1. Problembeschreibung und Anwendungsbereich
In diesem Handbuch werden die Diagnose- und Fehlerbehebungsverfahren im Zusammenhang mit ungewöhnlich hohen Austrittstemperaturen in Schraubenkompressoren ausführlich beschrieben. Eine hohe Auslasstemperatur ist ein kritischer Indikator, der auf eine Reihe potenziell schwerwiegender Probleme hinweisen kann, die, wenn sie ignoriert werden, zu vorzeitigem Komponentenverschleiß, Kompressorausfall und erheblichen Reparaturkosten führen.
Anwendungsbereich: Das Handbuch gilt für alle Arten von ölgefüllten Schraubenkompressoren, die in der industriellen Produktion eingesetzt werden, einschließlich luftgekühlter und wassergekühlter Kompressoren.
Symptome:
- Anzeige einer hohen Austrittstemperatur auf dem Bedienfeld des Kompressors.
- Aktivierung des Überhitzungsalarms.
- Automatische Abschaltung des Kompressors aufgrund hoher Temperatur.
- Der Geruch von überhitztem Fett.
- Reduzierung der Kompressoreffizienz.
Schweregradklassifizierung:
- Kritisch: Die Austrittstemperatur überschreitet den Abschaltschwellenwert (normalerweise 110–120 °C), was dazu führt, dass der Kompressor sofort stoppt. Erfordert eine sofortige Diagnose und Beseitigung.
- Bedeutsam: Die Entladungstemperatur liegt konstant über dem Betriebsbereich (z. B. > 100 °C mit einem normalen Bereich von 70–95 °C), erreicht jedoch nicht den Auslösepunkt. Dies führt zu einem beschleunigten Abbau des Schmiermittels und einem Verschleiß der Komponenten, was einen chirurgischen Eingriff erforderlich macht.
- Ungefährlich: Die Entladungstemperatur ist nur zeitweise oder geringfügig höher als normal. Erfordert Überwachung und vorbeugende Maßnahmen.
2. Vorsichtsmaßnahmen
BEVOR SIE MIT DIAGNOSE- ODER REPARATURARBEITEN AM KOMPRESSOR BEGINNEN, MÜSSEN DIE FOLGENDEN SICHERHEITSVORKEHRUNGEN ERFOLGEN, UM VERLETZUNGEN UND GERÄTESCHÄDEN ZU VERMEIDEN:
- VERRIEGELUNG/PLATTENAUFHÄNGUNG (LOTO): Bevor Sie Paneele öffnen oder auf interne Komponenten zugreifen, MÜSSEN Sie den Kompressor vom Stromnetz trennen und das LOTO-Verfahren gemäß DSTU EN 1037 und internen Unternehmensstandards anwenden. Stellen Sie sicher, dass keine Spannung anliegt.
- GESPEICHERTE ENERGIE: Schraubenkompressoren enthalten eine erhebliche Menge gespeicherter Energie in Form von Druckluft und heißem Öl. Stellen Sie sicher, dass das System vollständig drucklos ist und der Druck auf Atmosphärendruck reduziert ist. Überdruckventile verwenden.
- HEISSE OBERFLÄCHEN UND ÖLE: Die Betriebstemperaturen des Kompressors und des Öls können über 90 °C erreichen. Lassen Sie das Gerät abkühlen, bevor Sie es in Betrieb nehmen. Verwenden Sie geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA).
- PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA): Tragen Sie stets eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe (hitzebeständig, ölbeständig), Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe.
- CHEMIKALIEN: Kompressoröl ist eine Chemikalie. Kontakt mit Haut und Augen vermeiden. Bei Kontakt die betroffene Stelle sofort mit Wasser spülen.
- MECHANISCHE BEWEGLICHE TEILE: Seien Sie immer vorsichtig mit beweglichen Teilen des Kompressors (Lüfter, Rotoren), auch wenn die Stromversorgung unterbrochen ist, besteht die Gefahr eines versehentlichen Starts oder einer Restdrehung.
3. Notwendige Diagnosetools
Für eine genaue Diagnose wird empfohlen, über die folgenden Tools zu verfügen:
| Name des Tools | Spezifikation/Modell | Messbereich | Zweck |
|---|---|---|---|
| Digitalmultimeter | Klasse True RMS, CAT III 1000 V (z. B. Fluke 179) | Spannung: 0-1000 V AC/DC; Widerstand: 0-50 MΩ | Messung von Versorgungsspannung, Sensor-/Thermostatwiderstand, Elektromotorstrom. |
| Wärmebildkamera | Auflösung ≥160x120 Pixel, Empfindlichkeit ≤0,1°C (zum Beispiel Flir E6) | -20°C bis +350°C | Erkennung lokaler Überhitzung, Bewertung der Kühlereffizienz, Überwachung der Temperaturverteilung. |
| Kontaktthermometer (Pyrometer) | Digital mit K-Typ-Thermoelement (z. B. Testo 905-T2) | -50°C bis +300°C | Präzise Messung der Temperatur der Rohrleitungen, des Ölabscheidertanks und des Gehäuses. |
| Manometer (für Luft/Öl) | Genauigkeitsklasse 1,0 oder höher, Durchmesser 63 mm | 0-16 bar (Luft); 0-25 bar (Schmiermittel) | Druckmessung im Schmiersystem, Filter, Kühler und Einspritzleitung. |
| Drehzahlmesser (berührungslos) | Mit Laserpointer (z. B. PCE-DT 62) | 10-99999 U/min | Überprüfung der Drehzahl des Kühlgebläses. |
| Luftmengenmesser/Anemometer | Laufrad oder thermisch (z. B. Testo 417) | 0,3-20 m/s | Auswertung des Luftstroms durch den Kühler. |
4. Erstbewertungsliste
Bevor Sie mit einer detaillierten Diagnose beginnen, führen Sie folgende Prüfung durch:
| Prüfung/Aktion | Erwartetes Ergebnis/Wert | Aufnahme |
|---|---|---|
| Sichtprüfung des Kompressors | Keine sichtbaren Öllecks, Schäden an Rohrleitungen oder Verunreinigungen an Kühlern. | Markieren Sie alle Abweichungen. |
| Ölstand prüfen (Zeiger/Messstab) | Der Ölstand liegt während des Betriebs und nach dem Stoppen zwischen der Minimal- und Maximalmarkierung. | Notieren Sie den aktuellen Pegel. |
| Zeichnen Sie die Anzeigen vom Bedienfeld auf | Einspritzdruck (bar), Einspritztemperatur (°C), Betriebsstunden (Motorstunden), Motorstrom (A). | Notieren Sie alle aktuellen Werte. |
| Überprüfung der Unfall-/Alarmhistorie | Bestimmung der Häufigkeit und Art früherer Überhitzungsauslösungen. | Notieren Sie sich die Fehlercodes und den Zeitpunkt ihres Auftretens. |
| Umgebungsbedingungen | Lufttemperatur im Raum (°C), Verfügbarkeit ausreichender Belüftung, Abwesenheit von Wärmequellen in der Nähe. | Erfassen Sie die Umgebungstemperatur und beurteilen Sie die Belüftung. |
| Datum der letzten Wartung | Wann haben Sie das letzte Mal das Öl, den Ölfilter, den Luftfilter gewechselt oder den Kühler gereinigt? | Notieren Sie Termine und erledigte Arbeiten. |
5. Systematischer Diagnosealgorithmus
Dieser Algorithmus hilft dabei, die Grundursache einer hohen Einspritztemperatur konsequent zu ermitteln:
- SYMPTOM: Hohe Entladungstemperatur (> 95 °C / Trip Trip)
- Ölstandsprüfung:
- MASSNAHME: Überprüfen Sie den Ölstand visuell am Ölmessstab oder am Ölmessstab am Ölabscheiderbehälter, während der Kompressor läuft und 2 Minuten nach dem Stoppen (bis das System drucklos ist).
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Ölstand liegt unter der Mindestmarkierung.
- MÖGLICHE URSACHE: Niedriger Ölstand.
- WEITER ZU: Abschnitt 7.1 Ursachenanalyse: Mangel an Schmiermittel.
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Schmierstoffstand ist normal.
- WEITER ZU: Abschnitt 1.2 „Inspektion des Öl- und Luftkühlers“.
- Inspektion des Öl- und Luftkühlers:
- MASSNAHME: Überprüfen Sie die Außenflächen des Öl- und Luftkühlers visuell auf Verunreinigungen (Staub, Schmutz, Flusen). Verwenden Sie eine Wärmebildkamera, um den Temperaturunterschied am Einlass und Auslass des Kühlers zu messen.
- WENN DAS ERGEBNIS: Die Außenflächen verschmutzt sind, zeigt die Wärmebildkamera eine ungleichmäßige Temperaturverteilung oder einen unzureichenden Temperaturunterschied am Kühlerauslass (z. B. < 10 °C). Auch ein erhöhter Druckabfall über dem Kühler (über 0,5 bar) ist möglich.
- MÖGLICHE URSACHE: Verunreinigung des Kühlers (extern oder intern).
- WEITER ZU: Abschnitt 7.2 Ursachenanalyse: Ölkühler/Luftverschmutzung.
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Kühler ist sauber, der Temperaturunterschied ist normal.
- WEITER ZU: Abschnitt 1.3 „Überprüfen des Kühlgebläses“.
- Überprüfen des Kühlgebläses:
- MASSNAHME: Überprüfen Sie visuell die Funktion des Kühlgebläses (Rotation, keine Nebengeräusche). Messen Sie mit einem Drehzahlmesser die Drehzahl der Messer. Überprüfen Sie die elektrischen Anschlüsse und die Versorgungsspannung des Lüftermotors mit einem Multimeter.
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Lüfter dreht sich nicht, dreht sich langsam, hat beschädigte Flügel oder keine Spannung am Motor.
- MÖGLICHE URSACHE: Fehlfunktion des Kühlventilators oder seines Antriebs.
- WEITER ZU: Abschnitt 7.5 Ursachenanalyse: Defekter Lüfter.
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Lüfter funktioniert ordnungsgemäß, die Drehzahl und die Spannung sind normal.
- GEHE ZU: Punkt 1.4 „Überprüfung des Ölthermostats“.
- Überprüfung des Ölthermostats:
- AKTION: Messen Sie die Öltemperatur vor und nach dem Thermostat mit einem Kontaktthermometer. (ACHTUNG: Heißes Fett!). Einige Thermostate können auf Widerstand geprüft werden (bei ausgeschaltetem Gerät) oder zum Testen in heißem Wasser zerlegt werden (gemäß den Anweisungen des Herstellers).
- WENN DAS ERGEBNIS: Die Temperatur des Öls nach dem Thermostat ist deutlich höher oder fast gleich der Temperatur davor, was darauf hindeutet, dass sich der Thermostat nicht vollständig öffnet oder in der geschlossenen Position feststeckt. Oder wenn er in der geöffneten Position festsitzt, dauert es lange, bis der Kompressor die Betriebstemperatur erreicht.
- MÖGLICHE URSACHE: Fehlfunktion des Ölthermostats.
- WEITER ZU: Abschnitt 7.3 Ursachenanalyse: Fehlfunktion des Ölthermostats.
- WENN DAS ERGEBNIS: Der Thermostat funktioniert ordnungsgemäß und sorgt dafür, dass das Öl abkühlt, wenn die Betriebstemperatur erreicht ist.
- WEITER ZU: Abschnitt 1.5 „Analyse der Umweltbedingungen“.
- Ölstandsprüfung:
- Analyse der Umgebungsbedingungen:
- AKTION: Messen Sie die Temperatur der Umgebungsluft an der Ansaugstelle des Kompressors. Überprüfen Sie das Vorhandensein von Hindernissen für die Luftzirkulation um den Kompressor herum und die Effizienz der Absaugung des Raums.
- WENN DAS ERGEBNIS: Die Umgebungslufttemperatur überschreitet die zulässigen Werte (in der Regel > 35°C) oder die Belüftung des Raumes reicht zur Wärmeabfuhr nicht aus.
- MÖGLICHE URSACHE: Hohe Umgebungstemperatur oder schlechte Belüftung.
- WEITER ZU: Abschnitt 7.4 Ursachenanalyse: Hohe Umgebungsbedingungen.
- WENN ERGEBNIS: Die Umgebungsbedingungen sind normal.
- WEITER ZU: Punkt 1.6 „Überprüfung des Ölfilters und der Schmiermittelart“.
- Überprüfung des Ölfilters und des Schmiermitteltyps:
- MASSNAHME: Überprüfen Sie den Differenzdruckwert des Ölfilters (falls vorhanden). Schätzen Sie das Datum des letzten Öl- und Filterwechsels. Stellen Sie sicher, dass Sie die vom Kompressorhersteller empfohlene Ölsorte und -viskosität verwenden. Bei Verdacht auf Zersetzung nehmen Sie eine Probe des Schmiermittels zur Analyse.
- WENN DAS ERGEBNIS: Erhöhter Druckabfall am Ölfilter (> 0,5 bar), der Schmierstoff längere Zeit nicht gewechselt wurde oder der falsche Schmierstofftyp verwendet wird.
- MÖGLICHE URSACHE: Verstopfter Ölfilter oder minderwertiges/falsches Öl.
- WEITER ZU: Abschnitt 7.6 Ursachenanalyse: Verstopfter Ölfilter / minderwertiges Öl.
- WENN DAS ERGEBNIS: Alle vorherigen Prüfungen ergaben keine Ursache.
- MÖGLICHE URSACHE: Andere, weniger häufige Ursachen sind möglich (Fehlfunktion des Rückschlagventils, Verschleiß der Schraubeneinheitselemente, Überlastung des Kompressors). Eine eingehende Diagnose oder Überweisung an Spezialisten ist erforderlich.
6. Matrix „Symptom – Wahrscheinliche Ursachen“
| Symptom | Wahrscheinliche Ursachen (nach Wahrscheinlichkeit geordnet) | Diagnosetest | Erwartetes Ergebnis, wenn die Ursache bestätigt wird |
|---|---|---|---|
| Hohe Einspritztemperatur |
|
|
|
7. Ursachenanalyse für jede Fehlfunktion
7.1. Niedriger Schmierstoffstand
Erklärung: Das Öl in einem Schraubenkompressor erfüllt mehrere wichtige Funktionen: Schmierung, Kühlung und Abdichtung. Ein unzureichender Schmierstoffgehalt führt zu einer Verringerung der Zirkulations- und Kühleffizienz. Dies führt zu einem Temperaturanstieg in der Schneckeneinheit aufgrund erhöhter Reibung und unzureichender Wärmeableitung.
So bestätigen Sie: Sichtprüfung der Ölstandsanzeige (in der Regel sollte der Ölstand während des Betriebs des Kompressors innerhalb der MIN- und MAX-Markierungen liegen oder am Ölmessstab angezeigt werden, nachdem sich der Druck stabilisiert hat). Wenn der Füllstand um 1/3 der Lautstärke oder mehr unter der Mindestmarke liegt, ist dies eine Bestätigung.
Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Unzureichende Schmierung führt zu beschleunigtem Verschleiß von Lagern, Dichtungen und Rotorprofilen, vergrößertem Spiel, erhöhtem Energieverbrauch und letztendlich zum Blockieren der Schraubeneinheit, dem teuersten Element des Kompressors.
7.2. Ölkühler und Luftverschmutzung
Erklärung: Kühlerkühler (Öl und Luft) sind so konzipiert, dass sie Wärme aus dem Öl und der Druckluft an die Umgebung abführen. Äußere Verunreinigungen (Staub, Schmutz, Flusen) verringern die Wärmeaustauschfläche und verhindern so eine effektive Wärmeübertragung. Interne Verunreinigungen (Ölschlamm, Kalkablagerungen durch hartes Wasser in wassergekühlten Kompressoren) bilden eine Isolierschicht, die ebenfalls die Kühleffizienz verringert.
So bestätigen Sie:
- Äußerlich: Auf den Kühlerlamellen ist eine Staub- oder Schmutzschicht sichtbar. Die Wärmebildkamera zeigt Bereiche mit einer höheren Temperatur auf der Oberfläche des Kühlers, wo die Verschmutzung am dichtesten ist, sowie einen unzureichenden Temperaturunterschied der durch den Kühler strömenden Luft.
- Intern: Nach der externen Reinigung besteht das Problem weiterhin. Die Messung des Öldruckabfalls über dem Kühler (ΔP > 0,5 bar) kann auf interne Ablagerungen hinweisen.
Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Ständige Überhitzung des Schmierstoffs führt zu dessen schnellem Abbau (Oxidation, Viskositätsverlust), zur Bildung von Lacken und Ablagerungen, die die Ölleitungen und den Ölabscheider verstopfen können. Der Gesamtwirkungsgrad des Kompressors sinkt, der Stromverbrauch steigt und die Lebensdauer der Komponenten verkürzt sich.
7.3. Fehlfunktion des Ölthermostats
Erklärung: Der Ölthermostat reguliert den Ölfluss durch den Kühler und hält dessen Temperatur im optimalen Bereich. Wenn der Thermostat in der geschlossenen Position festsitzt, gelangt das Öl nicht oder nicht in ausreichender Menge in den Kühler, was zu dessen Überhitzung führt. Wenn der Thermostat in der vollständig geöffneten Position feststeckt, arbeitet der Kompressor möglicherweise mit einer zu niedrigen Temperatur, was eine seltenere Ursache für Überhitzung ist, aber zu übermäßiger Wasserkondensation im Öl und Ölverfall führen kann.
So bestätigen Sie:
- Halten Sie den Stick in der geschlossenen Position: Messen Sie die Öltemperatur vor und nach dem Thermostat mit einem Kontaktthermometer. Wenn die Temperatur zum Kühler viel höher ist als die Betriebstemperatur und die Temperatur nach dem Thermostat nicht richtig sinkt, deutet dies auf eine Fehlfunktion hin.
- Widerstandsprüfung: Wenn es sich um einen elektrischen Thermostat handelt, prüfen Sie dessen Widerstand mit einem Multimeter.
Folgen bei Nichtbeseitigung: Ständige Überhitzung des Schmiermittels und dessen schneller Abbau wie oben beschrieben. Erhöhte Kondensatmenge im System bei Stau in geöffneter Stellung.
7.4. Hohe Umgebungsbedingungen / schlechte Belüftung
Erklärung: Schraubenkompressoren sind für den Betrieb innerhalb eines bestimmten Umgebungstemperaturbereichs ausgelegt (normalerweise +5 °C bis +40 °C gemäß ISO 1217). Wenn die Temperatur der Luft, die zum Kühlen in den Kompressor eintritt, zu hoch ist (z. B. > 35 °C) oder der Raum nicht gut belüftet ist, verringert sich die Effizienz der Kältemaschinen erheblich. Dies führt zu einer Erhöhung der Betriebstemperatur des Schmierstoffs und der Einspritzluft.
So bestätigen Sie: Messen Sie die Temperatur der Luft im und um den Kompressoreinlass mit einem Thermometer. Überprüfen Sie die Funktion der Zu- und Abluft, das Fehlen von Hindernissen für den Luftstrom und die korrekte Platzierung des Kompressors und anderer Wärmequellen. Schätzen Sie mit einem Anemometer das Luftvolumen, das durch die Lüftungsschlitze strömt.
Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Überhitzung des Kompressors, häufige temperaturbedingte Abschaltungen, Verkürzung der Lebensdauer von Komponenten, erhöhter Energieverbrauch aufgrund ineffizienten Betriebs.
7.5. Defekter Kühlventilator
Erklärung: Der Kühlventilator ist dafür verantwortlich, den notwendigen Luftstrom durch die Kühler der Kühler sicherzustellen. Ein Ausfall des Lüftermotors, ein gerissener Antriebsriemen, eine Beschädigung der Flügel oder ein Verstopfen des Schutzgitters führen zu einer Verringerung der durch die Kühler strömenden Luftmenge und damit zu einem Temperaturanstieg.
So bestätigen Sie:
- Sichtprüfung: Überprüfen Sie die Unversehrtheit der Lüfterflügel, das Vorhandensein eines Riemens (bei Riemenantrieben) und das Fehlen von Fremdkörpern, die die Drehung verhindern.
- Rotation: Stellen Sie sicher, dass sich der Lüfter dreht, wenn der Kompressor läuft.
- Drehzahl: Messen Sie die Drehzahl mit einem Drehzahlmesser. Mit Passdaten vergleichen.
- Elektrische Prüfung: Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Versorgungsspannung und den Stromverbrauch des Lüftermotors. Ein defekter Motor hat möglicherweise einen abnormalen Strom oder keine Spannung.
Folgen, wenn sie nicht beseitigt werden: Unzureichende Kühlung, ähnlich der Verschmutzung von Kühlern, mit allen daraus resultierenden Folgen für die Schmierung und Lebensdauer des Kompressors.
7.6. Verstopfter Ölfilter / minderwertiges Öl
Erklärung: Der Ölfilter entfernt Verunreinigungen aus dem Öl und schützt so die Kompressorkomponenten. Ein verstopfter Filter erzeugt einen übermäßigen Widerstand gegen den Ölfluss, wodurch die Ölzirkulation und die Kühleffizienz beeinträchtigt werden. Dies kann dazu führen, dass sich das Filter-Bypassventil öffnet und Rohöl durch das System zirkulieren kann. Degradierter Schmierstoff (oxidiert, mit Viskositätsverlust) verliert seine Schmier- und Wärmeableitungseigenschaften und trägt so zur Überhitzung bei.
So bestätigen Sie:
- Druckabfall: Hoher Druckabfall am Ölfilter (> 0,5 bar), wenn der Kompressor mit entsprechenden Sensoren ausgestattet ist.
- Alter des Filters/Schmiermittels: Überprüfen Sie das Datum der letzten Änderung.
- Visuelle Beurteilung des Schmiermittels: Farbveränderung (dunkler als normal), Auftreten von Sedimenten, spezifischer Geruch.
- Schmierstoffanalyse: Eine Laboranalyse bestätigt den Abbau, das Vorhandensein von Wasser, Metallpartikeln und Änderungen der Viskosität.
Folgen bei Nichtbeseitigung: Beschleunigter Verschleiß beweglicher Teile, Schäden an Lagern und Schneckeneinheit aufgrund verschmutzter oder mangelhafter Schmierung. Verkürzung der Lebensdauer des Ölabscheiders.
8. Schritt-für-Schritt-Entfernungsverfahren
Stellen Sie sicher, dass alle Vorsichtsmaßnahmen in Abschnitt 2 befolgt werden, bevor Sie Maßnahmen durchführen.
8.1. Eliminiert niedrigen Schmierstoffstand
SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO anwenden, System drucklos machen.
- Ermitteln Sie die Ursache für den niedrigen Ölstand (Leckage, Mitnahme). Reparieren Sie das Leck, falls vorhanden.
- Füllen Sie neues, vom Hersteller empfohlenes Kompressoröl ein (UNITEC bietet eine große Auswahl an kompatiblen Ölen). Die Schmierstoffmenge sollte bis zur MAX-Markierung auf der Füllstandsanzeige reichen.
- Starten Sie den Kompressor, lassen Sie ihn 5–10 Minuten laufen und stoppen Sie ihn dann.
- Überprüfen Sie den Ölstand 2 Minuten nach dem Anhalten (vor der Druckentlastung). Bei Bedarf bis zum optimalen Füllstand auffüllen.
- ÜBERPRÜFUNG: Überwachung der Austrittstemperatur nach dem Start. Es sollte sich im Standardbereich (70-95°C) stabilisieren.
8.2. Reinigung/Spülung des Öl- und Luftkühlers
SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, Kühler abkühlen lassen.
- Außenreinigung: Mit Druckluft (max. 2-3 bar) die Lamellen des Kühlers entgegen der Luftströmungsrichtung ausblasen. Entfernen Sie hartnäckigen Schmutz mit einer weichen Bürste oder einem Staubsauger.
ACHTUNG: Lamellen nicht beschädigen!
- Innenreinigung (bei starker Verschmutzung): Wenn die Außenreinigung nicht geholfen hat, ist eine Demontage des Kühlers erforderlich. Spülen Sie es mit einer speziellen Ölsystem-Reinigungslösung oder einem chemischen Entkalkungsmittel (für Wasserkühler) gemäß den Anweisungen des Herstellers. Mit klarem Wasser abspülen und anschließend trockenföhnen.
- Installieren Sie den Kühler an Ort und Stelle und prüfen Sie alle Verbindungen auf festen Sitz.
- ÜBERPRÜFUNG: Überwachen Sie nach dem Starten des Kompressors die Austrittstemperatur und den Temperaturabfall im Kühler mit einer Wärmebildkamera oder einem Kontaktthermometer. Der Lufttemperaturabfall durch den Kühler sollte mindestens 10 °C betragen und die Austrittstemperatur sollte im normalen Bereich liegen.
8.3. Austausch eines defekten Ölthermostats
SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, abkühlen lassen.
- Lassen Sie das Öl aus dem Kompressor ab (oder einen Teil davon, wenn der Thermostat hoch ist).
- Trennen Sie die Rohre vom Thermostat.
- Zerlegen Sie den defekten Thermostat.
- Installieren Sie einen neuen Thermostat (UNITEC bietet Originalersatzteile und hochwertige Analoga) und stellen Sie sicher, dass die Ausrichtung korrekt ist (Durchflusspfeile). Ziehen Sie die Verbindung gemäß dem im Handbuch angegebenen Anzugsdrehmoment an (normalerweise 30-50 Nm).
- Öl einfüllen, Stand prüfen.
- ÜBERPRÜFUNG: Starten Sie den Kompressor. Überwachen Sie die Öltemperatur. Er sollte allmählich bis zum Arbeitsbereich ansteigen und sich dann stabilisieren, was den korrekten Betrieb des Thermostats anzeigt.
8.4. Optimierung der Umgebungsbedingungen
SICHERHEITSPRÜFUNG: Bei Arbeiten in der Nähe des Kompressors müssen die allgemeinen Sicherheitsregeln befolgt werden.
- Messen Sie die Temperatur der Umgebungsluft. Bei Überschreitung der 35°C müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Temperatur im Raum zu senken bzw. dafür zu sorgen, dass dem Kompressor Kaltluft zugeführt wird.
- Überprüfen Sie die Effizienz der Zu- und Abluft. Stellen Sie sicher, dass die Abluftventilatoren laufen und die Einlassöffnungen nicht blockiert sind. Das Volumen der Abluft sollte 10–15 % größer sein als das Volumen der Zuluft, um eine geringe Verdünnung zu erreichen.
- Entfernen Sie alle Hindernisse, die den freien Luftstrom um den Kompressor herum behindern (empfohlener Mindestabstand zu Wänden: 1 Meter).
- Stellen Sie sicher, dass die vom Kompressor angesaugte heiße Luft nicht zum Kompressoreinlass zurückfließt.
- ÜBERPRÜFUNG: Wiederholte Messung der Umgebungslufttemperatur, die innerhalb akzeptabler Werte liegen muss. Überwachung der Kompressoraustrittstemperatur.
8.5. Reparatur/Austausch des Kühlgebläses
SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, abkühlen lassen. Achten Sie auf bewegliche Teile.
- Sichtprüfung: Überprüfen Sie die Lüfterflügel auf Beschädigungen.
- Überprüfung des Antriebs: Bei Riemenantrieben prüfen Sie die Spannung und den Zustand des Riemens. Bei Direktantrieben auf Fremdkörper prüfen.
- Elektrische Prüfung: Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Versorgungsspannung des Lüftermotors. Liegt Spannung an und der Motor dreht sich nicht, prüfen Sie die Wicklungen auf Unterbrechung oder Kurzschluss.
- Ersetzen Sie den defekten Motor, Riemen oder die Lüfterflügel. Installieren Sie Komponenten, die den OEM-Spezifikationen entsprechen.
- ÜBERPRÜFUNG: Starten Sie den Kompressor und stellen Sie sicher, dass sich der Lüfter mit der richtigen Geschwindigkeit dreht (verwenden Sie einen Drehzahlmesser). Überprüfen Sie die Austrittstemperatur.
8.6. Ersetzen des Ölfilters und/oder des Schmiermittels
SICHERHEITSPRÜFUNG: LOTO auftragen, System drucklos machen, abkühlen lassen.
- Lassen Sie das gesamte alte Öl aus dem Kompressor ab.
- Entfernen Sie den alten Ölfilter.
- Installieren Sie einen neuen originalen oder zertifizierten analogen UNITEC-Ölfilter. Tragen Sie eine dünne Schicht neues Öl auf den O-Ring des Filters auf, ziehen Sie ihn von Hand fest und ziehen Sie ihn dann gemäß den Anweisungen des Herstellers um eine 3/4 oder 1 Umdrehung fest.
- Füllen Sie neues, vom Hersteller empfohlenes Kompressoröl der entsprechenden Viskositätsklasse (z. B. ISO VG 46 oder VG 68) ein. Die Schmierstoffmenge sollte bis zur MAX-Markierung reichen.
- Lassen Sie den Kompressor kurz laufen (1–2 Minuten) und stoppen Sie ihn dann.
- Überprüfen Sie den Ölstand und prüfen Sie, ob Lecks vorhanden sind. Bei Bedarf auffüllen.
- ÜBERPRÜFUNG: Überwachung der Einspritztemperatur. Es sollte sich wieder normalisieren.
9. Vorbeugende Maßnahmen
Regelmäßige Wartung ist der Schlüssel zur Vermeidung hoher Austrittstemperaturen und zur Gewährleistung der Langlebigkeit des Kompressors.
| Die Grundursache | Präventionsstrategie | Überwachungsmethode | Empfohlenes Intervall |
|---|---|---|---|
| Niedriger Ölstand | Regelmäßige Kontrolle des Ölstandes und Nachfüllen. Beseitigung von Undichtigkeiten. | Sichtprüfung der Füllstandsanzeige/Peilstab. | Täglich/wöchentlich. |
| Verschmutzung des Kühlers | Geplante Außenreinigung von Kühlern. | Visuelle Inspektion, Wärmebildkontrolle, Druckabfallkontrolle. | Monatlich/vierteljährlich (abhängig von den Bedingungen). |
| Fehlfunktion des Thermostats | Geplante Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Thermostats (sofern vom Hersteller vorgesehen). | Temperaturmessung vor/nach dem Thermostat. | Einmal im Jahr oder bei jeder geplanten Wartung. |
| Hohe Umgebungsbedingungen / schlechte Belüftung | Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Belüftung des Raums, Temperaturüberwachung. | Messung der Raumtemperatur, Inspektion von Lüftungsanlagen. | Täglich/Monatlich. |
| Defekter Kühlventilator | Regelmäßige Inspektion des Ventilators, Überprüfung der elektrischen Parameter des Motors. | Sichtprüfung, Drehzahlkontrolle, Motorstrommessung. | Monatlich/vierteljährlich. |
| Verstopfter Ölfilter / Verschlechtertes Schmiermittel | Rechtzeitiger Austausch des Ölfilters und des Schmiermittels gemäß den Herstellervorschriften. Verwenden Sie das empfohlene Gleitmittel. | Kontrolle des Einlaufs, visuelle Beurteilung des Schmiermittels, Kontrolle des Druckabfalls am Filter. | Gemäß den Herstellervorschriften (normalerweise 2000–4000 Stunden oder 1 Jahr). |
10. Ersatzteile und Komponenten
Für eine schnelle und effiziente Fehlerbehebung wird empfohlen, die folgenden Ersatzteile auf Lager zu haben. Die UNITEC-D GmbH bietet ein breites Sortiment hochwertiger Komponenten für Schraubenkompressoren, zertifiziert nach CE und UkrSEPRO.
| Teilebeschreibung | Spezifikation | Wann ersetzen? | Kategorie UNITEC |
|---|---|---|---|
| Kompressoröl | Gemäß OEM-Empfehlungen (ISO VG 46, VG 68, Synthetisch/Mineral) | Gemäß den Vorschriften (2000–8000 Stunden) oder während des Abbaus | Schmierstoffe und technische Flüssigkeiten |
| Ölfilter | Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent | Gemäß den Vorschriften (2000–4000 Stunden) oder mit erhöhtem ΔP | Filter |
| Luftfilter | Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent | Gemäß den Vorschriften (1000-4000 Stunden) oder mit erhöhtem ΔP | Filter |
| Ölthermostat | Öffnungstemperatur, Original-OEM-Nummer | Im Falle einer Störung (Zauberspruch, Fehlbedienung) | Ventile und Steuerelemente |
| Kühlgebläse (Motor/Laufrad) | Leistung, Spannung, Größe, Original-OEM-Nummer | Im Falle einer Störung oder erheblichen Verschleißes | Elektromotoren und Antriebe |
| Antriebsriemen (falls vorhanden) | Typ, Länge, Profil (z. B. SPB, A) | Mit Gebrauchsspuren, Rissen, Dehnung | Riemengetriebe |
| Ölabscheider | Original-OEM-Nummer oder zertifiziertes Äquivalent | Gemäß den Vorschriften (4000-8000 Stunden) | Filter |
| Temperatursensor | Typ (PT100, NTC), Bereich, Original-OEM-Nummer | Bei fehlerhaften Messwerten | Sensoren und Automatisierung |
Für Bestellungen und einen detaillierten Ersatzteilkatalog besuchen Sie: www.unitecd.com/e-catalog/
11. Links
- DSTU ISO 1217:2018 (ISO 1217:2009, IDT) Verdrängungskompressoren. Aufnahmetest.
- DSTU EN 1037:2018 (EN 1037:1995, IDT) Sicherheit von Maschinen. Verhinderung eines unerwarteten Starts.
- Betriebs- und Wartungshandbücher des Kompressorherstellers (OEM).
- Relevante Normen der Reihe ISO 4406 (Reinheit von Hydraulikflüssigkeiten), ISO 2909 (Bestimmung des Viskositätsindex von Schmierstoffen).
- UNITEC-D GmbH: Handbücher zur Wartung pneumatischer Anlagen.