausrichtung korrekt ist (Durchflusspfeile). Ziehen Sie die Verbindung gemäß dem im Handbuch angegebenen Anzugsdrehmoment an (normalerweise 30-50 Nm).
  6. Öl einfüllen, Stand prüfen.
  7. ÜBERPRÜFUNG: Starten Sie den Kompressor. Überwachen Sie die Öltemperatur. Er sollte allmählich bis zum Arbeitsbereich ansteigen und sich dann stabilisieren, was den korrekten Betrieb des Thermostats anzeigt.

8.4. Optimierung der Umgebungsbedingungen

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: Bei Arbeiten in der Nähe des Kompressors müssen die allgemeinen Sicherheitsregeln befolgt werden.

  2. Messen Sie die Temperatur der Umgebungsluft. Bei Überschreitung der 35°C müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Temperatur im Raum zu senken bzw. dafür zu sorgen, dass dem Kompressor Kaltluft zugeführt wird.
  3. Überprüfen Sie die Effizienz der Zu- und Abluft. Stellen Sie sicher, dass die Abluftventilatoren laufen und die Einlassöffnungen nicht blockiert sind. Das Volumen der Abluft sollte 10–15 % größer sein als das Volumen der Zuluft, um eine geringe Verdünnung zu erreichen.
  4. Entfernen Sie alle Hindernisse, die den freien Luftstrom um den Kompressor herum behindern (empfohlener Mindestabstand zu Wänden: 1 Meter).
  5. Stellen Sie sicher, dass die vom Kompressor angesaugte heiße Luft nicht zum Kompressoreinlass zurückfließt.
  6. ÜBERPRÜFUNG: Wiederholte Messung der Umgebungslufttemperatur, die innerhalb akzeptabler Werte liegen muss. Überwachung der Kompressoraustrittstemperatur.

8.5. Reparatur/Austausch des Kühlgebläses

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, abkühlen lassen. Achten Sie auf bewegliche Teile.

  2. Sichtprüfung: Überprüfen Sie die Lüfterflügel auf Beschädigungen.
  3. Überprüfung des Antriebs: Bei Riemenantrieben prüfen Sie die Spannung und den Zustand des Riemens. Bei Direktantrieben auf Fremdkörper prüfen.
  4. Elektrische Prüfung: Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Versorgungsspannung des Lüftermotors. Liegt Spannung an und der Motor dreht sich nicht, prüfen Sie die Wicklungen auf Unterbrechung oder Kurzschluss.
  5. Ersetzen Sie den defekten Motor, Riemen oder die Lüfterflügel. Installieren Sie Komponenten, die den OEM-Spezifikationen entsprechen.
  6. ÜBERPRÜFUNG: Starten Sie den Kompressor und stellen Sie sicher, dass sich der Lüfter mit der richtigen Geschwindigkeit dreht (verwenden Sie einen Drehzahlmesser). Überprüfen Sie die Austrittstemperatur.

8.6. Ersetzen des Ölfilters und/oder des Schmiermittels

  1. SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, abkühlen lassen.

  2. Lassen Sie das gesamte alte Öl aus dem Kompressor ab.
  3. Entfernen Sie den alten Ölfilter.
  4. Installieren Sie einen neuen originalen oder zertifizierten analogen UNITEC-Ölfilter. Tragen Sie eine dünne Schicht neues Öl auf den O-Ring des Filters auf, ziehen Sie ihn von Hand fest und ziehen Sie ihn dann gemäß den Anweisungen des Herstellers um eine 3/4 oder 1 Umdrehung fest.
  5. Füllen Sie neues, vom Hersteller empfohlenes Kompressoröl der entsprechenden Viskositätsklasse (z. B. ISO VG 46 oder VG 68) ein. Die Schmierstoffmenge sollte bis zur MAX-Markierung reichen.
  6. Lassen Sie den Kompressor kurz laufen (1–2 Minuten) und stoppen Sie ihn dann.
  7. Überprüfen Sie den Ölstand und prüfen Sie, ob Lecks vorhanden sind. Bei Bedarf auffüllen.
  8. ÜBERPRÜFUNG: Überwachung der Einspritztemperatur. Es sollte sich wieder normalisieren.

9. Vorbeugende Maßnahmen

Regelmäßige Wartung ist der Schlüssel zur Vermeidung hoher Austrittstemperaturen und zur Gewährleistung der Langlebigkeit des Kompressors.

Die Grundursache Präventionsstrategie Überwachungsmethode Empfohlenes Intervall
Niedriger Ölstand Regelmäßige Kontrolle des Ölstandes und Nachfüllen. Beseitigung von Undichtigkeiten. Sichtprüfung der Füllstandsanzeige/Peilstab. Täglich/wöchentlich.
Verschmutzung des Kühlers Geplante Außenreinigung von Kühlern. Visuelle Inspektion, Wärmebildkontrolle, Druckabfallkontrolle. Monatlich/vierteljährlich (abhängig von den Bedingungen).
Fehlfunktion des Thermostats Geplante Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Thermostats (sofern vom Hersteller vorgesehen). Temperaturmessung vor/nach dem Thermostat. Einmal im Jahr oder bei jeder geplanten Wartung.
Hohe Umgebungsbedingungen / schlechte Belüftung Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Belüftung des Raums, Temperaturüberwachung. Messung der Raumtemperatur, Inspektion von Lüftungsanlagen. Täglich/Monatlich.
Defekter Kühlventilator Regelmäßige Inspektion des Ventilators, Überprüfung der elektrischen Parameter des Motors. Sichtprüfung, Drehzahlkontrolle, Motorstrommessung. Monatlich/vierteljährlich.
Verstopfter Ölfilter / Verschlechtertes Schmiermittel Rechtzeitiger Austausch des Ölfilters und des Schmiermittels gemäß den Herstellervorschriften. Verwenden Sie das empfohlene Gleitmittel. Kontrolle des Einlaufs, visuelle Beurteilung des Schmiermittels, Kontrolle des Druckabfalls am Filter. Gemäß den Herstellervorschriften (normalerweise 2000–4000 Stunden oder 1 Jahr).

10. Ersatzteile und Komponenten

Für eine schnelle und effiziente Fehlerbehebung wird empfohlen, die folgenden Ersatzteile auf Lager zu haben. Die UNITEC-D GmbH bietet ein breites Sortiment hochwertiger Komponenten für Schraubenkompressoren, zertifiziert nach CE und UkrSEPRO.

Teilebeschreibung Spezifikation Wann ersetzen? Kategorie UNITEC
Kompressoröl Gemäß OEM-Empfehlungen (ISO VG 46, VG 68, Synthetisch/Mineral) Gemäß den Vorschriften (2000–8000 Stunden) oder während des Abbaus Schmierstoffe und technische Flüssigkeiten
Ölfilter Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent Gemäß den Vorschriften (2000–4000 Stunden) oder mit erhöhtem ΔP Filter
Luftfilter Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent Gemäß den Vorschriften (1000-4000 Stunden) oder mit erhöhtem ΔP Filter
Ölthermostat Öffnungstemperatur, Original-OEM-Nummer Im Falle einer Störung (Zauberspruch, Fehlbedienung) Ventile und Steuerelemente
Kühlgebläse (Motor/Laufrad) Leistung, Spannung, Größe, Original-OEM-Nummer Im Falle einer Störung oder erheblichen Verschleißes Elektromotoren und Antriebe
Antriebsriemen (falls vorhanden) Typ, Länge, Profil (z. B. SPB, A) Mit Gebrauchsspuren, Rissen, Dehnung Riemengetriebe
Ölabscheider Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent Gemäß den Vorschriften (4000-8000 Stunden) Filter
Temperatursensor Typ (PT100, NTC), Bereich, Original-OEM-Nummer Bei fehlerhaften Messwerten Sensoren und Automatisierung

Für Bestellungen und einen detaillierten Ersatzteilkatalog besuchen Sie: www.unitecd.com/e-catalog/

11. Links

  • DSTU ISO 1217:2018 (ISO 1217:2009, IDT) Verdrängungskompressoren. Aufnahmetest.
  • DSTU EN 1037:2018 (EN 1037:1995, IDT) Sicherheit von Maschinen. Verhinderung eines unerwarteten Starts.
  • Betriebs- und Wartungshandbücher des Kompressorherstellers (OEM).
  • Relevante Normen der Reihe ISO 4406 (Reinheit von Hydraulikflüssigkeiten), ISO 2909 (Bestimmung des Viskositätsindex von Schmierstoffen).
  • UNITEC-D GmbH: Handbücher zur Wartung pneumatischer Anlagen.

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Fehlerbehebung beim Schraubenkompressor: Hohe Austrittstemperatur

Technical analysis: Troubleshooting screw compressor high discharge temperature: oil level, cooler fouling, thermostat f

1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich

Dieses Handbuch dient der systematischen Diagnose und Fehlerbehebung bei hohen Austrittstemperaturen in Schraubenkompressoren. Hohe Austrittstemperaturen, die die Grenzwerte des Herstellers überschreiten (normalerweise > 100 °C), können zu beschleunigtem Komponentenverschleiß, Schmierstoffverschlechterung, erhöhtem Energieverbrauch und möglichen Kompressorabschaltungen führen, die sich entscheidend auf die Produktionsprozesse auswirken. Dieses Handbuch gilt für alle Arten von ölgefüllten Schraubenkompressoren, die in der industriellen Produktion eingesetzt werden.

  • Betroffene Geräte: Schraubenkompressoren jeglicher Kapazität, die zur Erzeugung von Druckluft oder Prozessgas verwendet werden.
  • Symptome: Anzeige einer hohen Temperatur am Bedienfeld des Kompressors, häufige Abschaltungen aufgrund von Überhitzung, spezifischer Geruch von überhitztem Öl, Farbveränderung des Öls, erhöhter Ölverbrauch.
  • Schweregradklassifizierung:
    • Kritisch: Die Austrittstemperatur überschreitet den Notfallschwellenwert, der Kompressor schaltet ab. Sofortiges Eingreifen.
    • Wichtig: Die Auslasstemperatur ist ständig höher als die Betriebsnorm, aber niedriger als der Notfallschwellenwert. Erfordert eine geplante Diagnose und Beseitigung.
    • Geringfügig: Episodischer oder leichter Temperaturanstieg. Kann auf das Anfangsstadium der Fehlfunktion hinweisen.

2. Sicherheitsvorkehrungen

ACHTUNG: Beachten Sie unbedingt die folgenden Sicherheitsvorkehrungen, bevor Sie Diagnose- oder Reparaturarbeiten an der Kompressorausrüstung durchführen. Die Nichtbeachtung dieser Anweisungen kann zu schweren Verletzungen oder zum Tod führen.

  • LOCKOUT/TAGOUT (LOTO): Bevor Sie Schutzvorrichtungen öffnen oder im Inneren des Kompressors arbeiten, schalten Sie die Stromversorgung aus und verriegeln Sie sie gemäß den LOTO-Verfahren (DSTU EN 1037) in der Aus-Position. Stellen Sie sicher, dass die Stromquelle ausgeschaltet ist und nicht versehentlich eingeschaltet werden kann.
  • GESPEICHERTE ENERGIE: Kompressoren enthalten eine erhebliche Menge gespeicherter Energie in Form von Druckluft und heißem Öl. Machen Sie die Anlage vor Beginn der Arbeiten vollständig drucklos (Luft und Öl). Überprüfen Sie die Druckfreiheit mithilfe von Manometern.
  • HEISSE OBERFLÄCHEN UND FLÜSSIGKEITEN: Kompressorkomponenten und Schmiermittel können sehr heiß sein (>100 °C). Lassen Sie die Ausrüstung vor der Handhabung abkühlen. Verwenden Sie geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich hitzebeständiger Handschuhe, Schutzbrille und Overall (DSTU EN ISO 11612).
  • BEWEGLICHE TEILE: Achten Sie immer auf bewegliche Teile des Kompressors. Entfernen Sie niemals Schutzabdeckungen, während das Gerät in Betrieb ist.
  • CHEMIKALIEN: Kompressoröl und andere Flüssigkeiten können bei Hautkontakt oder Einatmen schädlich sein. Verwenden Sie PSA (Schutzhandschuhe, Schutzbrille) und befolgen Sie die Sicherheitshinweise im Sicherheitsdatenblatt (MSDS/SDS).

3. Notwendige Diagnosetools

Werkzeug Spezifikation/Modell Messbereich Zweck
Pyrometer / Infrarot-Thermometer Bereich -50 °C bis +500 °C, Genauigkeit ±1,5 °C -50°C ... +500°C Oberflächentemperaturmessung (Ölabscheider, Kühler, Rohrleitungen)
Wärmebildkamera Auflösung 320x240, thermische Empfindlichkeit <0,05°C bei 30°C -20°C ... +650°C Visualisierung der Temperaturverteilung, Erkennung lokaler Überhitzungen in Kühlern
Kontrollmanometer Genauigkeitsklasse 0,6, Bereich 0–16 bar (0–230 psi) 0 ... 16 bar Überprüfung des Einspritzdrucks, des Drucks im Schmiersystem, des Druckabfalls am Kühler
Multimeter True RMS, AC/DC-Spannung, AC/DC-Strom, Widerstandsmessungen Spannung bis 1000 V, Strom bis 10 A, Widerstand bis 40 MΩ Überprüfung elektrischer Komponenten (Thermistoren, Temperatursensoren, Steuerrelais)
Schmierstoffanalysator (tragbar) Messung von Viskosität, Wassergehalt, Säuregehalt Entsprechend den Parametern des Schmiermittels Express-Analyse des Zustands des Kompressoröls vor Ort
Luftgeschwindigkeitsmesser (Anemometer) Reichweite 0,3–30 m/s, Genauigkeit ±3 % 0,3 ... 30 m/s Überprüfen Sie den Luftstrom durch den Kühler

4. Checkliste für die Erstbewertung

Führen Sie vor Beginn einer detaillierten Diagnose eine Sichtprüfung durch und sammeln Sie Primärdaten.

Parameter / Zeichen Aktion Erwartetes Ergebnis / Kommentar
Nutzungsbedingungen Notieren Sie die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit. Temperatur <40°C, relative Luftfeuchtigkeit <80%.
Aktuelle Hinweise Notieren Sie die Messwerte der Manometer und Thermometer auf dem Bedienfeld: Einspritztemperatur, Öltemperatur, Einspritzdruck, Druck im Ölsystem. Einspritztemperatur >100°C; Der Einspritzdruck liegt innerhalb normaler Grenzen.
Schmiermittelstand Überprüfen Sie den Ölstand visuell durch das Sichtfenster (bei gestopptem Kompressor und entspanntem Druck). Der Füllstand sollte zwischen den Markierungen MIN und MAX liegen. Wenn unter MIN – mögliche Ursache.
Kühler Überprüfen Sie die Außenfläche des Luft- und/oder Ölkühlers visuell auf Verunreinigungen (Staub, Flusen). Sauber, ohne sichtbare Verschmutzung.
Kühlventilatoren Überprüfen Sie die Funktion der Kühlventilatoren (Rotation, Geräuschpegel). Sie funktionieren reibungslos und sorgen für ausreichend Luftstrom.
Temperatursensoren Überprüfen Sie die Verbindung der Drähte zu den Temperatursensoren. Zuverlässige Verbindung, keine Korrosion.
Alarm-/Unfallverlauf Sehen Sie sich das Alarmprotokoll auf dem Bedienfeld des Kompressors an. Notieren Sie den Code und die Uhrzeit des Alarms „Hohe Entladungstemperatur“.
Letzte Änderungen/Wartung Finden Sie heraus, ob das Kompressorsystem kürzlich gewartet, repariert oder geändert wurde. Zum Beispiel Austausch von Schmiermitteln, Filtern, Reparatur des Kühlers.

5. Schema der systematischen Diagnostik

Verwenden Sie dieses Diagramm, um die Grundursache einer hohen Einspritztemperatur konsequent zu lokalisieren.

  1. Überprüfen des Ölstands
    1. WENN der Ölstand unter der Mindestmarkierung liegt:

      • MÖGLICHE URSACHE: Unzureichender Schmierstoffstand.
      • WEITER ZU: Abschnitt 7.1.
    2. SONST, WENN der Ölstand normal ist:

      • WEITER MIT: Punkt 2.
  2. Inspektion des Kühlsystems
    1. Sichtprüfung des Kühlers (Öl und/oder Luft).

      1. WENN die Außenfläche des Kühlers verschmutzt ist (Staub, Flusen, Ablagerungen):

        • MÖGLICHE URSACHE: Verunreinigung der Außenfläche des Kühlers.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.2.1.
      2. SONST, WENN die Außenfläche sauber ist:

        • WEITER ZU: Klausel 2.2.
    2. Messung der Einlass- und Auslasstemperatur des Kühlers (mit einem Pyrometer oder einer Wärmebildkamera).

      1. WENN der Temperaturabfall am Ölkühler zu gering ist (<10°C) UND/ODER der Druckabfall am Ölkühler ungewöhnlich hoch ist (>0,5 bar):

        • MÖGLICHE URSACHE: Interne Verunreinigung (Verstopfung) des Kühlers.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.2.2.
      2. SONST, WENN Temperatur- und Druckabfall normal sind:

        • WEITER MIT: Punkt 3.
  3. Thermostat/Thermostatventilprüfung
    1. Messen Sie die Öltemperatur am Einlass und Auslass des Thermostatventils/Thermostats und die Öltemperatur beim Rücklauf zur Kompressoreinheit.

      1. WENN das Öl, das den Thermostat/das Thermostatventil verlässt und in den Kompressorblock eintritt, eine Temperatur nahe der Auslasstemperatur hat UND/ODER die Temperatur des Öls nach dem Ventil nicht abnimmt, wenn die Auslasstemperatur steigt:

        • MÖGLICHE URSACHE: Das Thermostatventil klemmt in der geschlossenen Position oder ist defekt.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.3.
      2. SONST, WENN der Thermostat ordnungsgemäß funktioniert und Öl zum Kühler leitet, wenn die Schwellentemperatur erreicht ist:

        • WEITER MIT: Punkt 4.
  4. Analyse der Umgebungsbedingungen
    1. Messen Sie die Umgebungslufttemperatur am Installationsort des Kompressors.

      1. WENN die Umgebungslufttemperatur ständig den maximal zulässigen Wert für den Kompressor überschreitet (>40°C, oder gemäß den Anweisungen des Herstellers) UND/ODER keine ordnungsgemäße Belüftung des Kompressorraums erfolgt:

        • MÖGLICHE URSACHE: Unzureichende Belüftung oder zu hohe Umgebungstemperatur.
        • WEITER ZU: Abschnitt 7.4.
      2. SONST, WENN die Umgebungsbedingungen normal sind:

        • MÖGLICHE URSACHE: Andere, weniger häufige Ursachen (siehe Abschnitt 6 – Fehlermatrix, „Andere Ursachen“).
        • WEITER ZU: Kapitel 6.

6. Matrix der Störungen und Ursachen

In dieser Tabelle sind die Hauptsymptome, möglichen Ursachen, Diagnosemethoden und erwarteten Ergebnisse zusammengefasst.

Symptom Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit geordnet) Diagnosetest Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird
Hohe Einspritztemperatur (auf der Platine >100°C) 1. Geringe Schmierung
2. Verschmutzung des externen Kühlers
3. Verschmutzung des Innenkühlers
4. Thermostatventil/Thermostatfehler
5. Hohe Umgebungstemperatur / unzureichende Belüftung
6. Fehlfunktion des Temperatursensors
7. Ausfall des Kühlgebläses
1. Sichtprüfung des Schmierkontrollfensters
2. Sichtprüfung des Kühlers
3. Messung des Temperatur-/Druckabfalls am Kühler
4. Messung der Öltemperatur vor/nach dem Thermostat
5. Messung der Ansauglufttemperatur und der Lüftungseffizienz
6. Überprüfen Sie den Sensor mit einem Multimeter und vergleichen Sie ihn mit der Referenz
7. Sichtprüfung, Messung des Lüftermotorstroms
1. Schmierniveau < MIN
2. Verstopfung der Kühlerkanten durch Staub
3. Temperaturabfall <10°C, Druckabfall >0,5 bar
4. Die Temperatur des Schmiermittels am Kompressorblock entspricht nahezu der Einspritztemperatur
5. Raumtemperatur >40°C, mangelnde Luftzirkulation
6. Die Messwerte des Sensors entsprechen nicht der tatsächlichen Temperatur
7. Der Lüfter dreht sich nicht oder nur langsam

7. Ursachenanalyse

7.1. Niedriger Schmierstoffstand

Erklärung: Das Öl in einem Schraubenkompressor erfüllt mehrere wichtige Funktionen: die Schmierung der beweglichen Teile, das Abdichten der Lücken zwischen den Rotoren und vor allem die Ableitung der beim Komprimieren der Luft entstehenden Wärme. Eine unzureichende Schmierung führt dazu, dass ein geringeres Schmiermittelvolumen zirkuliert, seine Wärmekapazität abnimmt und die Wärme nicht effektiv vom Kompressorelement abgeführt werden kann. Dies führt zu einem schnellen Temperaturanstieg.

So bestätigen Sie: Sichtprüfung des Ölstands am Kontrollfenster bei gestopptem und stromlosem Kompressor (nachdem der Druck abgelassen wurde). Der Ölstand sollte zwischen den Markierungen MIN und MAX liegen.

Potenzieller Schaden: Längerer Betrieb mit niedrigem Ölstand kann zu Überhitzung der Lager, Verschleiß der Rotoren, Schäden an der Kompressoreinheit, Bildung von Ruß- und Lackablagerungen im System führen, was eine teure Überholung oder einen Austausch nach sich zieht.

7.2. Verschmutzung des Kühlers

7.2.1. Äußere Verschmutzung des Kühlers (Luft/Öl)

Erklärung: Die Außenlamellen von Luftkühlern oder die Außenfläche des Wasser-Öl-Wärmetauschers können im Laufe der Zeit mit Staub, Flusen, Öldämpfen und anderen Partikeln aus der Umgebung verunreinigt werden. Diese Verunreinigungsschicht wirkt als Wärmeisolator und verhindert die effiziente Wärmeübertragung vom heißen Öl (oder der Druckluft) auf das Kühlmedium (Luft oder Wasser).

So bestätigen Sie: Sichtprüfung der Außenfläche des Kühlers. Mithilfe einer Wärmebildkamera werden Bereiche mit unzureichendem Wärmeaustausch (wärmere Bereiche an den Kühlerlamellen) sichtbar. Mit Hilfe eines Anemometers können Sie die Abnahme des Luftstroms durch den Kühler messen.

Möglicher Schaden: Reduzierte Kühleffizienz, ständiger Betrieb des Kompressors bei erhöhten Temperaturen, erhöhter Energieverbrauch, vorzeitige Alterung von Schmiermitteln und Komponenten.

7.2.2. Interne Verschmutzung des Kühlers

Erklärung: Die internen Kanäle eines Öl- oder Luftkühlers können durch Öloxidationsprodukte (Ruß, Schlamm), kleine Metallpartikel oder im Fall eines Wasserkühlers durch mineralische Ablagerungen aus dem Wasser (Zunder) verstopft werden. Dadurch verringert sich der Querschnitt der Kanäle, wodurch die Durchflussrate und die Effizienz des Wärmeaustauschs sinken.

So bestätigen Sie: Messung der Öltemperaturdifferenz am Einlass und Auslass des Kühlers und des Druckabfalls. Der normale Temperaturunterschied des Schmiermittels beträgt 15-20°C. Der Druckabfall über dem verunreinigten Kühler kann 0,5 bar überschreiten. Eine Wärmebildkamera zeigt möglicherweise kalte Bereiche am Auslass des Kühlers, was auf einen mangelnden Durchfluss hindeutet.

Potenzieller Schaden: Ähnlich wie bei äußerer Kontamination, jedoch mit dem zusätzlichen Risiko verstopfter Leitungen und deutlich schwierigerer Reinigung oder der Notwendigkeit, den Kühler auszutauschen.

7.3. Ausfall des Thermostatventils/Thermostaten

Erklärung: Ein Thermostatventil (oder Thermostat) steuert den Ölfluss durch den Kühler. Bei niedrigen Temperaturen leitet es das Öl um den Kühler herum, sodass der Kompressor schneller die optimale Betriebstemperatur erreicht. Bei hohen Temperaturen öffnet es sich und leitet das gesamte Öl für maximale Kühlung durch den Kühler. Wenn das Ventil in der geschlossenen oder halbgeschlossenen Position festsitzt, gelangt der Schmierstoff nicht oder nur in unzureichender Menge zum Kühler, was zu einer Überhitzung führt.

So bestätigen Sie: Messen Sie die Temperatur des Öls vor dem Thermostatventil, nach dem Ventil (am Einlass zum Kühler) und des Öls, das zur Kompressoreinheit zurückfließt. Wenn die Temperatur am Einlass der Kompressoreinheit bei steigender Auslasstemperatur nicht sinkt, deutet dies auf eine Fehlfunktion des Ventils hin. Es ist auch möglich, den Ventilmechanismus nach der Demontage einer Sichtprüfung auf Kohlenstoffablagerungen oder mechanische Beschädigungen zu unterziehen.

Möglicher Schaden: Ständige Überhitzung des Systems, Verschlechterung des Schmiermittels, Rußbildung, Beschädigung des Kompressorelements.

7.4. Analyse der Umweltbedingungen

Erklärung: Schraubenkompressoren sind für den Betrieb in bestimmten Umgebungstemperaturbereichen (normalerweise von +5 °C bis +40 °C) ausgelegt. Wenn der Kompressor in einem schlecht belüfteten Raum oder bei Lufttemperaturen betrieben wird, die diese Grenzwerte überschreiten, ist das Kühlsystem des Kompressors nicht in der Lage, die Wärme effektiv abzuleiten. Dies führt zu einem Anstieg der Temperatur der gesamten Kompressoreinheit und damit der Austrittstemperatur.

So bestätigen Sie: Messung der Lufttemperatur am Einlass des Kompressors und im Kompressorraum. Überprüfung der Zu- und Abluft. Überprüfen Sie, ob Hindernisse für den Heißluftaustritt vorhanden sind.

Potenzieller Schaden: Erhöhte Wärmebelastung aller Kompressorkomponenten, verkürzte Lebensdauer, erhöhte Energiekosten aufgrund häufigerer Kühlzyklen.

8. Schritt-für-Schritt-Verfahren zur Fehlerbehebung

8.1. Eliminiert niedrigen Schmierstoffstand

  1. ACHTUNG: Lockout/Tag (LOTO). Schalten Sie den Kompressor aus, trennen Sie die Stromversorgung und wenden Sie die LOTO-Verfahren an.

  2. ACHTUNG: Druckentlastung. Warten Sie, bis das System den Druck vollständig abgelassen hat. Überprüfen Sie die Manometerwerte (0 bar).

  3. Schrauben Sie den Einfüllstutzen des Öltanks ab.

  4. Füllen Sie Schmiermittel des gleichen Typs und der gleichen vom Hersteller empfohlenen Viskositätsklasse (z. B. ISO VG 46 oder ISO VG 68) bis zur MAX-Markierung auf dem Schauglas hinzu. Verwenden Sie nur Original-Kompressoröl, das von UNITEC-D oder dem Kompressorhersteller empfohlen wird.

  5. Schrauben Sie den Einfüllstutzen fest.

  6. Überprüfung: Entfernen Sie LOTO und schalten Sie den Kompressor ein. Kontrollieren Sie die Injektionstemperatur 15–30 Minuten lang. Es sollte auf normale Betriebswerte (z. B. 85-95°C) zurückkehren. Prüfen Sie den Ölstand nach Erreichen der Betriebstemperatur – er kann leicht absinken.

8.2. Beseitigung der Verschmutzung des Kühlers

8.2.1. Reinigen der Außenfläche des Kühlers

  1. ACHTUNG: Lockout/Tag (LOTO). Schalten Sie den Kompressor aus, trennen Sie die Stromversorgung und wenden Sie die LOTO-Verfahren an.

  2. ACHTUNG: Druckentlastung. Warten Sie, bis das System den Druck vollständig abgelassen hat.

  3. Entfernen Sie die Schutzgitter oder Abdeckungen, die den Kühler abdecken.

  4. Verwenden Sie Druckluft (mit einem Druck von nicht mehr als 3 bar, aus einer Entfernung von 15–20 cm) oder eine weiche Bürste, um Staub und Flusen von den Lamellen des Kühlers zu entfernen. Blasen Sie den Kühler entgegen dem normalen Luftstrom aus. Beschädigen Sie nicht die dünnen Lamellen des Kühlers.

  5. Um Ölverschmutzungen zu entfernen, verwenden Sie vom Hersteller empfohlene spezielle Reinigungsmittel für Kühler. Befolgen Sie die Anweisungen zur Verwendung des Reinigungsmittels.

  6. Ersetzen Sie die Schutzgitter/Abdeckungen.

  7. Überprüfung: Entfernen Sie LOTO und schalten Sie den Kompressor ein. Kontrollieren Sie die Einspritztemperatur. Der Lufttemperaturunterschied vor/nach dem Kühler sollte zunehmen und die Austrittstemperatur sollte auf den Normalwert sinken.

8.2.2. Reinigen der Innenfläche des Kühlers

  1. VORSICHT: Lockout/Tag (LOTO). Befolgen Sie die LOTO-Verfahren.

  2. ACHTUNG: Druckentlastung und Fettablass. Lassen Sie den Druck vollständig ab und lassen Sie das Fett aus dem System ab.

  3. Den Ölkühler vom Kompressor demontieren.

  4. Waschen Sie die inneren Kanäle des Kühlers mit einer speziellen Lösung zur Reinigung von Ölsystemen oder heißem Wasser mit einem alkalischen Reinigungsmittel (für Wasserkühler). Befolgen Sie die Empfehlungen des Herstellers zu Reinigungsmitteln und Waschverfahren.

  5. Gründlich mit klarem Wasser (für Wasserkühler) oder Entfetter (für Ölkühler) waschen und mit Druckluft ausblasen, bis es vollständig trocken ist.

  6. Bauen Sie den Kühler ein und ersetzen Sie alle Dichtungen. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben gemäß den Herstellerangaben an (z. B. 25 Nm für M8-Schrauben).

  7. Füllen Sie frisches Kompressoröl ein.

  8. Verifizierung: LOTO entfernen. Starten Sie den Kompressor und prüfen Sie ihn auf Undichtigkeiten. Überwachen Sie die Austrittstemperatur und den Druckabfall am Kühler. Der Druck sollte im normalen Bereich liegen (0,2-0,4 bar).

8.3. Austausch des Thermostatventils/Thermostaten

  1. VORSICHT: Lockout/Tag (LOTO). Befolgen Sie die LOTO-Verfahren.

  2. ACHTUNG: Druckentlastung und Ölablass. Lassen Sie den Druck vollständig ab und lassen Sie das Öl ab (bis zu einem Niveau unterhalb des Thermostats).

  3. Demontieren Sie das defekte Thermostatventil.

  4. Ein neues Thermostatventil/Thermostat (UNITEC Teile-Nr. XXXXXX, mit einer Öffnungstemperatur von 71°C oder entsprechend der Kompressorspezifikation) unter Verwendung neuer Dichtringe einbauen.

  5. Ziehen Sie die Befestigungselemente gemäß den Empfehlungen des Herstellers fest.

  6. Füllen Sie das Öl auf den Normalwert auf.

  7. Verifizierung: LOTO entfernen. Starten Sie den Kompressor. Kontrollieren Sie die Einspritztemperatur. Es sollte sich im Arbeitsbereich stabilisieren. Überprüfen Sie die Temperatur des Schmiermittels am Einlass zur Kompressoreinheit – sie sollte der Norm entsprechen (z. B. 80–90 °C).

8.4. Optimierung der Umgebungsbedingungen

  1. VORSICHT: Lockout/Tag (LOTO). Bei Arbeiten an Lüftungssystemen oder beim Bewegen des Kompressors.

  2. Sorgen Sie für eine ordnungsgemäße Belüftung des Kompressorraums. Installieren Sie bei Bedarf zusätzliche Zu- und Abluftventilatoren. Die berechnete Lüftungsleistung sollte einen 3-5-fachen Luftwechsel pro Stunde ermöglichen. Die Lufttemperatur am Einlass des Kompressors sollte 40 °C nicht überschreiten.

  3. Wenn der Kompressor in einem geschlossenen Raum aufgestellt ist, wird die heiße Luft aus dem Kompressor über Luftkanäle nach außen abgeleitet.

  4. Stellen Sie sicher, dass die Luftzirkulation rund um den Kompressor nicht behindert wird (Mindestabstand zu Wänden 0,5 Meter).

  5. Verifizierung: LOTO entfernen (falls zutreffend). Starten Sie den Kompressor. Messen Sie die Temperatur der Umgebungsluft im Ansaugbereich des Kompressors und in den Auslassluftströmen. Die Austrittstemperatur sollte sinken und sich stabilisieren.

9. Vorbeugende Maßnahmen

Die Grundursache Präventionsstrategie Überwachungsmethode Empfohlenes Intervall
Niedriger Ölstand Regelmäßige Kontrolle des Ölstandes und rechtzeitiges Nachtanken. Beseitigung von Undichtigkeiten. Tägliche Sichtkontrolle des Sichtfensters. Täglich / Bei jedem Start
Verschmutzung des externen Kühlers Regelmäßige Reinigung der Außenfläche des Kühlers. Sichtprüfung, Temperaturabfallmessung. Wöchentlich/monatlich (abhängig von den Betriebsbedingungen)
Verschmutzung des Innenkühlers Regelmäßiger Austausch von Schmierstoff und Ölfilter gemäß den Empfehlungen des Herstellers. Verwendung von hochwertigem Gleitmittel. Spülen des Systems beim Schmierstoffwechsel. Schmierstoffanalyse (ISO 4406), Druckabfallmessung am Kühler. Vierteljährlich/jährlich (Schmierstoffanalyse), alle 2000–4000 Stunden (Schmierstoffwechsel)
Ausfall des Thermostatventils/Thermostaten Geplante Überprüfung der Funktion des Thermostatventils. Austausch nach einer gewissen Betriebszeit. Messung der Öltemperatur vor und nach dem Ventil. Jährlich / alle 8000 Stunden (geplanter Austausch)
Hohe Umgebungstemperatur / unzureichende Belüftung Sorgen Sie für eine ordnungsgemäße Belüftung des Kompressorraums. Regelung der Innentemperatur. Überwachung der Lufttemperatur im Raum und in der Nähe der Kompressoransaugung. Tägliche / kontinuierliche automatische Überwachung

10. Ersatzteile und Komponenten

Um einen störungsfreien Betrieb und eine zeitnahe Fehlerbehebung zu gewährleisten, wird empfohlen, die folgenden Ersatzteile bereitzuhalten. Alle UNITEC-D-Komponenten entsprechen den EN- und ISO-Normen.

Beschreibungsdetails Spezifikation Wann ersetzen? Kategorie UNITEC
Kompressoröl UNITEC SYNTHETIC ISO VG 46/68, 20 l Kanister, UkrSEPRO-Zertifikat Je nach Wartungsplan (2000-4000 Stunden) oder wenn der Füllstand sinkt. Schmierstoffe
Ölfilter UNITEC OEM-Äquivalent, 10 Mikrometer Filtergrad Je nach Wartungsplan (1000-2000 Stunden) oder bei aktivierter Verschmutzungsanzeige. Filterelemente
Luftfilter UNITEC OEM-Äquivalent, Filtrationseffizienz 99,9 % Je nach Wartungsplan (1000-2000 Stunden) oder bei aktivierter Verschmutzungsanzeige. Filterelemente
Fettabscheider UNITEC OEM-Äquivalent, Restschmierstoffkonzentration <3 ppm Gemäß Wartungsplan (4000-8000 Stunden). Trennzeichen
Thermostatventil (komplett) UNITEC Thermostatventil, Öffnungstemperatur 71°C oder gemäß Kompressorspezifikation Wenn eine Störung erkannt oder geplant wird (8000 Stunden). Ventile und Regler
Thermostatventil-Reparatursatz (Thermoelement + Dichtung) UNITEC Reparatursatz, für Ventile DN20-DN50 Im Falle einer Fehlfunktion des Thermoelements oder während einer planmäßigen Wartung. Reparatursätze
Temperatursensor UNITEC PT100/PT1000, Bereich bis 150°C, Genauigkeitsklasse A Im Falle einer Störung oder des Verdachts falscher Messwerte. Sensoren

Für die Bestellung und detaillierte Auswahl von Ersatzteilen besuchen Sie bitte unseren UNITEC-D E-Katalog.

11. Links

  • DSTU EN 1037: Sicherheit von Maschinen. Verhinderung eines unerwarteten Starts.
  • DSTU EN ISO 11612: Schutzkleidung. Kleidung zum Schutz vor Hitze und Flammen.
  • ISO 4406: Hydraulikflüssigkeiten. Kodierung des Verschmutzungsgrades durch Feststoffpartikel.
  • Betriebs- und Wartungshandbücher von Kompressorherstellern (z. B. Atlas Copco, Kaeser, Ingersoll Rand).
  • Interne UNITEC-D-Standards für Betrieb und Wartung von Kompressoranlagen.

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